Kampagne, Politik

Zahnärzte und Praxisteams demonstrieren für präventionsorientierte Patientenversorgung

Kundgebung am 14. Juni auf dem Roncalliplatz in Köln.
Erstellt am 13.06.2023
Quelle: KZV Nordrhein
Auf dem Bild sieht man Demonstranten, die rote Karten hochhalten. © Edmonds/KZVNR
Protest der Zahnärzteschaft in Köln auf dem Roncalliplatz am Dom 14. Juni 2023

Am Mittwoch, dem 14. Juni 2023, findet auf dem Roncalliplatz am Kölner Dom von 11–13 Uhr eine Protestaktion der Zahnärzteschaft statt. Unter dem Motto „Das Maß ist voll! Rote Karte für Lauterbach!“ machen die Zahnärztinnen und Zahnärzte, gemeinsam mit ihren Praxisteams und Patientinnen und Patienten, auf die verfehlte Gesundheitspolitik durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz aufmerksam, durch die die moderne Parodontitistherapie und damit die Gesundheit der Patientinnen und Patienten gefährdet wird.

Folgende Redner werden in Köln auf der Bühne stehen:

  • Bernd Petelkau (CDU – Fraktionsvorsitzender der Stadt Köln)
  • Prof. Dr. Christoph Benz (Präsident der Bundeszahnärztekammer)
  • ZA Martin Hendges (Vorsitzender des Vorstandes der KZBV) 
  • ZA Andreas Kruschwitz (Vorsitzender des Vorstandes der KZV Nordrhein)
  • Dr. Ralf Hausweiler (Präsident der Zahnärztekammer Nordrhein)
  • Sylvia Gabel (Verband Medizinischer Fachberufe e. V.)

Hintergrund

Im November des vergangenen Jahres trat das sogenannte GKV-Finanzstabilisierungsgesetz in Kraft. Ziel war es, die wachsenden Finanzlöcher in der gesetzlichen Krankenversicherung zu stopfen. Dies droht jedoch auf Kosten der Gesundheit der Patientinnen und Patienten zu gehen: Durch das Gesetz stehen weniger Mittel für zahnärztliche Leistungen zur Verfügung. Besonders betroffen ist die im Juli 2021 nach langjähriger Vorarbeit in die Patientenversorgung eingeführte präventionsorientierte und wissenschaftlich basierte Therapie der Parodontitis.

Bei der Volkskrankheit „Parodontitis“ handelt es sich um eine schwerwiegende Erkrankung des Zahnhalteapparates, der die Kieferknochen mit den Zähnen verbindet. Doch die Parodontitis ist nicht nur die Hauptursache für den Verlust von Zähnen bei Erwachsenen. Vielmehr steht sie gemäß internationaler Forschungsergebnisse in Verbindung mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen chronischen Leiden. Allein in Deutschland sind aktuell rund 30 Millionen Patientinnen und Patienten von dieser Volkskrankheit betroffen.

Der Rotstift von Gesundheitsminister Lauterbach bedroht aber auch auf andere Weise die zahnärztliche Patientenversorgung: Die durch das Gesetz geschaffene Beschränkung der Mittel im Rahmen der wieder eingeführten versorgungsfeindlichen Budgetierung zahnärztlicher Leistungen wird die aufgrund von zunehmender Inflation und steigenden Betriebskosten bereits schwierige Lage vieler Zahnarztpraxen vor allem auf dem Land deutlich verschärfen. Drohende Folgen sind zunehmende Praxisschließungen, gleichzeitig werden Neugründungen erschwert.

Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung.

Beachten Sie bitte auch die Kampagne „Zähne zeigen!“ gegen die negativen Auswirkungen des GKV-FinStG auf die zahnärztliche Patientenversorgung.

Pressekontakt

Frau Edmonds
Abteilungsleiterin Öffentlichkeitsarbeit
Herr Deckers
Öffentlichkeitsarbeit