Vitamin-D-Spiegel relevant bei Therapien am Kieferknochen
Die neue Leitlinie ist bis zum 14. August 2030 gültig. Vor dem Hintergrund eines allgemein hohen Vitamin-D-Mangels in der Bevölkerung und der bedeutenden Rolle von Vitamin D für den Knochenstoffwechsel, während bislang kaufunktionelle Behandlungen am Kieferknochen ohne Berücksichtigung des Vitamin-D-Spiegels durchgeführt werden und zudem die Zahl von Implantationen und Kieferknochenaugmentationen bei Patienten mit systemischen oder lokalen Beeinträchtigungen, die sich auf den Kieferknochenstoffwechsel auswirken, steigt, liegt die Relevanz der Vitamin-D-Thematik für Implantatbehandlungen und weitere Therapien am Kieferknochen auf der Hand. Die Autoren der S3-Leitlinie gehen dementsprechend vor allem der Frage nach, ob es bei Patienten mit Vitamin-D-Mangel bei dentalen Implantationen vermehrt zu Komplikationen kommt und ob ein unzureichender Vitamin-D-Spiegel bei Therapien am Kieferknochen wie Augmentationen oder Extraktionen zu einem vermehrten Abbau der Kieferknochensubstanz führt.
Ziel der Leitlinie ist dabei, behandelnden Zahnärzten und Ärzten eine evidenzbasierte Hilfestellung zu geben, wenn diese vor der Entscheidung für oder gegen eine Vitamin-D-Bestimmung und -Supplementierung im Rahmen einer Implantation und Augmentation im Bereich des Kieferknochens oder der Behandlung eines gestörten Kieferknochenstoffwechsels stehen. Im Fokus stehen neben geeigneten Maßnahmen auch die Risiken und mögliche Komplikationen einer Vitamin-D-Supplementierung. Hierüber und über den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema sollen auch die betroffenen Patienten Kenntnis erlangen und sind entsprechend aufzuklären. Auf diese Weise trägt die neue S3-Leitlinie einen entscheidenden Teil dazu bei, eine nachhaltige und sichere kaufunktionelle Versorgung zu gewährleisten.
Vitamin D in der Implantologie
Neue S3-Leitlinie
Informationen zur neuen S3-Leitlinie „Relevanz der Vitamin-D-Bestimmung und -Supplementierung auf die Implantatprognose und Augmentationschirurgie“ finden Sie online auf den Seiten der „Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften“ (AWMF). Hier können Sie die Leitlinie auch in der Langfassung einsehen und herunterladen.