So wurde der Zusammenhang untersucht
Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) sind langlebige Chemikalien, die sich in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern können. Sie stehen seit Längerem im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Ein besseres Verständnis ihrer möglichen Rolle bei der Krebsentstehung kann helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Präventionsmaßnahmen zu verbessern. Vor diesem Hintergrund werteten Forschende aus den USA umfangreiche Daten zu Trinkwasserbelastungen und Krebsdiagnosen aus.
Für ihre Analyse nutzten die Wissenschaftler altersbereinigte Krebsregisterdaten auf Bezirksebene aus einer nationalen US-Datenbank. Ergänzt wurden diese Informationen durch Messdaten zu PFAS in öffentlichen Trinkwassersystemen, die im Rahmen von Untersuchungsprogrammen der US-Umweltschutzbehörde erhoben worden waren. Auf dieser Basis prüfte das Forschungsteam, ob sich statistische Zusammenhänge zwischen PFAS-Belastungen und verschiedenen Krebsarten zeigen.
Ergebnisse: Mehr Krebsfälle und Unterschiede zwischen den Geschlechtern
Die Auswertung ergab, dass PFAS im Trinkwasser mit höheren Krebsraten in mehreren Organsystemen verbunden waren. Dazu zählten unter anderem das Verdauungssystem, die Atemwege, hormonabhängige Organe sowie die Mundhöhle und der Rachen. Besonders auffällig war der Zusammenhang zwischen der Substanz PFBS und Krebs im Mund- und Rachenraum.
Darüber hinaus traten geschlechtsspezifische Unterschiede auf: Bei Männern standen PFAS-Belastungen vor allem mit Krebserkrankungen der Harnwege, des Gehirns, mit Leukämien und Tumoren des Weichteilgewebes in Verbindung. Bei Frauen zeigten sich Zusammenhänge unter anderem mit Schilddrüsenkrebs sowie mit Krebs der Mundhöhle/des Rachens und des Weichteilgewebes.
Die Forschenden schätzten außerdem, wie viele Krebsfälle in den USA jährlich auf PFAS im Trinkwasser zurückzuführen sein könnten. Demnach könnten rund 4.600 Neuerkrankungen pro Jahr mit dieser Umweltbelastung zusammenhängen. Die Autoren weisen zugleich darauf hin, dass nicht alle Krebsarten umfassend untersucht wurden und weiterer Forschungsbedarf besteht.
Krebsfälle durch PFAS im Trinkwasser
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Die vollständige Studie „Associations between per-and polyfluoroalkyl substances (PFAS) and county-level cancer incidence between 2016 and 2021 and incident cancer burden attributable to PFAS in drinking water in the United States“ ist auf nature.com nachzulesen.