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Aktuell: Nachrichten, Trends und Neuerungen

+++ ZE: Neue moderne Therapie jetzt GKV-Leistung +++ hier lesen Sie mehr +++

+++ Hohe Gesundheitsrisiken bei Parodontitis +++ hier lesen Sie mehr +++

+++ Kartenterminal: Austausch erforderlich +++ hier lesen Sie mehr +++

+++ Mehr Beschäftigte im NRW-Gesundheitswesen +++ hier lesen Sie mehr +++

+++ Schlaganfallrisiko durch Karies +++ hier lesen Sie mehr +++

+++ Prüfpflicht für Arztbewertungsportale +++ hier lesen Sie mehr +++

+++ Mundgesund auch in der häuslichen Pflege +++ hier lesen Sie mehr +++

+++ KZBV- und BzgA-Initiative zur Organspende +++ hier lesen Sie mehr +++

ZE: Neue moderne Therapie jetzt GKV-Leistung

Foto: proDente

Ein- oder zweiflüglige einspannige Adhäsivbrücken mit Metallgerüst zum Ersatz eines Schneidezahnes stehen ab 1. Juli jedem gesetzlich Versicherten als Regelversorgung zur Verfügung. Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte können die Leistung ab dem genannten Zeitpunkt mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, teilt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) mit. Bislang war die Verwendung dieser Brücken als GKV-Leistung grundsätzlich nur bei Versicherten im Alter zwischen 14 und 20 Jahren möglich.

Bereits im Februar hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) - das oberste Beschlussgremium der GKV - eine entsprechende Anpassung der Zahnersatz-Richtlinie verabschiedet. Diese war im Mai in Kraft getreten. Nachdem die KZBV als stimmberechtigte Trägerorganisation an den Beratungen des G-BA mitgewirkt hatte, musste die Richtlinienänderung anschließend noch im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) nachvollzogen werden. Die Umsetzung der Leistung geht auf eine entsprechende Einigung von KZBV und GKV-Spitzenverband (GKV-SV) zurück.

Schonung der Zahnsubstanz - ästhetisch überzeugendes Ergebnis

„Adhäsivbrücken mit Metallgerüst sind seit Jahren eine wissenschaftlich anerkannte Therapiemethode, mit der insbesondere Lücken im Schneidezahnbereich unter Schonung der Zahnsubstanz mit einem ästhetisch überzeugenden Ergebnis versorgt werden können. Die KZBV überprüft im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages regelmäßig den Katalog prothetischer Leistungen. Mit diesen Brücken haben wir jetzt allen GKV-Versicherten ein hochmodernes und minimalinvasives Verfahren zu Lasten der Kassen zugänglich gemacht. Damit entspricht die Regelversorgung im Bereich Zahnersatz wieder dem aktuellen Stand zahnmedizinischer Erkenntnisse“, sagte Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV. Zugleich werde damit dem Anspruch der Versicherten auf eine optisch ansprechende Versorgung Rechnung getragen.

Die neuen Bestimmungen sehen vor, dass bei Versicherten, die das 14., noch nicht aber das 21. Lebensjahr vollendet haben, nun auch der adhäsive Ersatz von zwei nebeneinander fehlenden Schneidezähnen möglich ist. Hierbei können – je nach individuellem Befund – zwei einflügelige Adhäsivbrücken mit je einem Brückenglied oder auch eine zweiflügelige Adhäsivbrücke mit zwei Brückengliedern eingesetzt werden.

Hintergrund – Adhäsivbrücken

Adhäsivbrücken sind festsitzender Zahnersatz, bei dem ein Brückenglied mit einem Klebeflügel an der Schmelzoberfläche der benachbarten Pfeilerzähne adhäsiv (= haftend, ohne mit der Klebefläche zu verschmelzen) verankert wird. Die Brücken dienen dem Ersatz fehlender Schneidezähne. Benachbarte Zähne müssen dafür ausreichend intakten Zahnschmelz aufweisen und dürfen nur kleine Defekte haben. Der besondere Vorteil einer solchen Versorgung ist die Schonung der Zahnhartsubstanz, da die Zähne nur geringfügig beschliffen werden müssen. Der Einsatz von einflügeligen Adhäsivbrücken ist auch möglich, wenn sich der Kiefer noch im Wachstum befindet. Besonders bei jüngeren Patientinnen und Patienten kann eine solche Versorgung daher von Vorteil sein.

Pressmitteilung der KZBV vom 29. Juni 2016

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Hohe Gesundheitsrisiken bei Parodontitis

Foto: © Paul-Georg Meister / pixelio.de

Mehrere aktuelle Studien weisen einen Zusammenhang von Parodontitis und dem Entstehen von Speiseröhrenkrebs und sogar Brustkrebs nach. Außerdem erhöht eine Parodontitis die Sterblichkeitsrate bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz.

In der Zeitschrift Infectious Agents and Cancer haben Forscher aus den USA und China bei einer Untersuchung von 100 Patienten mit Speiseröhrenkrebs und 30 gesunden Menschen bei 61 Prozent der von den Krebspatienten entnommenen Gewebeproben das Bakterium Porphyromonas gingivalis nachgewiesen. Die Gewebeproben der Probanden ohne Krebserkrankung enthielten diesen Keim dagegen nicht. Zwar sind die genauen Zusammenhänge zwischen Porphyromonas gingivalis und dieser Krebsart noch unbekannt. Die Forschungen könnten sich jedoch als ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Bekämpfung von Speiseröhrenkrebs erweisen, der besonders im Frühstadium nur schwer erkennbar ist und sehr schnell streut.

Im Journal Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention wurden außerdem die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und dem Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, nachweist. US-amerikanische Wissenschaftler der Universität von Buffalo werteten die Daten von 73.737 Teilnehmerinnen an der Women‘s Health Initiative Observational Study aus, die sich alle in der Postmenopause befanden und noch nicht an Brustkrebs erkrankt waren. 26,1 Prozent von ihnen, also mehr als ein Viertel der Frauen, wies eine Parodontitis auf. Nach 6,7 Jahren waren viele der an Parodontitis erkrankten Frauchen auch an Brustkrebs erkrankt. Gegenüber einem 14-prozentigen Gesamtrisiko für diese Erkrankung war das Risiko bei Frauen mit einer Parodontitis, die nicht rauchten, um 6 Prozent erhöht. Bei Raucherinnen mit Parodontitis war die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, sogar um 36 Prozent höher. Der Verdacht liegt nahe, dass durch die Entzündung im Mundbereich Bakterien leichter in den Kreislauf gelangen und das Brustgewebe befallen können.

Auch für Menschen mit einer chronischen Niereninsuffizienz (CKD) bedeutet eine Parodontitis eine große Gefahr. In einem Artikel im Journal of Clinical Periodontology ist zu lesen, dass CKD-Patienten mit Parodontitis eine höhere Sterblichkeitsrate aufweisen als CKD-Patienten mit guter Mundgesundheit. Britische Wissenschaftler der University of Birmingham ermittelten auf Grundlage einer nationalen Gesundheitsumfrage unter rund 14.000 US-Amerikanern bei CKD-Patienten mit Parodontitis nach 10 Jahren eine Sterblichkeitsrate von 41 Prozent, während die Rate bei den CKD-Patienten ohne Parodontitis nach Ablauf dieses Zeitraums bei 32 Prozent lag.

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gemalto-Kartenterminal: Austausch erforderlich

Bildnachweis siehe unten

Im Laufe dieses Jahres werden die Krankenkassen elektronische Gesundheitskarten (eGK) der Generation 2 (G2) herausgeben. Diese Gesundheitskarten können vom stationären Kartenterminal GCR 5500-D der Firma gemalto GmbH nicht gelesen werden.

Nach Auskunft der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) sind etwa 5.000 Kartenterminals bundesweit in den Praxen im Einsatz und müssen nun ausgetauscht werden. Bei der Anschaffung eines neuen Gerätes werden die betroffenen Praxen finanziell in Form einer Pauschale in Höhe von 58,89 € für ein multifunktionales Kartenterminal (MKT+) unterstützt. Das MKT+ Kartenterminal kann bis zum Start der Telematikinfrastruktur genutzt werden, danach wird ein onlinefähiges Kartenterminal benötigt.

Diese Finanzierungslösung wurde zwischen KZBV, KBV, DKG und dem GKV-Spitzenverband festgelegt. Die Kassen zahlen die Pauschale für maximal 5.000 stationäre Kartenterminals. Die gematik hat auf ihrer Internetseite (gematik.de) weitere Informationen bereitgestellt. Durch folgenden Link gelangen Sie zu der entsprechenden Informationsseite der geamtik:
gematik-Informationsseite.

Bitte benutzen Sie das Formular der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), welches auf dieser Informationsseite unter dem Punkt Anträge an dritter Stelle steht, und senden es an die angegebenen Kontaktadressen.

Zahnärzte tragen dort u. a. die Seriennummer des von Ihnen verwendeten stationären Kartenterminals ein und bestätigen so die Berechtigung des Erhalts der Pauschale. Das ausgefüllte Formular senden sie anschließend an die angegebenen Kontaktadressen. Anträge auf Auszahlung der Pauschale können längstens bis zum 31. Juli 2016 eingereicht werden. Wird die Höchstzahl von 5.000 Erstattungen vorher erreicht sein, ist keine weitere Auszahlung mehr möglich.

Die Auszahlung der Pauschale erfolgt durch die KZV. Die KZV erhält von der gematik eine Liste der berechtigten Zahnärzte sowie den Gesamtbetrag der weiterzuleitenden Pauschalen.

Ihre
Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

Bildnachweis: By Lumu [Public domain or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons, erstellt nach einer Vorlage des Bundesministeriums für Gesundheit

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Mehr Beschäftigte im NRW-Gesundheitswesen

Foto: proDente

Die Zahlen des statistischen Landesamts belegen, dass 2014 mit über 1,1 Millionen Menschen 1,8 Prozent mehr Beschäftigte im Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen waren als im Vorjahr. Von den Beschäftigungsverhältnissen im ambulanten Bereich entfielen 222 200 allein auf Arzt- oder Zahnarztpraxen.

Wie der „Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen“ (IT.NRW) in seiner Funktion als statistisches Landesamt für Nordrhein-Westfalen mitteilt, arbeiteten im Jahr 2014 460 500 Beschäftigte in ambulanten und 416 700 Beschäftigte in stationären oder teilstationären Einrichtungen. Im ambulanten Bereich war fast die Hälfte (222 200) aller Beschäftigungsverhältnisse in Arzt- oder Zahnarztpraxen zu verzeichnen. 148 700 Beschäftigte arbeiteten im Bereich stationäre oder teilstationäre Pflege (z. B. Altenpflegeheime). Auf die Krankenhäuser entfiel fast ein Viertel der Beschäftigungsverhältnisse im NRW-Gesundheitswesen (22,7 Prozent). Schlusslicht war der Bereich Gesundheitsschutz mit 0,8 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse. Zur Erfassung der Beschäftigungsverhältnisse wurden Personen mit mehreren Arbeitsverhältnissen in unterschiedlichen Einrichtungen auch mehrfach gezählt.

Diese und weitere für das NRW-Gesundheitswesen relevante Zahlen
(z. B. zur Höhe der Gesundheitsausgaben) lassen sich auf den Seiten von Information und Technik Nordrhein-Westfalen anschauen und kostenlos downloaden.

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Schlaganfallrisiko durch Karies

Bild: © Rike / pixelio.de

Von Karies- und Parodontits-Bakterien gehen bekannterweise große Risiken auch für die Allgemeingesundheit aus. Japanische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass eine bestimmte Variante des Karieserregers Streptococcus mutans die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, deutlich erhöht: Der Keim kann vorgeschädigte Blutgefäße im Gehirn zum Platzen bringen.

Tierexperimente hatten bereits einen Zusammenhang zwischen einer speziellen genetischen Variante des Streptococcus mutans, die das kollagenbindende Protein Cnm produziert, und intrazerebrale Mikroblutungen nachweisen können, wenn dieser Keim über den Blutkreislauf bis in das Gehirn gelangt. Wissenschaftler nehmen an, dass das Protein Cnm an den Wänden von Blutgefäßen im Gehirn Entzündungen verursacht und sie auf diese Weise schwächt. So werden sogenannten kleine Gefäßerkrankungen (SVD/small vessel diseases) im Gehirn hervorgerufen in Form von Mikroblutungen, lacunären Infarkten und White Matter Lesions (WML).

Trotz bestimmter Risikofaktoren für Mikroblutungen wie langjährige Hypertonie, fortgeschrittenes Alter, männliches Geschlecht und chronische Nierenkrankheiten können auch Menschen betroffen sein, die diese Faktoren nicht aufweisen. Eine im Wissenschaftsmagazin Scientific Reports veröffentlichte Studie Studie japanischer Wissenschaftler konnte jetzt nachweisen, dass auch das Auftreten des Cnm-positiven Streptococcus mutans in der Mundhöhle häufig im Zusammenhang mit Mikroblutungen im Gehirn steht.

Dass parodontale Infektionen das Risiko für Schlaganfälle deutlich erhöhen, ist der Wissenschaft bereits seit Längerem bekannt. Bei der Untersuchung von 99 akuten Schlaganfallpatienten (63 männliche, 36 weibliche Probanden) in einem durchschnittlichen von Alter 70 Jahren konnten bei 51 dieser Patienten die besagte Streptococcus-Mutans-Variante in der Mundhöhle nachgeweisen werden. Von den Patienten mit hämorrhagischem Schlaganfall hatten 22 Prozent die Cnm-positiven Mikroben im Speichel, bei den anderen Patienten waren es nur sechs Prozent. Kernspintomografie-Untersuchungen zeigten außerdem, dass bei Probanden mit Cnm-positiven Streptokokken deutlich mehr kleinere Hirnblutungen vorhanden waren als bei den übrigen Studienteilnehmern. Die japanischen Forscher zogen daraus den Schluss, dass die Bakterien gerade solche Blutgefäße zum Platzen bringen, die durch hohen Blutdruck vorgeschädigt sind.

Die japanische Studie hat damit wieder einmal von Neuem bewiesen, wie fundamental der Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und Allgemeingesundheit ist und welch zentrale Bedeutung der Zahn- und Mundhygiene zur Vermeidung von Infektionen im Mundbereich zukommt.

Tonomura, S. et al. Intracerebral hemorrhage and deep microbleeds associated with cnm-positive Streptococcus mutans; a hospital cohort study. Scientific Reports 6, 20074; doi: 10.1038/srep20074 (2016)

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Prüfpflicht für Arztbewertungsportale

Bild: © Thorben Wengert / pixelio.de

Nach der Klage eines Zahnarztes hat der BGH in einem Grundsatzurteil entschieden, dass ein Portalbetreiber für abgegebene Bewertungen haftet, wenn er zumutbare Prüfpflichten verletzt. Die Prüfpflicht richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. Bei dem vor dem BGH anhängigen Rechtsstreit hatte der Zahnarzt eine negative Bewertung erhalten und daraufhin einen Nachweis verlangt, dass der Patient tatsächlich in seiner Praxis gewesen sei.

Der Bundesgerichtshof (BGH) verwies das Verfahren zurück an die Vorinstanz zu Neuverhandlung (Az.: VI ZR 34/15). Vor dem Hintergrund der Entscheidung des BGH vom 1. März 2016 zu Arzt- und Zahnarztbewertungsportalen im Internet raten Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundezahnärztekammer (BZÄK) Nutzern zu einem ebenso kritischen wie verantwortungsvollen Umgang mit entsprechenden Online-Plattformen.

Portale können Behandlungsqualität im klinischen Sinne nicht widerspiegeln

Für eine qualitativ hochwertige zahnärztliche Versorgung sind gut informierte Patientinnen und Patienten eine wichtige Voraussetzung. Das Internet kann in bestimmten Fällen durchaus nützlich sein, eine geeignete Zahnärztin oder einen Zahnarzt zu finden. Bewertungsportale können demnach für eine erste, oberflächliche Orientierung hilfreich sein.

Nutzer sollten allerdings nicht zu viel von solchen Plattformen erwarten, denn diese können lediglich subjektive Erfahrungen und Eindrücke von anderen Patienten abbilden und nach den jeweiligen Kriterien des Betreibers bewerten. Die tatsächliche und letztlich entscheidende Behandlungsqualität im klinischen Sinne können Bewertungsportale in der Regel nicht widerspiegeln. Auch die persönliche und häufig langjährige Vertrauensbeziehung zwischen Patient und Behandler kann durch einen Online-Abgleich in keiner Weise ersetzt werden.

Wichtig ist, dass Bewertungsportale gewisse Qualitätsstandards erfüllen. KZBV und BZÄK haben daher für Nutzer und Anbieter den Leitfaden „Gute Praxis Zahnarztbewertungsportale“ erstellt. Die Qualitätskriterien des Leitfadens beziehen sich auf rechtliche, inhaltliche und technische Aspekte. Ebenso wichtig sind Verständlichkeit, Transparenz und die Pflichten des Herausgebers.

KZBV und BZÄK, Gemeinsame Presseerklärung vom 1. März 2016

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Mundgesund auch in der häuslichen Pflege

KZBV, BZÄK, BAGFW, bpa

Ältere, pflegebedürftige Patienten und Menschen mit einem Handicap sind häufig nicht mehr in der Lage, eine regelmäßige Zahnpflege eigenständig durchzuführen. KZBV und BZÄK haben daher zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (BAGFW) und dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) ein Faltblatt herausgegeben, mit dem Zahnarztpraxen und ambulante Pflegedienste ab sofort über zahnärztliche Versorgungsangebote in der häuslichen Pflege zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) informieren können.

Dass eine gute Mundgesundheit auch wichtig ist für den sonstigen Gesundheitszustand des Körpers, ist in der Wissenschaft mittlerweile anerkannt. Ältere, pflegebedürftige Patienten und Menschen mit einem Handicap sind jedoch oft zu einer eigenständigen regelmäßigen Zahnpflege nicht mehr in der Lage. Die Zahl der zahnärztlichen Besuche in der aufsuchenden Betreuung für diese Patientengruppe steigt daher immer mehr an.

Mit der Einführung zusätzlicher GKV-Leistungen für die aufsuchende zahnärztliche Betreuung hat der Gesetzgeber auf Betreiben der Zahnärzteschaft dieser Entwicklung Rechnung getragen. Jetzt gilt es, Betroffene und Angehörige darüber umfassend aufzuklären, welche zahnärztlichen Leistungen auch zu Hause in Anspruch genommen werden können, um die Mundgesundheit dieser besonders schutzbedürftigen Patientengruppe dauerhaft zu verbessern.

Betroffene, Angehörige und Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste erhalten mit dem neuen Flyer „Vorsorge ist unser Anliegen – Zahnärztliche Betreuung zu Hause für Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung“ einen leicht verständlichen Überblick über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bei der aufsuchenden zahnmedizinischen Betreuung zu Hause und dem Transport in eine Zahnarztpraxis im Falle aufwendigerer Behandlungen. Genauere Informationen können darüber hinaus bei den angegebenen Kontaktadressen abgerufen werden.

Bei der aufsuchenden zahnmedizinischen Betreuung führt der Zahnarzt zunächst eine umfassende Eingangsuntersuchung durch, passt bei Bedarf Prothesen an, entfernt Zahnbeläge und informiert pflegende Angehörige und Pflegepersonal über die Handhabung von Zahnersatz.

Bezugsmöglichkeiten für das neue Faltblatt

Das neue Faltblatt „Vorsorge ist unser Anliegen – Zahnärztliche Betreuung zu Hause für Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung“ steht ab sofort auf den Websites von KZBV, BZÄK, BAGFW und bpa zum kostenlosen Download bereit.

Interessierte Zahnarztpraxen können über die Website der KZBV zudem kostenlose Exemplare für die Auslage im Wartezimmer bestellen. Die Abgabe erfolgt im Set zu je 25 Stück. Pflegedienste informieren sich über Bezugsquellen unter www.bagfw.de/veröffentlichungen/publikationen oder bei der jeweiligen bpa-Landesgeschäftsstelle. Bestellungen von Pflegediensten können zudem kostenlos über eine eigens dafür eingerichtete Datenbank der KZBV aufgegeben werden.

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KZBV- und BzgA-Initiative zur Organspende

Plakat: KZBV, BZgA

Unter dem Motto „Organspende – Ihre Zahnärzte informieren, Sie entscheiden!“ sind KZBV und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) eine Kooperation zur Patienteninformation eingegangen. Ziel ist die Aufklärung und Sensibilisierung von Patientinnen und Patienten zum Thema „Organ- und Gewebespende“ über die Zahnarztpraxen.

Da in der Regel ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Zahnarzt und Patient besteht, können Zahnärztinnen und Zahnärzte besonders wirkungsvoll über die Möglichkeit einer Organ- und Gewebespende informieren. KZBV und BzgA rufen daher alle Zahnärztinnen und Zahnärzte dazu auf, sich als Multiplikatoren und Ansprechpartner für diese Kampagne zu engagieren und gemeinsam mit den Trägern der Organspende in möglichst vielen Praxen zur Aufklärung der Patienten beizutragen. Auf diese Weise soll das Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende gestärkt und mehr Menschen dazu bewegt werden, ihre individuelle Entscheidung über ihre Spenderbereitschaft zu treffen.

Allein im vergangen Jahr wurde durch eine Organspende fast 4.000 Menschen die Chance auf ein neues Leben geschenkt, wie die BzgA betont. Etwa 11.000 Patienten stehen aber noch auf der Warteliste. Grundsätzlich ist die Einstellung der meisten Menschen in unserem Land zu dem Thema positiv, wie eine aktuelle Studie zeigt. Aber noch immer sind zu viele verunsichert oder nicht ausreichend über die Entscheidungslösung hinsichtlich einer Organspende informiert und haben deshalb noch keine Entscheidung getroffen. Über die Zahnarztpraxen können viele Menschen erreicht und für das Thema Organspende sensibilisiert werden.

Dafür stellt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) den Zahnärztinnen und Zahnärzten eine kostenlose Basisausstattung zur Verfügung. Ansichtsexemplare wurden allen nordrheinischen Zahnarztpraxen bereits mit dem Informationsdienst ID 1-2016 zugeschickt. Sollten Sie weitere Exemplare benötigen, wenden Sie sich bitte an Ihre KZV Nordrhein.

Weitere Informationen zum Thema, ein Praxisplakat für das Wartezimmer in zwei verschiedenen Größen sowie ein E-Mail-Footer für die Signatur der elektronischen Praxiskorrespondenz sind auf der Website der KZBV zu finden. Hier besteht auch die Möglichkeit, den Organspendeausweis online auszufüllen und auszudrucken.

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Qualitätsförderung

BZÄK/KZBV:
Agenda
Qualitätsförderung

Mit dieser Agenda legen BZÄK und KZBV ihre überarbeiteten Positionen zur Qualitätsförderung in der Zahnmedizin in Anknüpfung an die gemeinsame Agenda Qualitätsförderung aus dem Jahr 2004 vor, zeigen Perspektiven für die Weiterentwicklung durch den Berufsstand und Forderungen an die Gesundheitspolitik für die kommenden Jahre auf.

Die Ziele, Grundsätze und Handlungsempfehlungen der Agenda beziehen sich sowohl auf die Patienten als auch auf die in der zahnmedizinischen Versorgung tätigen Zahnärzte und Beschäftigten. Leitbild ist eine Beziehung zwischen Zahnarzt und Patient, die von Vertrauen geprägt ist. Mehr dazu auf den Internetseiten der BZAEK und der KZBV.

Download
Agenda Qualitätsförderung (PDF)

Frühkindliche Kariesprävention

BZÄK-/KZBV-
Versorgungs-
konzept
„Frühkindliche Karies
vermeiden“

BZÄK und KZBV haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ) und dem Deutschen Hebammenverband (DHV) sowie unter der wissenschaftlichen Begleitung der Universität Greifswald ein Konzeptpapier zur frühkindlichen Kariesprävention unter dem Titel „Frühkindliche Karies vermeiden“ entwickelt, das Sie im Internet als PDF-Datei einsehen und herunterladen können.

Alters- und Behindertenzahnheilkunde

BZÄK-/KZBV-
Versorgungs-
konzept „Mundgesund
trotz Handicap und
hohem Alter“


In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) und der Arbeitsgemeinschaft für Behindertenbehandlung im Bundesverband Deutscher Oralchirurgen (BDO) entstand unter dem Titel „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“ ein Konzept, mit dem die Herausforderungen an die zahnmedizinische Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen angegangen werden können. Das Konzeptpapier kann im Internet als PDF-Datei eingesehen und heruntergeladen werden.