Zahnprobleme treten bereits nach wenigen Wochen auf
Ozempic ist ein Medikament, das zur Behandlung von Typ-2-Diabetes verschrieben wird, aber auch als Mittel zur Reduzierung von Körpergewicht zum Einsatz kommt. Es wird durch Injektion verabreicht. Über die „Abnehmspritze“ wurde lange Zeit ausführlich in allen Medien berichtet. Das „Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte“ (BfArM) registriert seit 2022 einen stark ansteigenden Ozempic-Verbrauch, der vor allem durch die Off-Label-Anwendung zur Behandlung von Adipositas bedingt ist.
Bislang waren das „Ozempic-Gesicht" und die Ozempic-Füße" als unerwünschtes Phänomen im Zusammenhang mit der Anwendung des semagutidhaltigen Medikaments bekannt geworden. Durch den schnellen Gewichtsverlust kann es im Gesicht und im Bereich der Füße durch die Reduzierung des Fettgewebes zu einer deutlichen Faltenbildung kommen, da die überschüssige Haut sich nicht in der gleichen Weise zurückbildet. Inzwischen häufen sich Beobachtungen über das Auftreten von Zahnproblemen und weiteren Beeinträchtigungen der Mundgesundheit bei längerer Anwendung von Ozempic. Auch erste klinische Berichte liegen vor. Bereits wenige Wochen nach Beginn einer Behandlung kann es zu Zahnerosionen, einer Überempfindlichkeit der Zähne und Zahnschmerzen kommen. Sogar Karieserkrankungen und Zahnfleischentzündungen treten vermehrt auf.
Mundtrockenheit, Erbrechen und Nährstoffmangel
Ursächlich dafür könnten die Nebenwirkungen von Ozempic sein. Das Medikament kann Mundtrockenheit (Xerostomie) hervorrufen. Ist genügend Speichel im Mund vorhanden, werden Zähne und Zahnfleisch umspült und von Nahrungsresten und Bakterien gereinigt. Speichel besitzt darüber hinaus die Fähigkeit, die Zähne zu remineralisieren und ihnen auf diese Weise wieder die nötige Härte und Widerstandskraft gegenüber Karieserregern zu verleihen. Ist dieser Schutzfaktor beeinträchtigt, kommt es vermehrt zu Zahnschäden, Karies und Zahnfleischentzündungen. Aber auch die gastrointestinalen Nebenwirkungen des Wirkstoffs Semaglutid haben es in sich. Betroffene klagen unter der Anwendung von Ozempic häufig über Übelkeit und Erbrechen. Kommen die Zähne mit Magensäure in Kontakt, kann der Zahnschmelz Schaden nehmen. Eine mögliche Folge sind Zahnerosionen. Eine Medikation mit Ozempic kann durch die reduzierte Nahrungsaufnahme ebenfalls zu einem Nährstoffmangel führen, der sich schädlich auf die Zahngesundheit auswirkt.
Angesichts dieser möglichen negativen Auswirkungen von Ozempic auf die Mundgesundheit ist es für Betroffene sehr wichtig, gewissenhaft alle Termine der gesetzlich vorgesehenen Zahnvorsorge wahrzunehmen und eine sorgfältige häusliche Mundhygiene zu betreiben. Gegen Mundtrockenheit und Nährstoffmangel helfen ausreichendes Trinken – wobei auf zuckerhaltige Getränke verzichtet werden sollte – sowie eine ausgewogene und zahnfreundliche Ernährung. Sind Ozempic-Patientinnen und Patienten in der Zahnarztpraxis bekannt, können sie auf diese Verhaltensempfehlungen aufmerksam gemacht werden. Insgesamt zeigt sich auch bei der Problematik der Ozempic-Medikation im Hinblick auf ihre oralen Auswirkungen die zentrale Bedeutung einer interdisziplinären und engmaschigen Zusammenarbeit zwischen ärztlichen und zahnärztlichen Behandlern für eine optimale Versorgung von Diabetes- und Adipositas-Patienten, die die Erhaltung ihrer Mundgesundheit im Blickwinkel behält.
Ozempic kann orale Gesundheit beeinträchtigen
Auftreten von Zahnproblemen möglich
Das Online-Portal der „Zahnärztlichen Mitteilungen“ sowie die Website „aerzteverbund.de“ informieren ausführlich zu den möglichen Risiken einer Ozempic-Medikation für Zähne und Zahnfleisch.
zm online
aerzteverbund.de