Forschung

Roter Pflanzenfarbstoff: Möglicher Schutz vor Parodontitis

Dem Pflanzenfarbstoff Lycopin, der zum Beispiel Tomaten und Wassermelonen ihre rote Farbe verleiht, wird eine stark antioxidative Wirkung zugesprochen, die Zellen vor freien Radikalen schützt, dem Herz-Kreislauf-System förderlich ist und sogar das Risiko für bestimmte Krebsarten verringert. Überraschenderweise scheint auch ein Zusammenhang zwischen der Lycopinaufnahme über die Nahrung und dem Risiko für eine schwere Parodontitis zu bestehen, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Von Susanne Krieger
Erstellt am 30.01.2026
Quelle: The Journal of Nutrition, Health and Aging | zm online
Frische Tomaten. © Mara Zemgaliete – stock.adobe.com

Bei zu geringer Lycopinaufnahme höheres Parodontitis-Risiko

Eine neue Querschnittstudie aus den USA unter Beteiligung von Universitäten aus New London (Connecticut), New Orleans (Lousiana), San Diego (Kalifornien) und Carbondale (Illinois) sowie der Yunnan University in China hat einen neuen gesundheitsfördernden Aspekt des roten Pflanzenfarbstoffs Lycopin entdeckt. Das Forscherteam geht davon aus, dass zwischen dem Grad der Aufnahme von Lycopin über die Nahrung und dem Risiko für Parodontitis in einem höheren Schweregrad ein Zusammenhang besteht. Eine unzureichende Lycopinaufnahme geht demnach bei erwachsenen älteren Menschen mit einem höheren Risiko einher, eine schwere bzw. fortgeschrittene Parodontitis zu entwickeln. Daraus folgt auch, dass eine ausreichende Aufnahme des roten Pflanzenfarbstoffs möglicherweise schwerer Parodontitis vorbeugen kann.

Männer häufiger von schwerer Parodontitis betroffen als Frauen

Grundlage der Studie sind Daten von 1.227 Teilnehmenden des National Health and Nutrition Examination Surveys, eines umfassenden US-amerikanischen Gesundheitsprogramms, aus den Jahren 2009 bis 2014. Die Probanden und Probandinnen waren alle ältere Erwachsene im Alter von 65 bis 79 Jahren. Im Fokus der Analyse standen auch mögliche Unterschiede in Bezug auf die ethnische Zugehörigkeit und das Geschlecht.

Die Studienergebnisse sprechen für sich: Diejenigen Personen, deren Daten zeigten, dass sie ausreichend Lycopin über die Nahrung aufnehmen, wiesen im Vergleich zu den Teilnehmenden mit einer unzureichenden Aufnahme ein um rund zwei Drittel niedrigeres Risiko für eine schwere Parodontitis auf. Betroffen von einer zu geringen Lycopinaufnahme war fast die Hälfte der untersuchten älteren Erwachsenen (49,1 Prozent). Bei einem fast ebenso großen Prozentsatz (48,7 Prozent) der Teilnehmenden lag eine Parodontitiserkrankung vor. Insgesamt war auch festzustellen, dass Männer häufiger als Frauen an einer schweren Form der Parodontitis litten. Auch Unterschiede im Hinblick auf die ethnische Zugehörigkeit traten zu Tage. Probanden und Probandinnen der Kategorie „nicht-hispanisch schwarz“ waren öfter von einer schweren Parodontitis betroffen als andere Bevölkerungsgruppen.

Lycopin könnte wichtig für Parodontitis-Prävention sein

Aus der Querschnittsstudie lassen sich zwar keine Rückschlüsse auf kausale Zusammenhänge ziehen, dennoch zeigt sich das Forscherteam davon überzeugt, dass eine ausreichende Aufnahme des roten Pflanzenfarbstoffs Lycopin bei älteren Erwachsenen eine wirksame Maßnahme der Parodontitis-Prävention sein könnte.

  

Pflanzenfarbstoff Lycopin

Möglicher Schutz vor Parodontitis

Die vollständige Studie mit dem Titel „Lycopene, Race and Periodontitis: Disparities in Older Adults“ können Sie unter nachfolgendem Link einsehen.