Bleibende Zähne benötigen ausreichenden Kariesschutz
Ab dem Durchbruch des ersten bleibenden Zahns, also etwa ab dem sechsten Geburtstag kann ein Kind eine sogenannte Juniorzahncreme oder im Prinzip auch schon eine Erwachsenenzahnpasta benutzen. Sowohl Junior- als auch Erwachsenenzahncremes bieten mit einer Fluoridkonzentration von maximal 1.500 ppm den benötigten Kariesschutz für die bleibenden Zähne. Da der Zahnschmelz nach dem Durchbruch noch nicht voll ausgehärtet ist, besteht hier bekanntlich ein besonders hohes Karies-Risiko. Umso wichtiger ist die regelmäßige Pflege mit einer geeigneten Juniorzahnpasta.
Alle Zahncremes ohne Schwermetalle und Titandioxid
Grund genug für die Zeitschrift „Ökotest“, zwanzig derzeit im Handel erhältliche Zahncremes für Kinder ab dem Beginn des Zahnwechsels einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Womit alle getesteten Zahncremes punkten konnten: Kein Produkt enthielt Schwermetalle oder weitere bedenkliche Inhaltsstoffe wie Titandioxid, synthetische Polymere oder problematische Konservierungsmittel. Zudem erfüllte jede Juniorzahnpasta im Test die durch die Kosmetikverordnung vorgeschriebene Pflicht, darauf hinzuweisen, dass Kinder bis sechs Jahre nur eine erbsengroße Menge Zahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 1.000 bis 1.500 ppm verwenden sollten. Und ebenso wenig fehlte bei keiner Zahncreme die Empfehlung, Juniorzahncreme erst ab einem Alter von sechs Jahren zu benutzen.
Fluoridgehalt und Fehlen aggressiver Schaumbildner ausschlaggebend
Für die Tester ganz besonders wichtig: ein ausreichender Fluoridgehalt und das Fehlen aggressiver Schaumbildner, die die Mundschleimhaut von Kindern beeinträchtigen können. Die meisten Produkte im Test wurden diesen Anforderungen gerecht und erhielten entsprechende Bewertungen von „gut“ bis „sehr gut“. Zahncremes ohne das Spurenelement Fluorid werden von Ökotest nach eigener Aussage in allen Zahnpastatests konsequent abgewertet. Das war hier nur bei einem einzigen Produkt der Fall, das laut Eigenwerbung einen „wirksamem Kariesschutz ohne Fluorid“ bietet. Für den nötigen Kariesschutz soll bei dieser Zahnpasta der Inhaltsstoff Hydroxylapatit sorgen, ein Werbeargument, dem Ökotest nicht gefolgt ist, da die bisherige Studienlage zu Hydroxylapatit nicht tragfähig genug ist, um Fluorid durch diesen Stoff als alleinigen Kariesschutz zu ersetzen. Die Bewertung fiel mit einem glatten „Ungenügend“ entsprechend harsch aus.
Ein aggressives Tensid als Inhaltsstoff fiel ebenfalls nur bei einer einzigen Zahnpasta negativ auf. Dieses Produkt – die Juniorzahncreme eines führenden Anbieters von Dentalprodukten – musste sich daher mit der Note „ausreichend“ zufriedengeben. Das Aufschäumen der Zahnpasta durch Tenside erleichtert zwar das Putzen, bei aggressiven Schaumbildnern wie dem in der besagten Zahnpasta enthaltenen Natriumlaurylsulfat – oft auch als „Sodium Lauryl Sulfate“ in den Listen von Inhaltsstoffen aufgeführt – besteht jedoch die Gefahr, dass sie die Mundschleimhaut reizen, was bei einem bereits durch Zahnwechsel strapazierten Zahnfleisch besonders schmerzhaft sein kann.
Sehr gute Juniorzahncremes meist auch sehr günstig
Von den zwanzig getesteten Juniorzahncremes konnten sich elf die Bestnote „sehr gut“ als Gesamturteil im Ökotest-Ranking sichern, darunter viele sehr günstige Produkte, die es im Sortiment nahezu aller großen Discounter, Supermärkte und Drogerien zu kaufen gibt. Für das einzige zertifizierte Naturkosmetikprodukt im Test reichte es nur zu der Gesamtnote „gut“.
Verbesserungsbedarf bei Verpackungsmaterial
Im Hinblick auf das Verpackungsmaterial gibt es laut Ökotest bei allen Produkten erheblichen Verbesserungsbedarf in Sachen Umweltfreundlichkeit. Vor allem zusätzliche Kartonverpackungen erachteten die Tester als unnötig, was sie bei insgesamt acht Produkten bemängelten. Recyclingmaterial wurde von den Anbietern allenfalls spärlich eingesetzt: Nur ganze zwei Zahnpastatuben bestanden zum Teil aus recyceltem Material und das nur zu jeweils weniger als dreißig Prozent.
Juniorzahnpasta im Test
Ohne Fluorid ungenügend
Auf den Online-Seiten von „Ökotest“ finden Sie Erläuterungen zu den Kriterien, nach denen die Tester ihre Noten vergeben haben.
Die „Zahnärztlichen Mitteilungen“ berichten ausführlich über die Testergebnisse auf den Seiten ihres Online-Portals.