Kanon evidenzbasierter Handlungsempfehlungen
Die bis zum 3. August 2030 gültige Leitlinie löst eine ältere S1-Leitlinie von 2006 ab und ist im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNOKHC) und der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) sowie unter Mitwirkung von 14 weiteren Fachgesellschaften und Organisationen entwickelt worden.
Speicheldrüsentumore treten häufiger auf. Pro 100.000 Einwohner kommt es zu sechs bis acht Neuerkrankungen pro Jahr, wobei es sich in 20 Prozent der Fälle um einen bösartigen Tumor handelt – meist ist die Ohrspeicheldrüse betroffen. Durch die vielfältigen Erscheinungsformen der Tumore gestalten sich Diagnostik und Therapie nicht gerade einfach. Erklärtes Ziel der neuen S3-Leitlinie ist es daher, Behandlern und Behandlerinnen erstmals einen umfassenden Kanon evidenzbasierter Handlungsempfehlungen für eine verbesserte Diagnose und Therapie an die Hand zu geben sowie eine interdisziplinäre Versorgung sicherzustellen. Dabei werden sowohl gutartige als auch bösartige Tumore berücksichtigt. Die Autoren der Leitlinie beabsichtigen, auf diese Weise das Fundament für eine medizinische Versorgung auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu legen. Durch die Verbesserung der Qualität von Diagnose, Therapie und Prognose bei Speicheldrüsentumoren soll außerdem eine erhöhte Lebensqualität der betroffenen Patienten und Patientinnen erreicht werden.
Neue S3-Leitlinie
Diagnostik und Therapie von Speicheldrüsentumoren des Kopfes
Sie können die neue S3-Leitlinie auf der Website der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) einsehen und herunterladen.
Leitlinienprogramm Onkologie
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe haben im Februar 2008 das Leitlinienprogramm Onkologie ins Leben gerufen, um Entwicklung, Weiterentwicklung und Einsatz wissenschaftlich fundierter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen.