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Coronavirus – News

Corona-Testpraxen

Neben den zuständigen Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes und den von ihnen betriebenen Testzentren führen insbesondere auch zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassene Leistungserbringer Corona-Tests durch. Die KV Nordrhein stellt dazu eine Übersicht der Testpraxen in Nordrhein zur Verfügung.

Bestellung von Schutzmaterial bei der KZV Nordrhein

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Corona-News

Aktuelle Nachrichten und Entwicklungen zum Thema Corona

 

+++ Aktuelle Coronateststrukturverordnung NRW – Hier lesen Sie mehr +++

+++ Aktuelle Coronavirus-Testverordnung – Hier lesen Sie mehr +++

+++ Aktuelle Coronavirus-Impfverordnung – Hier lesen Sie mehr +++

+++ Information zur Beschäftigtentestung – Hier lesen Sie mehr +++

+++ Schutz vor Aerosol-übertragbaren Erregern – Hier lesen Sie mehr +++

+++ COVID-19-Sonderregelungen Heilmittel-RL ZÄ und Krankentransport-RL – Hier lesen Sie mehr +++

+++ Großer Erfolg der KZBV: Pandemiezuschlag vereinbart! – Hier lesen Sie mehr +++

+++ Der Besuch beim Zahnarzt schützt vor Covid-19 – Hier lesen Sie mehr +++

+++ Notdienst/Zahnärztliche Notfallbehandlung von COVID-19-Patienten – Hier lesen Sie mehr +++

+++ Weitere Corona-News +++ – Hier lesen Sie mehr +++

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Aktuelle Coronateststrukturverordnung NRW

Mit Wirkung zum 14. Juli 2021

Auf der Grundlage der Coronavirus-Testverordnung des Bundes vom 8. März 2021 hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen am 9. März 2021 eine „Verordnung zum Aufbau einer Angebotsstruktur zur Ermöglichung von Bürgertestungen auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronateststrukturverordnung – CoronaTeststrukturVO)“ erlassen, die am 10. März 2021 in Kraft getreten ist. Aktuell liegt die CoronaTeststrukturVO vom 9. März 2021 in der ab 14. Juli 2021 gültigen Fassung vor.

MAGS: Verordnung zum Aufbau einer Angebotsstruktur zur Ermöglichung von Bürgertestungen auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronateststrukturverordnung – CoronaTeststrukturVO) (PDF)

Beachten Sie dazu auch die Sonderseite zur Coronavirus-Testung der KZV Nordrhein, die Ausführungen auf der Corona-Themenseite der ZÄK Nordrhein sowie die Übersicht der rechtlichen Regelungen des Landes Nordrhein-Westfalen zur Corona-Pandemie auf den Seiten des MAGS.

KZV NR: Coronavirus-Testung in der Praxis

ZÄK NR: Informationsseite zu Corona (unter „Tests und Quarantäne“)

MAGS: Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen – rechtliche Regelungen

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Aktuelle Coronavirus-Testverordnung

Mit Wirkung zum 1. Juli 2021

Mit Wirkung zum 1. Juli 2021 ist die aktuelle Coronavirus-Testverordnung vom 24. Juni 2021 in Kraft getreten:

BMG: Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Testverordnung – TestV) (PDF)

Die aktuelle Corona-Test- und Quarantäneverordnung (CoronaTestQuarantäneVO) für Nordrhein-Westfalen können Sie auf den Seiten des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) NRW einsehen.

Zu den Informationen der KZV Nordrhein über die wesentlichen Neuerungen der aktuellen Coronavirus-Testverordnung, die für Zahnärzte relevant sind, gelangen Sie hier:

Coronavirus-Testverordnung- (TestV) geändert – die wesentlichen Neuerungen

Die Bundeszahnärztekammer hat die Neuerungen der aktuellen Coronavirus-Testverordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen online mit Empfehlungen zusammengefasst:

BZÄK: Corona-Test (9. Juli 2021)

Beachten Sie zum Thema bitte auch die Sonderseite zur Coronavirus-Testung der KZV Nordrhein:

KZV NR: Coronavirus-Testung in der Praxis

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Aktuelle Coronavirus-Impfverordnung

Mit Wirkung zum 7. Juni 2021

Mit Wirkung zum 7. Juni 2021 ist die aktuelle Coronavirus-Impfverordnung vom 1. Juni 2021 in Kraft getreten. Sie hat die Coronavirus-Impfverordnung vom 31. März 2021 mit Wirkung zum 1. April 2021, die durch die „Erste Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Impfverordnung“ vom 29. April 2021 geändert worden war, abgelöst.

Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung – CoronaImpfV) (PDF)

Nachtrag 16.07.2021: Inzwischen ist die Coronavirus-Impfverordnung vom 1. Juni 2021 durch die „Zweite Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Impfverordnung“ vom 13. Juli 2021 mit Wirkung zum 1., 12. und 15. Juli 2021 geändert worden:

Zweite Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Impfverordnung (PDF) 
(gültig ab 1., 12. und 15. Juli 2021)

Die Coronavirus-Impfverordnung vom 1. Juni 2021 war zuvor bereits durch die „Erste Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Impfverordnung“ vom 6. Juli 2021 mit Wirkung zum 8. Juli 2021 geändert worden:

Erste Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Impfverordnung (PDF) 
(gültig ab 8. Juli 2021)

Beachten Sie zum Thema bitte die Sonderseite zur Coronavirus-Impfung der KZV Nordrhein sowie die Übersicht der Gesetze und Verordnungen des BMG.

KZV NR: Coronavirus-Impfung in der Praxis

BMG: Gesetze und Verordnungen

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Schutz vor Aerosol-übertragbaren Erregern

Aktualisierung der S1-Leitlinie veröffentlicht

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) vermeldet: „Bereits ein halbes Jahr nach der Ersterstellung der S1-Leitlinie mit Hinweisen zum Schutz der zahnmedizinischen Fachkräfte und Patienten vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 und anderen Aerosol-übertragbaren Erregern bei gleichzeitiger Gewährleistung der zahnmedizinischen Grundversorgung der Bevölkerung ist diese aktualisiert und an die neuen Erkenntnisse angepasst worden. Federführend durch die DGZMK wurden in Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Vertretern verschiedener Fachgesellschaften und Experten die erarbeiteten Handlungsempfehlungen geprüft und gegebenenfalls modifiziert, mit dem Ziel, Zahnärzten und zahnmedizinischem Fachpersonal notwendige Maßnahmen zum Selbst- und Fremdschutz zu vermitteln. Im Sinne einer Living Guideline werden weitere Aktualisierungen entsprechend neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse folgen.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Die Leitlinie können Sie online auf den Seiten der DGZMK einsehen und herunterladen.

S1-Leitlinie: Umgang mit zahnmedizinischen Patienten bei Belastung mit Aerosol-übertragbaren Erregern (Langfassung 2021) (PDF) (Stand März 2021)

   

COVID-19-Sonderregelungen Heilmittel-RL ZÄ und Krankentransport-RL

Bundesweite Geltung – Fristverlängerung bis vorerst 30. September 2021

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat umfangreiche regionale Sonderregelungen zur Verordnung veranlasster Leistungen, unter anderem zur vertragszahnärztlichen Verordnung von Heilmitteln, beschlossen (§ 2a Heilmittel-RL ZÄ), um in COVID-19-Risikogebieten das Verordnungsgeschehen durch Vermeidung nicht zwingend notwendiger Kontakte zu sichern. Aufgrund des bundesweit steigenden Infektionsgeschehens hat der G-BA am 30. Oktober 2020 mit Wirkung zum 2. November 2020 diese Regelungen für das gesamte Bundesgebiet geöffnet.

Für die vertragszahnärztliche Verordnung von Heilmitteln gelten damit seit 2. November 2020 folgende im § 2a Heilmittel-RL ZÄ (n. F.) verankerte Abweichmöglichkeiten:

  1. Folgeverordnung/Verordnungen außerhalb des Regelfalls bzw. erneute Verordnung nach telefonischer Anamnese,
  2. Aussetzung der Vorgabe, wonach Verordnungen von Heilmitteln im Falle einer Unterbrechung der Leistung von mehr als 14 Tagen ihre Gültigkeit verlieren,
  3. Möglichkeit, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie als Videobehandlung zu erbringen,
  4. Geltungsdauer von Heilmittel-Verordnungen von 14 auf 28 Tage verlängert.

Die Regelungen zu Nr. 1-3 gelten durch die am 18. März 2021 vom G-BA beschlossene Fristverlängerung vorerst befristet bis zum 30. September 2021. Die Regelung zu Nr. 1 erfasst ab dem 1. Januar 2021, aufgrund des Inkrafttretens der geänderten Heilmittel-RL ZÄ, nur noch die „erneuten Verordnungen“ gemäß § 2a Abs. 1 S. 1 Nr. 1 Heilmittel-RL ZÄ. Folgeverordnungen und Verordnungen außerhalb des Regelfalles entfallen. Die Regelung zu Nr. 4 galt bis 31. Dezember 2020, da die geänderte Heilmittel-RL ZÄ ab dem 1. Januar 2021 die regelhafte Geltungsdauer von 28 Tagen beinhaltet.

Krankentransportfahrten von COVID-19-positiven Versicherten und Personen unter behördlich angeordneter Quarantäne zu nicht aufschiebbaren zwingend notwendigen ambulanten vertragszahnärztlichen Behandlungen bedürfen bundesweit weiterhin keiner vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse. Die Regelung gilt, solange der Deutsche Bundestag gemäß § 5 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes eine epidemische Lage von nationaler Tragweite festgestellt hat (derzeit bis zum 30. September 2021). Vorerst befristet bis zum 30. September 2021 können Verordnungen von Krankentransporten nach § 6 und Krankenfahrten nach §§ 7 und 8 KT-RL dazu auch nach telefonischer Anamnese ausgestellt und vom Vertragszahnarzt postalisch an in der Praxis bekannte Versicherte übermittelt werden, sofern sich der verordnende Vertragszahnarzt vom Zustand des Versicherten durch eingehende telefonische Befragung überzeugt hat.

Zu den aktuellen Fristverlängerungen für die Corona-Sonderregelungen siehe nachfolgende Pressemitteilungen des G-BA: 

G-BA: Corona-​Sonderregeln verlängern sich (11. Juni 2021)

G-BA: Verlängerung von Corona-Sonderregeln (18. März 2021)

Eine Übersicht zu den COVID-19-Sonderregelungen finden Sie online auf den Seiten des G-BA.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung / Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

Bild Startseite: Adobe Stock / StockPhotoPro

   

Großer Verhandlungserfolg der KZBV: Pandemiezuschlag vereinbart! 

GKV stellt 275 Millionen Euro für vertragszahnärztliche Aufwände aus der Corona-Pandemie zur Verfügung

Lesen Sie hierzu das Statement der KZBV. Den Vertragstext können Sie hier herunterladen.

Weitere Informationen auf den Seiten der KZV Nordrhein.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein / Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

   

Der Besuch beim Zahnarzt schützt vor COVID-19

Gemeinsame Pressemitteilung von KZV und Zahnärztekammer Nordrhein

Vorsorgeuntersuchungen helfen nicht nur der Mundgesundheit. Denn wer regelmäßig zum Zahnarzt geht, minimiert auch die Gefahr, an Covid-19 zu erkranken – und vor allem daran zu sterben.

Lesen Sie hier die gemeinsame Presseerklärung von KZV und Zahnärztekammer Nordrhein vom 28. Januar 2021:

KZV NR/ZÄK NR: Der Besuch beim Zahnarzt schützt vor Covid-19 (PDF)

   

Notdienst/Zahnärztliche Notfallbehandlung von COVID-19-Patienten

Düsseldorf, 22.12.2020 – Patientinnen oder Patienten, bei denen eine COVID-19-Erkrankung diagnostiziert wurde oder die sich wegen des Verdachts der Erkrankung aufgrund behördlicher Anordnung in Quarantäne befinden, können gleichzeitig in einer zahnärztlichen Notfallsituation sein. Für diese Patientinnen und Patienten wurden Notfallambulanzen eingerichtet, die allen Zahnarztpraxen und damit auch den entsprechenden Zahnärztlichen Notdiensten bekanntgegeben wurden.

Sofern sich also eine an COVID-19 erkrankte Person in einer Zahnarztpraxis meldet und ein zahnmedizinischer Notfall einschließlich Behandlungsbedürftigkeit festgestellt wird, koordiniert der behandelnde Zahnarzt die Behandlung der betroffenen Person entweder in der eigenen Praxis oder in einer ihm bekannten Notfalleinrichtung. Die entsprechenden Notfalleinrichtungen sind sämtlichen nordrheinischen Zahnarztpraxen bekannt gegeben worden.

Die Koordination und Sicherstellung der Notfallbehandlung oben angeführter Patientinnen und Patienten folgt nach diesem Schema:

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Weitere Corona-News

Corona-Pandemie und Bruxismus

US-Zahnärzte beobachten Anstieg von Bruxismus-Symptomen

Eine durch das Health Policy Institute (HPI) durchgeführte Umfrage der American Dental Association (ADA) unter US-Zahnärzten hat ergeben, dass die Corona-Pandemie zu einem vermehrten Auftreten von Bruxismus geführt hat. Zahnärzte beobachten bei ihren Patienten seit Corona eine signifikante Zunahme von Abrasionen, frakturierten Zähnen sowie Kiefer- und Kopfschmerzen.

Bereits seit dem 23. März 2020 befragt die ADA regelmäßig Zahnärzte zum Thema COVID-19, vor allem zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie auf die Zahnarztpraxen. Die repräsentative Umfrage vom Februar dieses Jahres, an der etwa 2.500 Zahnärzte teilnahmen, beinhaltete auch das Auftreten stressbedingter Symptome bei Patienten.

71 Prozent der Zahnärzte gab im Rahmen dieser Befragung an, dass sie bei ihren Patienten eine Zunahme von Zahnschäden sowie Kopfschmerzen und schmerzhaften Beschwerden der Kaumuskulatur und Kiefergelenke („temporomandibular disorders”), wie sie durch Bruximus hervorgerufen werden, festgestellt haben – das sind über 10 Prozent mehr als noch bei der ADA-Befragung vom Herbst 2020, als knapp 60 Prozent der teilnehmenden Zahnärzte angaben, einen solchen Anstieg bemerkt zu haben.

Dass stressbedingte Phänomene wie Bruxismus seit dem Beginn der Corona-Pandemie vermehrt auftreten, vermeldet auch die Bundeszahnärztekammer für Deutschland. Auch hier lassen klinische Beobachtungen vieler Zahnärzte auf eine deutliche Zunahme von Bruxismus-Symptomen schließen. Es ist zu vermuten, dass die seit über einem Jahr andauernde Belastungssituation aufgrund der Corona-Krise ein vermehrtes Auftreten von Bruxismus mit all seinen schädlichen Auswirkungen für die Mundgesundheit ausgelöst hat.

Dagegen hat sich die Befürchtung nicht bewahrheitet, dass es durch das Tragen von Masken zu einer Zunahme von Halitosis oder Xerostomie komme könnte. Im Hinblick auf die Einsicht der Patienten in die Notwendigkeit von zahnärztlichen Behandlungen auch und gerade in Corona-Zeiten ist zudem eine positive Tendenz zu verzeichnen. Dementsprechend hat auch das Vertrauen der Patienten in die Sicherheit von Behandlungen und die Hygienestandards in den Zahnarztpraxen deutlich zugenommen. Das zeigen nicht nur die ADA-Umfragen, sondern auch vergleichbare Umfragen in Deutschland zu den wirtschaftlichen Folgen von Corona. So konnte das Umfrageinstitut Forsa jüngst berichten, dass inzwischen nur noch 16 Prozent der Patienten ihren Zahnarzttermin absagen oder verschieben. 

   

KZBV zum Versorgungsverbesserungsgesetz

GPVG sieht Hilfsmaßnahmen für Vertragszahnärzteschaft vor

Förderung von neu niedergelassenen Praxen aus Mitteln des Strukturfonds

Mit den im GPVG enthaltenen „Sonderregelungen für Vertragszahnärzte aus Anlass der COVID-19-Epidemie“ werden Inhalte der „COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung“ in das Sozialgesetzbuch überführt. Da die Verordnung spätestens zum 31. März 2021 außer Kraft tritt, oder das Parlament bis dahin die „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ gemäß Infektionsschutzgesetz aufheben könnte, soll mit dem GPVG Rechtssicherheit für Kassenzahnärztliche Vereinigungen und Krankenkassen geschaffen werden.

Für die vertragszahnärztliche Versorgung sind künftig Hilfsmaßnahmen auf gesetzlicher Grundlage vorgesehen, um die negativen Folgen der Corona-Pandemie für Zahnarztpraxen abzufedern. Entsprechende Regelungen hat der Bundestag im Rahmen der abschließenden Beratungen zu dem Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege (GPVG) beschlossen.

Die KZBV begrüßt diese Entscheidung. Im GPVG wurden zahlreiche Forderungen der KZBV aufgegriffen, die sie in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder in intensiven Gesprächen an die Politik adressiert hatte. Nachdem zunächst im Referentenentwurf lediglich die Verlängerung der Rechtsgrundlage für die Rückzahlungsverpflichtung der Liquiditätshilfe in 2021 und 2022 vorgesehen war, hat sich die KZBV mit allen Kräften erfolgreich dafür eingesetzt, dass Zahnarztpraxen die dringend benötigte Unterstützung in der Pandemie erhalten, die ihnen in dieser Form bislang verwehrt wurde. Die jetzt beschlossenen Maßnahmen leisten einen Beitrag, um vertragszahnärztliche Versorgungsstrukturen für die Zeit nach der Krise flächendeckend und wohnortnah erhalten zu können.

Was das GPVG für Zahnärzte vorsieht
Das GPVG sieht unter anderem vor, dass Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KZVen) zur Sicherstellung von Versorgungsstrukturen in den Jahren 2021 und 2022 Praxen aus Mitteln des Strukturfonds gezielt fördern können, die sich 2019 bis 2021 neu niedergelassen haben oder die neu gegründet wurden. Mangels bestehender Rücklagen sind besonders solche Praxen und damit auch deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pandemie häufig von einer verminderten Inanspruchnahme vertragszahnärztlicher Leistungen wirtschaftlich betroffen. Da der Strukturfonds zur Hälfte aus Kassenmitteln gebildet wird, ist damit zumindest in gewissem Umfang eine angemessene finanzielle Beteiligung der Krankenkassen geregelt worden, für die sich die KZBV verstärkt eingesetzt hatte.

Das Gesetz sieht zudem vor, dass Krankenkassen auch in 2021 wie schon für das Jahr 2020 90 Prozent der gezahlten Gesamtvergütung der vertragszahnärztlichen Leistungen des Jahres 2019 als Abschlagszahlung an die KZVen in Form der bislang schon möglichen Liquiditätshilfe leisten. Die Rückzahlung der Liquiditätshilfen muss bis einschließlich 2023 erfolgen und wurde für die Liquiditätshilfen in 2020 somit um ein Jahr gestreckt.

Darüber hinaus sollen die Partner der Gesamtverträge – also KZVen und Kassen – in den Jahren 2021 und 2022 bei ihren Verhandlungen eine verminderte Inanspruchnahme von vertragszahnärztlicher Versorgung durch Patientinnen und Patienten infolge der Pandemie angemessen berücksichtigen. Die Regelung hat zum Ziel, dass die Gesamtvertragspartner mit ihren Vereinbarungen sicherstellen, dass ein angemessenes Vergütungsniveau erhalten bleibt.

Stellungnahme der KZBV zu den abschließenden Beratungen des GPVG
Der Bundestag hat im Rahmen der abschließenden Beratungen zu dem Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege (GPVG) strukturerhaltende Maßnahmen im Bereich der vertragszahnärztlichen Versorgung beschlossen. Anlässlich der Verabschiedung des Gesetzes sagte Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV):

„Wir begrüßen die heute getroffene Entscheidung des Bundestages. Mit den Änderungen hat der Gesetzgeber wesentliche Teile unserer Vorschläge aufgegriffen, um die Krisenreaktionsfähigkeit der vertragszahnärztlichen Versorgung während der anhaltenden Pandemie zu gewährleisten. Zum einen erhalten die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen die Möglichkeit, gerade junge Praxen, die durch die Folgen der Pandemie existenziell bedroht sind, unter angemessener Beteiligung der Krankenkassen finanziell zu unterstützen, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass diese Unterstützung für alle in Not geratenen Praxen ermöglicht worden wäre. Mit den Regelungen wird zum anderen die Zahlungsfähigkeit der KZVen durch eine rückzuzahlende Liquiditätshilfe auch im Jahr 2021 gesichert. Darüber hinaus werden die Gesamtvertragspartner auf der Landesebene in die Lage versetzt, pandemiebedingte Verwerfungen auszugleichen. Mit diesen gesetzlichen Regelungen werden wesentliche Voraussetzungen geschaffen, um auch in der aktuellen zweiten Welle der Pandemie die Sicherstellung der vertragszahnärztlichen Versorgung der gesamten Bevölkerung wohnortnah, flächendeckend und qualitätsgesichert unter Einhaltung höchster Infektionsschutzmaßnahmen auch zukünftig sicherstellen zu können. Losgelöst von den gesetzlichen Regelungen sind wir bestrebt, in Vertragsverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband einen angemessenen ‚Pandemiezuschlag‘ für den extrem gestiegenen Aufwand bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten unter Pandemiebedingungen zu vereinbaren.“

Die Informationen und die Stellungnahme der KZBV zum GPVG können Sie auch auf den Seiten der KZBV einsehen:

   

Schlechte Mundgesundheit verschlimmert Corona-Verlauf

Britische Wissenschaftler: Sterberisiko um 70 Prozent höher

Wissenschaftler der University of Leeds in Großbritannien haben herausgefunden, dass Patienten mit schlechter Mundgesundheit deutlich stärker gefährdet sind, am Coronavirus (SARS-CoV-2) zu sterben. Die Forscher haben für ihre Studie Untersuchungsdaten von positiv getesteten Patienten mit Angaben zu deren Lebensstil, Body-Mass-Index und weiteren Begleiterkrankungen herangezogen und mit Daten zum jeweiligen Krankenhausaufenthalt und Krankheitsverlauf abgeglichen. Neben bekannten Faktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, die bei Coronavirus-Infizierten das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhen, zeigte sich dabei, dass auch parodontale Erkrankungen zu einem schweren bis tödlichen Krankheitsverlauf beitragen können.

Krankes Zahnfleisch – geschwächter Körper
Grund dafür ist, dass SARS-CoV-2 leichter in einen bereits geschwächten Körper eindringen kann. Patienten mit Zahnfleischentzündung oder einer Parodontitis, durch die die Mundhöhle bereits angegriffen war, verstarben häufiger als Personen, bei denen keine dieser Erkrankungen vorlag. Die Studienleiter ziehen daraus den Schluss, dass bereits bestehende Entzündungsprozesse im Körper das Immunsystem schwächen und den Boden für einen schweren Verlauf von COVID-19 bereiten können.

Zudem dringt das Coronavirus in den menschlichen Organismus bekanntlich über den Mund- und Rachenraum ein. Ist dieser nicht intakt, kann das Virus diese erste Barriere, den Mund, leichter überwinden und einfacher in den Körper gelangen. Allerdings bestätigt die Studie nicht, dass sich Personen mit schlechter Mundgesundheit grundsätzlich eher infizieren als Personen mit intakter Mundgesundheit.

Quelle: Larvin, H. et al: „The Impact of Periodontal Disease on Hospital Admission and Mortality During COVID-19 Pandemic“ published on 26. Nov 2020 in Front. Med. DOI: doi.org/10.3389/fmed.2020.604980

   

Zum Zahnarzt – gerade jetzt!

Gemeinsame Stellungnahme von KZV und ZÄK Nordrhein 

Die meisten Menschen haben in den letzten Monaten beim Thema „Gesundheit“ wohl nicht sofort an ihre Zahn- und Mundgesundheit gedacht. Falsch wäre es aber, über die vielen Informationen zu Corona den regelmäßigen Besuch beim Zahnarzt zu vergessen! Ein gesunder Mund ohne Entzündungen und Zahndefekte ist nämlich eine solide Basis für ein gutes Immunsystem. Was könnte wichtiger sein, wenn man Infektionen durch Viren verhindern will, die hauptsächlich durch den Mund-Nasen-Raum in den Körper eindringen?

„Je eher Risiken für Zähne und Zahnfleisch erkannt werden, desto besser lassen sich Erkrankungen verhindern! Schon während und nach dem ersten Lockdown haben Wurzelbehandlungen, Zahnentfernungen und andere akute Schmerzbehandlungen stark zugenommen, weil viele aus einer falschen Verunsicherung heraus die Vorsorgemaßnahmen nicht wahrgenommen haben und nicht rechtzeitig zum Zahnarzt gegangen sind,“ erklärt Zahnarzt Ralf Wagner, Vorstandsvorsitzender der KZV Nordrhein. 

Vorsorge ist in Zeiten einer Infektionskrankheit wie Covid-19 noch wichtiger als früher. Zum Beispiel weil Zahnfleischentzündungen häufig zu spät bemerkt werden. „Denn unbehandelte Entzündungen in der Mundhöhle können Entzündungen im ganzen Körper auslösen. Konsequenz ist eine Verschlechterung des gesamten Gesundheitszustands und eine schwache Immunabwehr,“ warnt der Präsident der ZÄK Nordrhein Dr. Ralf Hausweiler.

Hoher Hygienestandard in den Praxen 
Hygiene hat in den Zahnarztpraxen in Deutschland einen äußerst hohen Stellenwert. Die Basishygiene, die als täglicher Standard praktiziert wird, schützt zuverlässig vor Infektionen. So werden in den Zahnarztpraxen Sterilisatoren sowie Reinigungs- und Desinfektionsgeräte regelmäßig u. a. nach den Vorgaben der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch Institut (RKI) auf Wirksamkeit überprüft. Über den ohnehin sehr hohen Standard in den Zahnarztpraxen hinaus sind angesichts von Covid-19 zusätzliche Hygienemaßnahmen eingeführt worden, vom Mindestabstand über regelmäßiges Lüften bis zur Anwendung antiseptischer Mundspülungen.

Der Zahnarzt ist Fachmann für die Mundhöhle und für Hygiene! Nichts ist wichtiger, wenn es sich – wie bei SARS-CoV-2 – um einen Virus im Rachenraum handelt. Darum gilt: Zum Zahnarzt – gerade jetzt!

„Eine gesunde Mundhöhle ist immer eine bessere Immunbarriere als eine kranke Mundhöhle. Gerade in diesem Zusammenhang ist eine gute Mundhygiene bzw. eine gesunde Mundhöhle in Zeiten von Covid-19 noch wichtiger, als sie vorher schon war.“ (DGZMK-Präsident Prof. Dr. Roland Frankenberger) 

Für Rückfragen:

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein
Pressestelle
Dr. Uwe Neddermeyer
Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: (02 11) 96 84 -279/341
E-Mail: info(at)kzvnr.de                                                            

Zahnärztekammer Nordrhein
Pressestelle
Susanne Paprotny
Ressortleiterin Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: (02 11) 44 704 -210
E-Mail: presse(at)zaek-nr.de

Hier können Sie die Pressemitteilung als PDF-Datei herunterladen.

   

Corona-Krise: Zahnärztliche Versorgung muss erhalten bleiben

KZBV, BZÄK und DGZMK wenden sich an politische Entscheidungsträger

Berlin, 16. November 2020 – Angesichts der erneuten dynamischen Zunahme des Infektionsgeschehens und des Teil-Lockdowns in Deutschland haben die drei Spitzenorganisationen der Zahnärzteschaft den hohen Stellenwert der Zahnmedizin für das Gesundheitssystem im Kampf gegen die Pandemie betont und die Politik zum entschlossenen Handeln gegen die Krise und deren Folgen für die zahnärztliche Versorgung aufgerufen.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) versicherten, dass die Versorgung aller Patienten bei maximalem Infektionsschutz weiterhin bundesweit sichergestellt werde. Ängste vor einer Infektion im Rahmen eines Zahnarztbesuches seien aufgrund hoher Hygienestandards unbegründet. Zugleich forderten sie einmal mehr konkrete Hilfen ein, um dringend benötigte Versorgungsstrukturen zu erhalten. Alle drei Organisationen bedanken sich bei den Zahnärztinnen, Zahnärzten und ihren Teams sehr herzlich für ihren Einsatz unter diesen schwierigen Bedingungen.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der KZBV: „Mit Recht baut die Bevölkerung gerade jetzt mitten in der Pandemie auf eine verlässlich funktionierende flächendeckende und wohnortnahe Versorgung auf hohem qualitativen Niveau bei maximalem Infektionsschutz. Schon während des ersten Lockdowns haben wir Zahnärzte mit unseren Praxisteams bewiesen, dass auf uns zu 100 Prozent Verlass ist und von der zahnmedizinischen Versorgung keine Infektionsrisiken ausgehen. Auch jetzt, da uns die zweite Welle mit voller Wucht getroffen hat, leistet der Berufsstand ohne zu klagen unter großem Einsatz und Anstrengungen einen ganz wesentlichen Beitrag zur Pandemiebewältigung und bietet darüber hinaus seine Unterstützung bei Test- und Impfmaßnahmen der Bevölkerung an. Zunehmend viele Praxen können aber inzwischen die pandemiebedingten wirtschaftlichen Folgen alleine nicht mehr schultern und sind existenziell bedroht. Die Politik darf nicht länger die Augen vor diesen Problemen verschließen und muss gezielte Hilfe leisten, wenn sie nicht verantworten will, dass dringend benötigte Versorgungsstrukturen unwiderruflich verloren gehen.“

Dr. Peter Engel, Präsident der BZÄK: „Weder für Zahnärzte noch für Praxisteams und Patienten besteht ein besonderes Infektionsrisiko, wenn die bekannten Hygieneregeln bei der zahnmedizinischen Behandlung beachtet werden - das zeigen Studien weltweit. Es gibt keine nennenswerten Infektionszahlen im Umfeld zahnärztlicher Praxen und Kliniken. Die hohen und in der Pandemie noch einmal erhöhten Hygienemaßnahmen haben sich vollumfänglich bewährt. Patienten sollten ihre Behandlungen und Prophylaxetermine wie gewohnt wahrnehmen, um schädliche Folgen zu vermeiden - eine gute Mundgesundheit bedarf einer regelmäßigen Kontrolle und Untersuchung in der Praxis. Die anhaltende Corona-Krise hat aber zunehmend negative ökonomische Auswirkungen auf die Zahnarztpraxen: junge Kollegen überlegen sich zweimal, ob sie jetzt in die Niederlassung gehen, frisch Niedergelassene kämpfen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und teilweise sogar um ihre Existenz, ältere Kollegen geben ihre Praxis früher als geplant ab. Wenn sich dies verstetigt, wird es zu gravierenden Problemen in der Fläche kommen. Hier fordere ich die politischen Verantwortungsträger zum Gegensteuern auf.“

Prof. Dr. Roland Frankenberger, Präsident der DGZMK: „Die DGZMK sieht mit großer Sorge, dass das bereits zuvor zum Teil massiv unterfinanzierte System der Universitätszahnmedizin durch die Pandemie bis an seine Grenzen und darüber hinaus belastet wird. Die klinische Ausbildung der Studierenden der Zahnmedizin am Patienten in den Semestern 7 bis 10 war bereits im vergangenen Sommersemester mitunter stark kompromittiert. Mit der zweiten Welle zum Beginn des bereits gestarteten Wintersemesters steht nun zum zweiten Mal ein Ausbildungssemester in der klinischen Zahnmedizin auf der Kippe. Wenn in den vier Semestern klinischer Ausbildung nun für manche Jahrgänge 50 Prozent der Arbeit am Patienten eingeschränkt oder an Phantompuppen durchgeführt wird, können die Hochschullehrer eine derart defizitäre Ausbildung kaum mehr verantworten. Hier werden von der Politik mancherorts dringend die notwendigen Mittel benötigt, um unter den derzeit herrschenden Bedingungen die Sicherheit von Studierenden und Patienten im Sinne einer erfolgreichen Weiterführung der Behandlungskurse zu gewährleisten. Die Alternative wären Verzögerungen im Studienablauf („Null-Semester“) bzw. eine Verlängerung der Regelstudienzeit. Die universitäre Umsetzung der Novelle der zahnärztlichen Approbationsordnung zum Wintersemester 2021/22 ist davon in gleichem Maße betroffen.“

Den Wortlaut der gemeinsamen Pressemitteilung von KZBV, BZÄK und DGZMK können Sie auch online auf den Seiten der KZBV einsehen.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung / Bundeszahnärztekammer / Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

   

Fragen zur Hygienepauschale?

Die Zahnärztekammer Nordrhein hat auf ihrer Webseite unter der Rubrik "Corona" umfassende Informationen u. a. zu diesem Thema bereitgestellt:

GOZ-Extravergütung für Schutzausrüstung in Zahnarztpraxen

   

DGAZ-Stellungnahmen zur zahnärztlichen Behandlung Pflegebedürftiger

KZBV: Aktuell keine allgemeingültige Empfehlung von Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Kooperationsverträge

Die Deutsche Gesellschaft für AlterszahnMedizin e. V. (DGAZ) hat am 25. April 2020 und am 18. Mai 2020 Stellungnahmen zur zahnärztlichen Behandlung von Pflegebedürftigen veröffentlicht. Die Angaben in der Stellungnahme der DGAZ vom 25. April 2020 zum „Risikomanagement bei der zahnärztlichen Behandlung Pflegebedürftiger insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie“ beruhen auf dem derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse:

DGAZ:-Risikomanagement bei der zahnärztlichen Behandlung Pflegebedürftiger insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie (25. April 2020)

In einer weiteren Stellungnahme der DGAZ vom 18. Mai 2020 wird dargestellt, dass nun begonnen werden soll, „die coronabedingt aufgetretenen Einschränkungen gemeinsam mit der Pflege aufzufangen“ und in „enger Absprache mit den Einrichtungsleitungen“ die Menschen mit Pflegebedarf „wieder regulär zahnmedizinisch zu betreuen“. Die DGAZ hat die Stellungnahme so verfasst, dass sie bei den Pflegedienstleitungen als Gesprächsgrundlage genutzt werden kann:

DGAZ: Pflege braucht Zahnmedizin (18. Mai 2020)

Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Kooperationsverträge (§ 119b SGB V)
Eine allgemeingültige Empfehlung zur Frage der Durchführung von Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Kooperationsverträge kann seitens der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung aktuell nicht gegeben werden. Die Entscheidung ist vor Ort gemeinsam mit der Einrichtungsleitung zu treffen. Besonders wichtig bei Wiederaufnahme ist jedoch die zwingende Einhaltung der Hygienestandards für diesen Personenkreis.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (27. Mai 2020)

In Nordrhein-Westfalen sind zahnärztliche Besuche in stationären Pflegeeinrichtungen (SPE) auf der Grundlage der „Vierten Verordnung zur Änderung von Rechtsverordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-Co-V-2“ vom 8. Mai 2020 des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) NRW unter Beachtung strenger Hygieneregeln seit dem 11. Mai 2020 wieder zulässig. Die Entscheidung, ob und wie ein konkreter Besuch erfolgen kann, liegt bei der Einrichtung. Beachten Sie bitte unsere Ausführungen dazu auf dieser Seite:

NRW: Zahnärztliche Besuche in stationären Pflegeeinrichtungen wieder zulässig

Bitte beachten Sie auch folgenden Hinweis:

Aufsuchende Betreuung nur in Abstimmung mit SPE
Die KZV Nordrhein selbst ist rechtlich nicht befugt, eine Freigabe für zahnärztliche Besuche in SPE zu erteilen. Die Wiederaufnahme zahnärztlicher Besuche in SPE kann daher – wie bereits berichtet – nur in Abstimmung mit der Einrichtung geschehen, soweit diese eine aufsuchende zahnmedizinische Betreuung bereits wieder zulassen kann.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Patienten sind in Zahnarztpraxen sicher!

Zahnärzte: Corona-Pandemie kein Anlass, um notwendige Behandlungen zu vermeiden

Düsseldorf, 11. Mai 2020 – „Patienten sind in der Zahnarztpraxis auch in Coronazeiten sicher. Dies bekräftigten die Vertreter der Zahnärztekammern und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen in Nordrhein und Westfalen-Lippe bei einem gemeinsamen Pressebriefing mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zur aktuellen Lage in der ärztlichen und zahnärztlichen Versorgung am Montag, 11. Mai 2020, in der Staatskanzlei NRW.

Viele  Patienten sind verunsichert, ob und welche Zahnarzttermine sie noch wahrnehmen können. Völlig unbegründet, wie die Vertreter der vier Körperschaften finden: „Es gibt kaum einen anderen Berufsstand, der nach jedem Patienten routinemäßig Flächendesinfektion nutzt, konsequent Händedesinfektion einsetzt, mit Handschuhen, Schutzbrille, Visier und Mund-Nasen-Schutz behandelt und gegenüber Infektionskrankheiten so gut aufgestellt ist wie Zahnärztinnen und Zahnärzte. Wir verbringen unser ganzes Berufsleben hinter einer Schutzmaske.“

Die zahnärztlichen Körperschaften in Nordrhein-Westfalen haben ihren Mitgliedern seit dem Auftreten der ersten Coronavirus-Infektionen zur Behandlung von medizinisch notwendigen Fällen geraten. Für die Praxen wurden konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet, die den ohnehin starken Schutz für Patienten und Praxisteam noch einmal erhöhen. „Zum Glück, wie wir heute wissen, da die Politik zwar Rettungsschirme für viele Berufsgruppen zur Verfügung stellt, der systemrelevanten Zahnärzteschaft aber nur ein zinsloses Darlehen anbietet“, so die Vertreter der Zahnärzte.

Sie sind sich sicher: „Das Coronavirus begleitet uns noch lange“. Daher sei es richtig und wichtig gewesen, die Zahnarztpraxen in NRW offen zu halten und die zahnmedizinische Versorgung sicherzustellen. Denn insbesondere in Zeiten einer Pandemie sei eine gesunde Mundhöhle das A und O, um Infektionskrankheiten zu vermeiden.

Für die Patienten sei wichtig: „Gerade Vorsorgetermine sollten wie gewohnt durchgeführt werden, um eine Karies frühzeitig zu behandeln, eine erneute Parodontitis-Erkrankung zu vermeiden, aber auch, um frühzeitig Krebs in der Mundhöhle - zum Beispiel ein Zungenrandkarzinom – zu erkennen. Das alles kann und darf nicht auf Monate oder Jahre aufgeschoben werden!“

Seitens der berufsständischen Vertretungen gebe es keine Vorgaben, eine bestimmte Behandlung momentan nicht durchzuführen: „Jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt entscheidet situationsabhängig, eigenverantwortlich und gemäß den angepassten Hygienemaßnahmen, welche Behandlungsschritte zum Wohle der Patienten notwendig und sinnvoll sind.“

KZV Nordrhein, ZA Ralf Wagner (Vorstandsvorsitzender)
KZV Westfalen-Lippe, Dr. Holger Seib (Vorstandsvorsitzender)
ZÄK Nordrhein, Dr. Ralf Hausweiler (Präsident)
ZÄK Westfalen-Lippe, ZA Jost Rieckesmann (Präsident)

Hier gelangen Sie zur PDF-Version der Pressinformation:

Zahnärzteschaft NRW: Patienten sind in Zahnarztpraxen sicher! (PDF)

   

NRW: Zahnärztliche Besuche in stationären Pflegeeinrichtungen wieder zulässig

Beachtung strenger Hygieneregeln erforderlich – Entscheidung liegt bei Einrichtung

Zahnärztliche Besuche in stationären Pflegeeinrichtungen (SPE) sind in Nordrhein-Westfalen unter Beachtung strenger Hygieneregeln seit dem 11. Mai 2020 wieder zulässig. Die Entscheidung, ob und wie ein konkreter Besuch erfolgen kann, liegt bei der Einrichtung. Diese muss sicherstellen, dass auch der zahnärztliche Besuch unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Richtlinien und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts organisiert und durchgeführt wird. Um den Schutz der Bewohner zu gewährleisten, wird daher dringend empfohlen, diese zahnärztlichen Besuche (zum Beispiel auch im Rahmen von Kooperationsverträgen) nur in enger Abstimmung mit der betreffenden Einrichtung wieder aufzunehmen. 

Beachten Sie hierzu die „Vierte Verordnung zur Änderung von Rechtsverordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-Co-V-2“ vom 8. Mai 2020 des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen.

Nachfolgend ein Auszug aus der Verordnung:

Auszug
aus der „Vierten Verordnung zur Änderung von Rechtsverordnungen
zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2“ vom 8. Mai 2020

„[...]

§ 5
Stationäre Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen

(1) Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, vollstationäre Einrichtungen der Pflege und besondere Wohnformen der Eingliederungshilfe sowie ähnliche Einrichtungen haben die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Eintrag von Coronaviren zu erschweren und Patienten, Bewohner und Personal zu schützen. Hierbei sind insbesondere die Richtlinien und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu beachten.

[...]

(3) Besuche in vollstationären Einrichtungen der Pflege und besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe sowie ähnlichen Einrichtungen müssen zur Vermeidung von Infektionsgefahren unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Richtlinien und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts organisiert und durchgeführt werden. Hierzu muss seitens der Einrichtung insbesondere sichergestellt sein, dass 

  1. die Besuche auf maximal einen Besuch pro Tag und Bewohner von maximal zwei Personen beschränkt sind,
  2. bei den Besuchern ein Kurzscreening durchgeführt wird (Erkältungssymptome, COVID-19 Infektion, Kontakt mit Infizierten oder Kontaktpersonen gemäß der Richtlinie des Robert Koch-Instituts),
  3. die Besucher mindestens durch Aushang über die aktuellen Hygienevorgaben (Schutzausrüstung, Nieshygiene, Abstandsgebot usw.) informiert und diese eingehalten werden, 
  4. die Besucher sich vor und nach dem Besuchskontakt die Hände waschen und desinfizieren,
  5. die Besucher während des Besuchs einen grundsätzlichen Abstand von mindestens 1,5 Metern zur besuchten Person einhalten; ist die Einhaltung des Mindestabstands aus medizinischen oder ethisch-sozialen Gründen nicht möglich, kann die Einrichtungsleitung zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen anordnen,
  6. die Besuche in besonderen Besucherbereichen außerhalb oder innerhalb des Gebäudes stattfinden, in denen ein Kontakt der Besucher mit den übrigen Bewohnern vermieden wird; ausnahmsweise ist ein Besuch auf einem Bewohnerzimmer möglich, wenn in der Einrichtung kein besonderer Besucherbereich eingerichtet werden kann oder wenn dies aus ethisch-sozialen oder medizinischen Gründen geboten ist; in Pflegeeinrichtungen dürfen Besuche auf den Zimmern der Bewohner nur durch jeweils eine Person erfolgen; in besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe sind Besuche auf den Einzelzimmern grundsätzlich alternativ zu Besuchen in besonderen Besucherbereichen zulässig, 
  7. ein Besuchsregister geführt wird, in dem der Name des Besuchers, das Datum und die Uhrzeiten des Besuchs sowie der besuchte Bewohner erfasst werden, und
  8. Besuche unterbleiben, wenn und soweit in der Einrichtung bei Bewohnern oder Beschäftigten eine COVID-19-Infektion festgestellt wurde. Besuche im Außenbereich können durch die Einrichtungsleitung ermöglicht werden. 

Die Einrichtungsleitung kann eine zeitliche Begrenzung der Besuche (z.B. auf maximal zwei Stunden) sowie im Einzelfall eine Begleitung der Besuche durch Beschäftigte der Einrichtung oder dort ehrenamtlich tätige Dritte vorgeben. Erfolgt der Besuch in einem gesonderten Besucherbereich, bei dem ein infektionsgefährdender Kontakt zwischen besuchenden und besuchten Personen baulich ausgeschlossen ist, kann auf eine persönliche Schutzkleidung nach Satz 2 Nummer 3 und die Einhaltung des Mindestabstands verzichtet werden. 

(4) Neben den Besuchen nach Absatz 3 sollen die Einrichtungen Dienstleistern zur medizinisch-pflegerischen Versorgung und zur weiteren Grundversorgung (Friseure, Fußpflege) unter strengen Hygienevorgaben einen Zugang zu den Einrichtungen ermöglichen. 

[...]

(5) Zur Umsetzung der Vorgaben nach Absatz 3 haben die Einrichtungen unter Berücksichtigung der einrichtungsbezogenen Rahmenbedingungen ein Besuchskonzept unter Darstellung der vorgesehenen Hygienemaßnahmen zu erstellen. Hierbei ist dem Beirat der Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtung die Gelegenheit zur Mitwirkung zu geben. Es ist ferner mit den Bewohnern und deren Angehörigen zu kommunizieren. Auf Basis des Konzeptes kann die Einrichtungsleitung über die Regelungen des Absatzes 3 hinausgehende Besuche zulassen, wenn besondere Gründe vorliegen, die dies unter Beachtung des Absatzes 1 ermöglichen. Das Konzept ist der nach dem Wohn- und Teilhabegesetz zuständigen Behörde spätestens bis zum 26. Mai 2020 zur Kenntnis zu geben.

(6) Hält die Einrichtungsleitung eine Umsetzung der Regelungen der Absätze 3, 4 und 5 aus Gründen des Infektionsschutzes nicht für möglich und beabsichtigt deshalb, Besuche nach § 19 Absatz 2 des Wohn- und Teilhabegesetzes zu untersagen, so muss sie dies vorab der nach dem Wohn- und Teilhabegesetz zuständigen Behörde anzeigen und jeweils nach Ablauf von zwei Wochen die Gründe hierfür erneut darlegen. Die zuständige Behörde kann eine Durchführung der Besuchsregelung nach den Absätzen 3, 4 und 5 gemäß § 15 Absatz 2 des Wohn- und Teilhabegesetzes anordnen.“

Den vollständigen Wortlaut der Verordnung können Sie auf den Internetseiten des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW einsehen und herunterladen:

Vierte Verordnung zur Änderung von Rechtsverordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 (PDF)

Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Kooperationsverträge (§ 119b SGB V)
Beachten Sie bitte auch unsere Meldung auf dieser Seite zu den aktuellen Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für AlterszahnMedizin e. V. zur zahnärztlichen Behandlung Pflegebedürftiger und die Erläuterungen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung dazu. Seitens der KZBV kann eine allgemeingültige Empfehlung zur Frage der Durchführung von Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Kooperationsverträge aktuell nicht gegeben werden. Die Entscheidung ist vor Ort gemeinsam mit der Einrichtungsleitung zu treffen.

KZBV: DGAZ-Stellungnahmen zur zahnärztlichen Behandlung Pflegebedürftiger

Bitte beachten Sie auch folgenden Hinweis:

Aufsuchende Betreuung nur in Abstimmung mit SPE
Die KZV Nordrhein selbst ist rechtlich nicht befugt, eine Freigabe für zahnärztliche Besuche in SPE zu erteilen. Die Wiederaufnahme zahnärztlicher Besuche in SPE kann daher – wie oben berichtet – nur in Abstimmung mit der Einrichtung geschehen, soweit diese eine aufsuchende zahnmedizinische Betreuung bereits wieder zulassen kann.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Notwendige Praxisbesuche und Vorsorgeuntersuchungen wieder wahrnehmen

Gemeinsamer Appell von Laumann und der Zahnärzte- und Ärzteschaft NRW

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:
Vor dem Hintergrund des aktuellen Infektionsgeschehens in der Corona-Pandemie hat Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute in Düsseldorf mit Vertretern der nordrhein-westfälischen Ärzte- und Zahnärzteschaft die Bevölkerung dazu aufgerufen, nicht weiter auf Besuche in Arzt- und Zahnarztpraxen zu verzichten oder diese unnötig zu verschieben. „Viele Menschen haben in den vergangenen Wochen zum Beispiel Routine- oder Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrgenommen. Angesichts einer hohen Dynamik bei der Pandemie war dies für einen begrenzten Zeitraum auch richtig. In der jetzigen Situation müssen wir allerdings auch hier wieder mit der gebotenen Sorgfalt ein Stück weit zurück in die Normalität“, sagte Laumann.

Denn eines sei auch klar: Wer aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrnehme oder sogar deutliche Krankheitssymptome ignoriere, riskiere womöglich schwere gesundheitliche Schäden. Der Appell des Gesundheitsministers an die Menschen in Nordrhein-Westfalen lautet daher: „Gehen Sie wieder in die Arzt- und Zahnpraxen, um notwendige Untersuchungen und Behandlungen durchführen zu lassen.“ Die Praxen erfüllten hohe Hygienestandards und hätten sich sehr gut auf die Patientenbesuche in Zeiten der Corona-Pandemie eingestellt. 

[…]

Patienten sind in der Zahnarztpraxis auch in Coronazeiten sicher!
Die Vertreter der zahnärztlichen Körperschaften, Ralf Wagner (Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein), Dr. Holger Seib (Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe), Dr. Ralf Hausweiler (Präsident der Zahnärztekammer Nordrhein) und Jost Rieckesmann (Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe) erklärten gemeinsam: „Patienten sind in der Zahnarztpraxis auch in Coronazeiten sicher! Die Zahnarztpraxen in Nordrhein-Westfalen und in ganz Deutschland haben höchste Hygienestandards – zum Schutz der Patienten und des Praxisteams. Es gibt kaum einen Berufsstand, der nach jedem Patienten routinemäßig Flächendesinfektion nutzt, konsequent Händedesinfektion einsetzt, mit Handschuhen, Schutzbrille, Visier und Mund-Nasen-Schutz behandelt und gegenüber Infektionskrankheiten so gut aufgestellt ist wie die Zahnärztinnen und Zahnärzte. Und gerade in Zeiten einer Pandemie ist eine gesunde Mundhöhle das A und O, um Infektionskrankheiten zu vermeiden. 

Momentan sind die Hygienemaßnahmen in der Zahnarztpraxis über die ohnehin schon sehr hohen Standards nochmals gesteigert worden, um die Patientinnen und Patienten sowie das Praxisteam optimal zu schützen. Gerade Vorsorgetermine sollten daher wie gewohnt durchgeführt werden, um eine Karies frühzeitig zu behandeln, eine erneute Parodontitis-Erkrankung zu vermeiden, aber auch, um frühzeitig Krebs in der Mundhöhle – zum Beispiel ein Zungenrandkarzinom – zu erkennen. Das alles kann und darf nicht auf Monate oder Jahre aufgeschoben werden!“

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS)

Den vollständigen Wortlaut der Presseinformation können Sie nachfolgend einsehen und herunterladen:

Zahnärztliche Behandlung während Coronavirus-Pandemie

IDZ und KZBV erarbeiten wissenschaftliches Handout für Zahnarztpraxen

Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) haben in enger Zusammenarbeit ein wissenschaftlich abgesichertes Handout für Zahnarztpraxen erstellt, welches den empfohlenen Ablauf einer Behandlung von Patientinnen und Patienten während der andauernden Coronavirus-Pandemie allgemeinverständlich beschreibt. Die schematische Handlungsempfehlung mit dem Titel „System von Standardvorgehensweisen für Zahnarztpraxen während der Coronavirus- Pandemie“ dient als Hilfestellung für Praxen und kann ab sofort auf der IDZ-Website und der KZBV-Website kostenfrei abgerufen werden.

Das Handout bietet Praxen anhand von Flussdiagrammen, einem Anamnesebogen und einer Übersicht von Standardvorgehensweisen eine nachvollziehbare Orientierung, auf welche Art und Weise Patientinnen und Patienten in der aktuellen Situation behandelt werden sollten. Das Grundkonzept des vorgestellten Systems sieht vor, dass bei jeder Patientin und jedem Patienten zunächst gründlich überprüft wird, ob eine zahnmedizinische Behandlung unverzüglich erfolgen muss und ob eventuell eine Coronavirus-Infektion oder ein Verdacht auf eine Infektion vorliegt. Aus diesen Informationen ergibt sich dann unmittelbar das weitere Vorgehen für Zahnarztpraxen.

IDZ und KZBV empfehlen allen Zahnärztinnen und Zahnärzten, die Inhalte des Dokuments gemeinsam mit dem gesamten Praxis-Team eingehend zu besprechen und die vorgeschlagenen Maßnahmen dann nach Möglichkeit direkt und vollständig umzusetzen.

Hintergrund: Informationen der KZBV zur Coronavirus-Pandemie
Die KZBV hat unter anderem eine Sonder-Website zum Thema SARS-CoV-2/COVID-19 geschaltet, die regelmäßig aktualisiert wird. Hier sind gesicherte Informationen für Praxen und Patienten zusammengetragen, die zudem auch über Twitter und Facebook verbreitet werden.

Hintergrund: Das Institut der Deutschen Zahnärzte
Das IDZ ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Es stellt belastbare, unabhängige Forschungsergebnisse auf dem komplexen Gebiet der Gesundheitsforschung bereit und ist das einzige außeruniversitäre Institut in Deutschland, das sich ausschließlich mit zahnärztlichen und zahnmedizinischen Fragestellungen befasst.

Institut der Deutschen Zahnärzte / Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Achtung: Aufgrund der Schnelllebigkeit der aktuellen Entwicklungen werden die Dokumente bei Bedarf auf den neuesten Stand gebracht. Die jeweils aktuelle Version finden sie stets auf der Website des IDZ. Dort ist in der Versionshistorie auch dokumentiert, was sich von einer Version auf die nächste geändert hat.

Hier gelangen Sie zum jeweils aktuellen IDZ/KZBV-Handout:

RKI: Sicheres An- und Ablegen der PSA

Schaubilder zur Vermeidung von Anwendungsfehlern

Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt online aussagekräftige Schaubilder zum sicheren An- und Ablegen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) zur Verfügung.

Neben einer Schritt-für-Schritt-Demonstration, wie Schutzhandschuhe sowie Atemschutzmaske und Schutzbrille sicher abgelegt werden, werden auch die häufigsten Anwendungsfehler beim Umgang mit Atemschutzmasken illustriert.

   

SARS-COV-2/Covid-19 – Risikomanagement in Zahnarztpraxen

Der Deutsche Arbeitskreis für Hygiene in der Zahnmedizin (DAHZ) hat am 20. April eine Stellungnahme zum Corona-Risikomanagement in Zahnarztpraxen herausgegeben. 

1. Anamnese vor jeder Behandlung:
Die Terminvereinbarung (mit Ausnahme von Notfällen) sollte telefonisch erfolgen. Dabei ist das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu erfragen.

Kriterien, aus denen ein Verdacht einer Infektion abgeleitet werden kann:

  • Sind Sie an COVID-19 erkrankt oder wurde bei Ihnen im Abstrich das SARS-CoV-2 nachgewiesen?
  • Befinden Sie sich in einer vom Gesundheitsamt angewiesenen Quarantäne?
  • Befindet sich im Haushalt (im Alten- oder Pflegeheim) eine Ihnen bekannte Person in Quarantäne?
  • Haben Sie Symptome einer Erkältungskrankheit (Husten, Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Atemnot) oder Durchfall?
  • Haben Sie akute Probleme beim Schmecken oder Riechen?

2. Routinemäßige Behandlung von Patienten ohne COVID-19 (Verdacht oder Nachweis)
Die Übertragung von Viren durch anamnestisch unauffällige, symptomlos erkrankte Patienten kann durch die Einhaltung von Hygienemaßnahmen verhindert werden.

  1. Chirurgischer Mund- Nasenschutz, Schutzbrille und Schutzhandschuhe sind die Standardausrüstung des Zahnarztes und der ZFA bei jeder Behandlung. Die zusätzliche Verwendung von Visieren kann die Sicherheit weiter erhöhen. Der Mund- Nasenschutz wird spätestens nach 4 Stunden gewechselt. In Pausen kann er trocken aufbewahrt werden.
  2. Bei allen Patienten sollte vor einer Behandlung unter Einsatz wassergekühlter Übertragungsinstrumente eine antimikrobielle Mundspülung erfolgen.
  3. Die übrigen Hygienemaßnahmen entsprechend Hygieneplan sind konsequent umzusetzen.

3. Behandlung von Patienten mit COVID-19 (aus Anamnese begründeter Verdacht oder Nachweis)
Die Notfallversorgung von infizierten und unter Quarantäne stehenden Patienten soll vorzugsweise in den eigens benannten Kliniken oder Schwerpunktpraxen erfolgen. Sind unaufschiebbare zahnärztliche Behandlungen in der zahnärztlichen Praxis erforderlich, sind über die Hygienemaßnahmen aus dem Hygieneplan hinaus weitere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

  1. Räumliche oder organisatorische Trennung der an Covid-19 erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde.
  2. Vor Betreten der Praxis legt der Patient einen Mund-Nasen-Schutz (chirurgisch oder textil) an und er desinfiziert sich die Hände. Er wird sofort in das Behandlungszimmer geführt. Er legt den MNS erst unmittelbar vor der Behandlung ab.
  3. Vor der Behandlung ist die Mundhöhle des Patienten mit einer antiviralen Lösung zu spülen. Gegenwärtig können dazu Lösungen auf der Basis von Octenidin, PVP-Iod oder H2O2 empfohlen werden, auch wenn es dafür bisher keine wissenschaftliche Evidenz gibt.
  4. Die besondere (zusätzliche) Schutzkleidung des Teams besteht aus einem Schutzkittel. Chirurgischer Mund- Nasen- Schutz, Visier sowie Schutzhandschuhe gehören zur Standardhygiene.
  5. Auf Aerosol-produzierende Behandlungsmaßnahmen sollte möglichst verzichtet werden. Dies erreicht man durch einen weitgehenden Verzicht auf Ultraschallhandstücke, Turbinen, Pulverstrahlgeräte und piezochirurgische Geräte.
  6. Ist ein Einsatz wassergekühlter Übertragungsinstrumente notwendig, muss das Team an Stelle des chirurgischen Mund-Nasen-Schutzes eine FFP2/3-Maske tragen. Kofferdam ist empfehlenswert. Auf eine effiziente Sprühnebelabsaugung ist zu achten.
  7. Nach der Behandlung und vor Ablegen der Schutzkleidung erfolgt eine Desinfektion der Schutzhandschuhe. Nach Ablegen der Schutzhandschuhe sind die Hände zu desinfizieren.
  8. Bei der Hände-, Instrumenten- und Flächendesinfektion, der Wäscheaufbereitung sowie der Abfallentsorgung sind keine Abweichungen vom routinemäßigen Verfahren erforderlich.

4. Gesundheitscheck bei Mitarbeitern der Praxis
Bei Auftreten respiratorischer Symptomatik (Husten, Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Atemnot) oder Durchfall sowie akuten Problemen beim Schmecken oder Riechen sollte das Gesundheitsamt kontaktiert werden und ein Abstrich zum Ausschluss von SARS-CoV-2 erfolgen.

DAHZ-Redaktionsausschuss 19.04.2020 / Prof. Dr. Jatzwauk

   

KZBV-Papier zur Corona-Pandemie

Krisenreaktionsfähigkeit des vertragszahnärztlichen Versorgungssystems stärken

Berlin, 12. Oktober 2020 – Aus ihren bisherigen Erfahrungen im Zusammenhang mit der andauernden Corona-Pandemie hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) zentrale politische Handlungsbedarfe identifiziert. Diese werden in dem jetzt veröffentlichten Papier „Corona-Pandemie: Lehren und Handlungsbedarfe aus der Perspektive der vertragszahnärztlichen Versorgung“ aufgezeigt.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Als wichtiger Bestandteil der ambulanten medizinischen Versorgung hat das zahnärztliche Versorgungssystem im bisherigen Verlauf der Pandemie seine Verlässlichkeit und Belastbarkeit unter Beweis gestellt. Die gewonnenen Erkenntnisse haben wir in ein Papier für die Bewältigung der aktuellen aber auch künftiger Krisensituationen eingebracht. Unser Ziel ist es, die Krisenreaktionsfähigkeit des vertragszahnärztlichen Versorgungssystems zu stärken und weiterzuentwickeln. Damit leisten wir unseren Beitrag zu einer nationalen Krisenbewältigungsstrategie.“

Wichtigste Aufgabe sei es, die Sicherstellung der zahnärztlichen Versorgung der Bevölkerung unter Einhaltung höchster Hygienestandards und größtmöglicher Infektionsprophylaxe im Rahmen der Regelversorgung aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig müsse die Akutversorgung von infizierten, unter Quarantäne und unter Infektionsverdacht stehenden Patientinnen und Patienten in Schwerpunktpraxen und Behandlungszentren gesichert werden. Die dafür zwingend erforderliche Schutzausrüstung müsse bevorratet und zur Verfügung gestellt werden.

Der Sicherung der vorhandenen zahnärztlichen Versorgungsstrukturen während und über Krisenzeiten hinaus komme höchste Bedeutung zu. Als zentralen Handlungsbedarf in diesem Zusammenhang stellte Eßer die verzerrungsfreie Fortschreibung der Gesamtvergütung für die Jahre 2021 und 2022 heraus: „Pandemien oder andere nationale Katastrophensituationen bringen eine massive Verzerrung des Versorgungsgeschehens mit sich und sind in keiner Weise repräsentativ. Deshalb darf eine krisenbedingte Abnahme des Leistungsgeschehens, wie wir sie in dieser Pandemie erleben, nicht Grundlage für die Weiterentwicklung von Morbiditätsparametern, Kostenstrukturen oder Honoraren sein.“

Obwohl es in der Lockdown-Phase, insbesondere in den Monaten April und Mai, zu erheblichen Einbrüchen im Leistungsgeschehen gekommen sei, habe die Politik über die zahnärztliche Versorgung keinen Schutzschirm aufgespannt, sondern lediglich eine Liquiditätshilfe mit 100-prozentiger Rückzahlungsverpflichtung bei Überzahlung zugestanden. Mit dieser nicht nachvollziehbaren Ungleichbehandlung gegenüber allen anderen Heilberufsangehörigen seien zahnärztliche Versorgungsstrukturen aufs Spiel gesetzt worden. Dies sei unverantwortlich und dürfe sich nicht wiederholen. Angesichts wieder steigender Infektionszahlen müsse erneut mit Einbrüchen im Versorgungsgeschehen gerechnet werden. Deshalb sollten in Anlehnung an die ärztliche Schutzschirmregelung auch für Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte Ausgleichszahlungen für Praxen ermöglicht werden, die besonders hart von pandemiebedingten Honorareinbrüchen betroffen sind.

„Ich appelliere an die Politik, im Rahmen der anstehenden Gesetzgebungsverfahren unsere Vorschläge aufzugreifen und dadurch einen weiteren Beitrag zur Krisensicherung des Gesundheitssystems zu leisten“, sagte Eßer.

Das Papier „Corona-Pandemie: Lehren und Handlungsbedarfe aus der Perspektive der vertragszahnärztlichen Versorgung“ kann auf der Website der KZBV abgerufen werden. Den Wortlaut dieser Pressemitteilung finden Sie ebenfalls online.

KBV und KZBV: Gemeinsames Corona-Positionspapier

Pandemie-Bewältigung und Handlungsbedarfe in der ambulanten vertrags(zahn)ärztlichen Versorgung

Vor dem Hintergrund der andauernden Corona-Pandemie haben Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) ein gemeinsames Positionspapier zu grundlegenden Handlungsbedarfen in der ambulanten vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung vorgelegt.

Ziel des konzeptionellen Vorstoßes der beiden Bundeskörperschaften ist es, Erfahrungen und Erkenntnisse der vergangenen Monate zu nutzen, um die Krisenreaktionsfähigkeit des ambulanten Versorgungssektors in seiner Gesamtheit zu festigen und zielgerichtet weiterzuentwickeln.

Deutschland hat die Corona-Pandemie bislang vergleichsweise gut bewältigt. Dennoch liegen kräftezehrende Wochen und Monate hinter unserem Gesundheitswesen und dem ambulanten Versorgungssektor, in denen die niedergelassene Zahn-/Ärzteschaft und ihre Praxisteams vor enormen Herausforderungen standen und auch nach wie vor stehen. Dabei ist es den Praxen und ihren Selbstverwaltungen, den Kassenärztlichen bzw. Kassenzahnärztlichen Vereinigungen unterstützt von ihren Bundesorganisationen, von Beginn der Pandemie an gelungen, schnell und flexibel auf die Herausforderungen zu reagieren und in extrem kurzer Zeit neben der Regelversorgung einen zweiten „Strang“ für die ambulante zahn-/medizinische Versorgung von mit dem SARS-CoV-2-Virus Infizierten oder in Quarantäne befindlichen Patientinnen und Patienten aufzubauen.

Der ambulante Bereich konnte aufgrund vielfältiger Maßnahmen auf Bundes‐ und regionaler Ebene seine Qualitäten unter Beweis stellen und zeigen, warum er eine verlässliche, robuste und leistungsfähige Säule unseres Gesundheitssystems ist. Gleichzeitig hat die Pandemie wichtige Erfahrungen und neue Erkenntnisse für die Gesundheitsversorgung in Krisenzeiten zu Tage gefördert. Angesichts des Fortdauerns und Wiedererstarkens der Corona-Pandemie mit erneut steigenden Infektionszahlen und einer besorgniserregenden Dynamik sowie möglichen weiteren, auch regionalen Hotspots, aber auch, um für den Fall zukünftiger Pandemien und nationaler Katastrophensituationen vorbereitet zu sein, gilt es, dieses Wissen zu nutzen und die Krisenreaktionsfähigkeit des ambulanten Versorgungssektors in seiner Gesamtheit weiterzuentwickeln.

Hierzu gehören aus Sicht von KBV und KZBV folgende zentrale Punkte:

1. Verzerrungsfreie Fortschreibung der Gesamtvergütungen
Pandemien und nationale Katastrophensituationen sind atypische singuläre Entwicklungen und in keiner Weise repräsentativ. Gerade auch im Hinblick auf die Niederlassung von jungen Zahn-/Ärztinnen und Zahn-/Ärzten, ist es wichtig, dass krisenbedingte Verwerfungen, wie sie durch die aktuelle Corona-Pandemie ausgelöst wurden, nicht zum Anknüpfungspunkt für die Fortschreibung der Gesamtvergütungen im vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Bereich gemacht werden.

Insbesondere darf eine krisenbedingte Abnahme von Leistungsinanspruchnahmen, wie sie z.B. infolge der aktuellen Corona-Pandemie zu beobachten ist, nicht zur Grundlage für die prognostizierte Leistungsmenge des Folgejahres gemacht werden. Daher müssen die hierfür vorgegebenen Kriterien für den ärztlichen (§ 87a Abs. 3 und 4 SGB V) und den zahnärztlichen Bereich (§ 85 Abs. 3 SGB V) in Teilen unberücksichtigt bleiben bzw. auf andere Bezugszeiträume angewendet werden. Dies sollte gesetzlich klargestellt werden. Verwerfungen in Krisenjahren müssen bei der Festlegung der Gesamtvergütung im Folgejahr außen vor bleiben.

2. Verlässlicher Schutzmechanismus für die ärztliche und zahnärztliche Versorgung
Die Erfahrungen haben gezeigt, wie durch die mit einem Lockdown verbundenen Einschränkungen die Leistungsanforderung der Versicherten und damit verbunden die Leistungsmenge in den Praxen abrupt einbrechen kann, mit der Folge, dass Arzt- und Zahnarztpraxen in ihrer betriebswirtschaftlichen Situation hart getroffen werden können. Daher muss die Politik dafür Sorge tragen, die Infrastruktur der ambulanten Versorgung – und damit letztendlich die Versorgung der Patientinnen und Patienten – in solchen Zeiten zu sichern, um zu gewährleisten, dass die ambulante Versorgung trotz eines zwischenzeitlichen Rückgangs des Patientenstroms ungeschmälert und ununterbrochen zur Verfügung steht.

Ein Ende der Corona-Pandemie ist bislang nicht in Sicht. Angesichts des Fortdauerns und Wiedererstarkens der Corona-Pandemie mit erneut steigenden Infektionszahlen und möglichen weiteren, auch regionalen, Hotspots, aber auch für den Fall zukünftiger Pandemien und nationaler Katastrophensituationen muss sowohl für die ärztliche als auch für die zahnärztliche Versorgung ein verlässlicher, dauerhafter Mechanismus im SGB V etabliert werden, um unter angemessener Mitwirkung der Krankenkassen eine nachhaltige Aufrechterhaltung der Infrastruktur der vertragsärztlichen und der vertragszahnärztlichen Versorgungsstrukturen in Krisenzeiten und darüber hinaus zu gewährleisten. Dieser Ansatz muss der erkennbaren Weiterentwicklung der Corona-Strategie mit einer Konzentration auf regionales Infektionsgeschehen in der Gestalt z.B. von Hotspots und vergleichbaren Ereignissen Rechnung tragen.

KBV und KZBV fordern, dass der in der Corona-Pandemie eingeführte Schutzschirm für die Vertragsärztinnen und Vertragsärzte mit finanziellen Ausgleichszahlungen durch die Krankenkassen zu einem regel- und dauerhaften Instrument für den ambulanten Versorgungssektor weiterentwickelt und damit auch für den zahnärztlichen Versorgungsbereich vorgesehen wird.

3. Beschaffung und Bevorratung von Schutzausrüstung sicherstellen
Das Fehlen von Schutzausrüstung war zu Beginn der Pandemie die Achillesferse des deutschen Gesundheitssystems. Die Praxen sind für eine über den „Alltagsbedarf“ hinausgehende Beschaffung nicht zuständig. Dies gilt auch für ihre Selbstverwaltung in Form der Kassenärztlichen bzw. Kassenzahnärztlichen Vereinigungen. Für die Zukunft muss daher sichergestellt sein, dass eine ausreichende Menge an persönlicher Schutzausrüstung für niedergelassene Zahn-/Ärztinnen und Zahn-/Ärzte für den Pandemiefall vorgehalten wird und deren Finanzierung gesichert ist.

4. Finanzielle Entlastungen bei der Digitalisierung auch für den ambulanten Sektor
Bei der Bewältigung von Pandemien und nationalen Katastrophensituationen ist die Digitalisierung des Gesundheitswesens ein wichtiger Baustein. Zugleich ist die Digitalisierung auch mit erheblichen zeitlichen, finanziellen und strukturellen Ressourcen verbunden. Es ist daher dem Grunde nach zu begrüßen, dass die Bundesregierung nun den Krankenhäusern mit Milliardenmitteln für Investitionen in Digitalisierung und IT-Sicherheit unter die Arme greift. Allerdings darf der ambulante Sektor dabei nicht vergessen werden.

Um die Zahn-/Arztpraxen bei der fortschreitenden Digitalisierung einschließlich der IT-Sicherheit und den damit verbundenen erheblichen Investitionskosten und laufenden Kosten zu entlasten, braucht auch der ambulante Versorgungssektor adäquate finanzielle Ausgleichsmechanismen. Dies kann z.B. analog der für den Krankenhausbereich vorgesehenen Mechanismen als fondsbasierte Lösung oder durch eine gesetzliche Beauftragung der Bundesmantelvertragspartner für eine Finanzierungsvereinbarung erfolgen.

5. Unterstützung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Praxen
Die Medizinischen Fachangestellten und Zahnmedizinischen Fachangestellten sind bei ihrer Arbeit einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt. Gleichwohl haben sie sich den Herausforderungen der Corona-Pandemie bislang hochprofessionell und verantwortungsbewusst gestellt.

KBV und KZBV unterstützen das Anliegen des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V., dass auch die besonderen Leistungen von Mitarbeitenden in Arzt- und Zahnarztpraxen während der Corona-Pandemie mit einem angemessenen finanziellen Bonus wertgeschätzt werden sollten. Darüber hinaus sollte den Mitarbeitenden in Arzt- und Zahnarztpraxen über die Aufnahme in die Nationale Teststrategie die Möglichkeit regelmäßiger kostenfreier Corona-Tests eingeräumt werden.

6. Stärkung der Selbstverwaltung
Die Selbstverwaltung hat in der Pandemiebewältigung ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt und gezeigt, dass sie das zentrale Fundament unseres Gesundheitswesens ist. So haben die Bundesmantelvertragspartner und die Gesamtvertragspartner mit ihren Entscheidungen unbürokratische Ausnahmen von Vorgaben gemacht und damit einen wesentlichen Beitrag zur Krisenbewältigung geleistet. Dies gilt auch für die vom Gemeinsamen Bundesausschuss erlassenen zeitlich befristeten Sonderregelungen.

Um im weiteren Verlauf der Pandemie sowie auf künftige nationale Katastrophensituationen noch schneller und zielgerichteter reagieren zu können, sollte eine Ermächtigungsgrundlage geschaffen werden, die es der Selbstverwaltung ermöglicht, gesetzliche Regularien entsprechend den jeweiligen Erfordernissen zumindest befristet modifizieren oder aussetzen zu können.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass die Selbstverwaltung für die Krisenbewältigung ein unerlässlicher Partner ist. Daher fordern wir die politischen Entscheidungsträger auf, die Handlungs- und Gestaltungsspielräume der Selbstverwaltung zu stärken und Eingriffen in die Gestaltungskompetenz der Selbstverwaltung entgegenzuwirken. In einer Pandemie beziehungsweise nationalen Katastrophensituation müssen die Zuständigkeiten und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene zweifelsfrei geklärt sein.

Statements
Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Vorstandes der KBV: „Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bilden seit Beginn der Corona-Pandemie den Schutzwall unseres Gesundheitswesens: 19 von 20 COVID-19-Patienten werden ambulant behandelt. Das frühe Unterbrechen von Infektionsketten im Frühjahr war ein Grund dafür, dass Deutschland bislang so gut durch die Krise gekommen ist. Nun ist es an der Zeit, erste Lehren aus der Pandemie zu ziehen und praktikable Wege für das weitere Handeln aufzuzeigen, um auf ein eventuelles Wiedererstarken der Corona-Krise vorbereitet zu sein. Damit das ambulante Bollwerk auch in solch außergewöhnlichen Situationen stabil bleiben kann, bedarf es eines zukunftsfähigen Fundaments für die Vertragsärzteschaft und Vertragszahnärzteschaft. Das gemeinsame Positionspapier von KBV und KZBV legt Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen dar, um den ambulanten Versorgungssektor in seiner Gesamtheit krisenfest weiterentwickeln zu können.“

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Zahnärzteschaft und Behandlungsteams haben in der Corona-Krise an sprichwörtlich ‚vorderster Front‘ des Infektionsgeschehens verantwortungsbewusst und mit großem Engagement gearbeitet und sowohl die zahnärztliche Versorgung aller Versicherten aufrechterhalten, wie auch die Behandlung von Infizierten und unter Quarantäne stehenden Patientinnen und Patienten in eigens errichteten Schwerpunktpraxen und Behandlungszentren vorbildlich durchgeführt. Jetzt gilt es aus den Erfahrungen der Krise zu lernen und bei wieder steigenden Infektionszahlen standardisierte Vorkehrungen für den Fall einer zweiten Welle und mögliche künftige Pandemiefälle zu treffen. KZBV und KBV leisten mit ihren zentralen Empfehlungen einen wichtigen Beitrag für die Sicherung der ambulanten medizinischen und zahnmedizinischen Versorgung in Krisensituationen.“

Das gemeinsame Positionspapier zur Pandemie-Bewältigung und Handlungsbedarfen in der ambulanten vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung kann auf der Website der KZBV als PDF abgerufen werden.

Kassenärztliche Bundesvereinigung / Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

   

Corona-Krise: Bonusanspruch für Kinder und Jugendliche geht nicht verloren

Bei nicht wahrgenommener Vorsorgeuntersuchung im 1. Halbjahr 2020

Köln/Berlin, 8. Juli 2020 – Kinder und Jugendliche, die aufgrund der Corona-Krise ihre Vorsorgeuntersuchung in der Zahnarztpraxis im ersten Halbjahr 2020 nicht wahrnehmen konnten, verlieren nicht ihren vollständigen Bonusanspruch. Das soll eine entsprechende Empfehlung des GKV-Spitzenverbandes an die Mitgliedskassen sicherstellen. Gesetzlich Versicherte sollten sich bei ihrer jeweiligen Krankenkasse erkundigen, wie hier zu verfahren ist.

Wie die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) am Mittwoch mitteilte, betrifft die Empfehlung allerdings nicht erwachsene Patientinnen und Patienten. Da diese nur einmal im Jahr eine Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen müssen, um den Stempel im Bonusheft zu bekommen, gehen die Kostenträger davon aus, dass ein Vorsorgetermin in der Praxis auch noch im zweiten Halbjahr 2020 wahrgenommen werden kann.

Einig sind sich KZBV und GKV-Spitzenverband darüber, dass unter 18-Jährige für nicht in Anspruch genommene Untersuchungen im ersten Halbjahr 2020 aufgrund der Pandemie bei ihrem nächsten Besuch in der Praxis einen Eintrag im Bonusheft erhalten, um bei der Kasse den Bonus nachweisen zu können. Damit sollen Unklarheiten bei der künftigen Ermittlung des Zuschusses vermieden werden.

Hintergrund: Die Bonusregelung bei Zahnersatz
Um ihren Rechtsanspruch auf erhöhten Festzuschuss bei der Versorgung mit Zahnersatz zu wahren, müssen Kinder und Jugendliche normalerweise bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres innerhalb von fünf beziehungsweise zehn Jahren in jedem Kalenderhalbjahr eine zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen. Die KZBV hatte sich in der Corona-Krise mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass diese Versicherten ihren Bonusanspruch nicht verlieren dürfen, falls die Untersuchung im ersten Halbjahr 2020 krisenbedingt nicht in Anspruch genommen wurde.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Das Statement der KZBV können Sie als PDF-Datei einsehen und herunterladen.

   

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Coronavirus – Praxisinfos

Beachten Sie auch die Corona-Informationsseiten der KZV NR für die Zahnarztpraxis mit weiterführenden Links:

   

Praxisinformationen zum Thema Coronavirus

Notfallambulanzen für COVID-19-Patienten

Über die flächendeckende Versorgung mit Notfallambulanzen für COVID-19-Patienten oder für behördlich unter Quarantäne gestellte Personen wurden Sie – jeweils für den Bereich Ihrer Verwaltungsstelle – schriftlich informiert.

    

KZV und ZÄK NR stellen ein Ablaufschema für die zahnärztliche Notfallbehandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung:

   

KZV/ZÄK NR: Ablaufschema 
für die zahnärztliche Notfallbehandlung von Covid-19-Patienten (PDF)

Überbrückungshilfe III / III Plus

Bund und Länder unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler mit coronabedingten erheblichen Umsatzausfällen durch eine Überbrückungshilfe, die inzwischen in ihre dritte Phase gegangen ist.

      

Die Überbrückungshilfe III ist für die Fördermonate November 2020 bis Juni 2021 vorgesehen und kann durch einen beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer online mit einer Antragsfrist bis 31. Oktober 2021 beantragt werden. Die Anträge auf Überbrückungshilfe können auf folgendem Portal von BMWi und BMF gestellt werden:

   

BMWi/BMF: Antrags- und Informationsplattform Überbrückungshilfe

   

Inzwischen ist das Programm mit der Überbrückungshilfe III Plus bis zum 30. September 2021 verlängert worden. Weitere Informationen zur Überbrückungshilfe und zu anderen finanziellen Hilfen auf unseren Seiten unter

 

Coronavirus – Finanzielle Hilfen

Geschäftsverkehr mit KZV

Die KZV NR bittet darum, während der Coronakrise zur Einschränkung persönlicher Kontakte Unterlagen aus Zahnarztpraxen bis auf Weiteres nicht mehr persönlich in der Landesgeschäftsstelle und den Bezirks- und Verwaltungsstellen abzugeben, sondern auf dem Postweg zuzustellen.