Besondere Strukturen der Zähne und des Zahnhalteapparats
Das haben Forscher der japanischen Tsurumi-Universität herausgefunden. Delfine besitzen demnach ein hochkomplexes System zum Empfang von Schallwellen. Damit sind die Zähne von Delfinen ähnlich sensibel für Berührungsreize wie die Schnurrhaare von Katzen. Für die aktuelle Studie nahm das Forscherteam Delfinzähne mitsamt dem umliegenden Zahnhalteapparat ganz genau unter die Lupe. Es ließen sich spezielle Strukturen erkennen, die sonst nirgends bei Säugetieren auftreten. Demnach zeichnen sich die Alveolarknochen der Tiere durch eine besondere Schwammigkeit aus, gleichzeitig sorgen weite Zahnfächer für eine große Beweglichkeit der Zähne, die mit dicken Nervenbündeln verbunden sind. Diese morphologische Ausstattung ermöglicht die Wahrnehmung von Unterwasser-Schallwellen und eine schnelle Übertragung der empfangenen Reize an das Gehirn der Tiere.
Bereits vor 15 Jahren hatten Wissenschaftler die These aufgestellt, dass das Gebiss von Delfinen Sonarsignale wahrnimmt. Inzwischen beobachten Forscher aus aller Welt die Auswirkungen von Sonarsignalen auf Delfine sehr akribisch. So konnte bereits nachgewiesen werden, dass Delfingruppen auf Sonarreize äußerst empfindlich und mit Verhaltensmustern wie Vermeidung und Gruppenumbildungen reagieren. Die Meeressäuger sind sehr soziale Lebewesen und schließen sich oft zu Delfinschulen zusammen, die auch schon einmal hunderte oder gar tausende Tiere umfassen können. Hintergrund der aktuellen Forschungen ist auch, dass militärische Sonareinsätze für Delfine oft sehr schädlich und im schlimmsten Fall sogar tödlich sind. Immer wieder kommt es vor, dass die großen Meeressäuger durch störende Unterwassersignale die Orientierung verlieren und ganze Gruppen von Delfinen an den Küsten stranden.
Delfinzähne mit außergewöhnlicher Funktion
Antennen für Unterwasser-Schallwellen
Die Studie zu Delfinzähnen mit dem Titel „Behavioural responses of common dolphins to naval sonar“ können Sie online einsehen.