Ausrichtung der Gesundheitspolitik entscheidend
Seit mehr als 15 Jahren fragt die Stiftung Gesundheit im Rahmen eines Stimmungsbarometers für den Bereich der ambulanten Versorgung einmal pro Quartal niedergelassene Ärzte und Heilberufler nach ihrer allgemeinen Stimmung sowie danach, wie sie ihre aktuelle wirtschaftliche Lage einschätzen und welche Entwicklung sie in den kommenden sechs Monaten erwarten.
Der leichte Anstieg des durchschnittlichen Stimmungswertes im ersten Quartal 2025 bei den Ärzten und Zahnärzten um 1,3 Prozent wird dadurch getrübt, dass eine eher positive Einschätzung der wirtschaftlichen Lage insgesamt um 2,5 Prozentpunkte zurückgegangen ist. Immerhin hat sich die allgemeine Stimmung im laufenden Jahr gegenüber dem absoluten Tief im dritten und vierten Quartal 2023 um fast 15 Prozentpunkte verbessert. Mit einem Plus von 4,5 Prozentpunkten fiel auch die Erwartung, dass sich die Lage innerhalb der nächsten sechs Monate verbessert, positiver aus als im vorangegangenen Quartal. Die weitere Entwicklung der Stimmung unter den Ärzten und Zahnärzten in Deutschland wird nach Ansicht der Stiftung Gesundheit von den gesundheitspolitischen Weichenstellungen der neuen Bundesregierung abhängen. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich der Trend der Stimmungsaufhellung bei den niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten nur dann weiter fortsetzt, wenn sich deutliche Verbesserungen für die Gesamtsituation der Praxen in Deutschland ergeben.
Werte der ärztlichen Fachgruppen
Seit einem Jahr erreichen die Hausärzte im Stimmungsbarometer im Vergleich zu den anderen ärztlichen Fachgruppen regelmäßig den schlechtesten Stimmungswert. Das hat sich jetzt geändert: Ihre Stimmung stieg um 5,8 Prozentpunkte an und weist mit minus 28,6 Prozent momentan einen besseren Wert auf, als es bei den Fachärzten und Zahnärzten der Fall ist. Mit einem um 0,4 Prozentpunkte allenfalls um einen Hauch angestiegenen Stimmungswert von minus 28,9 Prozent belegen die Zahnärzte den vorletzten Rang. Die Stimmung der Fachärzte ging um 3,2 Prozentpunkte weiter in den Keller und erreicht nun ein Stimmungstief von minus 29 Prozent. Damit sind die Fachärzte jetzt die Ärztegruppe mit der schlechtesten Stimmung im Land. Unverändert mit einem Wert von plus einem Prozent ist bei den Psychologischen Psychotherapeuten als einziger Gruppe eine positive Stimmung zu verzeichnen.
Negative Faktoren für den Praxisbetrieb
Welche Faktoren verderben den Ärzten, Zahnärzten und Psychologischen Psychotherapeuten dabei am meisten die Stimmung? Das sind mit 66,4 Prozent auf Platz eins – allerdings zu rund 8 Prozent weniger als im vorherigen Quartal – die Entscheidungen der Politik neben den gesetzlichen Regelungen und Vorgaben der Selbstverwaltung, auf dem zweiten Platz die Digitalisierung mit 61,7 Prozent, an dritter Stelle die übrige Praxisverwaltung mit einem leicht gestiegenen Wert von 53,6 Prozent sowie unter anderem die Auswirkungen aktueller Ereignisse mit 48,3 Prozent, die finanzielle Situation der Praxis mit 37,9 Prozent und die Personalsituation mit 34 Prozent.
Wirtschaftliche Lage
Bei fast allen befragten Gruppen wird die aktuelle wirtschaftliche Lage von etwa der Hälfte der ärztlichen Leistungserbringer als immerhin befriedigend angesehen – von etwas über 56 Prozent der Hausärzte, fast 50 Prozent der Fachärzte und etwas mehr als der Hälfte der Psychologischen Psychotherapeuten. Nur die Zahnärzte liegen hier mit knapp 44 Prozent ein ganzes Stück darunter. Für gut befinden die wirtschaftliche Lage nur 15,6 Prozent der Hausärzte, 18 Prozent der Fachärzte und 21,8 Prozent der Zahnärzte. Deutlich besser scheint es den Psychologischen Psychotherapeuten zu gehen, die zu 35,8 Prozent ihre wirtschaftliche Lage als gut einschätzen. Für schlecht erachten ihre wirtschaftliche Situation 28,3 Prozent der Hausärzte, 32,2 Prozent der Fachärzte und 34,5 Prozent der Zahnärzte, jedoch lediglich 13,8 Prozent der Psychologischen Psychotherapeuten.
Für die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Praxen in den nächsten sechs Monaten sehen immer noch viele Ärzte und Zahnärzte buchstäblich schwarz: 49,8 Prozent der Hausärzte, 46,6 Prozent der Fachärzte und 44,8 Prozent der Zahnärzte sowie 21,9 Prozent der Psychologischen Psychotherapeuten erwarten eine ungünstige Entwicklung.
Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit
Weiterhin deutliches Stimmungstief bei Ärzten und Zahnärzten
Hier gelangen Sie zu den Ergebnissen des Stimmungsbarometers der Stiftung Gesundheit für das 1. Quartal 2025.