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Mundgesundheit und Ernährung bei Senioren

Verbindung zwischen schlechter Mundgesundheit und Mangelernährung

Foto: © Jerzy_Sawluk / Pixelio

Eine Pilotstudie der Universität Witten/Herdecke hat den Zusammenhang von Mundgesundheit und Ernährungslage bei Bewohnern von Senioreneinrichtungen untersucht.

Die Studie zeigt: Wenn Bewohner von Altenheimen Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch haben, dann haben sie auch eher Probleme mit der Ernährung.

Mediziner, Zahnärzte und Pflegewissenschaftler der Universität Witten/ Herdecke sehen nach einer ersten Pilotstudie in drei Wittener Altenheimen eine Verbindung zwischen schlechter Mundgesundheit und Mangelernährung: Wenn Bewohner von Altenheimen Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch haben, dann haben sie auch eher Probleme mit der Ernährung. Diesen Zusammenhang hat die Forschergruppe „Gesund altern in Witten“ zum ersten Mal empirisch für Deutschland erhoben.

Ziel der Forschung am interdisziplinären Zentrum für Versorgungsforschung ist es, Instrumente zu entwickeln und in der Praxis zu testen, die den Mundgesundheits- und Ernährungszustand einschätzen, sowie daraus ein Schulungsprogramm abzuleiten. „Wir wissen, dass Menschen in Altenheimen von Mangelernährung bedroht sind. Wir wissen aber nur zu Teilen, was wir tun müssen, um die Gefahr zu beseitigen“, beschreiben die Forscher die Ausgangslage der Studie.

Daher haben die Wissenschaftler in drei Wittener Altenheimen untersucht, wie es im Mund der Bewohner aussieht. „Wir haben z. B. den Zustand der Mundhöhle, der Zähne sowie die prothetische Versorgung und den Ernährungszustand erhoben. Aber auch die beeinflussenden Faktoren in der Zusammenarbeit der Pflegenden und der Zahnmediziner, denn nicht immer ist es einfach, eine zahnmedizinische Behandlung in einer stationären Altenpflegeeinrichtung zu gewährleisten“, beschreiben die Zahnmediziner der Studie die Bestandsaufnahme. Sodann wurden die Pflegenden für das Thema Mundgesundheit sensibilisiert und die aktuellsten Forschungsergebnisse diskutiert: Wie können Pflegende bei der Zahnreinigung und Mundhygiene unterstützt werden? Denn eines hat die Studie klar ergeben: „Wer passierte Kost, also Brei, bekommt, der hat oft auch Probleme mit der ausreichenden Kalorienversorgung und meist eine eingeschränkte Mundgesundheit. Wir können aber noch nichts zu den Ursachen sagen, solange wir die Studie nicht auf eine größere Basis stellen können“, so die vorläufige Bilanz der Forschergruppe. „Ob die Schulung der Pflegenden etwas bringt oder nicht, kann man mit so einer kleinen Zahl von Fällen nicht sagen. Aber unsere Vermutung geht in die Richtung, dass mehr Wissen um die Mundgesundheit und eine verbesserte Kooperation von Pflegenden und Zahnmedizinern eine verbesserte Ernährungssituation für die Bewohnerinnen und Bewohner mit sich bringt.“

Universität Witten/Herdecke