Testung in der Zahnarztpraxis

Änderung der Testverordnung

Düsseldorf, 18.01.2021: Extrem kurzfristig wurde vom Bundesministerium für Gesundheit die „Erste Verordnung der Coronavirus Testverordnung“ am 15.01.2021 verkündet und ist auch bereits ab dem 16.01.2021 in Kraft getreten. Im Anhang finden Sie die Veröffentlichung im Bundesanzeiger, sowie die uns von der BZÄK am 14.01.2021 zur Verfügung gestellten Schriftstücke zum Referentenentwurf vom 12.01.2021.

Drei wesentliche Punkte sind derzeit erkennbar:

  1. Bei Testungen des Praxispersonals mittels PoC-Antigentests ändert sich nichts.
  2. Testungen von anderen Personen bedürfen einer Beauftragung durch den öffentlichen Gesundheitsdienst – also fragen Sie dort bei Interesse nach.
  3. Eine dann mögliche Abrechnung (voraussichtlich 15,00 Euro) erfolgt über die KV und nicht über die KZV.

Daher wird die KZV Nordrhein weitergehende Fragen leider nicht beantworten können.

Bild: Adobe Stock / Mike Fouque

   

Hinweise zur Coronavirus-Testverordnung (TestV)

Bis zu 10 PoC-Antigen-Test pro Monat und in der Praxis tätigen Personen

Düsseldorf, 15.12.2020: Am 23.11.2020 hatten wir u. a. über die Coronatests für Personal von Zahnarztpraxen informiert. Auf Basis der zum 02.12.2020 in Kraft getretenen Testverordnung können Zahnärzte zur Erfüllung des bestehenden Testanspruchs der in ihrer Praxis tätigen Personen bis zu 10 PoC-Antigen-Tests pro Monat und Tätigen in eigener Verantwortung beschaffen und nutzen. Als in der Praxis „Tätige“ gelten insoweit z. B. regelmäßig tätige freie Mitarbeiter, Reinigungskräfte o. dgl.; nicht erfasst sind nur für kurze Zeit verweilende Personen wie Postboten, Lieferanten oder einmalig und kurzzeitig tätige Handwerker. Darüber hinaus hatten wir u. a. empfohlen, dass die sogenannten Testkonzepte dem regional zuständigen Gesundheitsamt zugeleitet werden sollen. Die Erforderlichkeit eines solchen Konzepts und der Weitergabe an das Gesundheitsamt ist nunmehr ausdrücklich entfallen. 

   

Kostenerstattung von PoC-Antigen-Schnelltests

Erhöhung der Sachkostenerstattung

Düsseldorf, 03.12.2020: Wir haben am 23.11.2020 untere anderem darüber berichtet, dass Vertragszahnärzte nach § 11 TestV Anspruch auf Erstattung der Sachkosten des selbstbeschafften Tests in Abhängigkeit von den tatsächlichen Beschaffungskosten bis zu einer maximalen Höhe von 7 € je Test haben. Dieser Wert ist mit Wirkung ab 02.12.2020 auf 9 € je Test erhöht worden und kann ab diesem Zeitpunkt entsprechend abgerechnet werden.

Bitte beachten Sie hierzu das Schreiben des Vorstands vom heutigen Tag.

Bild: Adobe Stock / Marek

   

Corona-Tests für Personal von Zahnarztpraxen

Regelhafte Antigentests nur beim eigenen und nur symptomfreien Praxispersonal

Mit Bezug auf die aktuelle Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Testverordnung - TESTV) verweisen wir auf die Information in unserer Anlage zum ID 07/2020 vom 23.11.2020:

Regelhafte Antigentests nur beim eigenen und nur bei symptomfreiem Praxispersonal

Die aktuelle Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Testverordnung – TestV) erlaubt es Zahnärztinnen und Zahnärzten, Antigentests beim eigenen, asymptomatischen Praxispersonal durchzuführen. Das hat der Gesetzgeber in der Begründung zu § 6 Abs. 1 TestV ausgeführt: „Zu den zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen Leistungserbringern zählen … im Einzelfall, insbesondere zur Testung des eigenen Personals nach § 4 Absatz 1 Nummer 2, auch Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte“.

Eine Klarstellung auf gesetzlicher Ebene (Zahnheilkundegesetz), dass Zahnärztinnen und Zahnärzte Antigentests berufsrechtlich durchführen dürfen, fehlt bisher. Nach der von der KZBV übermittelten Auffassung der Bundeszahnärztekammer ist die Testung bei Einhalten der Vorgaben der Coronavirus-Testverordnung nicht berufsrechtswidrig. Die Tests dürfen nur von Personen, die über grundlegende medizinische Kenntnisse verfügen, ausschließlich nach vorheriger Schulung durch eine/n approbierte/n Arzt/Ärztin oder eine Stelle des öffentlichen Gesundheitsdienstes (z.B. durch das Gesundheitsamt) durchgeführt werden. Die Schulung kann auch digital durch geeignete Lernvideos erfolgen.

Es wird gleichwohl empfohlen, mit der Berufshaftpflichtversicherung abzuklären, dass dem Versicherer diese Tätigkeit bekannt und sie vom Versicherungsschutz umfasst ist.

Das Wichtigste in Kürze:

PoC-Antigen-Schnelltests

Ein Anspruch auf Testung besteht, wenn die betreffende asymptomatische Person in der Praxis tätig ist oder tätig werden soll und die Praxis im Rahmen ihres individuellen einrichtungsbezogenen Testkonzepts oder der öffentliche Gesundheitsdienst die Testung zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 verlangen (§ 4 Abs.1 TestV).

Wir empfehlen, das einrichtungsbezogene Testkonzept Ihrem zuständigen Gesundheitsamt zuzuleiten.

Eine Genehmigung des einrichtungsbezogenen Testkonzepts durch das Gesundheitsamt ist nicht erforderlich, es gilt 14 Tage nach Einreichung als genehmigt. Die Testung ist beschränkt auf:

  • maximal einmal pro Woche je Einzelfall (§ 5 Abs. 2 TestV).
  • alle aktuell zugelassenen Antigen-Tests, die auf der Webseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte veröffentlicht sind.

Die PoC-Tests können über die üblichen Wege, beispielsweise über Apotheken oder den medizinischen Fachhandel, bezogen werden. Bitte berücksichtigen Sie, dass es wie im Frühjahr 2020 zu Lieferengpässen kommen kann.

Bitte beachten: Ein positives Testergebnis ist meldepflichtig. In diesem Fall ist das zuständige Gesundheitsamt zu unterrichten. Ein positiver Schnelltest soll durch einen Labortest mittels PCR-Test bestätigt werden. PCR-Tests dürfen auch weiterhin nur die zuständigen Stellen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und deren Testzentren, Arztpraxen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren, nicht aber Zahnärzte durchführen.

Kostenerstattung

Vertragszahnärzte haben nach § 11 TestV Anspruch auf Erstattung der Sachkosten des selbstbeschafften Tests in Abhängigkeit von den tatsächlichen Beschaffungskosten bis zu einer maximalen Höhe von 7 € je Test.

Abrechnung über die KV Nordrhein

Die Abrechnung der Sachkosten hat nach den Vorgaben der Coronavirus-Testverordnung grundsätzlich über die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) zu erfolgen.

Die KZV Nordrhein prüft derzeit, ob für die Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte einfachere Abrechnungswege zu vereinbaren sind.

Hierüber wird unverzüglich informiert werden.

Vertragszahnärzte haben die für die Abrechnung der Sachkosten bestimmten Angaben zu dokumentieren. Diese Angaben sollen bis zum 31. Dezember 2024 gespeichert oder aufbewahrt werden.

Anspruch auf Antigen-Testung außerhalb der Zahnarztpraxis

Der Anspruch, einen Antigen-Test auch bei anderen Stellen durchführen zu lassen, bleibt unberührt. Diese sind

  • die zuständigen Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes und
  • die von diesen betriebenen Testzentren sowie
  • von diesen beauftragte Dritte
  • die zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen Leistungserbringer und
  • die von den KVen betriebenen Testzentren.

Weitere Informationen

  

R. Wagner
Vorstandsvorsitzender der KZV Nordrhein

Dr. R. Hausweiler
Präsident der Zahnärztekammer Nordrhein

 

Anlage: Testung asymptomatischer Praxismitarbeiter/innen auf das Coronavirus SARS-CoV-2

Bild: Adobe Stock / Mike Fouque