Frakturen von Kiefer, Kiefergelenk und Zähnen
Die „Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie“ (DGZMK) warnt vor der Gefahr schwerer Kopf- und Gesichtsverletzungen durch E-Scooter-Unfälle. Laut einer Auswertung des „BG Klinikums Unfallkrankenhaus Berlin“ für den Zeitraum 2020 bis 2024 betreffen rund 40 Prozent der bei E-Scooter Unfällen auftretenden Verletzungen den Kopf- und Gesichtsbereich. In der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Krankenhauses werden nach E-Scooter-Unfällen regelmäßig komplexe Verletzungsmuster behandelt. Besonders häufig sind Unterkieferfrakturen einschließlich Frakturen des Kiefergelenks wie mehrfragmentäre Gelenkköpfchenfrakturen und Gelenkhalsfrakturen. Zudem sind oft beidseitige Mittelgesichtsfrakturen, Zahnfrakturen sowie Riss- und Quetschwunden zu behandeln. Bei den betroffenen Patienten handelt es sich vor allem um Männer zwischen 20 und 40 Jahren.
Präzise Versorgung durch moderne MKG-Chirurgie
Trotz aller ärztlicher Bemühungen, Funktion und Ästhetik der verletzten Mund- und Gesichtsbereiche vollständig wiederherzustellen, können nach schweren Gesichtsverletzungen Beschwerden und Sensibilitätsstörungen im Gesichtsbereich, Schmerzen beim Kauen und beim Öffnen des Mundes, Augenbewegungsstörungen und Doppeltsehen auftreten. Zahnverletzungen haben oft weitere zahnärztliche Behandlungen bis hin zu Implantatversorgungen zur Folge. Die Versorgung komplexer Kopf- und Gesichtsverletzungen hat sich glücklicherweise in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Hochauflösende dreidimensionale Bildgebungsverfahren wie die Computertomografie (CT) oder die digitale Volumentomografie (DVT) ermöglichen eine exakte Diagnostik und präzise Operationsplanung, CADCAM-geplante Implantatversorgungen überzeugen durch eine hohe Annäherung an die ursprüngliche Anatomie.
Prävention ist wirksamster Schutz vor Verletzungen
Dennoch ist nach Ansicht der DGZMK Vorbeugung der effektivste Schutz vor den schweren und möglicherweise bleibenden gesundheitlichen Schäden, die infolge von E-Scooter-Unfällen auftreten können. Neben einer realistischen Einschätzung der eigenen Fahrfähigkeiten, der Berücksichtigung von Verkehrsaufkommen, Witterung und Fahrbahnbeschaffenheit gehört dazu auch, auf Fahrten unter Alkoholeinfluss zu verzichten und einen Helm zu tragen. Ein Fahrradhelm bietet keinen vollständigen Schutz, kann aber das Risiko schwerer Kopfverletzungen deutlich verringern. Ein Integralhelm schützt vor schweren Mittelgesichts- und Unterkieferfrakturen.
Warnung der DGZMK vor E-Scooter-Unfällen
Schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen möglich
Sie finden die detaillierten Ausführungen der „Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie“ zum Thema Kopf- und Gesichtsverletzungen durch E-Scooter-Unfälle auf der DGZMK-Website.