Der Vorstandsvorsitzende der KZV Nordrhein, Andreas Kruschwitz, stimmte die VV ein, indem er die strukturellen Probleme der zahnmedizinischen Versorgung in Nordrhein vorstellte, die in Zukunft drohen können. Derzeit besteht noch kein akuter Handlungsbedarf, jedoch machte Kruschwitz deutlich, wie schnell sich das ändern kann: „Wir hoffen jeden Tag, dass die über 60-jährigen Kolleginnen und Kollegen weiterarbeiten – nicht nur wegen der Arbeitszeit, sondern auch wegen der Praxisstandorte.“ Grund dafür: In manchen Gebieten wird die Versorgung in erkennbarem Umfang von älteren Kolleginnen und Kollegen sichergestellt. Innerhalb kurzer Zeit könnten in diesen Bereichen Versorgungsveränderungen auftreten, wenn diese Gruppe den Beruf plötzlich aufgäbe und nicht frühzeitig gegengesteuert werde, so Kruschwitz.
Sicherstellung vor Ort im Blick
Auch Lothar Marquardt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KZV Nordrhein, ging auf den Aspekt ein, dass durch verschiedene gesellschaftliche Trends auch in der Zahnmedizin Probleme entstehen könnten. Es gäbe laut Marquardt zwar genug Köpfe, jedoch sorgen Trends wie Anstellungen und Teilzeit für Herausforderungen:
„Wenn immer mehr Zahnärztinnen und Zahnärzte in einer Praxis arbeiten, konzentriert sich die Arbeitsleistung immer stärker auf wenige Praxen“, so Marquardt. Auch hier müsste man frühzeitig entgegenwirken, bevor die Politik sich einbringt.
TI-Bereich beinahe überreguliert
Dr. Thorsten Flägel, Mitglied des Vorstands der KZV Nordrhein, begrüßte ausdrücklich, dass zum Thema RSA-/ECC-Zertifikatstausch am langen Ende die Vernunft gesiegt hat. „Mit Abschalten aller TI-Komponenten, die noch RSA-Zertifikate beinhalten, wären zum Jahreswechsel 2025/2026 bundesweit zahlreiche Praxen faktisch vom Netz gegangen – und das ohne jede Not. Mit der jetzt verabschiedeten Fristverlängerung bis Juni 2026 (ausgenommen sind RSA-Konnektoren) ist diese Gefahr abgewendet worden und die Praxen haben die Zeit, die sie brauchen, um notwendige Änderungen zu veranlassen.