Forschung & Umfragen

Medizinische Versorgung in Deutschland auf hohem Niveau

Eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV kommt zu dem Ergebnis, dass der medizinischen Versorgung in Deutschland im europäischen Ländervergleich der erste Platz gebührt. Weniger erfreulich ist, dass es die Deutschen sind, die in Europa den ungesündesten Lebensstil aufweisen.
Von Susanne Krieger
Erstellt am 20.05.2025
Quelle: Wissenschaftliches Institut der PKV
Auf den Stufen eines Treppchens aus Holzklötzchen sind Holzsterne aufgereiht, eine Hand hat gerade ein Holzsternchen auf die oberste Stufe gesetzt. © tomertu – stock.adobe.com

Beste Versorgung, aber Lebenserwartung unter dem Durchschnitt

Im Vergleich von zehn europäischen Ländern liegt Deutschland, was den Zugang seiner Bürgerinnen und Bürger zur medizinischen Versorgung betrifft, ganz klar auf dem Spitzenplatz. Neben dem sehr guten Versorgungszugang sind es auch das breite Spektrum an Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und niedrige Zuzahlungen, die das deutsche Gesundheitssystem auszeichnet und seine Leistungsfähigkeit belegt. Zu diesem Ergebnis gelangt eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). Ganz anders sieht es bei der Lebenserwartung aus. Sie liegt mit 81,2 Jahren knapp unter der durchschnittlichen europäischen Lebenserwartung von 81,5 Jahren. Der Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung allein reicht daher laut WIP offenbar nicht aus, um eine hohe Lebenserwartung zu erreichen.

Hoher Behandlungsbedarf durch ungesunden Lebensstil

Die Autoren der Studie machen für das bescheidene Abschneiden Deutschlands in puncto Lebenserwartung einen ungesunden Lebensstil verantwortlich, der zu einem hohen Behandlungsbedarf und überdurchschnittlich vielen Arztbesuchen hierzulande führt. Was aber macht diesen ungesunden Lebensstil genau aus? Auch hierfür liefert die Studie Antworten. Danach sind es insbesondere folgende Faktoren, die sich negativ auf die Lebensdauer auswirken:

Alkoholkonsum. Mindestens einmal im Monat schlagen 30 Prozent der Deutschen im Erwachsenenalter über die Stränge und kippen sich „ordentlich einen hinter die Binde“. Ein vergleichbarer exzessiver Alkoholkonsum tritt im EU-Durchschnitt nur bei 19 Prozent der Erwachsenen auf.

Mangelnde Bewegung. Die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten Bewegung wöchentlich. Das beherzigt nur ungefähr die Hälfte der Erwachsenen hierzulande.

Übergewicht. 53 Prozent der erwachsenen Deutschen leiden an Übergewicht oder Adipositas.

Ungesunde Ernährung. In Bezug auf den Konsum von Obst, Gemüse, Fett, Zucker und Hülsenfrüchten weist Deutschland die ungesündesten Ernährungsgewohnheiten auf. 

Gesundheitliche Aufklärung und Prävention ist wichtig

Fazit: Was einen gesunden Lebensstil betrifft, nimmt Deutschland im Ranking der zehn europäischen Vergleichsländer der Studie den letzten Platz ein. Es liegt damit auf der Hand, welche bedeutende Rolle der gesundheitlichen Aufklärung und Prävention auch in einer hochentwickelten Industrienation wie Deutschland mit einem im europäischen Vergleich gut funktionierenden Gesundheitssystem und einer flächendeckenden medizinischen Versorgung zukommen muss.

   

Gesundheitssystem in Deutschland im Europa-Vergleich

Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV

Die Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV mit dem Titel „Zugang zur Gesundheitsversorgung, Gesundheitszustand und Risikofaktoren. Das deutsche Gesundheitssystem im europäischen Vergleich“ können Sie unter nachfolgendem Link einsehen und herunterladen.