Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Technische Grundlagen

Für den Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) wird als neue zentrale Komponente ein sogenannter Konnektor benötigt. Dieser sorgt für die Kommunikation der einzelnen weiteren Komponenten untereinander sowie zu den Fachdiensten in der TI. Damit die elektronische Gesundheitskarte (eGK) sowohl gegen den Fachdienst der Krankenkassen validiert als auch ins Praxisverwaltungssystem (PVS) eingelesen werden kann, wird das Kartenlesegerät nicht mehr an das PVS, sondern an den Konnektor angeschlossen bzw. an das Netzwerk.

Um die Patientendaten auf der eGK besser zu schützen, werden sie in Zukunft in einem gesicherten Bereich der eGK liegen. Zugriff sollen dann nur noch berechtigte Personen haben. Um die Berechtigung nachzuweisen, kann entweder ein elektronischer Heilberufeausweis (eHBA) oder ein Praxisausweis verwendet werden. Der eHBA ist eine auf den Arzt/Zahnarzt persönlich ausgestellte Karte mit Lichtbild, die zu einer qualifizierten elektronischen Signatur (qSig) in der Lage ist. Die qSig ist der händischen Unterschrift gleichgestellt und somit rechtsverbindlich. Im zahnärztlichen Bereich wird auch vom elektronischen Zahnarztausweis (eZAA) gesprochen, was ein Synonym für den eHBA ist. Der Praxisausweis (auch als Institutionsausweis oder SMC-B bezeichnet) weist nicht eine einzelne Person, sondern eine Praxis oder ein Krankenhaus aus. Die neuen eGK-Kartenlesegeräte haben daher einen speziellen Steckplatz für den Praxisausweis, in dem dieser während des Betriebs verbleiben kann. Der Praxisausweis ist DIE Karte, die der Praxis einen sicheren Zugang zur TI ermöglicht. Sie garantiert, dass der Verwender zum Zugang zur TI berechtigt ist 

Fristen und Konsequenzen

Der Gesetzgeber fordert, dass jede eGK ab dem 01.07.2018 bei Vorlage mindestens einmal im Quartal gegen den Fachdienst der Krankenkassen validiert wird. Wird die Validierung nicht durchgeführt, drohen der Praxis pauschale Honorarkürzungen von 1%. Das Bundesministerium für Gesundheit hat einer Verlängerung der Frist bis zum 31.12.2018 aktuell zugestimmt.

Kosten

Die Kosten für die Beschaffung und den Betrieb der neuen Komponenten werden von den entsprechenden Anbietern mit dem Zahnarzt direkt verrechnet. Der Zahnarzt hat jedoch die Möglichkeit, eine Refinanzierung dieser Kosten zu beantragen. Die Refinanzierung erfolgt über die jeweils zuständige KZV. Die KZV Nordrhein wird Ihnen hierfür demnächst ein entsprechendes Antragsformular zur Verfügung stellen. Gegenstand der Refinanzierung ist zum einen das Erstausstattungspaket, welches die Anschaffungs- und Installationskosten beinhaltet, zum anderen die Betriebskostenpauschale, die z. B. die Wartungskosten im laufenden Betrieb abdecken soll.

Laut der Refinanzierungsvereinbarung, die zwischen dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und der KZBV geschlossen wurde, decken die Pauschalen die Kosten für die jeweils günstigsten am Markt befindlichen Komponenten. Ebenfalls in der Refinanzierungsvereinbarung ist geregelt, dass der Anspruch auf die Refinanzierung nach erfolgreicher Inbetriebnahme der Komponenten besteht. Refinanzierbare Komponenten sind hierbei ein Konnektor und ein Praxisausweis pro Praxisstandort sowie ein bis drei eGK-Lesegeräte in Abhängigkeit von der Anzahl der am Standort tätigen Zahnärzte.

Beantragung des Praxisausweises (SMC-B)

Die Praxisausweise werden über die zuständige KZV beantragt. Der Antragssteller hat die Wahl, von welchem Hersteller (TrustCenter) die Karte bezogen werden soll. Mit diesem geht er dann auch den Kaufvertrag ein. Aktuell ist die Bundesdruckerei das einzige TrustCenter für Praxisausweise am Markt. Die medisign GmbH hat eine Ausgabebereitschaft ab 2018 angekündigt.

Der einfachste Weg, bei der KZV Nordrhein einen Praxisausweis zu beantragen, besteht innerhalb des myKZV-Serviceportals. Sollten Sie kein Teilnehmer des myKZV-Serviceportals sein, füllen Sie bitte folgendes Formular aus und senden es an die KZV Nordrhein:

Formular SMC-B-Kartenbeantragung ohne myKZV-Zugang (PDF)

Informationsbroschüre und -video zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Zahnärzte, Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser sowie andere Akteure des Gesundheitswesens sollen nach dem Willen des Gesetzgebers künftig noch schneller und einfacher miteinander kommunizieren sowie medizinisch relevante Daten sicher austauschen können. Das dafür notwendige digitale Kommunikationsnetz ist die Telematikinfrastruktur. Nach derzeit geltenden gesetzlichen Vorgaben soll als nächstes in allen Praxen das sogenannte Versichertenstammdatenmanagement möglich sein. Für diesen Datenabgleich ist ein zertifizierter Anschluss an die TI zwingend erforderlich.

Informationen zu dem Thema stellt die KZBV in ihrer Praxisinformation „Anbindung an die Telematikinfrastruktur“ zur Verfügung. Hier finden Sie ebenfalls Erläuterungen zur eGK und zur SMC-B-Karte (elektronischer Praxisausweis). Sämtliche Inhalte werden bei Bedarf fortlaufend aktualisiert.

Außerdem bieten die KZV Sachsen und die KZBV ein Informationsvideo zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur an, das online angesehen werden kann. Um die gesetzlich vorgegebene Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur zu realisieren, müssen zunächst alle technischen Komponenten fachgerecht installiert werden. Im leicht verständlichen Video werden die notwendige Ausstattung im Detail und Schritt für Schritt der entsprechende Einrichtungsprozess der verschiedenen Elemente erläutert:

Informationsfilm von KZV Sachsen und KZBV zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Bild Startseite und diese Seite: Rainer Sturm / pixelio.de

SMC-B-Kartenbeantragung

Die Beantragung einer SMC-B Karte erfolgt im Normalfall online über das myKZV-Serviceportal der KZV Nordrhein.

 

Für Praxen ohne myKZV-Zugang ist eine manuelle Beantragung notwendig, für die die KZV Nordrhein Ihnen ein Antragsformular zur Verfügung stellt: