Sorgfalt mit digitalen Zugängen
Cyberangriffe auf Unternehmen, Arzt- und Zahnarztpraxen nehmen seit Jahren zu. Häufig ist dabei nicht eine technische Sicherheitslücke der Ausgangspunkt, sondern das Benutzerkonto. Gelangen Angreifer an Zugangsdaten, können sie auf sensible Informationen zugreifen, Daten verschlüsseln oder ganze Systeme lahmlegen.
Umso wichtiger ist ein ernsthafter Umgang mit digitalen Zugängen. Dabei beginnt Sicherheit weiterhin mit einem guten Passwort. Fachleute empfehlen lange und individuelle Kennwörter, die nicht mehrfach verwendet werden. Es reicht also nicht aus, beispielsweise seinen Vornamen mit Geburtstag und einem Sonderzeichen für alle Dienste zu nutzen – wie es vielfach passiert. Denn sobald ein Dienst gehackt wurde, testen Kriminelle die geklauten Zugangsdaten überall aus. Doch wer für jeden Dienst ein eigenes, langes Passwort verwenden soll, stößt schnell an seine Grenzen.
Passwortmanager können dabei helfen, für jeden Dienst ein eigenes, komplexes Passwort zu erstellen, diese zu speichern und zu verschlüsseln. Außerdem erleichtern sie den Zugriff auf verschiedene Anwendungen. Nutzerinnen und Nutzer müssen sich dann nur noch ein einziges Master-Passwort merken. Dabei sollte jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass der genutzte Passwortmanager den aktuellen Datenschutz- und Sicherheitsstandards entspricht. Zur Veranschaulichung, welchen Einfluss die Passwortlänge und -komplexität auf die Cybersicherheit haben, wird häufig die folgende Übersicht herangezogen:
So schnell können Passwörter in verschiedener Zusammensetzung geknackt werden
| Passwortlänge (Zeichen) | Nur Zahlen | Nur Kleinbuchstaben | Klein- & Großbuchstaben | Zahlen und Klein-/ Großbuchstaben | Zahlen, Klein-/ Großbuchstaben und Symbole |
| 4 | Sofort | Sofort | 3 Sekunden | 6 Sekunden | 9 Sekunden |
| 5 | Sofort | 4 Sekunden | 2 Minuten | 6 Minuten | 10 Minuten |
| 6 | Sofort | 2 Minuten | 2 Stunden | 6 Stunden | 12 Stunden |
| 7 | 4 Sekunden | 50 Minuten | 4 Tage | 2 Wochen | 1 Monat |
| 8 | 37 Sekunden | 22 Stunden | 8 Monate | 3 Jahre | 7 Jahre |
| 9 | 6 Minuten | 3 Wochen | 33 Jahre | 161 Jahre | 479 Jahre |
Das Problem mit dem Passwort
So wichtig Passwörter sind: Sie haben leider ihre Grenzen. Werden Zugangsdaten durch Phishing, Datenlecks oder Schadsoftware gestohlen, reicht das Passwort allein oft nicht mehr aus, um ein Konto zu schützen. Auch Angriffe auf Passwortmanager können erfolgreich sein, wodurch alle Passwörter auf einmal gestohlen werden. Deshalb empfehlen Sicherheitsexperten die Nutzung einer zusätzlichen Absicherung durch eine Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA).
Bei der 2FA wird neben dem Passwort ein weiterer Nachweis verlangt – beispielsweise ein Einmalcode aus einer Authenticator-App, ein Sicherheitsschlüssel oder eine biometrische Bestätigung. Selbst wenn Kriminelle das Passwort kennen, benötigen sie zusätzlich den zweiten Faktor. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt deshalb, die Zwei-Faktor-Authentisierung überall zu aktivieren, wo sie angeboten wird.
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Vollständiger Artikel im RZB
Den vollständigen Artikel mit weiteren Tipps und Ausführungen, beispielsweise zur Nutzung von Passkeys, lesen Sie in der aktuellen September-Ausgabe des Rheinischen Zahnärzteblatts.