Individuelle Voraussetzungen wichtig für Behandlungserfolg
Die Leitlinie stellt unter anderem die Überlebens- und Komplikationsraten von Implantaten bei älteren Patienten in den Fokus und beleuchtet anhand der einschlägigen Literatur den Einfluss der individuellen Voraussetzungen, die Patienten mitbringen, der Wahl des Implantats sowie der Behandlung und Nachsorge auf den Erfolg einer Implantatbehandlung bei älteren Menschen.
In den vergangenen Dekaden ist die Zahl der eigenen Zähnen bei Senioren und Seniorinnen kontinuierlich gestiegen. Eine vollständige Zahnlosigkeit ist inzwischen selbst in einem sehr hohen Alter deutlich seltener geworden. Das hat auch Auswirkung auf die Indikationen für eine Implantatbehandlung bei alten oder sehr alten Menschen. Klinische und Metastudien zeigen, dass die Aussichten für eine erfolgreiche Implantatversorgung bei gesunden Patienten in einem fortgeschrittenen Lebensalter durchaus gut sind. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass nicht nur das Alter an sich eine Rolle spielt. Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass die individuelle kognitive und funktionelle Leistungsfähigkeit im Alter sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann, was den Behandlungserfolg wesentlich beeinflusst. Betrachtet werden ebenfalls die Auswirkungen von Implantatversorgungen auf die Biss- und Kaufunktion bei vollständiger Zahnlosigkeit einschließlich ihrer Bewertung aus Patientenperspektive sowie Handslungsempfehlungen aus Expertensicht.