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Aktuelle Nachrichten, Trends und Entwicklungen

Neuer Blog dentists4dentists Hier lesen Sie mehr

SMC-B-Karte für Vertragszahnärzte zugelassen Hier lesen sie mehr

G1-Karten jetzt ungültig Hier lesen Sie mehr

Gruselige Zahntrends – nicht nur zu Halloween Hier lesen Sie mehr

Zuckerkonsum und Mundgesundheit Hier lesen Sie mehr

Stark gegen Periimplantitis Hier lesen Sie mehr

Speicher für Stoffwechselprozesse Hier lesen Sie mehr

Traubenkerne für die Zahnmedizin Hier lesen Sie mehr

Bundeskabinett verabschiedet neue AppO-Z Hier lesen Sie mehr

Abrechnung bei Zahnersatz: Mithilfe gefragt! Hier lesen Sie mehr

 

dentists4dentists

Der neue Blog von und für Zahnärztinnen und Zahnärzte

Zahnärztekammer und KZV Nordrhein, ZA eG, FVDZ und DZV – die sogenannten fünf Säulen – haben gemeinsam den Blog dentists4dentists.de entwickelt. Er ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche mit vielen jungen Zahnärzten, mit Studenten, Assistenten, Angestellten und neu Niedergelassenen.

Unabhängig, neutral und ohne finanzielle Interessen
Was ist das Besondere an dentists4dentists? Im Blog informieren und diskutieren Zahnärztinnen und Zahnärzte unabhängig und neutral. Zahnärzte mit langjähriger Erfahrung und Fachleute auf den verschiedensten Gebieten von Kammer und KZV, ZA eG und den großen Standesorganisationen stehen ohne finanzielles Gewinnstreben ihren jungen Kollegen mit Rat und Tat zur Seite. Apropos: Der Blog dentists4dentists unterliegt keineswegs irgendwelchen Altersbeschränkungen!

Hier gelangen Sie zum neuen Zahnärzteblog.

   

SMC-B-Karte für Vertragszahnärzte zugelassen

Bundesdruckerei ist Anbieter

Die Digitalisierung der Zahnarzt- und Arztpraxen in Deutschland macht einen großen Schritt nach vorn. Für einen der fünf Gesundheitssektoren (Zahnärzte, Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker, Physiotherapeuten) ist der elektronische Praxisausweis (SMC-B) von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zugelassen worden. Das teilten die KZBV und die Bundesdruckerei als Anbieter des Ausweises am Donnerstag mit. 

„Als verantwortlicher Ressortvorstand freue ich mich, dass mit dieser Zulassung ein weiterer wichtiger Meilenstein zum Start des Produktivbetriebs der Telematikinfrastruktur gesetzt werden konnte“, sagte Dr. Karl-Georg Pochhammer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KZBV. 

„Der elektronische Praxisausweis gibt dem digitalen Gesundheitswesen den dringend benötigten Schub, neue Anwendungen für die elektronische Gesundheitskarte zu fördern und die Gesundheitsversorgung der Patienten zu verbessern“, sagte Jochen Felsner, Marketingleiter der Bundesdruckerei. „Der elektronische Praxisausweis stellt den Schutz und die Sicherheit von Patientendaten sicher. Leistungserbringer im Gesundheitswesen können schnell, gesetzeskonform und komfortabel auf aktuelle Versichertendaten zugreifen und deren Verarbeitung effizient einbinden.“ 

Praxen benötigen den Ausweis zur Authentisierung der medizinischen Einrichtung, damit der Konnektor vor Ort eine gesicherte Verbindung zur Telematikinfrastruktur aufbauen kann. Interessierte Unternehmen, die als Anbieter in einem marktoffen gestalteten Zulassungsmodell elektronische Ausweise anbieten möchten, erhalten entsprechende Informationen zum Ausgabeverfahren bei der KZBV. Zahnärzte können den Ausweis über das Portal der für sie zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) beantragen. Die Kosten für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur werden Zahnärzten und Ärzten erstattet. Das gilt für die Karte und für weitere Komponenten, etwa den Konnektor. Die Karte ist fünf Jahre gültig. Weitere Informationen, darunter die neue Broschüre „Anbindung an die Telematikinfrastruktur – Informationen für Ihre Praxis“ sind auf der Website der KZBV unter www.kzbv.de abrufbar. 

Mit dem „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)“ hat der Gesetzgeber die Einführung einer sicheren digitalen Infrastruktur für das Gesundheitswesen geplant. Die Teilnahme an der Telematikinfrastruktur wird für alle sogenannten Leistungserbringer – Zahnärzte, Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Apotheken – rechtlich verpflichtend. So wird ein sicherer elektronischer Datenaustausch im gesamten Gesundheitswesen möglich. Die Leistungserbringer müssen sich gegenüber dem digitalen Gesundheitsnetzwerk sicher authentifizieren. Dafür brauchen sie einen Ausweis, die Security Module Card Typ B (SMC-B). Die Karte im ID0-Kartenformat (Mini SIM) wird auch als Praxis- oder Institutionsausweis bezeichnet. 

Die jeweiligen Leistungserbringer benötigen drei zertifizierte Komponenten für den Zugriff zur Telematikinfrastruktur: einen Ausweis, ein Lesegerät sowie einen sogenannten Konnektor für die eigentliche Anbindung an das Gesundheitsnetz. Der Ausweis muss von den jeweiligen Selbstverwaltungen sowie der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) zugelassen werden. Lesegerät und Konnektoren müssen nur von der gematik zertifiziert werden. „Die Zulassung unseres elektronischen Praxisausweises für alle Sektoren ist bei der gematik bereits beantragt“, sagt Felsner. Parallel dazu laufen die Zulassungsprozesse bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). 

Die SMC-B-Karten werden von der Bundesdruckerei-Tochter D-TRUST hergestellt. Die Leistungserbringer stecken sie in ein Kartenterminal und geben eine geheime PIN ein. Damit weist der Ausweis die Identität der jeweiligen Institution nach und sichert die Verbindung zur Telematikinfrastruktur ab. Der Ausweis kann zudem für weitere Anwendungen genutzt werden: So kann die Herkunft digitaler Dokumente nachgewiesen oder E-Mail-Kommunikation zwischen Institutionen sicher verschlüsselt werden.

Gemeinsame Pressemitteilung von KZBV und Bundesdruckerei vom 5. Oktober 2017

Wichtige Informationen zur SMC-B Karte (FAQs, Beantragung, Pflichten, Preis- und Produktinformationen) erhalten Sie auf den Internetseiten der Bundesdruckerei.

Bild Startseite: istockphoto/Portra

   

G1-Karten jetzt ungültig

Ab dem 1. Oktober 2017 können elektronische Gesundheitskarten der ersten Generation (G1) nicht mehr in das Praxisverwaltungssystem eingelesen werden. Weiterhin ihre Gültigkeit behalten G1+-Karten und G2-Karten. Die gematik hatte den elektronischen Gesundheitskarten der Generation 1 zum 30. Juni 2017 die Zulassung entzogen. Der Grund dafür ist, dass sie nicht onlinefähig sind.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) weist darauf hin, dass sich die jetzt abgelaufenen G1-Karten optisch nicht von den neueren G1+-Karten unterscheiden. Zwar ist die Generationsnummer rechts oben auf der Karte aufgedruckt. Da bei den Karten der Generation 1 und der Generation 1+ hier jedoch jeweils der gleiche Vermerk „G1“ zu lesen ist, ist äußerlich nicht erkennbar, ob es sich um eine G1-Karte oder eine G1+-Karte handelt.

Daher rät die KZBV, dass Praxen wie gewohnt jede elektronische Gesundheitskarte (eGK) einlesen und auf keinen Fall automatisch ablehnen sollten. Handelt es sich um eine nicht mehr gültige G1-Karte, die eingelesen wird, wird diese von der Praxissoftware als solche erkannt und vom System abgelehnt. Die KZBV versichert, dass das Praxisteam sich auf diese Überprüfung verlassen kann. Wird die eGK vom Praxisverwaltungssystem abgelehnt, lautet die Empfehlung der KZBV, zunächst den Patienten zu fragen, ob er von seiner Krankenkasse nicht schon eine neue Karte erhalten und vielleicht nur versehentlich die alte Karte vorgelegt hat. Ansonsten sollte der Patient gebeten werden, sich schnellstens an seine Kasse zu wenden. Da nach Angaben der Krankenkassen die betroffenen Versicherten inzwischen mit neuen Karten ausgestattet sind, sollten eigentlich keine oder nur sehr wenige alte Karten im Umlauf sein. Bei einer Ablehnung der eGK durch das Praxisverwaltungssystem wenden Praxen das Ersatzverfahren an. 

Quelle: KZBV/zm online

Bild Startseite: KZV Nordrhein / Dr. Uwe Neddermeyer

   

Gruselige Zahntrends – nicht nur zu Halloween

Modefarbe Schwarz für Zähne, Zahnfleisch und Co.

Die „Men in Black“ kennt jeder – aber wussten Sie, dass nicht nur bei eingefleischten Halloween-Fans die Farbe Schwarz auch bei Zahnfleisch, Zahnpasta oder Zahnbürsten sehr in Mode ist? Dass schwarze Zähne in vielen Kulturen als Schönheitsideal galten – zum Teil sogar bis in die heutige Zeit? In Europa und den USA gibt es jedenfalls nicht wenige, die es gerne skurril mögen und sich das Zahnfleisch schwarz tätowieren lassen. Schwarzes Zahnfleisch hat tatsächlich den Vorteil, dass der Kontrast zu den Zähnen größer ist als bei rotem Zahnfleisch, was die Zähne viel weißer wirken lässt. Auch in afrikanischen Ländern wie dem Senegal färben sich Frauen das Zahnfleisch schwarz mit einer speziellen Mischung aus verbranntem Öl und Sheabutter. Das gilt – gerne auch in Kombination mit silber gefärbten Zähnen – als ausnehmend schön und soll für einen frischen Atem sorgen.

Die Schwarzfärbung von Zähnen hat als Schönheitsideal eine sehr lange Tradition. Bereits im 8. Jahrhundert galten in Japan schwarze Zähne als attraktiv. Für die Herstellung der Färbemischung wurden Nägel und Eisenspäne zum Oxidieren in Reiswein oder Tee eingelegt. Die daraus gewonnene Farbessenz wurde dann mit einem Pinsel auf die Zähne aufgebracht. In späteren Zeiten zeigten schwarz gefärbte Zähne bei adeligen Frauen ihre Heiratsfähigkeit, bei Frauen aus nichtadeligen „bürgerlichen“ Kreisen den Verheirateten- oder Verlobtenstatus an. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Schwärzung von Zähnen offiziell verboten. Das Kauen kleingehackter Bethelnüsse sorgt bei indigenen Völkern in Südostasien auch heute noch für schwarz gefärbte Zähne. Das ist auch so gewollt, denn schwarze Zähne sollen die Götter versöhnlich stimmen – weiße Zähne gelten dagegen als Symbol für Aggressivität.

Hollywood-Stars schwören übrigens auf schwarze Zahnpasta und schwarze Zahnbürsten, ein Trend, der inzwischen auch nach Europa übergeschwappt ist. Die hier enthaltene Aktivkohle, die Zahncreme und -bürste schwarz färbt, wird durch Erhitzen von Holz, tierischen Stoffen, Zuckermelasse oder anderen organischen Substanzen unter Luftabschluss hergestellt. Sie soll eine antibakterielle Wirkung aufweisen und die Fähigkeit besitzen, Stoffe zu absorbieren. In der Medizin wird Aktivkohle beispielsweise in Tablettenform angewendet, um Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt zu binden. Zahnpasta und Zahnbürsten verleiht sie angeblich eine ganz besondere Reinigungskraft, indem sie keimtötend wirkt, für eine gründliche Entfernung von Belägen und Zahnverfärbungen und somit für ein strahlend weißes Lächeln sorgt. Tests, die diese Effekte nachweisen, liegen allerdings bislang nicht vor. Was macht das aber schon, wenn man auch ganz einfach durch schwarzes Zahnfleisch seine Zähne deutlich aufhellen kann – nicht nur zu Halloween.

Bild Startseite: Wolfgang Pfensig / pixelio.de

   

Zuckerkonsum und Mundgesundheit

Übermäßiger Zuckerkonsum – hohe Zahnbehandlungskosten

Hätten Sie gewusst, dass sich die Zahnbehandlungskosten weltweit auf jährlich rund 128 Milliarden Euro belaufen? In Deutschland sind es 17,2 Milliarden Euro pro Jahr. Gleichzeitig verbrauchen die Deutschen täglich im Durchschnitt zwischen 90 und 110 Gramm Zucker pro Kopf – zum Vergleich: die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen Wert von höchstens 50 Gramm Zucker pro Person und Tag. Mit jährlich 210 Euro pro Person liegt Deutschland in Hinsicht auf die Behandlungskosten damit mit an der Spitze – übertroffen nur von der Schweiz mit 300 Euro an Behandlungskosten pro Kopf und Jahr und dicht gefolgt von Dänemark mit 178 Euro und den USA mit 185 US-Dollar (das sind 138 Euro).

Eine neue Studie, deren Ergebnisse im „Journal of Dental Research“ und auf den Seiten des Online-Portals „zwp-online.info“ nachzulesen sind, zeigt nun einen deutlichen Zusammenhang zwischen hohem Zuckerkonsum und hohen Behandlungskosten auf. Forscher des Instituts für Agrar- und Ernährungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und Wissenschaftler der Biotechnology Research and Information Network AG (BRAIN AG) belegen, dass der Zuckerkonsum die Behandlungskosten ansteigen lässt. Sie sichteten und analysierten repräsentative Daten zum Auftreten von Karies, Parodontitis und Zahnverlust, zu den entsprechenden Behandlungskosten sowie zum Zuckerverbrauch für 168 Länder im Jahr 2010. Beim Zuckerkonsum wurden neben weißem Haushaltszucker auch versteckte Zucker berücksichtigt, die Bestandteil vieler verarbeiteter Produkte der Lebensmittelindustrie sind. Tatsächlich erhalten fast alle verarbeiteten Produkte, die im Supermarkt erhältlich sind, große Mengen an zugesetztem Zucker.

Die Ergebnisse der Forscher zeigen ein klares Bild: Je höher der Zuckerkonsum, desto mehr Erkrankungen wie Karies, Parodontitis und in der Folge Zahnverlust traten auf. Für Guatemala, Mauretanien und Mexiko stellte das Forscherteam die höchsten Quoten an Zahnerkrankungen fest, die auf den Zuckerkonsum zurückzuführen sind. Die Wissenschaftler ziehen aus den von ihnen ausgewerteten Daten die Bilanz, dass pro Mehrverzehr von 25 Gramm Zucker pro Kopf und Tag – das sind etwa acht Zuckerwürfel oder ein Glas mit Zucker gesüßter Limonade – die Zahnbehandlungskosten in Ländern mit hohen Einkommen um durchschnittlich 75 Euro pro Person jährlich steigen. Sie empfehlen daher allen Regierungen, mithilfe von Aufklärungskampagnen oder durch die Erhebung einer Zuckersteuer Abhilfe zu schaffen. Die 2014 eingeführte Zuckersteuer in Mexiko zeigte beispielsweise durchaus Wirkung: Der Konsum von zuckerhaltigen Getränken ging im ersten Jahr nach Einführung der Steuer um fünf Prozent, im zweiten Jahr sogar um zehn Prozent zurück.

Bild Startseite: sassi / pixelio.de

   

Stark gegen Periimplantitis

Kaugummi zeigt Entzündungen im Mundbereich an

Das wäre wirklich einmal eine sinnvolle Erfindung, die jeder Zahnarzt begrüßt: ein Kaugummi, der auf Entzündungen im Mund reagiert, indem er bitter schmeckt. Forscher aus dem Fachbereich Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie an der Universität Würzburg sowie Wissenschaftler der Universität Düsseldorf und an Forschungseinrichtungen in Berlin und Jena haben einen solchen Kaugummi zur Schnelldiagnose von Entzündungen kreiert. Nachzulesen ist das im Fachjournal „Nature Communications“. Der Kaugummi wurde vor allem im Hinblick auf die Bekämpfung der Periimplantitis entwickelt. Bei Implantaten können sich nach fünf oder zehn Jahren Bakterienherde entwickeln, so dass bei etwa ein bis fünf Prozent aller Implantate eine Periimplantitis entsteht.

Periimplantitis oft zu spät bemerkt
Bakterielle Entzündungen machen normalerweise durch Schmerzen und Schwellungen auf sich aufmerksam. Eine Periimplantitis wird vom Patienten dagegen bekanntlich oft nicht bemerkt, weil durch die Implantate keine Nerven mehr vorhanden sind. So kann bereits einiges an Gewebe und Knochen zerstört sein, bevor die Diagnose gestellt wird. Der Kaugummi enthält nun eine Substanz, die von den Entzündungsenzymen, die bei einer Periimplantitis vorhanden sind, innerhalb von Minuten zersetzt wird. Als Ergebnis dieses Stoffwechselprozesses entsteht eine neue Ingredienz, die bitter schmeckt. Der Patient kann auf dieses Alarmsignal hin zum Zahnarzt gehen. Der Kaugummi erweist sich dabei als effizienter als die bislang eingesetzten Farbstreifen oder Teststäbchen. Denn beim Einsatz solcher Mittel bedarf es erst einer Laboranalyse, um zu Ergebnissen zu gelangen.

Kritik von Seiten der Implantologen
Leichte Zahnfleischentzündungen zeigt der Kaugummi jedoch nicht an. Hier ist weitere Forschungsarbeit vonnöten. Auch wurde der Kaugummi noch nicht direkt „am lebenden Objekt“, d. h. an Menschen getestet. Ihre bisherigen Ergebnisse verdanken die beteiligten Wissenschaftler vielmehr den Speichelproben von Patienten einer Zahnklinik. Führende Implantologen haben außerdem darauf hingewiesen, dass der Kaugummi auch dann bitter schmeckt, wenn die Entzündung bereits abklingt, da auch in diesem Stadium der Entzündungsmarker freigesetzt wird. Dennoch sind die Forscher zuversichtlich, dass ihr Spezial-Kaugummi bereits in zwei oder drei Jahren zahnmedizinisch einsatzfähig ist.

Bild Startseite: pro Dente e. V. / Cornelis Gellhardt

   

Speicher für Stoffwechselprozesse

Metallgehalt in Milchzähnen weist Autismus nach

Wissenschaftler vermuten, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren Autismus hervorrufen können. Wie auf den Seiten von „nature.com“ zu lesen ist, sind US-amerikanische Forscher von der Icahn School of Medicine in New York dieser Erkrankung mithilfe von Milchzähnen auf der Spur. Sie haben im Rahmen einer aktuellen Studie mit Zwillingen nachgewiesen, dass die Milchzähne von Kindern, die an Autismus erkrankt sind, eine bis zu 50 Prozent höhere Konzentration an Blei sowie einen geringeren Gehalt an Mangan und Zink aufweisen als Milchzähne von gesunden bzw. nicht erkrankten Kindern. Die niedrige Zinkkonzentration zeigt sich vor allem im pränatalen Stadium, verliert sich im postnatalen Stadium aber schnell wieder.

Aus der Studie geht somit auch klar hervor, dass Milchzähne als Speicher für Stoffwechselprozesse im Körper fungieren bzw. Einsicht in diese Prozesse geben können. Unklar ist bisher, ob ein Kontakt der Mutter mit den toxischen Metallen oder eine Mangelernährung die Erkrankung verursacht oder die Kinder die Metalle aufgrund des Autismus nicht richtig verstoffwechseln. Bekannt ist aber, dass bei eineiigen Zwillingen die Wahrscheinlichkeit besonders hoch ist, dass letztlich beide Geschwister an Autismus erkranken.

Bild Startseite: Crissy Pauley / freeimages_com

   

Traubenkerne für die Zahnmedizin

Höhere Haltbarkeit von Komposit-Füllungen

Wie im „Journal of Dental Research“ berichtet wird, ist es US-amerikanischen Forschern von der University of Illinois at Chicago jetzt gelungen, die Haltbarkeit von Komposit-Füllungen mit einem Extrakt aus Traubenkernen signifikant zu verlängern. Die geringere Haltbarkeit einer Kompositfüllung gegenüber anderen Füllmaterialien ergibt sich daraus, dass das Material im Laufe der Zeit schrumpfen und Sekundärkaries entstehen kann. Dann muss die Füllung erneuert werden.

Die entscheidende Schwachstelle ist dabei der Übergang vom Dentin zum Komposit. Bei der Verbindung des Füllmaterials mit dem Zahn können Lücken entstehen, die Kariesbakterien dann die Gelegenheit bieten, sich einzunisten. Hier hat das Forscherteam angesetzt und einen Extrakt aus Traubenkernen entwickelt, der die Bindungsfähigkeit der Kompositfüllungen mit dem Zahndentin verstärkt. Durch das Traubenkernextrakt wird der Entstehung von Lücken zwischen Komposit und Dentin ein Riegel vorgeschoben und so die Haltbarkeit von Kunststofffüllungen erhöht.

Bild Startseite: Rainer Sturm / pixelio.de

   

Bundeskabinett verabschiedet neue AppO-Z

Bundeszahnärztekammer fordert schnelle Implementierung

Das Bundeskabinett hat die Novelle der zahnärztlichen Approbationsordnung (AppO-Z) beschlossen. Damit stehen die jungen Zahnärztinnen und Zahnärzte kurz davor, nach über 60 Jahren endlich eine AppO-Z zu erhalten, die den aktuellen wissenschaftlichen Anforderungen des Versorgungsgeschehens entspricht. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) appelliert eindringlich an den Bundesrat und damit an die Bundesländer, mit einem schellen Beschluss nun endgültig den Weg für eine moderne Approbationsordnung frei zu machen.

„Junge Zahnärzte benötigen wegen der steigenden wissenschaftlichen Anforderungen der Zahnmedizin eine Approbationsordnung, die diesen Anforderungen gerecht wird. Mit einem 60 Jahre alten Auto lässt sich auch kein Formel-Eins-Rennen gewinnen. Die BZÄK hat sich laufend aktiv in die Diskussionen eingebracht. Im Interesse unserer Patienten und der nachwachsenden Zahnärztegeneration fordern wir, nun endlich zu einem Abschluss zu kommen, um die qualitativ hochwertige zahnmedizinische Versorgung nicht zu gefährden“, so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel. 

Eine hochwertige und qualitätsgesicherte Zahnmedizin erfordert einen Ausbildungsstandard nach aktuellem Stand der Wissenschaft und entsprechende Rahmenbedingungen für die Hochschulen. Entsprechende Berechnungen zeigen, dass eine kostenneutrale Umsetzung der AppO-Z allerdings nicht möglich ist. Die Politik ist damit in der Pflicht, sowohl die Ausbildungsbedingungen der angehenden Zahnärzte als auch die damit verbundenen finanziellen Rahmenbedingungen laufend an die steigenden Versorgungsanforderungen anzupassen.

Pressemitteilung der Bundeszahnärztekammer vom 2. August 2017

   

Abrechnung bei Zahnersatz: Ihre Mithilfe ist gefragt!

In regelmäßigen Abständen erscheinen in den Medien Berichte über angebliche Intransparenz in Sachen Zahnersatz, vermeintlich falsches Abrechnungsverhalten der Zahnärzte und damit verbundene hohe Kosten für Patienten. Die öffentliche Diskussion wird dabei in der Regel aufgeregt und skandalisiert geführt. Fakten und Hintergründe bleiben häufig völlig auf der Strecke. 

Mit einem neuen Projekt will die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) daher jetzt die Grundlage dafür schaffen, solchen ungerechtfertigten Vorwürfen und Spekulationen öffentlichkeitswirksam entgegentreten zu können. Dafür benötigt die KZBV die breite Unterstützung möglichst vieler Zahnarztpraxen.

Die KZBV hat ein Software-Modul für Praxisverwaltungssysteme (PVS) entwickelt, mit dem sämtliche Daten der Zahnersatzabrechnung einschließlich der GOZ-Daten bei gleich- und andersartigen Versorgungen elektronisch an die KZBV übermittelt werden können – die Zustimmung der Praxisinhaberin oder des Praxisinhabers vorausgesetzt. Diese kann durch Bestätigung per Taste oder Mausklick gegeben und jederzeit rückgängig gemacht werden.

Für die Praxen entsteht durch die Übertragung kein zusätzlicher Zeitaufwand, falls diese die Funktion nutzen wollen. Die Datenerhebung ist freiwillig, funktioniert verschlüsselt und ist vollständig anonymisiert. Das Software-Modul der KZBV erfüllt dabei vollumfänglich alle Anforderungen des Datenschutzes.

Umfangreiche Informationen über die Abrechnung beim Zahnersatz

Die regulär an die KZVen übermittelten Abrechnungsdaten enthalten bislang keine Informationen über die Struktur der GOZ-Rechnungen, also über abgerechnete Leistungen, deren jeweilige Anzahl und den Steigerungsfaktor. Hinsichtlich der andersartigen Versorgungen liegen den KZVen in der Regel überhaupt keine Daten vor. Die neue Erhebung der KZBV schließt nun diese Informationslücke und schafft eine ebenso umfängliche wie solide Datenbasis, um ganz im Interesse der Zahnärzteschaft das Abrechnungsverhalten in den Praxen bei gleich- und andersartige ZE-Versorgung transparent zu machen.

Neben des eingangs genannten Informationsvorsprungs bei medialen Diskussionen gibt es weitere gute Gründe für die statistische Erhebung: Die Krankenkassen verfügen – im Gegensatz zu den KZVen und der KZBV – über umfangreiche Informationen über gleich- und andersartige Versorgungen, wenn die Versicherten ihnen ihre Abrechnungen zur Erstattung vorlegen. Damit die KZBV in der häufig auch öffentlich geführten Auseinandersetzung zu dem Thema mit „gleichlangen Spießen“ die Interessen der Kolleginnen und Kollegen wirksam vertreten kann, müssen dafür adäquate Daten vorliegen, auf die unsere Argumente gestützt werden können.

Auch bei den Punktwertverhandlungen für Zahnersatz zwischen der KZBV und dem GKV-Spitzenverband ist eine qualitativ hochwertige und solide Datenbasis, die das Abrechnungsgeschehen auch bei gleich- und andersartigen Leistungen abbildet, dringend erforderlich. Sowohl von Schiedsämtern, aber auch von Seiten der Rechtsprechung werden zunehmend höhere Anforderungen an die KZBV gestellt, wenn es um nachvollziehbare Strukturberechnungen geht. Die bisher für die KZBV verfügbaren Datengrundlagen werden diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Es müssen vielmehr bei Bedarf repräsentative Auswertungen zur Leistungs- und Kostenstruktur vorgelegt werden können.

Für einen Erfolg dieses ambitionierten Projekts ist die KZBV auf die aktive Mitarbeit möglichst vieler Praxen angewiesen. Nur mit dieser Unterstützung kann die KZBV die Interessen der Vertragszahnärzteschaft glaubwürdig, wirksam und faktengestützt vertreten. Daher bitten wir um eine rege Teilnahme! Praxen können sich unabhängig von ihrem verwendeten PVS-System an der Zahnersatz-Statistikerhebung der KZBV beteiligen. 

Allerdings sollten sich teilnehmende Praxen vorab beim Hersteller ihres Systems informieren, ob dieser das KZBV-ZE-Software Modul kostenlos zur Verfügung stellt. Einige Entwickler - aber eben nicht alle - verlangen von Zahnärztinnen und Zahnärzten eine Nutzungsgebühr. Bei allen technischen Fragen zur Übermittlung der ZE-Statistikdaten an die KZBV oder sonstigem Hilfebedarf sollten sich Praxen in erster Linie an ihren Software-Hersteller wenden. Für darüber hinausgehende Fragen, die der Software-Hersteller nicht beantworten kann, steht auch die KZBV als Ansprechpartner zur Verfügung
(E-Mail: statistik(at)kzbv.de).

   

Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen geht an den Start. In den kommenden Monaten sollen alle Praxen an Deutschlands größtes elektronisches Gesundheitsnetz angeschlossen werden. Vor diesem Hintergrund hat die KZBV die Broschüre
Anbindung an die Telematik-
infrastruktur – Informa-
tionen für Ihre Praxis (PDF)
 
veröffentlicht.

Agenda Mundgesundheit

Die „Agenda Mundgesundheit
2017-2021" der KZBV umfasst die gesundheitspolitischen Positionen der Vertragszahnärzteschaft zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland. Die vollständige Agenda sowie eine Kurzfassung können auf der Website der KZBV abgerufen werden:

Agenda Mundgesundheit
2017-2021 (PDF) und
Agenda Mundgesundheit – Positionen und Grundsätze (PDF)

Übersichtsgrafik Qualitätsförderung

Der zahnärztliche Berufsstand ist bestrebt, in den Praxen vor Ort immer die möglichst beste Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Eine umfassende Qualitätsförderung ist zentrale kontinuierliche Aufgabe aller Zahnärztinnen und Zahnärzte.

 

Die KZBV stellt dafür eine Übersichtsgrafik mit weiterführenden Erläuterungen zur Verfügung, die anschaulich, leicht verständlich und transparent über die einzelnen Elemente zahnärztlicher Qualitätsförderung informiert und die Sie hier herunterladen können:

KZBV-Übersichtgrafik
Qualitätsförderung (PDF)

PZR-Umfrage-Ergebnisse 2017

Die KZBV hat im April 2017 bei 113 gesetzlichen Krankenkassen eine Umfrage zu den Angeboten der Kassen hinsichtlich der PZR durchgeführt. Gefragt wurde nach der konkreten Leistung der jeweiligen Kasse im Zusammenhang mit einer PZR, nach Absprachen mit KZVen und danach, ob der Zahnarzt frei nach der GOZ abrechnen kann.

 

36 Krankenkassen haben sich mit freiwilligen Selbstauskünften an der Umfrage beteiligt. Die KZBV übernimmt für Inhalt und Vollständigkeit keine Gewähr. Ein Teil der Angebote basiert auf sogenannten Selektivverträgen und hat damit eine Einschränkung der freien Zahnarztwahl zur Folge. 

Hier gelangen Sie zu den 

DMS V-Praxisplakat

Bundeszahnärztekammer und KZBV haben in Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Zahnärzte ein Plakat zur Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) zur Verwendung in der Zahnarztpraxis herausgegeben. Es informiert über die positiven Ergebnisse der Studie und fordert die Patienten auf, den nächsten Kontrolltermin zu vereinbaren:


Auf den Seiten der KZBV erhalten Sie außerdem eine 

Bestechlichkeit / Bestechung

Bestechlichkeit / Bestechung
im Gesundheitswesen
KZBV / BZAEK: Info-Broschüre (Rechtsgrundlagen)

Die in der breiten Öffentlichkeit geführte Diskussion um Korruption und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen war für den Gesetzgeber Anlass, eine entsprechende neue Strafrechtsnorm zu beschließen. Zudem gewinnen Transparenz und Compliance in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend an Bedeutung.

Die strikte Einhaltung rechtlicher Vorgaben ist daher Ziel und Auftrag jedes einzelnen Zahnarztes sowie des zahnärztlichen Berufsstandes in seiner Gesamtheit. Fragen wie „Was darf ich denn noch?“ und „Was ist verboten?“ sind inzwischen fester Bestandteil des Beratungsalltags von Zahnärztekammern und Kassen-
zahnärztlichen Vereinigungen.

Die Info-Broschüre zu diesem Thema in der Schriftenreihe "Rechtsgrund-
lagen für die Zahnarztpraxis" möchte Antworten geben und helfen, Verunsicherungen abzubauen. 

Qualitätsförderung

BZÄK/KZBV: 
Agenda Qualitätsförderung

 

Mit dieser Agenda legen BZÄK und KZBV ihre überarbeiteten Positionen zur Qualitätsförderung in der Zahnmedizin in Anknüpfung an die gemeinsame Agenda Qualitäts-
förderung aus dem Jahr 2004 vor, zeigen Perspektiven für die Weiterentwicklung durch den Berufsstand und Forderungen an die Gesundheitspolitik für die kommenden Jahre auf.

 

Die Ziele, Grundsätze und Handlungsempfehlungen der Agenda beziehen sich sowohl auf die Patienten als auch auf die in der zahnmedizinischen Versorgung tätigen Zahnärzte und Beschäftigten. Leitbild ist eine Beziehung zwischen Zahnarzt und Patient, die von Vertrauen geprägt ist.

 

Mehr dazu auf den Internetseiten der BZAEK und der KZBV.

Hier geht es zum Download der

Agenda Qualitätsförderung
(PDF)
.

Frühkindliche Kariesprävention

BZÄK-/KZBV-Versorgungskonzept „Frühkindliche Karies vermeiden“

BZÄK und KZBV haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ) und dem Deutschen Hebammenverband (DHV) sowie unter der wissenschaftlichen Begleitung der Universität Greifswald ein Konzeptpapier zur frühkindlichen Kariesprävention unter dem Titel „Frühkindliche Karies vermeiden“ entwickelt.


Sie können das Konzeptpapier im Internet einsehen und herunterladen:

Frühkindliche Karies vermeiden (PDF).

Alters- und Behindertenzahnheilkunde

BZÄK-/KZBV-Versorgungs-
konzept „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“

 

In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) und der Arbeitsgemeinschaft für Behindertenbehandlung im Bundesverband Deutscher Oralchirurgen (BDO) entstand unter dem Titel „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“ ein Konzept, mit dem die Heraus-
forderungen an die zahnmedizinische Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen angegangen werden können.


Das Konzeptpapier kann im Internet eingesehen und heruntergeladen werden:

Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter (PDF).