Genetischer Code von Gingivitis geknackt
Mehr als 9.000 Gene beteiligt

- Foto: Dr. Uwe Neddermeyer
Die Entstehung und Heilung von Gingivitis (Zahnfleischentzündung), eine Erkrankung, die ca. 80 Prozent der deutschen Bevölkerung betrifft, ist in Hinsicht auf ihre genetischen Ursachen anscheinend sehr viel komplizierter, als bislang vermutet wurde. So sind fast 30 Prozent der bekannten menschlichen Gene an den biologischen Prozessen zur Steuerung der Körperreaktionen während des Verlaufs einer Gingivitis beteiligt.
Denn Forschungen, die von der Universität von North Carolina (UNC), USA, durchgeführt worden sind, haben ergeben, dass sich mehr als 9.000 Gene – fast 30 Prozent der bekannten menschlichen Gene – während der Entstehung und des Heilungsprozesses bei Gingivitis in unterschiedlicher Weise ausprägen. Man hat festgestellt, dass die biologischen Prozesse zur Steuerung der Körperreaktion auf die Plaquebildung an Zähnen die gleichen sind wie bei der Aktivierung des Immunsystems. Darüber hinaus schließen weitere Wege der Gen-Ausprägung, die während des Plaquewachstums aktiviert werden, noch jene ein, die bei der Wundheilung, bei Nervenprozessen und beim Hautzellenumsatz beteiligt sind.
Die Untersuchung, deren Ergebnisse im Journal of Periodontology veröffentlicht worden sind, ist die erste, die erfolgreich die Gen-Ausprägung und die biologischen Abläufe identifiziert, die beim Einsetzen und beim Heilungsprozess von Gingivitis beteiligt sind.

