Forschung & Umfragen

DAK-Gesundheitsmonitor 2026: Zufriedenheit mit Gesundheitssystem sinkt

Eine Allensbach-Umfrage im Auftrag der DAK zeigt, dass die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Gesundheitssystem deutlich zurückgegangen ist. Zwar sind zwei Drittel der Deutschen von der Notwendigkeit einer umfassenden Gesundheitsreform überzeugt. Die im aktuellen Gesetzentwurf zur Stabilisierung der GKV-Beitragssätze vorgesehenen höheren Belastungen und Leistungskürzungen für Versicherte werden jedoch klar abgelehnt.
Von Susanne Krieger
Erstellt am 22.06.2026
Quelle: DAK | zwp-online.info
Eine menschliche Hand zeigt auf fünf aus weißem Papier herausgeschnittene Emojis mit „Gesicht“, die unterschiedliche Grade der Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit verdeutlichen und sich auf einem mittelblauen Hintergrund aneinanderreihen. © Pixel-Shot – stock.adobe.com

Grundsätzliche Zustimmung zum Solidarprinzip

Das renommierte Meinungsforschungsinstitut Allensbach hat im Auftrag der DAK-Gesundheit für den aktuellen „DAK-Gesundheitsmonitor 2026“ vom 18. bis 30. April 2026 eine repräsentative Umfrage zur Zufriedenheit der Deutschen mit der Gesundheitsversorgung durchgeführt. Insgesamt wurden 1.015 Menschen ab 16 Jahre mündlich interviewt. Die Ergebnisse wurden zudem mit den vorausgegangenen DAK-Umfragen der letzten 20 Jahre verglichen.

Grundsätzlich trifft das Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenkassen in der deutschen Bevölkerung auf große Zustimmung. So stehen 74 Prozent der Menschen hierzulande diesem Modell der Gesundheitsversorgung uneingeschränkt positiv gegenüber. Lediglich 9 Prozent haben diesbezüglich Vorbehalte. Aktuell befürchten die Deutschen jedoch eine anhaltende Verschlechterung der Versorgung bei gleichzeitigem Anstieg der Krankenkassenbeiträge. Auch wenn zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger – im Vergleich zu 41 Prozent noch vor zehn Jahren – von der Erforderlichkeit einer umfassenden Reform des Gesundheitssystems überzeugt sind, treffen die im Rahmen der aktuell geplanten GKV-Reform vorgesehenen höheren Belastungen und Leistungskürzungen für Versicherte auf eine breite Ablehnung. Das gilt vor allem für Kürzungen bei Zuschüssen zum Zahnersatz, gegen die sich 74 Prozent aussprechen, die Reduzierung der Hautkrebsvorsorge, der 67 Prozent ihre Zustimmung versagen, und auch für die von 65 Prozent abgelehnte Kürzung des Krankengeldes. Die teilweise Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern ist für etwas mehr als die Hälfte der Deutschen ebenfalls keine sinnvolle Maßnahme zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge.

Kritik an Gesundheitspolitik der Bundesregierung wächst

Wie sich aus diesen Prozentzahlen schon ablesen lässt, kommt die Gesundheitspolitik der derzeitigen Bundesregierung bei vielen Menschen in Deutschland nicht gut an. Das trifft mit 61 Prozent auf deutlich mehr als die Hälfte der Bevölkerung zu. Seit 2009 hat damit keine Regierung weniger Zustimmung zu ihren Reformvorhaben im Gesundheitssektor erhalten. Noch alarmierender ist, dass fast 70 Prozent nicht davon ausgehen, dass die geplante GKV-Reform tatsächlich zu einer Stabilisierung der Beitragssätze führt – gegenüber lediglich 10 Prozent, die sich das von dem Reformvorhaben von Bundes­gesund­heits­ministerin Warken erhoffen. Mehrheitlich positiv bewerten die Bürgerinnen und Bürger dagegen die Absicht der Bundes­regie­rung, eine sogenannte Zuckersteuer für gesüßte Getränke einzuführen sowie künftig höhere Steuern für Tabak und Alkohol zu erheben. Auch höhere Rabatte seitens der Pharmahersteller für Medikamente finden eine breite Zustimmung.

Persönliche Erfahrung einer schlechteren Versorgung

Jeder Dritte hat in den vergangenen zwei oder drei Jahren die Erfahrung gemacht, dass es um die ärztliche Versorgung schlechter steht, als es früher der Fall war. Am häufigsten werden hier mit 72 Prozent lange Wartezeiten für einen Arzttermin beklagt. Mit 33 Prozent hat außerdem nur noch ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger Vertrauen in die Effizienz und Leistungs­fähig­keit der stationären Versorgung, während 2022 noch 43 Prozent von einer uneingeschränkt guten Versor­gungs­lage in Kranken­häusern überzeugt waren.

Generelle Abnahme der Versorgungszufriedenheit

Der Vergleich mit den Ergebnissen früherer DAK-Meinungsanalysen führt deutlich vor Augen, dass die Zufriedenheit der Menschen mit der Gesundheitsversorgung in Deutschland kontinuierlich abnimmt. So lagen in den Jahren 2012 bis 2022 die Zustimmungswerte zum deutschen Gesundheitssystem bei jeder Umfrage noch bei über 80 Prozent. Das Jahr 2026 verzeichnet demgegenüber ein Zustimmungstief – mit 62 Prozent erreicht die Quote der Bürgerinnen und Bürger, die das Gesund­heits­system positiv bewerten, den niedrigsten Wert seit 15 Jahren. Die Abnahme der allgemeinen Zufriedenheit spiegelt sich auch darin wider, dass gegenüber 11 Prozent an negativen Bewertungen im Jahr 2020 es aktuell 35 Prozent und damit mehr als dreimal so viele Menschen sind, die die medizinische Versorgung hierzulande mit Skepsis betrachten.

   

DAK-Gesundheitsmonitor 2026

Repräsentative Befragung zur deutschen Gesundheitsversorgung

Hier geht es zu den Ergebnissen der Umfrage zur Versorgungszufriedenheit und Reformbedarfe im deutschen Gesundheitswesen (DAK-Gesundheitsmonitor 2026).