Technischer Hintergrund: Umstellung von RSA auf ECC
Zum 01.07.2026 erfolgt die Abschaltung der bisherigen RSA-Zertifikate. Gleichzeitig wird vollständig auf ECC-Zertifikate (Elliptic Curve Cryptography) umgestellt.
Bereits heute gilt:
- Mit der aktuellen PTV-5-Version können Praxen den eHBA mit ECC-Zertifikat nutzen.
- Die SMC-B-Karte funktioniert jedoch weiterhin nur mit RSA-Zertifikaten im laufenden Betrieb des Konnektors, auch wenn die SMC-B Karte kürzlich bereits getauscht wurde.
Wichtige Ergänzung zur aktuellen Situation:
- SMC-B Karten werden derzeit bereits parallel mit RSA- und ECC-Zertifikaten ausgegeben.
- Der PTV-5-Konnektor nutzt aktuell ausschließlich das RSA-Zertifikat der SMC-B.
Ab dem 01.07.2026 gilt:
- Es steht nur noch das ECC-Zertifikat zur Verfügung (RSA entfällt vollständig).
- Nur der PTV-6-Konnektor ist in der Lage, diese ECC-Zertifikate der SMC-B zu verarbeiten.
- Ein Betrieb mit PTV 5 ist dann nicht mehr möglich, da diese Version die ECC-Zertifikate der SMC-B nicht unterstützt.
Das bedeutet konkret:
Ohne das PTV-6-Update ist die Nutzung der SMC-B mit ECC-Zertifikat nicht mehr möglich – und damit sind zentrale TI-Anwendungen nicht mehr verfügbar.
Konsequenzen bei fehlendem Update
Wird das Update nicht rechtzeitig eingespielt, hat dies gravierende Folgen:
- Kein Zugriff auf die Telematikinfrastruktur
- Ausfall wichtiger Anwendungen (z. B. eAU, E-Rezept, KIM)
- Störungen im Praxisablauf
Kurz gesagt: Der Praxisbetrieb wird erheblich eingeschränkt.
Ersatzverfahren bei Ausfall des Konnektors
Sollte der Konnektor – beispielsweise aufgrund eines fehlenden Updates oder technischer Störungen – nicht verfügbar sein, müssen gesetzlich vorgesehene Ersatzverfahren genutzt werden:
- eAU (elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung):
Ausstellung in Papierform mittels der vorgesehenen Stylesheets - Heil- und Kostenpläne:
Ebenfalls Ausdruck in Papierform unter Verwendung der entsprechenden Stylesheets - E-Rezept:
Ausstellung als klassisches Papierrezept (Muster 16)
Diese Verfahren sind nur als temporäre Übergangslösung gedacht und mit zusätzlichem organisatorischen Aufwand verbunden.
Verfügbarkeit der Updates nach Herstellern
Die Konnektor-Hersteller stellen ihre Updates gestaffelt bereit:
- Rise: Update bereits verfügbar
- Secunet: verfügbar seit Mitte Mai 2026
- CGM: verfügbar ab Anfang bis Mitte Juni 2026
Die jeweiligen Praxisverwaltungssystem-Anbieter (PVS) informieren wie gewohnt über die konkrete Verfügbarkeit und Integration.
Was Praxen jetzt tun müssen
1. Prüfen, ob Auto-Update aktiv ist
Wenn der Konnektor bereits für automatische Updates konfiguriert ist, besteht in der Regel kein weiterer Handlungsbedarf.
2. Ohne Auto-Update: aktiv werden
Ist kein automatisches Update eingerichtet, muss dieses manuell bis spätestens 30.06.2026 angestoßen werden.
3. Erfolg des Updates kontrollieren
Nach Durchführung sollte unbedingt geprüft werden, ob das Update vollständig und fehlerfrei installiert wurde.
Empfehlung
Kümmern Sie sich frühzeitig um die Aktualisierung Ihres Konnektors.
So vermeiden Sie Engpässe kurz vor der Frist und stellen sicher, dass Ihre Praxis ohne Unterbrechung weiterarbeiten kann.
Bei Unsicherheiten oder technischen Fragen gilt:
Wenden Sie sich direkt an Ihren IT-Dienstleister!
Fazit
Das PTV-6-Update ist keine optionale Aktualisierung, sondern eine zwingende Voraussetzung für den Weiterbetrieb der TI ab dem 01.07.2026.
Die Nutzung von Ersatzverfahren ist zwar möglich, sollte jedoch unbedingt vermieden werden, da sie den Praxisalltag deutlich erschwert. Eine rechtzeitige Umsetzung sichert die digitale Handlungsfähigkeit Ihrer Praxis.