Neue S3-Leitlinie zu seltenen Zahnerkrankungen
Die Neu- bzw. Weiterentwicklung der beiden Leitlinien erfolgte im Rahmen zweier vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderter Projekte und nach den Grundsätzen des Regelwerks der „Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften“ (AWMF).
Seltene, genetisch bedingte Erkrankungen der Zähne sind meist mit ausgeprägten Funktionseinschränkungen verbunden. Das Spektrum klinischer Befunde reicht vom Fehlen des schützenden Zahnschmelzes über einen vorzeitigen Verlust von Zähnen bis hin zur Nichtanlage von Zähnen. Obwohl Betroffene von früher Kindheit an eine lebenslange zahnärztliche Betreuung benötigen, fehlten bisher systematisch entwickelte Behandlungsempfehlungen. Diese Lücke wird nun durch die erfolgreiche Neuentwicklung der S3-Leitlinie „Versorgung seltener, genetisch bedingter Erkrankungen der Zähne“ geschlossen. In der neuen Leitlinie sind die seltenen genetisch bedingten Zahnerkrankungen anhand der Leitsymptome gebündelt. Es werden optimale Behandlungsstrategien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene beschrieben sowie neue, digitale Fertigungstechnologien bei der prothetischen Versorgung beurteilt.
Die bis zum 29. Juni 2029 gültige Leitlinie wurde unter Federführung der „Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ (DGZMK), der „Deutschen Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien“ (DGPro), der „Deutschen Gesellschaft für Humangenetik“ (GfH) und der „Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde“ (DGKiZ) entwickelt.
Aktualisierte S3-Leitlinie zur Fissurenversiegelung
Der Kariesbefall tritt im Kindes- und Jugendalter typischerweise an Fissuren und Grübchen der bleibenden Backenzähne auf. Mit einer dauerhaften Versiegelung dieser Zahnflächen soll das Entstehen von Karies vermieden bzw. reduziert werden. Die seit dem Jahr 2006 bestehende und bisher zweimal überarbeitete S3-Leitlinie „Fissuren- und Grübchenversiegelung“ wurde nun turnusmäßig aktualisiert. Dabei wurden die bisherigen Schlüsselfragen zum qualitativ hochwertigen Vorgehen neu formuliert und um weitere ergänzt, so beispielsweise um die Fragen, welche klinische Durchführung (Trockenlegung, Vorbehandlung, Säurekonditionierung etc.) für die einzelnen Arbeitsschritte sinnvoll ist und über welche unerwünschten Ereignisse und Wirkungen bei der Versiegelung berichtet wurde. Die unter Federführung der „Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ (DGZMK), der „Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung“ (DGZ) sowie der „Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde“ (DGKiZ) überarbeitete Leitlinie liegt nun in der Version 5.0 vor und ist bis zum 29. Juni 2029 gültig.
S3-Leitlinien
Download auf den Seiten der AWMF
Sie können die beiden S3-Leitlinien zum Thema „Versorgung seltener, genetisch bedingter Erkrankungen der Zähne“ und zur „Fissuren- und Grübchenversiegelung“ auf den Seiten der „Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften“ einsehen und herunterladen.
Seltene, genetisch bedingte Zahnerkrankungen