TI & Praxis-IT

HSM-B jetzt auch im TI-Gateway-Umfeld

Die kartenlose Institutionsidentität (HSM-B) in der Telematikinfrastruktur (TI) geht in einen weiteren Praxistest. Die Technologie wird nun erstmals auch im TI-Gateway-Umfeld getestet.
Von gematik
Erstellt am 02.06.2026
Ein elektronisches Symbol für Medizin und Gesundheitsbereich im Mittelpunkt elektronischer Vernetzung. © VibrantVisionsStudio – stock.adobe.com

Ziel ist späterer bundesweiter Einsatz

Gemeinsam mit dem TI-Gateway-Anbieter eHealth Experts (ehex), D-Trust und weiteren Partnern wird aktuell ein sogenannter Friendly User Test (FUT) zur HSM-B mit ausgewählten medizinischen und gesundheitsnahen Einrichtungen durchgeführt. Diese sind über das TI-Gateway, das von ehex hergestellt und von infinity managed services (ims) betrieben wird, an die TI angebunden und nutzen die digitale Institutionsidentität bereits im laufenden Betrieb. Damit wird die HSM-B-Technologie erstmals innerhalb einer TI-Gateway-Infrastruktur eingesetzt und für unterschiedliche Versorgungsszenarien erprobt. Zurzeit läuft ebenfalls noch das erste Pilotprojekt der digitalen Institutionsidentität im Highspeed-Konnektor (HSK) des RHÖN-Klinikums. Ziel der Testbetriebe ist, die digitale Institutionsidentität unter realen Bedingungen zu erproben und den späteren bundesweiten Einsatz vorzubereiten.

Digitale Institutionsidentität statt physischer Karte

Bislang weisen sich medizinische Einrichtungen in der TI überwiegend mit einer physischen SMC-B-Karte aus, die in einem Kartenterminal steckt. Das ist mit zusätzlicher Hardware und Verwaltungsaufwand verbunden – etwa durch regelmäßige PIN-Eingaben, Kartentausch oder Wartung vor Ort. Mit der HSM-B-Technologie funktioniert dieser Identitätsnachweis künftig digital und ohne Karte. Die digitale Identität der Einrichtung wird mithilfe der Schlüssel und Zertifikate sicher in einem geschützten Sicherheitsmodul innerhalb der Infrastruktur des TI-Gateways gespeichert und verarbeitet. Die Authentisierung erfolgt damit vollständig digital.

Vorteile für Einrichtungen

Mit der Integration der HSM-B-Technologie kann der Arbeitsalltag von Einrichtungen deutlich vereinfacht werden:

  • weniger Hardware vor Ort (physische Institutionskarten entfallen und weniger Kartenterminals werden benötigt),
  • geringerer Aufwand für Karten- und Terminalverwaltung (weniger Vor-Ort-Einsätze der jeweiligen Dienstleister),
  • kein Austausch physischer Karten und weniger PIN-Eingaben,
  • mehr Flexibilität für mobile und standortunabhängige Versorgung,
  • stabile Betriebsabläufe durch zentral verwaltete Infrastruktur,
  • hohe Sicherheitsstandards durch geschützte Speicherung der digitalen Identität.

Möglichkeiten auch für mobile Versorgungsszenarien

Besonders größere und vernetzte Einrichtungen können davon profitieren, weil digitale Identitäten zentral verwaltet und flexibel eingesetzt werden können. Zusammen mit der Funktionalität „Proof of Patient Presence“ (PoPP), mit der es ab Mitte 2026 möglich ist, bei Hausbesuchen auf TI-Anwendungen zuzugreifen, eröffnet die HSM-B-Technologie künftig zusätzliche Möglichkeiten für mobile und digitale Versorgungsszenarien. Medizinisches Personal kann sich dadurch künftig flexibler und ortsunabhängig innerhalb der TI authentisieren – beispielsweise auch bei mobilen Anwendungen oder im Zusammenspiel mit der elektronischen Patientenakte (ePA).

   

Digitale Institutionsidentität

HSM-B-Pilotprojekte

Zur Berichterstattung der gematik über die aktuell laufenden Pilotprojekte zur digitalen Institutionsidentität HSM-B-gelangen Sie unter den nachfolgenden Links.
   

HSM-B im TI-Gateway-Umfeld
   

HSM-B im Highspeed-Konnektor