Die KZV Nordrhein bei Facebook

Der KZV-Auftritt bei Facebook: aktuell, informativ und unterhaltsam!

Der Auftritt der KZV Nordrhein bei Facebook ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche mit jungen Zahnärzten, Studenten, Assistenten, Angestellten und frisch Niedergelassenen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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DER ZAHNÄRZTE-BLOG: DENTISTS4DENTISTS

Der Zahnärzte-Blog „dentists4dentists“ richtet sich speziell an junge Zahnärzte – Assistenten, Angestellte, frisch Niedergelassene – und Studierende der Zahnmedizin. Im Blog informieren und diskutieren Zahnärztinnen und Zahnärzte unabhängig und neutral. 

News

Aktuelle Nachrichten, Trends und Entwicklungen

 

Neuer Gesetzesentwurf: Digitale Versorgung Gesetz Hier lesen Sie mehr

Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) Hier lesen Sie mehr

Parodontitis beeinflusst Arteriosklerose Hier lesen Sie mehr

Warnhinweise zu fluorchinolonhaltigen Antibiotika Hier lesen Sie mehr

Neues Formular zur Krankenbeförderung Hier lesen Sie mehr

myKZV: einfach überall mit App anmelden Hier lesen Sie mehr

USA: Zahnarztberuf zählt zu den beliebtesten Jobs Hier lesen Sie mehr

Anstellungsregelungen für Zahnarztpraxen Hier lesen Sie mehr

Großer Erfolg im Kampf gegen frühkindliche Karies Hier lesen Sie mehr

Regelwerk zur SMC-B-Karte für den Bereich der KZV Nordrhein Hier lesen Sie mehr  

   

Neuer Gesetzesentwurf: Digitale Versorgung Gesetz

Honorarkürzung von 2,5 Prozent bei Nichtanbindung an TI ab März 2020 vorgesehen

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat einen Gesetzesentwurf zum „Digitale Versorgung Gesetz“ (DVG) vorgelegt. Das DVG soll zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Der Referentenentwurf enthält ein ganzes Bündnis unterschiedlicher Regelungen, mit denen die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens beschleunigt werden soll:

Anbindung an die Telematikinfrastruktur
Praxisinhabern, die nicht an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sind, soll ab März 2020 eine Honorarkürzung von 2,5 Prozent drohen. Darüber hinaus ist eine Erweiterung der TI vorgesehen: Bis März 2020 sollen sich auch alle Apotheken, bis März 2021 alle Krankenhäuser der TI anschließen. Pflege- und Reha-Einrichtungen, Physiotherapeuten sowie Hebammen und Entbindungspfleger können sich der TI freiwillig anschließen; eine Kostenerstattung hierfür ist vorgesehen.

Elektronische Patientenakte
Das Terminservice- und Vesorgungsgesetz (TSVG) verpflichtet Krankenkassen, den Versicherten spätestens ab 1. Januar 2021 eine elektronische Patientenakte (ePA) anzubieten. Diese Regelung wird nun erweitert: Medizinische Daten aus der vertragsärztlichen Versorgung (auch im Krankenhaus) müssen auf Wunsch der Patienten jetzt in der ePA gespeichert werden.

Für das Anlegen, Verwalten und Speichern der Daten in der ePA ist eine Vergütung vorgesehen. Im einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen ist dafür bis zum 31. März 2020 mit Wirkung zum 1. Juli 2020 eine Regelung zu treffen.

Für die gematik besteht mit dem DVG die Pflicht, bis zum 31. März 2021 die Einbindung des Impfausweises, des Mutterpasses, des Kinderuntersuchungsheftes sowie des zahnärztlichen Bonusheftes in die ePA technisch zu ermöglichen.

Ebenso soll die gematik bis zum 1. Januar 2022 die technischen Rahmenbedingungen für eine standardisierte Übertragung der ePA-Daten bei einem Kassenwechsel schaffen.

Versicherte können ihre ePA-Daten auf eigenen Wunsch der medinischen Forschung zur Verfügung stellen. Die technische Realisierung soll von der gematik bis zum 30. Juni 2022 umgesetzt werden.

IT-Sicherheit
Die Bundesvereinigungen der Kassen- und Kassenzahnärzte sind in der Pflicht, bis zum 31. März 2020 die Anforderungen zur Gewährleistung der IT-Sicherheit in der vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung in einer Richtlinie festzulegen.

Telemedizin
Nach dem DVG soll es erlaubt sein, auf der Praxis-Website über die Möglichkeit von Videosprechstunden zu informieren. Die Vergütung bei Telekonsilen erfolgt außerhalb des Praxisbudgets.

Gesundheits-Apps
Für Versicherte besteht laut DVG jetzt ein Leistungsanspruch auf Gesundheits-Apps. Das sind digitale Gesundheitsanwendungen, die als Medizinprodukte von niedriger Risikoklasse eine unterstützende Funktion bei der Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten oder Behinderungen haben. Diese Gesundheits-Apps müssen in dem Verzeichnis nach dem im DVG neu geschaffenen § 139e SGB V aufgeführt, nach Absatz 3 zugänglich gemacht sowie vom behandelnden Arzt verordnet worden sein. Außer einer Verordnung durch den Behandler ist eine Anwendung solcher Gesundheits-Apps auch auf Zustimmung der Krankenkasse möglich. Das besagte Verzeichnis wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführt und im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Eine Aufnahme in das Verzeichnis und damit in die Regelversorgung erfolgt auf Antrag des Herstellers beim BfArM, das zu diesem Zweck ein entsprechendes Prüfverfahren entwickeln und anwenden soll.

Digitale Verwaltungsprozesse
Um digitale Verwaltungsprozesse im Gesundheitswesen zu fördern, dürfen Kassen künftig auf elektronischem Weg über innovative Versorgungsangebote informieren, soll der freiwillige Beitritt zu einer gesetzlichen Krankenversicherung auch elektronisch erfolgen können, der elektronische Arztbrief gefördert werden (Senkung der Vergütung für den Faxversand) sowie ein Pilotprojekt zur digitalen Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln auf den Weg gebracht werden.

gematik
Die Aufgaben der gematik sollen vor allem in Hinsicht auf den grenzüberschreitenden Austausch von Gesundheitsdaten auf europäischer Ebene ausgeweitet werden. Im Fokus steht dabei die Vereinbarkeit der Vorgaben für die TI und ihre Anwendungen mit den europäischen Vorgaben und umgekehrt.

Innovationsfonds
Der Innovationsfonds wird mit 200 Millionen Euro jährlich bis 2024 fortgeführt. Das BMG legt bis zum 31. März 2022 eine wissenschaftliche Auswertung zur Eignung der Förderung für die Weiterentwicklung der Versorgung vor, auf deren Grundlage über eine Weiterführung des Innovationsfonds entschieden wird.

Außerdem soll zukünftig die (Weiter-)Entwicklung medizinischer Leitlinien, für die in der Versorgung ein besonderer Bedarf besteht, über den Innovationsfonds gefördert werden.

Es ist zudem beabsichtigt, ein Verfahren zu schaffen, mit dem nachweislich erfolgreiche Versorgungsansätze aus Projekten des Innovationsfonds in die Regelversorgung übernommen werden können.

Darüber hinaus können Krankenkassen nach dem DVG digitale Innovationen im Rahmen einer Kapitalbeteiligung von bis zu zwei Prozent ihrer Finanzreserven fördern.

Quelle: zm online

Lesen Sie hier auch die aktuelle Pressemitteilung der KZBV zum DVG („Digitalisierung: Anpassungsbedarf in Detailfragen“) vom 17. Juni 2019.

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Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG)

KZBV informiert über zentrale Regelungen für vertragszahnärztliche Praxen

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) tritt das bislang umfassendste gesundheitspolitische Gesetzgebungsverfahren der laufenden Legislaturperiode in Kraft. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat sich – im koordinierten Zusammenwirken mit den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) und anderen Verbänden und Körperschaften – über viele Monate hinweg aktiv in das Gesetzgebungsverfahren durch politische Forderungen und konkrete Vorschläge eingebracht. In zahlreichen Gesprächen mit den politischen Entscheidungsträgern wurde intensiv diskutiert und Überzeugungsarbeit für die Positionen der Zahnärzteschaft geleistet. Dieser Einsatz hat sich gelohnt. Der Zahnärzteschaft ist es gelungen, wichtige Struktur- und Versorgungsverbesserungen zu erwirken und hat damit einen weiteren wichtigen Beitrag geleistet, das Gesundheitssystem in Deutschland im Interesse von Patienten und Praxen mitzugestalten. Die KZBV informiert auf ihrer Homepage über wesentliche Neuregelungen des TSVG, die für Patienten und insbesondere auch für den Praxisalltag von Zahnärztinnen und Zahnärzten relevant sind:

Was hat die Zahnärzteschaft erreicht?
Mit dem TSVG wird die Punktwertdegression für vertragszahnärztliche Leistungen vollständig beseitigt, also die bislang gesetzlich vorgegebene Kürzung von zahnärztlichen Honoraransprüchen bei Überschreiten bestimmter Punktmengengrenzen durch Punktwertminderungen. Diese Honorarkürzungen kamen ausschließlich den Krankenkassen zugute.

Die jetzt erreichte Abschaffung der Degression bringt eine erhebliche Verbesserung mit sich – sowohl für Praxen als auch für Patienten, da insbesondere die Niederlassung in ländlichen, strukturschwächeren Regionen durch den Wegfall der Honorarabschläge attraktiver wird. Die Beseitigung des planwirtschaftlichen Instruments der Degression ist ein elementarer Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung in der Fläche und war für die KZBV und die KZVen im Interesse aller Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte seit vielen Jahren eine Kernforderung, der mit dem TSVG jetzt endlich Rechnung getragen wurde!

 Des Weiteren wurde eine spezielle Regelung zur Gründung zahnärztlicher MVZ – so genannte Zahnarzt-MVZ (Z-MVZ) – durch Krankenhäuser geschaffen. Deren Gründungsbefugnis für Z-MVZ ist künftig von der Wahrung bestimmter Versorgungsanteile abhängig, die durch die von einem Krankenhaus gegründeten, beziehungsweise betriebenen Z-MVZ nur noch maximal erreicht werden dürfen. Diese Anteile richten sich prozentual gestaffelt nach dem Versorgungsgrad des jeweiligen Planungsbereiches:

  • In grundsätzlich bedarfsgerecht versorgten Planungsbereichen (entspricht einem Versorgungsgrad von 50 % bis 109,99 %) beträgt der zulässige Versorgungsanteil eines Krankenhauses beziehungsweise „seiner“ Z-MVZ in dem betreffenden Planungsbereich maximal 10 %, mindestens jedoch fünf Z-MVZ-Sitze/Zahnarztstellen in Planungsbereichen mit einem Versorgungsgrad zwischen 50 % und 99,9 %.
  • In unterversorgten Planungsbereichen (entspricht einem Versorgungsgrad von unter 50 %) erhöht sich der zulässige Versorgungsanteil auf maximal 20 %.
  • In überversorgten Planungsbereichen (entspricht einem Versorgungsgrad ab 110 %) reduziert sich der zulässige Versorgungsanteil auf maximal 5 %.

Die Begrenzung auf bestimmte Versorgungsanteile gilt entsprechend auch für die Erweiterung bereits bestehender Z-MVZ, so dass auch hier der maximal zulässige Versorgungsanteil des betreffenden Krankenhauses nicht überschritten werden darf.

Auf die MVZ-Gründungsbefugnis von Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzten bezieht sich die Neuregelung hingegen nicht, sondern ausschließlich auf die Gründungsbefugnis von Krankenhäusern und deren Betreibern beziehungsweise Inhabern. 

Hintergrund und Fazit: Z-MVZ und Investoren
Mit der durch das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) im Jahr 2015 ermöglichten Gründung auch fachgruppengleicher und damit auch reiner Zahnarzt-MVZ wurde faktisch die gesamte ambulante zahnärztliche Versorgung dem potentiellen Zugriff von (versorgungsfremden) Finanzinvestoren geöffnet. Solche Investoren und Private Equity-Fonds – zum Teil mit Sitz in Übersee und in Steueroasen – haben in den vergangenen Jahren häufig ein zur Gründung von MVZ berechtigtes Krankenhaus erworben und konnten dann bislang über dieses Vehikel beliebig viele Z-MVZ gründen, betreiben und mitunter Dentalkettenstrukturen aufbauen.

Den damit verbundenen negativen Auswirkungen wie zum Beispiel einer Konzentration und Kommerzialisierung von Versorgung soll – nachdem die politischen Bemühungen der Vertragszahnärzteschaft zunächst auf eine fachliche und räumliche Begrenzung der Gründung von Z-MVZ durch Krankenhäuser abzielten – mit der jetzt im Gesetz verankerten „Quotenregelung“ begegnet werden. Nach dieser Vorgabe wird die Gründungsberechtigung von Krankenhäusern für Z-MVZ mit Inkrafttreten des TSVG auf ein sachgerechtes Maß von entsprechenden Quoten beziehungsweise Versorgungsanteile begrenzt, ohne die Gründungsberechtigung von Krankenhäuser für Z-MVZ vollständig auszuschließen.

Mit dem erklärten Ziel, die bestehende gute vertragszahnärztliche Versorgung in Deutschland im Interesse der Versicherten auch künftig zu erhalten, hat der Gesetzgeber aus Sicht von KZVen und KZBV die richtige Antwort auf die zuletzt ausufernde Investorenaktivität formuliert. Die Regelung wird aus unserer Sicht dazu beitragen, die nötige Anbietervielfalt in einem gut austarierten Versorgungssystem zu gewährleisten und die Versorgung der Patienten auch weiterhin überall wohnortnah und flächendeckend sicherzustellen.

Zugleich wird der bislang gänzlich ungebremste Zustrom von Fremdinvestoren und Private Equity-Fonds, die überwiegend von Renditeerwartungen geleitet werden, durch die verabschiedete Vorgabe ordnungspolitisch ausgewogen und sinnvoll reguliert. Das geschieht nicht zuletzt auch im Interesse einer gemeinwohlorientierten Versorgung durch bewährte Praxisformen.

Die Festzuschüsse der gesetzlichen Krankenkassen bei Zahnersatz werden durch das TSVG zum 1. Oktober 2020 von derzeit 50 % auf dann 60 % erhöht. Im Zuge dessen steigen folglich auch die Boni, die Versicherte erhalten, die mit ihrem Bonusheft eine regelmäßige Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen nachweisen können, von 60 % beziehungsweise 65 % auf 70 % beziehungsweise 75 %. In begründeten Ausnahmen soll künftig zudem das einmalige Versäumen der Vorsorgeuntersuchung für die Bonusregelung bei Zahnersatz folgenlos bleiben.

Im Falle einer unzumutbaren Belastung (so genannte Härtefallregelung) haben Versicherte Anspruch auf den Gesamtbetrag aus Festzuschuss (künftig 60 %) und zusätzlichem Betrag (künftig 40 %), mithin also auf einen Betrag von 100 %. Sämtliche beschriebenen Neuregelungen im Bereich der Festzuschüsse bei Zahnersatz entlasten Millionen von Patientinnen und Patienten finanziell und erleichtern zugleich die Versorgung mit Zahnersatz in vertragszahnärztlichen Praxen.

Das TSVG führt zudem eine Mehrkostenregelung bei kieferorthopädischen Leistungen analog der bewährten Mehrkostenregelung bei zahnerhaltenden Maßnahmen ein. Das bedeutet, dass gesetzlich Versicherte, die eine KFO-Versorgung über die im einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) abgebildeten kieferorthopädischen Leistungen hinaus wählen, die Mehrkosten für diese Behandlung selbst tragen müssen. Diese Regelung stärkt die Autonomie der Versicherten und macht KFO-Behandlungen insgesamt nachvollziehbarer und transparenter.

Zudem wurde über das TSVG eine gesetzliche Grundlage für weitergehende Konkretisierungen durch die Selbstverwaltung geschaffen. KZBV und GKV-Spitzenverband haben im Bewertungsausschuss bis spätestens Ende 2022 einen Katalog von Leistungen zu erstellen, die als Mehrleistungen vereinbart und abgerechnet werden können. Außerdem sind auf Bundesebene Formulare für die Vereinbarung von Mehr- und Zusatzleistungen zu entwickeln, die den Praxen ab einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt zur Verfügung gestellt werden. Die KZVen werden künftig „anlassbezogen“ prüfen, ob die mit KFO-Behandlungen verbundenen Aufklärungs- und Informationspflichten der Zahnärztinnen und Zahnärzte gegenüber Patienten erfüllt wurden.

Die ebenfalls im TSVG festgeschriebene Bestätigung des bewährten bundesmantelvertraglichen Gutachterverfahrens durch den Gesetzgeber ist ein wichtiges Signal sowohl für den gesamten Berufsstand als auch für Selbstverwaltung. Mit dem TSVG wurde zudem eine ausdrückliche Befugnis der Bundesmantelvertragspartner und der Gesamtvertragspartner verankert, nach der diese vereinbaren können, dass die Krankenkassen einheitlich und ausschließlich eine der beiden Verfahrensmöglichkeiten – also das Gutachterverfahren oder das so genannte MDK-Verfahren – anwenden. Derartige vertragliche Regelungen können erforderlich werden, um eine eventuelle Vermengung und ein ungeregeltes Nebeneinander von Gutachterverfahren und MDK-Verfahren zu vermeiden. Eine ausdrückliche Ermächtigung im Gesetz schafft jetzt die erforderliche Rechtssicherheit für Zahnärztinnen und Zahnärzte.

⇒ Um die Anwendungen der Telematikinfrastruktur voranzutreiben, werden die Krankenkassen durch das TSVG dazu verpflichtet, ihren Versicherten bis spätestens zum Jahr 2021 eine elektronische Patientenakte anzubieten. Dabei ist vorgesehen, dass Patientinnen und Patienten auch ohne den Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte mittels Smartphone oder Tablet auf medizinische Daten zugreifen können. Die KZBV wird diesen Prozess eng begleiten.

Bezüglich Abrechnungsprüfung und Wirtschaftlichkeitsprüfung werden die bisher vierjährigen Ausschlussfristen auf zwei Jahre verkürzt. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeitsprüfung wird zudem die bisher gesetzlich vorgesehene Zufälligkeitsprüfung abgeschafft und durch eine Prüfung auf begründeten Antrag der Kassen oder KZVen ersetzt. Die Bundesmantelvertragspartner vereinbaren das Nähere zu den Voraussetzungen dieser Prüfart in Rahmenempfehlungen. Die nach wie vor mögliche Wirtschaftlichkeitsprüfung nach Durchschnittswerten wird für unterversorgte und von Unterversorgung bedrohte Planungsbereiche sowie solche mit zusätzlichem lokalen Versorgungsbedarf ausgeschlossen. Hinsichtlich der auf zwei Jahre verkürzten Ausschlussfrist für die Abrechnungsprüfung nach § 106d SGB V wird die Richtlinienkompetenz der Bundesmantelvertragspartner auch darauf erstreckt, die Voraussetzungen für die Einhaltung der Ausschlussfrist verbindlich zu regeln, beispielsweise in Gestalt von Vorgaben zu Verfahrensschritten oder Datenübermittlungsfristen. Die KZBV wird die ihr bzw. den Bundesmantelvertragspartnern obliegenden Ausgestaltungsschritten zeitnah in Angriff nehmen.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Ebenfalls auf der Website der KZBV finden Sie weitere 
Informationen zu fremdinvestorengesteuerten Z-MVZs und Dentalketten.

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Parodontitis beeinflusst Arteriosklerose

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Auch orale Bakterien können ein ursächlicher Faktor für die Entstehung von Arteriosklerose sein. Eine Gruppe US-amerikanischer Wissenschaftler von der Univerity of Connecticut konnte in einer aktuellen Studie einen Zusammenhang zwischen Parodontal- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweisen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Journal of Lipid Research veröffentlicht.

Längst nachgewiesen war bisher, dass eine fett- und cholesterinreiche Ernährung zu einer Verengung der Arterien und damit zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann. Tatsächlich sind aber auch zahlreiche Fälle bekannt, bei denen eine Arteriosklerose keineswegs durch eine ungesunde Ernährungsweise hervorgerufen wurde. Das Forscherteam aus Connecticut hat nun eine eingehende Analyse der Plaques durchgeführt, die sich in den Arterien bilden und diese verengen. Die Wissenschaftler fanden dabei Lipide vor, deren chemische Bestandteile auf den Stoffwechsel oraler Bakterien zurückgeführt werden können.

Übrigens kann sogar das Risiko einer Augenerkrankung durch orale Erreger deutlich erhöht sein. Auch hier waren es US-amerikanische Wissenschaftler – Forscher der State University of New York –, die einen Zusammenhang zwischen schlechter Mundgesundheit und grünem Star belegen konnten. Je geringer die Anzahl natürlicher Zähne, desto größer ist ihren Untersuchungsergebnissen zufolge das Risiko, einen grünen Star zu entwickeln. Von den untersuchten Probanden fehlten denjenigen, die an einem grünen Star erkrankt waren, deutlich mehr Zähne als den übrigen Studienteilnehmern mit normalem Sehvermögen. Zugleich ließ sich bei den Probanden mit grünem Star auch ein signifikant erhöhtes Vorkommen von Streptokokken-Bakterien nachweisen.

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Warnhinweise zu fluorchinolonhaltigen Antibiotika

Rote-Hand-Brief informiert über schwerwiegende und lang anhaltende Nebenwirkungen sowie neue Anwendungsbeschränkungen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Viele Antibiotika dürfen nur noch eingeschränkt verschrieben werden

Über schwerwiegende Nebenwirkungen und neue Anwendungsbeschränkungen fluorchinolonhaltiger Antibiotika informiert ein aktueller „Rote-Hand-Brief“ vom 08.04.2019 Ärzte und andere Angehörige der Heilberufe. Bestimmte schwerwiegende Nebenwirkungen von Fluorchinolonen können lang anhalten, die Lebensqualität beeinträchtigen und sind möglicherweise irreversibel. Sie betreffen hauptsächlich Sehnen, Muskeln, Gelenke und das Nervensystem. Die Behandlung mit Fluorchinolonen sollte beim ersten Anzeichen einer dieser schwerwiegenden Nebenwirkungen beendet werden. Aufgrund dieser Nebenwirkungen wurden die Anwendungsgebiete eingeschränkt. So sollen Fluorchinolone insbesondere nicht mehr verschrieben und angewendet werden bei Infektionen, die auch ohne Behandlung abklingen oder die nicht schwerwiegend sind sowie bei nicht-bakteriellen Infektionen. Auch bei leichten bis mittelschweren Infektionen sollen Fluorchinolone nicht mehr angewendet werden, es sei denn, andere Antibiotika, die üblicherweise zur Behandlung dieser Infektionen empfohlen werden, können nicht angewendet werden.

Betroffen sind alle Fluorchinolone, die über den Mund eingenommen, injiziert oder inhaliert werden. In Deutschland bestehen Zulassungen für die Wirkstoffe Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin.

Die ärztliche Entscheidung, Fluorchinolone zu verschreiben, sollte für die verbleibenden Anwendungsgebiete nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Bewertung im Einzelfall getroffen werden. Mit dem Rote-Hand-Brief soll erreicht werden, dass die Risiken und Anwendungsbeschränkungen in der ärztlichen Verordnungspraxis lückenlos beachtet werden. Fluorchinolone sind eine wichtige Behandlungsoption gegen verschiedene Infektionserkrankungen, darunter einige lebensbedrohliche, bei denen andere Antibiotika nicht ausreichend wirksam sind.

Die neuen Einschränkungen der Anwendungsgebiete, die Präzisierungen der verbleibenden Indikationen sowie neue Warnhinweise zu möglichen Nebenwirkungen sind das Ergebnis eines vom BfArM angestoßenen europäischen Risikobewertungsverfahrens. Es beinhaltete auch eine öffentliche Anhörung während des Verfahrens, bei der die Sichtweise von Patienten und Vertretern der Gesundheitsberufe vorgetragen wurde. Zur Umsetzung der Ergebnisse des Verfahrens werden jetzt die Fach- und Gebrauchsinformation („Packungsbeilage“) der betroffenen fluorchinolonhaltigen Antibiotika aktualisiert.

Die im Verfahren betrachteten, sehr seltenen schwerwiegenden und anhaltenden, möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen umfassen insbesondere Entzündungen oder Risse der Sehnen, Muskelschmerzen oder Muskelschwäche, Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen, Schwierigkeiten beim Gehen, Gefühle von Nadelstichen oder Kribbeln, brennende Schmerzen, Müdigkeit, Depressionen, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen, Probleme beim Sehen oder Hören, sowie Veränderungen des Geschmacks- oder Geruchssinns. Es können mehre Organe oder Organsystemklassen gleichzeitig und mehrere Sinne betroffen sein. Sehnenschwellungen und Sehnenverletzungen können innerhalb von zwei Tagen nach dem Beginn der Behandlung mit einem fluorchinolonhaltigen Antibiotikum auftreten, möglicherweise aber auch erst einige Monate nach dem Behandlungsende.

Patienten, die ein fluorchinolonhaltiges Antibiotikum anwenden und erste Anzeichen einer der oben beschriebenen Nebenwirkungen vermuten, sollten umgehend ihren Arzt kontaktieren.
Den Rote-Hand-Brief, Antworten auf häufig gestellte Fragen und weitere Informationen zum Risikobewertungsverfahren von Fluorchinolonen bietet das BfArM auf seiner Internetseite an: www.bfarm.de/fluorchinolone.

Im europäischen Risikobewertungsverfahren wurden neben den Fluorchinolonen auch chinolonhaltige Arzneimittel bewertet. In Deutschland waren diese Arzneimittel nie beziehungsweise bereits seit längerer Zeit nicht mehr zugelassen. Schwerwiegende Nebenwirkungen von Fluorchinolonen sind seit langem bekannt und werden entsprechend in der Fach- und Gebrauchsinformation aufgeführt. Bereits in der Vergangenheit wurde die Sicherheit dieser Arzneimittel auf europäischer Ebene bewertet und daraus resultierend deren Anwendung eingeschränkt.

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Pressemitteilung vom 8. April 2019 

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Neues Formular zur Krankenbeförderung

Änderung des Formulars zur Verordnung einer Krankenbeförderung seit 1. April 2019

Im Informationsdienst 1/2019 hatten wir Sie zuletzt über Änderungen in Bezug auf die Verordnung einer Krankenbeförderung informiert. Inzwischen wurde das Formular „Verordnung einer Krankenbeförderung – Muster 4“ von den Vertragspartnern angepasst.

Das neue Muster 4 ist als Anlage 14a/14b Bestandteil des Bundesmantelvertrags-Zahnärzte (BMV-Z) und ab dem 1. April 2019 für die Verordnung einer Krankenbeförderung zu verwenden. Die neuen Vordrucke können bei der KZV Nordrhein angefordert werden (Tel. 0211 9684-0).

Mit dem nächsten Informationsdienst erhalten Sie weitere Informationen zum Muster 4.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

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myKZV: einfach überall mit App anmelden

Sichere und schnelle Anmeldung zum myKZV-Serviceportal

Inzwischen nutzt eine große Mehrheit der hiesigen Zahnärztinnen und Zahnärzte die vielfältigen Vorteile des myKZV-Serviceportals der KZV Nordrhein. Damit in Zukunft der Zugang noch einfacher und vor allem von überall aus möglich ist, gibt es die für diesen Zweck programmierte App „myKZV-ID“, die seit dem 8. April 2019 freigeschaltet werden kann. Die myKZV-ID-App unterstützt dabei ausschließlich die Anmeldung, es ist keine App, die das myKZV-Serviceportal darstellt. Sie bietet Ihnen die Möglichkeit, statt einer Signaturkarte Ihr Smartphone für die Anmeldung zu verwenden. Das heißt, Sie können jederzeit und von überall auf Ihr myKZV-Serviceportal via Computer oder Tablet zugreifen. Was Sie außer der App noch benötigen? Zwei voneinander unabhängige Geräte: Ihr Smartphone plus einen Computer oder ein Tablet beispielsweise. Das gewährt auch weiterhin ein Maximum an Sicherheit.

Anmeldung mittels App „myKZV-ID“

  1. Als ersten Schritt laden Sie sich über „Google Play“ oder über den Apple-„App Store“ die App „myKZV-ID“ herunter und installieren diese.
  2. Starten Sie die App auf Ihrem Smartphone und wählen Sie „Neue myKZV-ID erstellen“ aus. Wählen Sie einen Benutzernamen, mit dem Sie sich zukünftig an myKZV anmelden (Groß- und Kleinschreibung beachten!). Wählen Sie dann „Weiter“ in der App. Sichern Sie den Benutzernamen mit Ihrem Fingerabdruck (iOS) bzw. geben Sie in der App einen mindestens vierstelligen Code ein und bestätigen Sie mit „Weiter“. Das Smartphone ist hiermit so weit vorbereitet.
  3. Im dritten Schritt wird der von Ihnen vergebene Benutzername mit dem internen Datensatz der KZV Nordrhein verknüpft. Melden Sie sich hierzu mit Ihrer eHBA- oder der ZOD-Karte an myKZV an. Bei den „Einstellungen“ haben Sie unter dem Menüpunkt „Persönliche Einstellungen“ im unteren Bereich der Seite die Möglichkeit, Ihre neue myKZV-ID zu registrieren. Geben Sie in das dafür vorgesehene Eingabefeld den von Ihnen in der App vergebenen Benutzernamen ein. Über die Schaltfläche „myKZV-ID validieren“ wird dann die Validierung über Ihr Smartphone angestoßen.
    Öffnen Sie daher bitte im Anschluss auf Ihrem Smartphone die myKZV-ID-App, wählen die verwendete myKZV-ID aus und bestätigen diese. In der Zwischenzeit wird Ihnen im Serviceportal myKZV ein Piktogramm angezeigt. Dieses und noch drei weitere sehen Sie auch auf Ihrem Smartphone. Wählen Sie bitte auf Ihrem Smartphone das übereinstimmende Piktogramm aus.
    Damit ist die Validierung abgeschlossen und über die Schaltfläche „myKZV-ID verknüpfen“ in myKZV können Sie Ihre myKZV-ID dem aktuellen Benutzerkonto zuordnen. Ab sofort können Sie sich nun alternativ auch mit der App bei myKZV anmelden.

Zu der sehr einfachen Anmeldung mit der App an Ihrem myKZV-Serviceportal können Sie sich das kurze Schulungsvideo „Anmeldung mit myKZV-ID/Smartphone“ anschauen, das auf der Internetplattform „vimeo“ eingestellt wurde und auch auf den Seiten von „kzvnr.de“ und „myKZV.de“ zu finden ist.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein / Ulrich Düchting

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USA: Zahnarztberuf zählt zu den beliebtesten Jobs

Aktuelles Ranking des Newsportals US News & World

Bei dem aktuellen Job-Ranking des US-amerikanischen Newsportals US News & World wurden die 28 beliebtesten Berufe ermittelt. Kriterien für den Beliebtheitsgrad waren das durchschnittliche Jahresgehalt, die Arbeitslosenquote, das Stressniveau und die zu erwartende Nachfrage nach dem betreffenden Beruf bis 2026.

Zwar hat es der Zahnarztberuf nicht ganz bis auf das Siegertreppchen geschafft, belegt aber immerhin Platz vier der Beliebtheitsskala. Kein Wunder, liegt doch das Risiko der Arbeitslosigkeit für Zahnärzte bei nur 0,9 Prozent. Außerdem können Zahnärzte in den USA mit einem überdurchschnittlichen Jahreseinkommen rechnen. Auch die Nachfrageprognose ist gut.

Welche Berufe wurden aber zu den Siegern gekürt? Unangefochten auf Platz eins liegt der Softwareentwickler, den zweiten Rang nimmt der Statistiker ein. Und der dritte Platz geht an die Arzthelferin. Übrigens haben es noch weitere dentale Jobs in die aktuelle Liste der beliebtesten Berufe geschafft. Direkt auf den Zahnarzt folgt der Kieferorthopäde auf Platz fünf, während der MKG-Chirurg und der Zahntechniker – beide auf dem 9. Platz – ebenfalls noch unter den besten zehn zu finden sind.

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Anstellungsregelungen für Zahnarztpraxen

Flexibilisierung und Erweiterung im Bundesmantelvertrag

Berlin, 7. Februar 2019 – Ab sofort können niedergelassene Vertragszahnärzte in Einzelpraxen oder Berufsausübungsgemeinschaften mehr angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte beschäftigen. Darauf haben sich Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und GKV-Spitzenverband (GKV-SV) geeinigt.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Die neue Regelung ermöglicht eine patientenorientierte Weiterentwicklung der Versorgung und trägt gleichzeitig den Wünschen junger Zahnärztinnen und Zahnärzten Rechnung, die zu Beginn ihres Berufslebens oder vor einer Niederlassung häufig zunächst als Angestellte im Team arbeiten wollen. Für die Angestellten werden zudem flexible Arbeitszeitmodelle ermöglicht. Jetzt können drei bzw. mit Begründung auch vier Angestellte je Vertragszahnarzt in Vollzeit oder entsprechend mehr in Teilzeit tätig werden. Die erweiterten Anstellungsmöglichkeiten räumen Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften eine größere Flexibilität bei der Ausgestaltung der Praxisorganisation und der Zusammenarbeit von Angestellten ein.“

Hintergrund: Änderung des Bundesmantelvertrages – Zahnärzte
Die bisherigen Vorgaben des Bundesmantelvertrages – Zahnärzte (BMV-Z) sahen vor, dass niedergelassene Vertragszahnärztinnen oder Vertragszahnärzte maximal zwei Zahnärzte in Vollzeit anstellen durften. Diese Grenze wurde nun angehoben. Die neue Regelung gilt ab sofort. Die KZBV hatte sich dazu mit dem GKV-SV auf eine Änderung des BMV-Z verständigt, der Regelungen zur Art und Umfang der Versorgung und Vorschriften zur Durchführung der Behandlungen enthält. Der BMV-Z ist Bestandteil der sogenannten Gesamtverträge, die zwischen Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Vertretern der Krankenkassen auf Länderebene ausgehandelt werden.

Die neue Regelung im Volltext kann online bei der KZBV abgerufen werden.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Weitere Informationen zur Beschäftigung eines angestellten Zahnarztes auf den Seiten der KZV Nordrhein.

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Großer Erfolg im Kampf gegen frühkindliche Karies

Neue Präventionsmaßnahmen für Kleinkinder ab 1. Juli 2019

Der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) hat das Konzept der Zahnärzteschaft zur zahnmedizinischen Prävention bei Kleinkindern weitgehend umgesetzt. Für gesetzlich krankenversicherte Kleinkinder bis zum vollendeten 33. Lebensmonat sind jetzt drei zusätzliche zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen vorgesehen. Damit werden erstmals Kleinkinder unter drei Jahren mit einbezogen, um gegen frühkindliche Karies vorzugehen. Die neuen Leistungen sollen ab dem 1. Juli 2019 zur Verfügung stehen. 

Forderungen der Zahnärzteschaft endlich aufgegriffen
Bereits seit Jahren hatten KZBV und BZÄK eine bessere Versorgung von Kleinkindern vom Säuglingsalter bis 3 Jahren gefordert und 2014 gemeinsam mit dem Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ) und dem Deutschen Hebammenverband (DHV) ein Konzeptpapier mit dem Ziel vorgelegt, Versorgungslücken zur Vermeidung und Behandlung der so genannten Nuckelflaschenkaries zu schließen („Frühkindliche Karies vermeiden“). Umso mehr freut sich die Zahnärzteschaft über die jetzt beschlossene Erweiterung der zahnmedizinischen Präventionsrichtlinien, wie den Worten des KZBV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Eßer zu entnehmen ist: „Das ist ein großer Erfolg im Kampf gegen frühkindliche Karies. Zugleich ist es ein wichtiger Meilenstein, um unsere kleinsten Patienten künftig noch besser zu schützen und für sie optimale Voraussetzungen für eine lebenslange Zahn- und Mundgesundheit zu schaffen!“

Die neuen Leistungen auf einen Blick

  • Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen, die bisher für Kinder ab dem dritten Lebensjahr vorgesehen waren, stehen ab dem 1. Juli bereits ab dem sechsten Lebensmonat zur Verfügung. Für Kinder zwischen dem 6. und dem vollendeten 33. Lebensmonat besteht somit ein neuer Anspruch auf drei Früherkennungsuntersuchungen. Kinder zwischen dem 34. Lebensmonat und dem vollendeten 6. Lebensjahr können weiterhin unverändert drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen.
  • Die neu eingeführten Früherkennungsuntersuchungen beinhalten neben der eingehenden Untersuchung des Kindes auch eine Beratung der Eltern bzw. Betreuungspersonen und eine Anleitung für das tägliche Zähneputzen beim Kleinkind. Außerdem soll in der Anamnese die Anwendung von Fluoridierungsmitteln wie Zahnpasta erfragt werden.
  • Auch das Auftragen von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung zweimal im Kalenderhalbjahr wird für Kinder zwischen dem sechsten und dem vollendeten 33. Lebensmonat Kassenleistung. Der Anspruch besteht unabhängig davon, ob bereits eine (initial-)kariöse Läsion vorliegt. Kinder zwischen dem 34. Lebensmonat und dem vollendeten 6. Lebensjahr haben weiterhin unverändert Anspruch auf Fluoridierung bei hohem Kariesrisiko.

Die Zahnärzte hoffen nun, dass Eltern diese neuen zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen für ihre Kinder genauso zahlreich und routinemäßig in Anspruch nehmen werden, wie es bei den seit vielen Jahren bewährten kinderärztlichen Untersuchungen der Fall ist.

Hintergrund
Von frühkindlicher Karies (Early Childhood Caries, kurz ECC) sind deutschlandweit etwa 15 Prozent der unter dreijährigen Kinder betroffen. Fakt ist, dass fast die Hälfte der kariösen Zahnschäden, die zum Zeitpunkt der Einschulung festgestellt werden, in den ersten drei Lebensjahren entsteht. Der Verbreitungsgrad von Milchzahnkaries liegt in Deutschland bei 10 bis 15 Prozent, in den sogenannten sozialen Brennpunkten kann der Anteil der betroffenen Kinder auf bis zu 40 Prozent steigen.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Bundeszahnärztekammer

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Regelwerk zur SMC-B-Karte für den Bereich der KZV Nordrhein

Antrags-, Nutzungs- und Sperrregelungen für den Wirkbetrieb

Die KZV Nordrhein hat ein Regelwerk zur SMC-B-Karte herausgegeben, das die Bestimmungen zur Beantragung, Nutzung und zur Sperrung des elektronischen Praxisausweises für Vertragszahnärzte definiert. Die in diesem Regelwerk getroffenen Festlegungen sind nur für Praxisausweise im Zuständigkeitsbereich der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein gültig. Das Regelwerk steht hier zum Download zur Verfügung:

Regelwerk der KZV-Nordrhein zur SMC-B-Karte (PDF)

Unter unserer Rubrik „Für die Praxis“ erhalten Sie weitere Informationen zur SMC-B-Karte.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

Bild Startseite: Fotolia /  photowahn

   

myKZV-Anmeldung mit App

Es ist jetzt auch möglich, sich an das myKZV-Serviceportal per App mit einem Smartphone oder Tablet anzumelden. Zu der sehr einfachen App-Anmeldung stellt Ihnen die KZV Nordrhein ein kurzes Schulungsvideo zur Verfügung:

Datenschutzrecht

BZÄK, KZBV und KBV informieren zum Datenschutzrecht, das seit dem 25. Mai 2018 gilt. Im Vordergrund steht die durch die Praxen zu gewährleistende Sicherheit der verarbeiteten Personendaten, die nach der EU-DSGVO und dem BDSG besonders geschützt werden müssen.

Datenschutz- und Datensicherheits-Leitfaden für die Zahnarztpraxis-EDV der BZÄK und KZBV (PDF)

Merkblatt der BZÄK zum neuen Datenschutzrecht (PDF)

Informationen der KBV zur EU-DSGVO

 

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der 
ZÄK Nordrhein sowie unter
dentists4dentists.

Informationsfilm Patientenberatung

BZÄK und KZBV haben einen Informationsfilm erstellt, der das Angebot der zahnärztlichen Patientenberatung der KZVen und (Landes-)Zahnärztekammern erläutert.

 

Der Film ist auf der zentralen Website von BZÄK und KZBV zur Patientenberatung zu sehen:

 

Er kann außerdem auf YouTube abgerufen werden.

Versichertenstammdaten

KZBV-Merkblatt zu Fehlercodes
im VSDM

Die KZBV informiert die Zahnarztpraxen mit einem Merkblatt über den korrekten Umgang mit Fehlermeldungen (Fehlercodes), die beim Einlesen der Versicherten-
stammdaten über die eGK angezeigt werden können.

Heilmittelrichtlinie

KZBV-Informationspaket

Die KZBV-Broschüre „Die zahnärztliche Heilmittelverordnung – So verschreiben Sie richtig“ enhält Erläuterungen zur Zuordnung der Heilmittel zu Indikationen sowie zur konkreten Umsetzung der Verordnung und Tipps zum Ausfüllen des Vordrucks. Zudem umfasst sie eine Kurzerläuterung sowie eine FAQ-Liste. Die Broschüre wird durch ein digitales Erklärprojekt ergänzt.

 

Hier gelangen Sie auf der KZBV-Website zu dem
KZBV-Informationspaket zur zahnärztlichen Heilmittel-
verordnung
.

Parodontitis

PAR-Versorgungskonzept

KZBV, BZÄK und DG Paro haben ein wissenschaftlich abgesichertes Versorgungskonzept gegen die „Volkskrankheit Parodontitis“ entwickelt:

PAR-Versorgungskonzept – Konzept für die Behandlung von Parodontalerkrankun-
gen bei Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung

Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen geht an den Start. In den kommenden Monaten sollen alle Praxen an Deutschlands größtes elektronisches Gesundheitsnetz angeschlossen werden. Vor diesem Hintergrund hat die KZBV eine Informationsbroschüre veröffentlicht:
„Anbindung an die Telematik-
infrastruktur – Informa-
tionen für Ihre Praxis“

   

KZBV und KZV Sachsen stellen außerdem ein 
Erklärvideo „Einführung
in die Telematikinfra-
struktur“

zur Verfügung.

Agenda Mundgesundheit

Die „Agenda Mundgesundheit
2017-2021" der KZBV umfasst die gesundheitspolitischen Positionen der Vertragszahnärzteschaft zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland. Die vollständige Agenda sowie eine Kurzfassung können auf der Website der KZBV abgerufen werden:

Agenda Mundgesundheit
2017-2021 (PDF) und
Agenda Mundgesundheit – Positionen und Grundsätze (PDF)

Übersichtsgrafik Qualitätsförderung

Der zahnärztliche Berufsstand ist bestrebt, in den Praxen vor Ort immer die möglichst beste Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Eine umfassende Qualitätsförderung ist zentrale kontinuierliche Aufgabe aller Zahnärztinnen und Zahnärzte.

 

Die KZBV stellt dafür eine Übersichtsgrafik mit weiterführenden Erläuterungen zur Verfügung, die anschaulich, leicht verständlich und transparent über die einzelnen Elemente zahnärztlicher Qualitätsförderung informiert und die Sie hier herunterladen können:

KZBV-Übersichtgrafik
Qualitätsförderung (PDF)

DMS V-Praxisplakat

Bundeszahnärztekammer und KZBV haben in Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Zahnärzte ein Plakat zur Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) zur Verwendung in der Zahnarztpraxis herausgegeben. Es informiert über die positiven Ergebnisse der Studie und fordert die Patienten auf, den nächsten Kontrolltermin zu vereinbaren:


Auf den Seiten der KZBV erhalten Sie außerdem eine 

Bestechlichkeit / Bestechung

Bestechlichkeit / Bestechung
im Gesundheitswesen
KZBV / BZÄK: Info-Broschüre (Rechtsgrundlagen)

Die in der breiten Öffentlichkeit geführte Diskussion um Korruption und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen war für den Gesetzgeber Anlass, eine entsprechende neue Strafrechtsnorm zu beschließen. Zudem gewinnen Transparenz und Compliance in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend an Bedeutung. Die strikte Einhaltung rechtlicher Vorgaben ist daher Ziel und Auftrag jedes einzelnen Zahnarztes sowie des zahnärztlichen Berufsstandes in seiner Gesamtheit.

   

Die Info-Broschüre zu diesem Thema in der Schriftenreihe "Rechtsgrund-
lagen für die Zahnarztpraxis" möchte Antworten geben und helfen, Verunsicherungen abzubauen. 

Qualitätsförderung

BZÄK/KZBV: 
Agenda Qualitätsförderung

 

Mit dieser Agenda legen BZÄK und KZBV ihre überarbeiteten Positionen zur Qualitätsförderung in der Zahnmedizin in Anknüpfung an die gemeinsame Agenda Qualitäts-
förderung aus dem Jahr 2004 vor, zeigen Perspektiven für die Weiterentwicklung durch den Berufsstand und Forderungen an die Gesundheitspolitik für die kommenden Jahre auf.

 

Die Ziele, Grundsätze und Handlungsempfehlungen der Agenda beziehen sich sowohl auf die Patienten als auch auf die in der zahnmedizinischen Versorgung tätigen Zahnärzte und Beschäftigten. Leitbild ist eine Beziehung zwischen Zahnarzt und Patient, die von Vertrauen geprägt ist.

 

Mehr dazu auf den Internetseiten der BZAEK und der KZBV.

Hier geht es zum Download der

Agenda Qualitätsförderung
(PDF)
.

Frühkindliche Kariesprävention

BZÄK-/KZBV-Versorgungskonzept „Frühkindliche Karies vermeiden“

BZÄK und KZBV haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ) und dem Deutschen Hebammenverband (DHV) sowie unter der wissenschaftlichen Begleitung der Universität Greifswald ein Konzeptpapier zur frühkindlichen Kariesprävention unter dem Titel „Frühkindliche Karies vermeiden“ entwickelt.


Sie können das Konzeptpapier im Internet einsehen und herunterladen:

Frühkindliche Karies vermeiden (PDF).

Alters- und Behindertenzahnheilkunde

BZÄK-/KZBV-Versorgungs-
konzept „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“

 

In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) und der Arbeitsgemeinschaft für Behindertenbehandlung im Bundesverband Deutscher Oralchirurgen (BDO) entstand unter dem Titel „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“ ein Konzept, mit dem die Heraus-
forderungen an die zahnmedizinische Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen angegangen werden können.


Das Konzeptpapier kann im Internet eingesehen und heruntergeladen werden:

Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter (PDF).