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Gen steuert Produktion von Zahnschmelz

Fortschritte bei der Zahnrestauration erwartet

Foto: © Dieter Schütz / Pixelio

Wissenschaftler haben jetzt das Gen identifiziert, welches die Produktion von Zahnschmelz steuert.

Dies ist ein wesentlicher Fortschritt, der in den Augen der Wissenschaftler in der Zukunft zur Wiederherstellung beschädigten Zahnschmelzes führen wird. Die Entdeckung könnte in diesem Fall zu einem neuen Konzept der Kariesprävention, Restauration und sogar der Produktion von Zahnersatz führen.

Von dem Gen Ctip2 war bereits bekannt, dass es Funktionen im Zusammenhang mit der Immunreaktion sowie der Bildung von Haut und dem Nervensystem erfüllt. Wissenschafter am College of Pharmacy der Oregon State University erweitern diese Liste nun auch um die Entwicklung von Zahnschmelz. "Es ist ungewöhnlich für ein Gen, mehrere Funktionen zu haben. Doch zuvor wussten wir nicht, was die Produktion von Zahnschmelz regulierte", sagt eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschergruppe. Das Gen stellt einen sogenannten Transkriptionsfaktor dar, von dem jetzt bekannt ist, dass er die Entstehung und Reifung von Ameloblasten kontrolliert, den Zellen, die den Zahnschmelz bilden.

Für die Studie nutzten die Wissenschaftler Labormäuse, in denen das Gen ausgeschaltet war und die daher ein spezifisches Protein nicht ausbilden konnten. Die Mäuse entwickelten auf diese Weise nur rudimentär angelegte Zähne, denen eine maßgebende Schmelzschicht fehlte, wodurch sie keinerlei Funktionsfähigkeit besaßen. Zahnschmelz ist eines der härtesten Beschichtungsmaterialien, die in der Natur vorkommen. Mit dem Verständnis der genetischen Untermauerung könnte es in den Augen der Wissenschaftler möglich werden, Zahnstammzellen zu nutzen, um das Wachstum von neuem Zahnschmelz zu stimulieren. Einige Forschergruppen hatten bereits Erfolg damit, die inneren Teile des Zahns im Tierversuch zu züchten. Doch diese Zähne hatten bislang keine harte Beschichtung, da den Wissenschaftlern das genetische Material fehlte, welches Zahnschmelz produziert.

Um die Erkenntnisse eines Tages auf eine Anwendung beim Menschen zu übertragen, ist jedoch noch viel Arbeit nötig. Dann aber könnte es, so die Forscher, zu einem völlig neuen Ansatz in der Zahnmedizin kommen.

zwp-online