Forschung, Umfrage & Co

Zufriedenheit mit Gesundheitssystem sinkt

Das Meinungsinstitut Forsa hat im Auftrag der Techniker Krankenkasse eine repräsentative Befragung, den TK-Meinungspuls 2025, durchgeführt. Ein wichtiges Ergebnis der Umfrage: 30 Prozent der Versicherten sind mit dem deutschen Gesundheitswesen unzufrieden. 2021 lag die Quote der Unzufriedenen noch bei zehn Prozent.
Von Öffentlichkeitsarbeit (sk)
Erstellt am 31.03.2025
Quelle: Techniker Krankenkasse
Eine Grafik, die ein Stimmungsbarometer mit Daumen-Symbolen in einer Skala zeigt. © rosifan – stock.adobe.com

Trendwende erkennbar

Damit liegt eine Trendumkehr vor. Vor 2021 war die Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung in Deutschland kontinuierlich angestiegen, seitdem ist sie rückläufig. Insgesamt ist also rund jeder dritte Befragte vom deutschen Gesundheitssystem derzeit enttäuscht.

Zu lange Wartezeiten auf Facharzttermine

Nicht zufrieden oder weniger zufrieden sind 38 Prozent der Versicherten beispielsweise mit der fachärztlichen Versorgung. Auch dieser Wert lag schon einmal deutlich niedriger. 2017 gaben diese Antwort nur 27 Prozent der Befragten. Ausschlaggebend für die Unzufriedenheit sind möglicherweise die langen Wartezeiten für Facharzttermine. Mit den Wartezeiten auf einen Facharzttermin ist deutlich mehr als die Hälfte (62 Prozent) aller befragten Versicherten nicht zufrieden. 2017 waren es auch schon 50 Prozent, die sich in dieser Hinsicht unzufrieden zeigten.

Beitragssteigerungen erwartet

Angesichts der vielfältigen Probleme stehen die gesetzlich Versicherten Reformen positiv gegenüber. 73 Prozent sprechen sich dafür aus, dass das Gesundheitssystem in Deutschland stellenweise reformiert wird, 21 Prozent wünschen sich sogar eine umfassende Reformierung in diesem Bereich. Auch die Krankenhausreform bzw. die geplante größere Spezialisierung der Kliniken wird von 72 Prozent der Befragten begrüßt. Einig sind sich die Versicherten in ihrer Erwartung, dass die Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung weiter steigen werden. Das schätzen 94 Prozent so ein.

Versicherte stehen Neuerungen positiv gegenüber

Die gesetzlich Versicherten in Deutschland sehen nicht nur den Reformbedarf, sondern sind auch offen für Neuerungen im Gesundheitswesen. 89 Prozent hätten nichts dagegen einzuwenden, wenn medizinisches Fachpersonal oder qualifizierte Pflegekräfte einige Aufgaben übernehmen würden, die bisher nur Ärztinnen und Ärzten vorbehalten sind. Außerdem sieht die überwiegende Mehrheit der Befragten viele Chancen, die sich durch die Digitalisierung im Gesundheitsbereich eröffnen. So nehmen 81 Prozent bereits Online-Buchungen von Arztterminen vor, 68 Prozent haben schon einmal eine Videosprechstunde beim Arzt absolviert oder möchten diese Möglichkeit nutzen und 77 Prozent wären bereit, bereits vor einem Arzttermin einen digitalen Anamnesebogen auszufüllen. Die elektronische Patientenakte findet dementsprechend bei der großen Mehrheit (75 Prozent) der Versicherten Anklang. Diese möchte die ePA auf jeden Fall auch nutzen.

   

TK-Meinungspuls 2025

Repräsentative Befragung zum deutschen Gesundheitssystem

Hier geht es zur Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse zum TK-Meinungspuls 2025.