Forschung & Umfragen

Milchzähne als Umweltarchiv

Ein kleiner Zahn, ein großer Schatz an Informationen: Forschende haben gezeigt, dass Milchzähne verraten können, welchen Umweltbelastungen Kinder schon vor und nach der Geburt ausgesetzt waren.
Von Öffentlichkeitsarbeit (AS)
Erstellt am 01.09.2025
Quelle: zwp-online.info
Ein Kleinkind hält einen ausgefallenen Milchzahn in den Händen. © Vladyslav – stock.adobe.com

Ein biologisches Protokoll der Kindheit


Milchzähne speichern mehr als nur Kindheitserinnerungen. Schon vor der Geburt beginnen sie, Stoffe aus dem Körper der Mutter und der Umwelt einzulagern – ähnlich wie Jahresringe im Holz. Eine Forschungsgruppe hat in einer Übersichtsarbeit zwanzig Studien ausgewertet und klare Muster gefunden: Kinder, die in belasteten Regionen wie Industriegebieten oder in der Nähe von Minen aufwachsen, weisen in ihren Zähnen höhere Schwermetallwerte auf, vor allem Blei.

Auch familiäre Faktoren spielen eine Rolle: In mehreren Studien zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Rauchen des Vaters und erhöhten Bleiwerten im Zahn. Hinweise auf Passivrauchen waren weniger eindeutig.

Besonders spannend: Während kein direkter Zusammenhang zwischen Metallen wie Blei oder Quecksilber und Autismus nachgewiesen werden konnte, fiel auf, dass niedrigere Manganwerte häufiger mit sprachlichen Auffälligkeiten, schwächerem Gedächtnis oder autistischen Verhaltensmerkmalen einhergingen.

Milchzähne sind damit mehr als ein Erinnerungsstück – sie sind ein biologisches Archiv, das wertvolle Einblicke in die frühe Kindheit und Umweltbelastungen ermöglicht.

   

Milchzähne verraten Umweltbelastung

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Die vollständige Studie mit dem Titel „Toxic Metal Content in Deciduous Teeth: A Systematic Review“ finden Sie unter nachfolgendem Link.