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Aktuelle Information der gematik zur Umstellung der TI-Verschlüsselungsalgorithmen

Bis zum 31. Dezember 2025 müssen Verschlüsselungsalgorithmen in der Telematikinfrastruktur (TI) umgestellt werden. Aufgrund des verbleibenden Zeitraums von wenigen Wochen im Zusammenspiel mit der Anzahl an noch zu tauschenden Karten und Konnektoren empfiehlt die gematik Nutzerinnen und Nutzern, sich umgehend an ihre IT-Anbieter zu wenden und zu prüfen, ob Heilberufsausweise, Institutionskarten oder der Konnektor getauscht werden müssen.
Von gematik
Erstellt am 20.10.2025
Ein Sicherheitsschloss inmitten elektronischer Datenströme. © emil – stock.adobe.com

gematik überwacht Umstellung engmaschig 

Die Umstellung der Verschlüsselungsalgorithmen (kryptografischen Verfahren) aufgrund europarechtlicher Vorgaben erfolgt vom sogenannten RSA- auf den ECC-, also vom Rivest-Shamir-Adleman- auf den Elliptic Curve Cryptography-Verschlüsselungsalgorithmus.  Unter anderem Konnektoren, Heilberufsausweise (eHBA), Institutionskarten (SMC-B) sowie Primärsysteme und KIM-Clientmodule müssen bis zum Jahresende vollständig das neue kryptografische Verfahren anwenden können. Aufgrund des verbleibenden Zeitraums von wenigen Wochen im Zusammenspiel mit der Anzahl an noch zu tauschenden Karten und Konnektoren sind längere Bearbeitungszeiten und Lieferengpässe bei den Anbietern und Industriepartnern nicht auszuschließen. Die gematik empfiehlt Nutzerinnen und Nutzern daher, sich umgehend an ihre IT-Anbieter zu wenden und zu prüfen, ob Heilberufsausweise, Institutionskarten oder der Konnektor getauscht werden müssen. 

Sofern ein Austausch notwendig ist, ist eine kurzfristige Beantragung über die jeweiligen Anbieter empfehlenswert. So sollten insbesondere neue eHBA idealerweise den Nutzerinnen und Nutzern spätestens am 1. Dezember 2025 zur Verfügung stehen, um die Umstellung und einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen. Sollte diese Zeitschiene durch die Anbieter nicht eingehalten werden können, sollten Betroffene die vertraglichen und zivilrechtlichen Handlungsoptionen (u. a. Haftungsansprüche gegen den Anbieter) und gegebenenfalls den Wechsel zu einem alternativen Anbieter prüfen. 

Die gematik überwacht engmaschig die Umstellung der einzelnen TI-Komponenten bei allen Anbietern sowie die Entwicklungen bei den beteiligten Industrieunternehmen und behält sich vor, bei mangelnden Fortschritten oder falls getroffene Zusagen nicht eingehalten werden, entsprechende Maßnahmen gegenüber den Anbietern zu ergreifen. In verschiedenen Medien wurde vor Kurzem von Lieferschwierigkeiten bei medisign GmbH berichtet, insbesondere bezüglich des eHBA. Die gematik prüft gegenwärtig etwaige Maßnahmen gegenüber dem Anbieter und befindet sich hierzu in einem verwaltungsrechtlichen Anhörungsverfahren mit der medisign GmbH. Bei belastbaren Anzeichen, dass ein fristgerechter Kartentausch nicht sichergestellt werden kann, wird die gematik entsprechende Maßnahmen ergreifen.

   

Umstellung der Verschlüsselungsalgorithmen

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