Forschung & Umfragen

Erst einmal die KI fragen, statt zum Arzt zu gehen

Viele Menschen in Deutschland vertrauen der KI auch in Fragen der Gesundheit und des psychischen und körperlichen Wohlbefindens. Rund ein Viertel der Deutschen sucht bei gesundheitlichen Problemen sogar erst einmal bei der KI um Rat, anstatt eine Arztpraxis aufzusuchen.
Von Susanne Krieger
Erstellt am 23.06.2026
Quelle: Ernst & Young Global Limited (EY)
Ein Roboter als Arzt mit Stethoskop in einem Klinikflur. © phonlamaiphoto – stock.adobe.com

KI gehört auch in gesundheitlichen Belangen zum Alltag

Wie sehr sich die künstliche Intelligenz inzwischen auch in Gesundheitsfragen als wichtige Informationsquelle und Beratungsinstanz etabliert hat, zeigt die Umfrage „AI Sentiment Index 2026 – Fokusthema Wellbeing“ des internationalen Beratungsunternehmens „Ernst & Young Global Limited“ (EY), in deren Rahmen weltweit rund 18.000 Menschen in 23 Ländern befragt wurden. In Deutschland nahmen 1.000 Personen an der Umfrage teil.

Beschaffung von Gesundheitsinformationen und Symptomanalyse

Die Anwendung von KI ist ein praktisches Hilfsmittel, das für viele Deutsche inzwischen ganz selbstverständlich zu ihrem alltäglichen Nutzungsverhalten im Internet gehört. Und das auch bei besonders wichtigen Anliegen – etwa wenn es um die eigene Gesundheit geht. 54 Prozent und damit mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland haben laut Umfrage in der letzten Zeit die KI in Sachen Gesundheit und Wohlbefinden genutzt. Für fast ein Viertel der Befragten ersetzt die KI sogar den Arztbesuch: 23 Prozent geben an, dass sie in den vergangenen sechs Monaten KI-Anwendungen zu Rate gezogen haben, um so schnell wie möglich Gesundheitsinformationen zu erhalten, ohne erst einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren zu müssen. 20 Prozent verwenden KI für die Analyse von Krankheitssymptomen. 14 Prozent vertrauen sich KI-Bots sogar im Hinblick auf ihr seelisches Befinden an und chatten mit ihnen über psychische Probleme. Last, but not least hat die KI 10 Prozent der Umfrageteilnehmer auch schon einmal dabei geholfen, die Angaben in Beipackzetteln von Medikamenten zu verstehen.

KI wird von vielen positiv bewertet

Knapp die Hälfte der Menschen hierzulande (48 Prozent) sind von einer spürbar positiven Auswirkung der künstlichen Intelligenz überzeugt. Aber nur 28 Prozent geben an, ein gutes KI-Verständnis zu haben und dazu in der Lage zu sein, sie sinnvoll einzusetzen. Für mehr als zwei Drittel der Befragten ist auch die Frage der Datensicherheit bei der Anwendung von KI nicht geklärt.

KI-Nutzung in Deutschland geringer als in anderen Ländern

Im internationalen Vergleich übertreffen viele Länder Deutschland bei der Nutzung von KI in Gesundheitsfragen. Der weltweite Nutzungsdurchschnitt liegt mit 62 Prozent um 8 Prozentpunkte höher als hierzulande. Spitzenreiter bei der Anwendung von KI im Gesundheitsbereich ist Indien mit 90 Prozent, dicht gefolgt von China mit 89 Prozent. Schlusslicht ist ausgerechnet das sonst so technologiebegeisterte Japan. Hier sind es nur 42 Prozent, die die künstliche Intelligenz für gesundheitliche Belange nutzen.

   

Internationale Umfrage zur KI

Nutzung im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden

Die Pressemitteilung des Beratungsunternehmens EY zur internationalen Umfrage „AI Sentiment Index 2026 – Fokusthema Wellbeing“ finden Sie online unter nachfolgendem Link.
   

EY-Pressemitteilung
   

Und hier können Sie die Ergebnisse der Umfrage kostenlos im PDF-Format herunterladen:
   

Umfrageergebnisse