Forschung & Umfragen

Zahnmedizinische Lehre: Einsatz von KI zur besseren Kariesdiagnose

Das ist ein innovativer Schritt in der zahnmedizinischen Ausbildung: Die Universität Marburg hat ein KI-gestütztes Diagnosesystem für Karies im Rahmen der zahnmedizinischen Lehre eingeführt. Dieses ermöglicht es den Studierenden, anhand von Röntgenbildern kariöse Läsionen schneller und präziser zu erkennen und zu beurteilen.
Von Öffentlichkeitsarbeit (sk)
Erstellt am 28.02.2025
Quelle: Philipps-Universität Marburg
Eine präzise Röntgenaufnahme von Ober- und Unterkiefer in Frontalansicht, die mithilfe von KI erstellt wurde. © Ala – stock.adobe.com

Sekundenschnelle und präzise Analyse

Die nach Einschätzung von Prof. Dr. Roland Frankenberger, Leiter der Poliklinik für Zahnerhaltung der Philipps-Universität Marburg, bahnbrechende Technologie unterstützt Studierende dabei, ihre diagnostischen Fähigkeiten auf ein neues Niveau zu heben. Die künstliche Intelligenz ermöglicht es, radiologische Aufnahmen mit hoher Genauigkeit auszuwerten. Nach einer sekundenschnellen Analyse der Röntgenbilder liefert die KI detaillierte diagnostische Einschätzungen. Die Studierenden erhalten auf diese Weise eine unmittelbare Rückmeldung zu ihren eigenen Diagnosen, was zu einer Verbesserung ihrer diagnostischen Kompetenzen führt. Gleichzeitig bietet sich die Gelegenheit zum Erlernen eines kritischen Umgangs mit künstlicher Intelligenz in der Zahnmedizin. 

Objektive und datenbasierte Grundlage klinischen Trainings

Ein weiterer Vorteil der Implementierung von KI in die Kariesdiagnose ist, dass das Zusammenkommen von künstlicher Intelligenz und fachlicher menschlicher Expertise die Fehlerquoten effektiv reduziert und das klinische Training auf eine objektive und datenbasierte Grundlage stellt. Das schlägt sich auch in einer verbesserten Lernkurve der Studierenden nieder. Ein individuelles Feedback ist bei der traditionellen Vermittlung der zahnmedizinischen Lehre nur in begrenztem Umfang möglich, darüber hinaus nehmen herkömmliche Lehrmethoden oft viel Zeit in Anspruch. Die KI gibt den Studierenden unmittelbare, standardisierte und wiederholbare Bewertungen an die Hand, mit deren Hilfe sie ihre eigenen diagnostischen Fähigkeiten systematisch verbessern können. 

Meilenstein für den wissenschaftlichen Fortschritt

Der Einsatz der KI in der Kariologie fördert außerdem den wissenschaftlichen Fortschritt. Die KI-gestützte Kariesdiagnostik verbessert durch ihre besondere Präzision, Objektivität und Effizienz die standardisierte Datenerhebung für die klinische Forschung. Eine frühzeitige reproduzierbare Erkennung von Läsionen ermöglicht sehr gezielte Präventionsmaßnahmen. Automatisierte Analysen großer Datenmengen und standardisierte Algorithmen sorgen für eine schnellere und zuverlässigere Datenauswertung als bisher und eine bessere Vergleichbarkeit von Daten verschiedener Wissenschaftszentren.

Die Einbeziehung von künstlicher Intelligenz in die zahnmedizinische Diagnostik und Lehre durch die Poliklinik für Zahnerhaltung an der Universität Marburg ist nach den Worten der stellvertretenden Klinik-Direktorin, Prof. Dr. Carolina Ganß, daher „nicht nur ein Gewinn für Studierende und Lehrende, sondern setzt neue Maßstäbe für die Digitalisierung und Modernisierung der zahnmedizinischen Diagnostik“.

   
   

KI in der zahnmedizinischen Lehre

Mit Künstlicher Intelligenz zur besseren Kariesdiagnose

Die Universität Marburg informiert auf ihrer Homepage über den Einsatz von KI bei der Kariesdiagnostik im Rahmen der Ausbildung angehender Zahnärzte und Zahnärztinnen.