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Forschung & Umfragen

Karies ist bei Kindern ungleich verteilt

Wie die DMS 6 belegt, ist die Zahnmedizin in Deutschland sehr gut aufgestellt. Die Kariesrate bei Erwachsenen ist im Vergleich zu 1997 um fast 50 Prozent gesunken und auch bei Kindern zeigen sich die großen Erfolge der präventionsorientierten zahnmedizinischen Versorgung. Gleichzeitig ist die Last der Karieserkrankungen bei Kindern jedoch ungleich verteilt. Dabei geht eine schlechte Mundgesundheit häufig mit einer sozialen und wirtschaftlichen Benachteiligung einher.
Von Öffentlichkeitsarbeit (sk)
Erstellt am 25.08.2026
Quelle: proDente
Ein etwa neunjähriger Junge hält sich mit einer Hand die schmerzende Backe. © esthermm – stock.adobe.com

Karieskonzentration auf Hochrisikogruppe

Die vorsorgeorientierte Zahnmedizin hat in Deutschland bei der Bekämpfung der Volkskrankheit Karies hervorragende Erfolge erzielt. Das gilt auch für die jüngsten Zahnarztpatienten. Mehr als die Hälfte der Acht- und Neunjährigen bleibt heute kariesfrei, in der Gruppe der 12-Jährigen trifft dies sogar auf 78 Prozent der im Rahmen der sechsten „Deutschen Mundgesundheitsstudie“ (DMS 6) untersuchten Kinder dieser Altersgruppe zu. Die Kehrseite der Medaille: Rund 40 Prozent der Acht- und Neunjährigen und 20 Prozent der Zwölfjährigen tragen die gesamte Krankheitslast ihrer jeweiligen Altersgruppe mit im Durchschnitt 3,5 betroffenen Zähnen. Fachsprachlich wird diese ungleiche Verteilung als Kariespolarisation bezeichnet. 

Dabei spielen gerade sozioökonomische Faktoren bei der Entwicklung einer guten oder schlechten Mundgesundheit bei Kindern eine große Rolle. Wie zahnmedizinische Studien zeigen, treten Karieserkrankungen bei jungen Patienten im Kindesalter vor allem in sozial benachteiligten Familien auf. Kinder aus einem sozioökonomisch schwachen Lebensumfeld, das sich durch große Defizite im Hinblick auf Gesundheitskompetenz, Ernährung, Bildung und Inanspruchnahme von Vorsorgemaßnahmen auszeichnet, gelten als Hochrisikogruppe für die Entwicklung frühkindlicher Karies und unbehandelte orale Erkrankungen.

Gezielte Präventionsmaßnahmen erforderlich

Vor dem Hintergrund, dass sich die Mundgesundheit insgesamt stark verbessert hat, Kinder aus sozial und wirtschaftlich schwachen Verhältnissen jedoch früh eine hohe Karieslast entwickeln, muss nach Ansicht der Autoren der DMS 6 bei dieser Risikogruppe mit gezielten Präventionsmaßnahmen der Hebel angesetzt werden, um Schmerzen und Folgeschäden auch an den bleibenden Zähnen zu verhindern. Kinder, die von Seiten ihres familiären und sozialen Umfelds keine ausreichende Anleitung und Begleitung bei der Mundhygiene erhalten, können zum Beispiel durch Präventionsmaßnahmen im Rahmen der Gruppenprophylaxe in Kindertagesstätten erreicht werden.

   

Ungleiche Kariesverteilung bei Kindern

Soziale Benachteiligung kann Zahngesundheit beeinträchtigen

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie auf den Seiten der Zahngesundheitsinitiative „proDente e. V.“