Berücksichtigung individueller Risikofaktoren
Forscherinnen und Forscher der „William Marsh Rice University“ in Houston, Texas, ist es gelungen, ein neuartiges Verfahren zur Früherkennung von Krebs in der menschlichen Mundhöhle zu entwickeln. Der innovative Therapieansatz mit dem Namen „mDOC“ wurde im wissenschaftlichen Journal „Biophotonics Discovery“ vorgestellt, einer Fachzeitschrift für Publikationen, die sich thematisch mit dem Einsatz von optischen und fotodynamischen Technologien in der Biologie und Medizin beschäftigen.
mDOC funktioniert smartphonebasiert und ist dazu in der Lage, verdächtige Gewebeveränderungen im Mundbereich mithilfe von Weißlicht und Autofluoreszenz aufzuspüren und in Fotoaufnahmen festzuhalten. Darüber hinaus liefert es auch eine Ersteinschätzung der medizinischen Relevanz der erkannten Stellen. Dafür nutzt die Technologie einen Deep-Learning-Algorithmus, der auf der Basis zuvor erfasster Patientendaten wie Alter sowie Raucher- oder Nichtraucherstatus die aufgenommenen Fälle anhand individueller Risikofaktoren einordnet. Mit berücksichtigt wird dabei auch, in welcher Region des Mundes die Gewebeveränderung aufgetreten ist. Das Diagnoseverfahren hilft zahnärztlichen Behandlerinnen und Behandlern auf diese Weise dabei, mögliche Karzinome und Präkanzerosen der Mundschleimhaut zu erkennen, bzw. bei der Entscheidung, ob eine Überweisung zur Weiterbehandlung erforderlich ist. Vorteilhaft ist dabei außerdem, dass ein mit mDOC durchgeführter Aufnahmeprozess jeweils nur wenige Minuten in Anspruch nimmt.
Erfolgreicher Einsatz in Testläufen
Das Forscherteam konnte mit mDOC bisher zwei Testläufe in zwei Zahnarztpraxen durchführen, an denen insgesamt 50 Patientinnen und Patienten teilgenommen haben. Die mit Smartphone aufgenommenen Geweberegionen wurden einer Überprüfung und Bewertung von zahnmedizinischen Experten unterzogen. Bei rund 60 Prozent der verdächtigen Stellen, die von Zahnärztinnen und Zahnärzten zuvor nicht erkannt worden waren, lag eine korrekte Einschätzung des mDOC-Diagnoseverfahrens vor. Gleichzeitig konnte eine Vielzahl an unnötigen Überweisungen vermieden werden. Die an der Entwicklung beteiligten Forscherinnen und Forscher zeigen sich daher zuversichtlich, dass ihr neues bildgestütztes Diagnosesystem entscheidend zur Verbesserung der Früherkennung von Mundhöhlenkrebs beitragen wird.
Früherkennung von Mundhöhlenkrebs
Neues smartphonebasiertes Diagnoseverfahren
Zum Bericht über das neue smartphonebasierte Diagnoseverfahren zur Früherkennung von Mundhöhlenkrebs („Optimization of a mobile imaging system to aid in evaluating patients with oral lesions in a dental care setting“) gelangen Sie unter nachfolgendem Link.