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Die KZV Nordrhein bei Facebook

Der KZV-Auftritt bei Facebook: aktuell, informativ und unterhaltsam!

Der Auftritt der KZV Nordrhein bei Facebook ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche mit jungen Zahnärzten, Studenten, Assistenten, Angestellten und frisch Niedergelassenen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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DER ZAHNÄRZTE-BLOG: DENTISTS4DENTISTS

Der Zahnärzte-Blog „dentists4dentists“ richtet sich speziell an junge Zahnärzte – Assistenten, Angestellte, frisch Niedergelassene – und Studierende der Zahnmedizin. Im Blog informieren und diskutieren Zahnärztinnen und Zahnärzte unabhängig und neutral. 

News

Aktuelle Nachrichten, Trends und Entwicklungen

 

Teilnehmer an klinischer Studie gesucht – Hier lesen Sie mehr

Neue Leistungen zur systematischen PAR-Behandlung – Hier lesen Sie mehr

Fortbildungsnachweis: Frist verlängert – Hier lesen Sie mehr

Zahnärztliche Versorgung militärischen Personals – Hier lesen Sie mehr

Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz – Hier lesen Sie mehr

Kritik an sozialversicherungsrechtlicher Berufshaftpflichtversicherung – Hier lesen Sie mehr

CGM: Konnektor-Upgrade erforderlich – Hier lesen Sie mehr

Digitale Anwendung zum Erkennen und Abbau von Barrieren – Hier lesen Sie mehr

Aktualisierte Informationen zur Behandlung von Patienten aus GB – Hier lesen Sie mehr

KZBV-Broschüre zu Videosprechstunden, Videofallkonferenzen und Telekonsilen – Hier lesen Sie mehr

Weitere News – Hier lesen Sie mehr

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Zahnärzte/-innen als Teilnehmer an klinischer Studie gesucht

Anmeldefrist verlängert bis 2. Juli 2021

Wechselwirkungen von Parodontitis und Diabetes

Am Universitätsklinikum Heidelberg (Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Sektion Translationale Gesundheitsökonomie, Prof. Dr. Dr. med. dent. Stefan Listl) wird ab dem kommenden Jahr eine praxisbasierte klinische Studie zur Förderung der Versorgung von Patient/-innen mit Parodontitis und Diabetes Typ 2 durchgeführt. Beteiligt ist hierbei unter anderem auch das Universitätsklinikum Bonn, Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, als Kooperationspartner im zahnärztlichen Bereich. Derzeit werden Zahnärzte/-ärztinnen gesucht, die sich an dieser Studie beteiligen wollen. Unterstützt wird die Studie von den KZVen Nordrhein und Baden-Württemberg.

Das Vorhaben „Digital Integrierte Versorgung von Diabetes Typ 2 und Parodontitis“ (DigIn2Perio) möchte die Zusammenarbeit zwischen Zahn- und Hausärzten/-ärztinnen verstärken. Teilnehmende Praxen tragen somit aktiv zur Ausgestaltung von verbesserten Rahmenbedingungen für die Versorgung bei. Für die Konzeptentwicklungsphase wird das Vorhaben derzeit durch den Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert.

Die Studie beginnt im Jahr 2022, die Teilnehmer/innen werden im Vorfeld entsprechend geschult. Ziel ist die Evaluation einer neuen Versorgungsform zum Screening auf Diabetes bei Patienten mit parodontalem Handlungsbedarf im zahnärztlichen Setting. Im Rahmen der Studie erfolgt für die neue Versorgungsform eine zusätzliche Vergütung. Zudem erhalten teilnehmende Praxen eine Aufwandsentschädigung. Das Vorhaben ist so konzipiert, dass bestehende Arbeitsabläufe nicht beeinträchtigt werden.

Wir freuen uns, wenn sich viele von Ihnen finden, um an dieser Studie mitzuwirken. Ihre Bereitschaft bitten wir Sie, uns formlos bis zum 2. Juli 2021 per E-Mail an studie-paro(at)kzvnr.de mitzuteilen.

Weitere Informationen zur Studie werden wir in den kommenden Monaten bereitstellen. Für Fragen können Sie sich zudem unter folgenden Kontaktdaten an die KZV NR wenden:

E-Mail: studie-paro(at)kzvnr.de / Telefon: 0211 9684–274

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

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Neue Leistungen zur systematischen PAR-Behandlung beschlossen 

KZBV und GKV-Spitzenverband beenden Verhandlungen im Bewertungsausschuss

Berlin, 6. Mai 2021 – Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) haben sich einvernehmlich auf die Bewertung der neuen Leistungen bei der systematischen Behandlung von Parodontitis und anderer Parodontalerkrankungen (PAR-Richtlinie) geeinigt. Neben der Bewertung wurden auch Leistungsbeschreibungen und Abrechnungsbestimmungen festgelegt, also die Gebührennummern des Bewertungsmaßstabes zahnärztlicher Leistungen (BEMA) zur Abrechnung der entsprechenden vertragszahnärztlichen Leistungen, die künftig in vertragszahnärztlichen Praxen herangezogen werden können. Die neuen Leistungen sollen Patientinnen und Patienten in vertragszahnärztlichen Praxen damit fristgerecht ab 1. Juli 2021 zur Verfügung stehen.

Hier finden Sie den Beschluss des Bewertungsausschusses im Wortlaut.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Mit der aktuellen Richtlinie des G-BA zur systematischen Behandlung der Parodontitis ist der Durchbruch zu modernen wissenschaftlichen Therapieansätzen gelungen. Gleichzeitig wurde durch die Verabschiedung der entsprechenden Behandlungsrichtlinie gerade für vulnerable Bevölkerungsgruppen ein bürokratie- und barrierearmer Zugang zu einer bedarfsgerechten Versorgung dieser chronischen Erkrankung geschaffen, die besonders bei älteren Menschen gehäuft in ihrer schweren Ausprägung auftritt. Beide Richtlinien zusammen schaffen für uns Zahnärzte nach langen Jahren des Stillstands die Voraussetzungen, dieser großen Volkskrankheit endlich erfolgreich begegnen und die hohe Parodontitislast in Deutschland nachhaltig senken zu können. Zurzeit leidet jeder Zweite an einer behandlungsbedürftigen Form dieser chronischen Erkrankung. Dass beide Richtlinien, ein umfangreicher Leistungskatalog und die Leistungsbewertungen fristgerecht im Konsens erarbeitet werden konnten, zeigt erneut die hohe Leistungsfähigkeit der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.“

Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband: „Gesetzlich Versicherte, die an Parodontitis leiden, erhalten zahlreiche neue Kassenleistungen, um diese langwierige Erkrankung nachhaltig in den Griff zu bekommen. Ab dem 1. Juli folgt auf die zahnmedizinische Behandlung eine umfassende Parodontitis-Nachsorge von mindestens zwei Jahren. Nach aktuellem Forschungsstand werden so die besten Heilungsergebnisse erzielt und die Lebensqualität kann durch die Nachsorge deutlich verbessert werden. Wir hoffen, dass diese neuen Leistungen dazu beitragen, erreichte Behandlungsergebnisse stabil zu halten und langfristig sogar die Zahl der Parodontitis-Patienten und -Patientinnen zu senken.

Besonders freut mich, dass wir als gemeinsame Selbstverwaltung weitere Regelungen einvernehmlich beschlossen haben, die gerade für vulnerable Patientengruppen die Parodontitis-Versorgung deutlich vereinfachen. Zukünftig erhalten Pflegebedürftige oder Menschen mit Beeinträchtigungen eine Parodontitis-Behandlung ohne ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen zu müssen. Darin enthalten ist auch die Reinigung aller Zähne einmal im Kalenderhalbjahr über einen Zeitraum von zwei Jahren.“

Auch besonders vulnerable Patientengruppen erhalten künftig einen gleichberechtigten und barrierearmen Zugang zur Parodontitistherapie im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner heutigen Sitzung gefasst. Damit haben diese Versicherten ab Juli Anspruch auf eine modifizierte und speziell auf die Bedürfnisse dieser Versichertengruppe zugeschnittene Behandlungsstrecke zur Parodontitis-Behandlung ohne Antrags- und Genehmigungsverfahren. Diese niedrigschwellige Option richtet sich vor allem an ältere, pflegebedürftige Menschen oder Menschen mit einer Beeinträchtigung, bei denen die systematische Behandlung gemäß PAR-Richtlinie nicht in vollem Umfang durchgeführt werden kann. Dazu zählen etwa Patienten, bei denen die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung der Mundhygiene nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist, die einer Behandlung in Allgemeinnarkose bedürfen, oder bei denen die Kooperationsfähigkeit nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist. Der Zugang zu den neuen PAR-Leistungen ist dabei unbürokratisch niedrigschwellig im Rahmen Anzeigepflicht bei den Kassen ausgestaltet.

Hintergrund: Die neuen Leistungen für die systematische Behandlung der Parodontitis
Der G-BA hatte im Dezember 2020 die Richtlinie zur systematischen Parodontitistherapie beschlossen. Vorausgegangen waren jahrelange fachliche Beratungen und intensive Verhandlungen unter maßgeblicher Beteiligung der KZBV. Auf Grundlage der Richtlinie, die den aktuellen wissenschaftlichen Stand zahnmedizinischer Erkenntnisse berücksichtigt, wird die Volkskrankheit Parodontitis künftig mit einem umfassenden, am Bedarf der Patienten ausgerichteten Maßnahmenprogramm bekämpft. Dazu gehören unter anderem eine patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung sowie ein parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch im Rahmen der „sprechenden Zahnmedizin“. Diese Maßnahmen dienen dazu, die Mundhygienefähigkeit und Gesundheitskompetenz der Patienten zu erhöhen. Mit der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) können Versicherte künftig zudem zwei Jahre nach Abschluss der aktiven Behandlungsphase eine strukturierte Nachsorge in Anspruch nehmen, um den Behandlungserfolg zu sichern.

NEU: PAR-Informationsseiten und PAR-Hotline für die nordrheinischen Zahnarztpraxen
Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein stellt den Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzten auf ihren PAR2021-Seiten aktuelle Informationen zum neuen PAR-Versorgungskonzept zur Verfügung.

PAR2021-Informationseiten der KZV Nordrhein

Bei Fragen zum Thema PAR können Sie sich außerdem an die Hotline der KZV Nordrhein wenden unter
0211-9684-190.

Gerne beantworten wir auch Fragen unter par2021(at)kzvnr.de.

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Fortbildungsnachweis: Frist verlängert

KZBV erwirkt Fristverlängerung bis zum 30. September 

Vor dem Hintergrund des fortbestehenden Pandemiegeschehens hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) einer erneuten Fristverlängerung für die Erbringung des Fortbildungsnachweises nach § 95d SGB V bis zum 30. September 2021 zugestimmt. Zugleich hat das BMG bestätigt, dass damit auch von den Sanktionen nach § 95d Abs. 3 Satz 3 und 6 SGB V abgesehen werden kann. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hatte sich bereits im Vorjahr mehrfach erfolgreich für solche Fristverlängerungen eingesetzt. Unabhängig von der erneut erwirkten Fristverlängerung sollen Zahnärztinnen und Zahnärzte verstärkt Online-Fortbildungsangebote in Anspruch nehmen. Angesichts der Fortschritte bei der Impf-Kampagne besteht die Hoffnung, dass sich im Laufe des Jahres die Situation bei den Fortbildungsangeboten als Präsenzveranstaltungen wieder verbessern wird. In diesem Fall sollten auch solche Angebote wieder verstärkt genutzt werden. 

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Zahnärztliche Versorgung militärischen Personals

Neue „Allgemeine Regelung“ A-860/13 ab dem 12.04.2021

21.04.2021: Die KZBV informierte mit Schreiben vom 12.04.2021, dass das Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) seine seit 2009 geltenden Richtlinien für die zahnärztliche Versorgung von Soldatinnen und Soldaten überarbeitet und eine Neufassung in Form einer Allgemeinen Regelung A-860/13 „Zahnärztliche Versorgung militärischen Personals“ erlassen hat, welche am 12.04.2021 in Kraft getreten ist und die bisherigen Richtlinien ablöst.

Im Folgenden erhalten Sie eine kurze Übersicht über die wichtigsten Neuerungen: 

  • Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion von Kronen, Brücken und Prothesen einschließlich Erweiterung (BEMA Teil 5) sind künftig nicht mehr genehmigungspflichtig.
  • Auch Leistungen nach K4, K6 bis K9 aus BEMA Teil 2 sind künftig genehmigungsfrei.
  • Vor der Behandlung mit Zahnersatz soll grundsätzlich ein craniomandibulärer Funktionsindex (CMD-Screening) erhoben werden. Diese Leistung ist genehmigungsfrei und als Analogleistung nach GOZ abrechenbar.
  • Bei Behandlung von parodontalen oder periimplantären Erkrankungen ist die professionelle Zahnreinigung (PZR) im Rahmen der Vorbehandlung einmal abrechenbar. Die Bundeswehr übernimmt zudem die Kosten für eine drei Jahre währende Nachsorge. In dieser Zeit können Leistungen für die Nachinstrumentierung behandelter Zähne nach den GOZ-Positionen 4070a, 4075a sowie für die PZR einmal pro Kalenderhalbjahr abgerechnet werden. Für den PAR-Bereich sind weitere Anpassungen nach Vorliegen des Inkrafttretens der neuen PAR-Richtlinie sowie der anstehenden Änderungen im BEMA geplant, so dass die vorgenannten Regelungen als Übergangsregelungen gelten.
  • Bei KFO-Behandlung ist die PZR einmal pro Kalenderhalbjahr genehmigungsfähig; bei Übernahme der laufenden Behandlung gilt die PZR als mitgenehmigt.
  • Adhäsivbrücken sind auch in der vollkeramischen Version genehmigungsfähig.
  • Ebenfalls neu sind bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen Kostenübernahmen im Fall der Versorgung mit Unterkieferprotrusionsschienen und individualisiertem Mundschutz. Diese beiden Versorgungen sind grundsätzlich in den zahnärztlichen Behandlungseinrichtungen der Bundeswehr zu erbringen.

Im Bereich der Abrechnung haben sich keine Veränderungen im Vergleich zu den bisherigen Richtlinien ergeben.

Eine von der KZBV erstellte Zusammenfassung mit Erläuterungen der ab dem 12.04.2021 geltenden Regelungen sowie das Dokument des BMVg „Zahnärztliche Versorgung militärischen Personals“ können Sie hier unter III-4 Bundeswehr -Richtlinien- abrufen.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

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Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz

KZBV zur Anhörung / gemeinsame Stellungnahme von BZÄK und KZBV zum Regierungsentwurf

Anlässlich der Anhörung zum Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) am 14. April 2021 hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) einmal mehr ihre Unterstützung bekräftigt, die Potentiale der Digitalisierung weiter für Versorgungsverbesserungen im Gesundheitswesen zu nutzen. Gemeinsames Ziel bleibe die Sicherstellung einer effizienten und qualitativ hochwertigen Patientenversorgung, bei der digitale Neuerungen und Prozesse eine zentrale Rolle spielen.

Klare Verantwortlichkeiten für die TI!
Gleichzeitig mahnte die KZBV an, die datenschutzrechtliche Verantwortlichkeit von Zahnärzten und anderen Leistungserbringern für die Telematikinfrastruktur (TI) auch weiterhin klar zu regeln. „Die datenschutzrechtliche Verantwortlichkeit der Zahnarztpraxen muss eindeutig auf die ordnungsgemäße Inbetriebnahme, Wartung und Verwendung der TI-Komponenten beschränkt bleiben!“, sagte Dr. Karl-Georg Pochhammer, stellv. Vorsitzender des Vorstandes der KZBV. „Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf ist das nicht mehr gewährleistet. Stattdessen werden in diesem sensiblen Bereich durch unklare Formulierungen wieder Rechtsunsicherheiten geschaffen.“

Videosprechstunden für alle!
Darüber hinaus sollte nach Ansicht der KZBV eine Rechtsgrundlage geschaffen werden, um die Erbringung von Videosprechstunden – parallel zur ärztlichen Vorschrift – auch im vertragszahnärztlichen Bereich in größerem Umfang zu ermöglichen und zu stärken. „Videosprechstunden sollten zeitnah auf alle Versicherten ausgeweitet werden, da dieser technischen Innovation auch in der zahnärztlichen Versorgung eine zunehmende Bedeutung bei Information, Beratung und Aufklärung von Patienten zukommt“, betonte Pochhammer. 

TI weiterentwickeln, aber mit Bedacht …
Die KZBV befürwortet ausdrücklich den Prozess der weiteren Digitalisierung des Gesundheitswesens. Einigen, im Gesetz vorgesehenen Maßnahmen zur Weiterentwicklung der TI steht die Vertragszahnärzteschaft zum Teil jedoch sehr kritisch gegenüber: „Datenschutzrechtliche und sicherheitstechnische Anforderungen werden mit den geplanten Änderungen in Frage gestellt. Eine Weiterentwicklung der TI darf nicht dazu führen, dass das Vertrauen von Zahnärzten, Ärzten, Kliniken, Patienten sowie von beteiligten Unternehmen in die Verlässlichkeit bisheriger Abläufe gestört wird. Die geplante Ablösung der kartenbasierten Anwendungen NFD und eMP von der elektronischen Gesundheitskarte lehnen wir deshalb ab“, sagte Pochhammer. Auch würden Ausfall- und Offline-Szenarien bei einem solchen Vorhaben nicht berücksichtigt.

Angemahnt wurden in diesem Zusammenhang auch vorgesehene Umsetzungsfristen, die aus Sicht der KZBV unrealistisch kurz gesetzt sind. „Angesichts der erheblichen Tragweite solcher Entscheidungen regen wir an, die vorgesehene Umstellung technischer Verfahren bis zum Abschluss der bei der gematik bereits angestoßenen Überarbeitung der TI zurückzustellen. Gesetzgeberischer Handlungsbedarf, zeitliche Planung und Auswirkungen auf Datenschutz und Datensicherheit können dann genauer beurteilt werden.“

Kritik an „Leistungserbringer-Verzeichnis“
Ein bundesweites „Leistungserbringer-Verzeichnis“ – auch zum Zweck der Zahnarztsuche – über das Nationale Gesundheitsportal lehnte die KZBV ab. „Im vertragszahnärztlichen Bereich ist eine solche Suche irrelevant, da es keine Fachrichtungen im eigentlichen Sinne gibt. Stattdessen ist zu befürchten, dass der Nutzen eines solchen Verzeichnisses in keinem Verhältnis zum finanziellen und personellen Aufwand steht“, mahnte Pochhammer.

Neben dieser Pressemitteilung der KZBV zur Anhörung haben KZBV und BZÄK in einer gemeinsamen Stellungnahme zu den einzelnen Regelungen des Regierungsentwurfs, soweit sie für die zahnärztliche Versorgung relevant sind, Stellung genommen.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Pressemitteilung vom 14.04.2021

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Kritik an sozialversicherungsrechtlicher Berufshaftpflichtversicherung

Anhörung zum GVWG – Stellungnahme der Zahnärzteschaft

Berlin, 12. April 2021 – Anlässlich der heutigen Anhörung zum Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) insbesondere die geplante Regelung für eine sozialversicherungsrechtliche Berufshaftpflichtversicherung kritisiert. Zugleich nutzte die KZBV die Anhörung, um weitere politische Forderungen und Positionierungen des Berufsstandes an den Gesetzgeber zu adressieren.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Die angemessene Versicherung von Zahnärztinnen und Zahnärzten gegen Haftpflichtansprüche aus ihrer Tätigkeit ist schon jetzt zentrales Element des Patientenschutzes, zu dem wir uns mit Nachdruck bekennen. Die geplante Einführung einer sozialversicherungsrechtlichen Berufshaftpflichtversicherungspflicht neben der bestehenden berufsrechtlichen Pflicht verfehlt jedoch ihr Ziel und ist nicht erforderlich.“

Die Pflicht zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung sei bereits in den Berufsordnungen der Zahnärztekammern verankert. „Zahnärzte müssen diese Versicherung bei der zuständigen Kammer nachweisen, Verstöße werden konsequent verfolgt. Uns sind keine Fälle bekannt, bei denen haftende Vertragszahnärzte über keine oder über eine nur unzureichende Haftpflichtversicherung verfügt hätten. Es macht daher keinen Sinn, dieses bewährte System zusätzlich in das Sozialrecht zu spiegeln und damit zwei parallele Versicherungspflichten zu etablieren“, betonte Eßer. Den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen würden damit weitere Überwachungs- und Verwaltungsaufgaben und damit unnötige Bürokratie aufgebürdet. Auch ließen sich vertragszahnärztliche und privatzahnärztliche Haftungsansprüche in der Versorgung nicht immer klar voneinander abgrenzen.

Eine weitere Regelung im GVWG betrifft die zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung. Bei einer Versorgung mit Zahnersatz sollen Patienten demnach keine Nachteile bei der Berechnung von Boni für Festzuschüsse durch gesetzliche Kassen haben, wenn sie in 2020 aufgrund der Corona-Pandemie die Vorsorgeuntersuchung nicht in Anspruch genommen haben. „Wir begrüßen die Zielsetzung des Gesetzgebers hier grundsätzlich, sprechen uns im Interesse der Patienten aber für eine möglichst unbürokratische Ausgestaltung der Regelung aus, die Praxen und KZVen zugleich nicht zusätzlich belastet“, sagte Eßer. Die Regelung soll rückwirkend zum 1. Januar in Kraft treten.

Mit dem GVWG soll künftig zudem eine Veröffentlichung von Daten der Qualitätssicherung erfolgen. Eßer betonte, dass Qualitätsförderung im Fokus stehen müsse und keine „Pranger- oder Sanktionspolitik“. „Die geplante Richtlinie ist aus Sicht der KZBV ungeeignet, um das angestrebte Ziel einer weiteren Qualitätsverbesserung in der Versorgung zu erreichen. Die geplante Veröffentlichung von Daten der Qualitätssicherung – insbesondere im Hinblick auf die Ergebnisqualität – unterliegt zu Recht höchsten Anforderungen bezüglich Methodik, Datenschutz sowie der Qualität der Daten. Daran fehlt es in dem Gesetzentwurf jedoch. Aufwand und Nutzen der Regelung stehen für alle Beteiligten nicht in Relation zueinander, auch nicht für Patienten.“

Eßer begrüßte hingegen, dass mit dem GVWG eine Rechtsgrundlage geschaffen werden soll, um Sitzungen der Zulassungs- und Berufungsausschüsse auch per Videotechnik rechtssicher zu ermöglichen.

Die gemeinsame Stellungnahme der Zahnärzteschaft zum GVWG kann auf der Website der KZBV abgerufen werden.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Pressemitteilung vom 12.04.2021

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CGM: Konnektor-Upgrade erforderlich

Ablauf der Betriebsmöglichkeit bei KoCo-Konnektorversionen 1.3.4 und 1.3.10

Die CompuGroup Medical (CGM) hat die KZBV darüber informiert, dass aktuell in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Apotheken noch zirka 300 Konnektoren mit der nicht mehr zugelassenen Version 1.3.4 und ca. 4.500 Konnektoren mit der ebenfalls nicht mehr zugelassenen Version 1.3.10 betrieben werden. 

Neben der formal nicht mehr vorhandenen Zulassung werden die Konnektoren mit der Version 1.3.4 und 1.3.10 aufgrund der dort fest einprogrammierten Laufzeit der Algorithmen RSA und SHA ab dem 1. Januar 2022 nicht mehr starten können, d. h. der Betrieb ist dann auch technisch nicht mehr möglich! Am 31. Dezember 2019 ist die Zulassung der Konnektor Firmware-Version 1.3.4 der KoCoBox MED+ und am 30. September 2020 die Zulassung für die Konnektor-Firmware-Version 1.3.10 abgelaufen.

Seit Juli 2020 gibt es eine aktuelle Firmware-Version. Denn im Juli erhielt die KoCoBox MED+ die Zulassung als sogenannter E-Health Konnektor. Die neue, zugelassene Versionsnummer lautet 2.3.24. Das Upgrade 2.3.24 versetzt den Konnektor sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand. Neben allgemeinen Verbesserungen kann man mit dieser Version am

  • Notfalldatenmanagement (NFDM),
  • elektronischen Medikationsplan (eMP)
  • und an der Qualifizierten Elektronischen Signatur (QES)

teilnehmen. Das Upgrade ist auch die Voraussetzung zur Teilnahme an dem sicheren und künftig verpflichtend zu nutzenden Kommunikationsdienst KIM.

Im beiliegenden Informationsblatt ist die Sachlage seitens der CGM ausführlich beschrieben. Die CGM-Information enthält auch Hinweise dazu, wie man die Konnektorversion ermitteln und ein reibungsloses Update durchführen kann.

CGM-Information: Hinweise zum Ablauf der Konnektorversion zum 01.01.2022 (PDF)

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung / CompuGroup Medical

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Digitale Anwendung zum Erkennen und Abbau von Barrieren

KZBV: Virtueller Rundgang durch Zahnarztpraxis erneuert

Die bedarfsgerechte Versorgung pflegebedürftiger Patienten und Menschen mit Handicap oder eingeschränkter Alltagskompetenz zählt seit vielen Jahren zu den zentralen Anliegen der Zahnärzteschaft. Als wichtigen Baustein in der Kommunikation zu dem Thema hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) ihren virtuellen Rundgang durch eine barrierearme Zahnarztpraxis technisch umfassend erneuert und inhaltlich erweitert. Insbesondere Zahnärztinnen und Zahnärzte können mit der aufwändigen digitalen Anwendung Barrieren aus der Perspektive der genannten Patienten erfahren. Praxisinhaber sollen so motiviert und angeleitet werden, ihre Praxis so barrierearm wie möglich auszugestalten.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstands der KZBV: „Dieses Projekt aus dem Berufsstand für den Berufsstand soll aktiv dazu beitragen, physische, optische und akustische Barrieren anschaulich zu vermitteln und abzubauen. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung ist der Rundgang eine technisch ansprechende Hilfestellung, um den Zugang zu Praxen für vulnerable Gruppen zu verbessern. Gerade für Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Beeinträchtigung ist der Erhalt der Mundgesundheit besonders wichtig. Die wohnortnahe Versorgung muss deshalb noch stärker auf diese Patientengruppe fokussiert werden.“ 

Bei der Diskussion um Barrierearmut richte die Zahnärzteschaft als Heilberuf zugleich klare Forderungen an Krankenkassen und Politik. „Das Thema muss bei der Honorierung von Leistungen stärker berücksichtigt werden! Schließlich ist der Investitionsbedarf besonders bei älteren Bestandspraxen hoch, während die Bauordnungen der Länder vorsehen, dass Neubauten in der Regel ohne Barrieren zugänglich sein müssen. Von der Regierung erwarten wir, dass sie bessere finanzielle Rahmenbedingungen schafft, um die flächendeckende Umsetzung von Barrierearmut zu unterstützen, etwa durch Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau.“

Der überarbeitete virtuelle Rundgang durch eine barrierearme Zahnarztpraxis ist unter rundgang.kzbv.de erreichbar und simuliert einen Kontrolltermin in einer dreidimensionalen Musterpraxis. Die Navigation des interaktiven Tools wurde nutzerfreundlicher gestaltet, eine zusätzliche Steuerung wurde implementiert und es wurden Informationen zu Barrieren ergänzt und konkretisiert. Aufgezeigt werden mögliche Barrieren für Menschen mit einer Hör- oder Sehbeeinträchtigung und Patienten im Rollstuhl am Eingang, am Empfang, im Warte- und Behandlungszimmer sowie im Sanitärbereich. Für jede Barriere werden praktikable Vorschläge für deren Abbau unterbreitet. Der Schwerpunkt des Rundgangs liegt auf baulichen Aspekten und der Kommunikation in der Praxis. 

Die technisch runderneuerte Anwendung läuft in allen gängigen Webbrowsern unter macOS und Windows. Für mobile Endgeräte stehen jetzt zudem zusätzlich drei Autopilot-Filme zum Abruf bereit, die den Zahnarztbesuch mit den unterschiedlichen Barrieren-Situationen zeigen.

Die Filme können sowohl unter rundgang.kzbv.de als auch über den Youtube-Kanal der KZBV angesehen werden.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Die Pressemitteilung der KZBV vom 15. März 2021 können Sie auch online auf den Seiten der KZBV einsehen:

KZBV: Barrieren erkennen, Barrieren abbauen – virtueller Rundgang durch Zahnarztpraxis erneuert und erweitert

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Partnerschaftsvertrag zwischen GB und EU

Aktualisierte Informationen zur Behandlung von Patienten aus dem Vereinigten Königreich

Im Informationsdienst 01/2021 vom 20.01.2021 hatten wir Sie darüber informiert, dass ab dem 01.01.2021 für die vertragszahnärztliche Behandlung von im Vereinigten Königreich versicherten Personen, die sich vorübergehend in Deutschland aufhalten, vorläufig alle Europäischen Krankenversicherungskarten (EHICs) sowie Provisorische Ersatzbescheinigungen (PEBs) aus dem Vereinigten Königreich zu akzeptieren sind. Hinsichtlich der Anspruchsnachweise hat die britische Seite nunmehr eine weitere Karte eingeführt, die so genannte Global Health Insurance Card (GHIC), die ebenso wie die EHICs und die PEBs zur vertragszahnärztlichen Behandlung berechtigt.

Die Kosten einer ungeplanten vertragszahnärztlichen Behandlung einer im Vereinigten Königreich versicherten Person in Deutschland können für einen Behandlungszeitraum bis 31.12.2020 sowie ab dem 01.01.2021 abgerechnet werden, sofern Ihnen eines der folgenden Dokumente vorgelegt wird:

  • alle EHICs (Europäische Krankenversicherungskarten) aus dem Vereinigten Königreich, also
    – EHICs im alten Design mit oder ohne EU-Logo,
    – EHICs im neuen Design, sogenannte „Citizens‘ Rights“ EHIC bzw. EHIC für Studierende,
  • die von britischer Seite neu eingeführte und ab 11.01.2021 ausgestellte GHIC (Global Health Insurance Card),
  • PEBs (Provisorische Ersatzbescheinigungen; werden mit dem bisherigen Design ausgestellt).

Wird für den Behandlungszeitraum ab 01.01.2021 keines der o. g. Dokumente vorgelegt, ist der Leistungserbringer berechtigt und verpflichtet, von dem Patienten/der Patientin eine Vergütung auf der Grundlage der GOZ zu fordern. Das Honorar ist zu erstatten, wenn innerhalb der vorgesehenen Nachreichfristen (d. h. bis zum Ende des Leistungsquartals) eine gültige PEB vorgelegt wird, die den gesamten Behandlungszeitraum abdeckt.

Unterzieht sich eine im Vereinigten Königreich versicherte Person, die sich vorübergehend in Deutschland aufhält, einer geplanten vertragszahnärztlichen Behandlung, ist zwischen Behandlungen, die vor dem 01.01.2021 begonnen haben, und einem Behandlungsbeginn ab dem 01.01.2021 zu unterscheiden. Im erstgenannten Fall können die im alten Jahr begonnen Behandlungen auf der Grundlage des Ihnen vorliegenden von der gewählten deutschen Krankenkasse ausgestellten Nationalen Anspruchsnachweises bzw. der Kostenübernahmeerklärung unter Berücksichtigung des dort angegebenen Leistungszeitraums fortgesetzt werden. Im zweiten Fall muss Ihnen die Patientin/der Patient einen von der gewählten deutschen Krankenkasse ausgestellten Nationalen Anspruchsnachweis bzw. eine Kostenübernahmeerklärung vorlegen. Patientinnen und Patienten, die lediglich einen vom britischen Kostenträger ausgestellten Vordruck S2 vorlegen, sollten zur Klärung ihrer Ansprüche an die gewählte deutsche Krankenversicherung verwiesen werden.

Detaillierte Informationen hierzu können Sie auch der Internetseite der DVKA (Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland) sowie folgenden aktualisierten Informationen der DVKA zum Thema entnehmen:

Beachten Sie bitte auch die Informationen der DVKA zum Thema Brexit.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

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KZBV-Broschüre zu Videosprechstunden, Videofallkonferenzen und Telekonsilen

Die wichtigsten Informationen für Zahnarztpraxen

Seit dem 1. Juli 2020 sind Videosprechstunden und Videofallkonferenzen über festgelegte Standards auch in der vertragszahnärztlichen Versorgung möglich. Grundlage dafür ist die Vereinbarung über die Anforderungen an technische Verfahren zur Videosprechstunde gemäß § 291g Absatz 5 SGB V, die als Anlage 16 des BMV-Z zwischen KZBV und GKV-Spitzenverband geschlossen wurde. Videodienstanbieter haben demnach die Möglichkeit – soweit sie die geforderten Anforderungen der Vereinbarung erfüllen und entsprechende Nachweise erbringen – Videodienstleistungen in der vertragszahnärztlichen Versorgung anzubieten.

Die Leistungen (Videosprechstunden und Videofallkonferenzen) sind gesetzlich vorgesehen für Versicherte, die einem Pflegegrad nach § 15 SGB XI zugeordnet sind oder Eingliederungshilfe erhalten, sowie für Versicherte, an denen zahnärztliche Leistungen im Rahmen eines Kooperationsvertrages gemäß § 119b Abs. 1 SGB V erbracht werden (vgl. § 87 Abs. 2k und § 87 Abs. 2i SGB V).

Der Bewertungsausschuss hat am 19. August 2020 einen Beschluss über die Abbildung spezieller vertragszahnärztlicher Vergütungen zu diesen Leistungen im BEMA gefasst, der vom Bundesministerium für Gesundheit nicht beanstandet worden ist. Diese neuen Leistungen können seit dem 1. Oktober 2020 abgerechnet werden und stehen für die Versorgung der betreffenden Versicherten zur Verfügung.

Um Zahnärztinnen und Zahnärzten den Umgang mit den Leistungen zu erleichtern, hat die KZBV die Broschüre „Videosprechstunden, Videofallkonferenzen und Telekonsile in der vertragszahnärztlichen Versorgung – Die wichtigsten Informationen für Zahnarztpraxen“ veröffentlicht. Die Publikation zeigt Vertragszahnärzten und Praxisteams anschaulich auf, welche technischen Anforderungen und Voraussetzungen beachtet werden müssen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen bieten einen leicht verständlichen Überblick, etwa auf dem Weg von der analogen in die digitale Sprechstunde. Transparente Hinweise erleichtern zudem die Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen. 

Die Broschüre können Sie auf der Website der KZBV herunterladen:

Hier finden Sie auch eine Liste zertifizierter Videodienstanbieter.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

   

Weitere News

Deutschland auf den Zahn gefühlt

DMS VI läuft an – Feldstudie zum kieferorthopädischen Modul

Seit Januar 2021 sind Studienzahnärzte in Deutschland unterwegs, um für das kieferorthopädische Modul der „Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie“ (DMS VI) des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) Kinder im Alter von acht und neun Jahren zu untersuchen. Für die größte wissenschaftliche Studienreihe zur Erforschung der Mundgesundheit der Bevölkerung in Deutschland, die unter dem Motto „Deutschland auf den Zahn gefühlt“ steht, reisen seit 1989 etwa alle acht Jahre Zahnärztinnen und -ärzte durchs Land und beurteilen die Mundgesundheit ausgewählter Personengruppen. Für diese Untersuchungen werden jeweils verschiedene Altersgruppen ausgewählt.

Informationslücke seit 31 Jahren
Die aktuelle DMS VI setzt sich aus mehreren Modulen zusammen, deren Laufzeit für den Zeitraum 2021 bis 2023 geplant ist. Beim diesjährigen Modul steht die Kieferorthopädie im Mittelpunkt: Bei acht- und neunjährigen Kindern werden Mundgesundheit sowie Zahn- und Kieferstellungen ermittelt, um daraus in einem zweiten Schritt den kieferorthopädischen Versorgungsbedarf ableiten zu können. Dafür werden im Zeitraum von Januar bis März 2021 an 16 verschiedenen Orten in Deutschland insgesamt zirka 670 Kinder untersucht.

Da Zahn- und Kieferstellungen seit 31 Jahren nicht mehr ermittelt worden sind, möchte die Studie zum Beispiel nicht nur den Verbreitungsgrad von Karies bei Kindern der untersuchten Altersstufen ermitteln, sondern auch Antworten auf die Frage finden, wie verbreitet Zahnfehlstellungen („schiefe Zähne“) bei Acht- und Neunjährigen sind.

Finanziert wird die Studie von der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV).

BZÄK / KZBV / KZV Nordrhein

   

KZBV: Informationsflyer zur ePA

Für Zahnarztpraxen und Patienten

Gemäß gesetzlicher Vorgabe kann seit dem 1. Januar 2021 die elektronische Patientenakte (ePA) wichtige Diagnose- und Behandlungsdaten fach- und sektorenübergreifend für Behandler verfügbar machen. Es handelt sich hierbei um eine für die gesetzlich Versicherten freiwillige Anwendung. Hat ein Patient eine ePA, so kann er Ihnen mittels einer Smartphone-App oder ad hoc am Kartenterminal Ihrer Praxis die Berechtigung erteilen, die Dokumente in seiner ePA einzusehen sowie geeignete Dokumente dort einzustellen. Die Dokumente in der ePA stehen somit sowohl den Patientinnen und Patienten als auch den von ihnen ausgewählten zahnärztlichen oder ärztlichen Praxen, Apotheken oder Krankenhäusern zur Verfügung. Dies erleichtert einerseits den Austausch von Dokumenten zwischen (Zahn-)arzt und Patient. Andererseits führt es zu einem ungerichteten interprofessionellen Austausch aller, die an der Behandlung beteiligt sind – sofern die Patienten dies gestatten. Ab dem 1. Juli 2021 müssen alle Zahnarzt- und Arztpraxen die ePA in der Versorgung unterstützen. Andernfalls droht nach dem Willen des Gesetzgebers ein Honorarabzug von einem Prozent. Auch das zahnärztliche Bonusheft wird künftig in der ePA gespeichert und aktualisiert.

Um Zahnärzteschaft und Patienten über die wichtigsten Eigenschaften der ePA zu informieren, hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung einen Infoflyer für Praxen sowie einen Infoflyer für Patienten erstellt. Der Flyer für Praxen informiert über die notwendige technische Ausstattung und den Ablauf der Testphase und beantwortet die wichtigsten Fragen zur praktischen Handhabung der ePA, zu Ansprechpartnern und Zuständigkeiten für weitergehende Informationen und technischen Support sowie zu möglichen Fragen von Patientinnen und Patienten.

Die beiden Flyer stehen auf der Website der KZBV zum kostenlosen Download bereit.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Die Flyer können Sie ebenfalls hier als PDF-Dateien einsehen und herunterladen:

Beachten Sie bitte auch die Informationen der gematik zur ePA (mit Video).

   

Refinanzierung der Telematikinfrastruktur

Einigung von KZBV und GKV-SV zur Grundsatzfinanzierung und Pauschalen-Vereinbarung

Die KZBV und der GKV-Spitzenverband haben sich auf dem Verhandlungsweg hinsichtlich der Grundsatzfinanzierung und der Pauschalen-Vereinbarung geeinigt. Die wesentlichen Änderungen sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Die elektronische Patientenakte (ePA) und das E-Rezept werden in die Vereinbarung aufgenommen.
  • Finanzierung eines weiteren stationären eHealth-Kartenterminals je Praxisstandort für alle Praxen, die die ePA unterstützen (595 €).
  • Finanzierung bei den Anwendungen Notfalldatenmanagement (NFDM) und elektronischer Medikationsplan (eMP) jeweils für ein Konnektor-Update (380 €) und PVS-Update für die Integration der Module NFDM/eMP in die Praxis-IT (150 €) ab 1. Quartal 2021.
  • Finanzierung ePA durch getrennte Pauschalen für Konnektor (400 €) und PVS-Update für die Integration des Moduls ePA in die Praxis-IT (130 €).
  • Finanzierung von monatlichen Betriebskosten bei der Anwendung ePA (1,50 €).
  • Finanzierung des E-Rezeptes, Anpassung der Praxis-IT (100 €).

Ergänzt wurde zudem ein möglicher Verlust des Anspruchs auf die Betriebskostenpauschale bei nicht rechtzeitiger Installation und Nutzung verfügbarer Updates.

Hier können Sie die entsprechenden Anlagen zum Bundesmantelvertrag Zahnärzte (Anlage 11: Grundsatzfinanzierungsvereinbarung, Anlage 11 a: Pauschalen-Vereinbarung) als PDF-Datei einsehen. Sie finden diese auch im aktuellen Informationsdienst (ID) 1/2021.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

IT-Sicherheitsrichtlinie für Zahnärzte

KZBV: Informationsmaterialien zur Umsetzung der Anforderungen

Die vom Gesetzgeber geforderte IT-Sicherheitsrichtlinie sollte bereits zum 1. Juli 2020 eingeführt werden. Die Richtlinie wurde dann komplett seitens der KZBV in Zusammenarbeit mit den KZVen überarbeitet. Das Ergebnis ist eine Fassung, die praxistauglich und übersichtlich die wichtigsten Aspekte der IT-Sicherheit darstellt. Die notwendige Abstimmung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist erfolgt und die Vertreterversammlung der KZBV hat die Richtlinie verabschiedet. Die IT-Sicherheitsrichtlinie tritt somit am 2. Februar 2021 in Kraft.

Die Sicherheitsrichtlinie definiert den Geltungsbereich und differenziert die Maßnahmen nach drei Praxisgrößen:

  • Praxen mit bis zu 5 ständig mit der Datenverarbeitung betrauten Personen
  • Praxen mit 6 bis 20 ständig mit der Datenverarbeitung betrauten Personen
  • Praxen mit über 20 ständig mit der Datenverarbeitung betrauten Personen

In den Anlagen der IT-Sicherheitsrichtlinie sind die Anforderungen tabellarisch nach den EDV-Schwerpunktthemen aufgeführt mit Erläuterungen und Geltungszeitpunkt, ab dem die Maßnahmen ungesetzt sein sollen.

Hintergrund
Der Gesetzgeber hatte KZBV und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz verpflichtet, die IT-Sicherheitsanforderungen für Zahnarzt- und Arztpraxen in einer speziellen Richtlinie verbindlich festzulegen. Die jetzt von der VV der KZBV beschlossene und im Einvernehmen mit dem BSI erstellte Richtlinie für die Zahnärzteschaft muss nach dem Willen des Gesetzgebers jährlich aktualisiert werden. Die „Richtlinie zur IT-Sicherheit in der vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung“ in der jetzt beschlossenen Fassung tritt am 2. Februar 2021 in Kraft.

Informationsmaterialien
Die KZBV hat zur IT-Sicherheitsrichtlinie Informationsmaterialien für Zahnarztpraxen erstellt, die auf ihrer Website abgerufen werden können. Dieses Informationsangebot ist kostenfrei und wird fortlaufend überarbeitet und erweitert.

Aktuell stellt die KZBV neben einem FAQ-Katalog, der die wichtigsten Fragen zu dem Thema allgemeinverständlich beantwortet, detaillierte Erläuterungen zu den Anforderungen der IT-Sicherheitsrichtlinie zur Verfügung, da am 1. April 2021 erste Maßnahmen zur Umsetzung erforderlich werden. Unter Berücksichtigung der in der Richtlinie definierten Praxisgrößen umfassen die Erläuterungen konkrete Handlungsempfehlungen und Tipps etwa zum sicheren Umgang mit Apps, Programmen und Daten, zur Nutzung von mobilen Geräten und Assistenten, zu Protokollierungsvorgängen bei wichtigen Begebenheiten, zur Anwendung dezentraler TI-Komponenten und zu den zusätzlichen Anforderungen beim Einsatz medizinischer Großgeräte.

Zudem beabsichtigen KZBV und BZÄK, gemeinsam einen begleitenden und inhaltlich an die neuen Vorgaben angepassten zahnarztspezifischen Leitfaden mit dem Titel „Datenschutz und Datensicherheit“ herauszugeben. Der Leitfaden informiert kompakt über alle relevanten Aspekte der IT-Sicherheit, nunmehr auch unter besonderer Berücksichtigung der neuen Richtlinie. Zudem ermöglicht der Leitfaden Zahnärztinnen und Zahnärzten, in Eigenregie die Praxisinfrastruktur einem ersten „Check“ zu unterziehen, und unterstützt bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen. 

Die Richtlinie samt Anlagen können Sie im aktuellen Informationsdienst (ID) 1/2021 sowie online auf der KZBV-Website einsehen.

Siehe zum Thema auch die Pressemitteilung der KZBV vom 19. Januar 2021.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein / Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

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Praxisausweis (SMC-B) für Vertragszahnärzte im Bereich der KZV Nordrhein

Neufassung der Antrags-, Nutzungs- und Sperrregelungen für den Wirkbetrieb

Aufgrund der weiteren Anwendungen innerhalb der Telematikinfrastruktur (Notfalldatenmanagement, elektronische Patientenakte usw.) besteht zur Wahrung der dadurch entstehenden datenschutzrechtlichen Vorgaben die Notwendigkeit, die Antrags-, Nutzungs- und Sperrregelungen der SMC-B neu zu fassen.

Ab dem 1. November 2020 wird der Praxisausweis nicht mehr dem beantragenden Zahnarzt zugeordnet (Aufgabe des Antragstellerbezugs), sondern vielmehr dem Leistungserbringer. Infolgedessen kann der Praxisausweis nicht mehr wie vor dem 1. November 2020 bei einem Praxiswechsel vom beantragenden Zahnarzt mitgenommen werden (beispielsweise beim Ausscheiden aus einer bestehenden Berufsausübungsgemeinschaft) und ist nicht auf andere Leistungserbringer übertragbar.

Die Zuordnung bereits im Einsatz befindlicher SMC-B von dem bisherigen Karteninhaber auf den Leistungserbringer erfolgt automatisch. Ein Austausch oder eine Neubestellung von SMC-B aufgrund der beschriebenen Änderung wird nur in Ausnahmefällen erforderlich sein.

Bei der Beantragung einer SMC-B gilt nunmehr:

  • Die Antragstellung erfolgt durch eine dazu berechtigte natürliche Person im Namen und im Auftrag des Leistungserbringers.
  • Inhaber der SMC-B ist der Leistungserbringer.
  • Der Leistungserbringer ist verantwortlich für den zweckgerechten Einsatz des Praxisausweises und wird nach außen durch den Kartenverantwortlichen vertreten.
  • Verfügt der Leistungserbringer über mehrere Praxisausweise oder wird ein Praxisausweis an mehreren zulässigen Standorten des Leistungserbringers eingesetzt, bestehen Dokumentationspflichten.

Die Neufassung des Regelwerks „Praxisausweis (SMC-B) für Vertragszahnärzte im Bereich der KZV Nordrhein – Antrags-, Nutzungs- und Sperrregelungen für den Wirkbetrieb“ nachfolgend als PDF-Datei:

Regelwerk zum Praxisausweis (SMC-B) für Vertragszahnärzte im Bereich der KZV Nordrhein (PDF)

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Partnerschaftsvertrag zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU

Düsseldorf, 12.01.2021: In unserer Veröffentlichung vom 14.12.2020 und im letzten Informationsdienst (08/2020 vom 16.12.2020) hatten wir Sie über die Auswirkungen des Brexits auf die vertragszahnärztliche Behandlung von Patientinnen und Patienten, die sich vorübergehend in Deutschland aufhalten, informiert. Aufgrund des zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU buchstäblich in letzter Minute ausgehandelten Handels- und Kooperationsabkommens (Partnerschaftsvertrag), das am 01.01.2021 vorläufig in Kraft getreten ist und nach der bis Ende Februar möglichen Zustimmung des EU-Parlaments endgültig in Kraft treten kann, hat sich die Situation nunmehr kurzfristig wieder geändert. Die im Partnerschaftsvertrag enthaltenen Vereinbarungen für den Gesundheitsbereich entsprechen im Wesentlichen den bisherigen Regelungen der VO (EG 883/2004 und VO (EG) 987/2009. Damit sind ab 01.01.2021 vorläufig alle Europäischen Krankenversicherungskarten (EHICS) sowie Provisorische Ersatzbescheinigungen (PEBs) aus dem Vereinigten Königreich zu akzeptieren.

Demnach können die Kosten einer ungeplanten vertragszahnärztlichen Behandlung einer im Vereinigten Königreich versicherten Person in Deutschland für einen Behandlungszeitraum bis 31.12.20220 sowie ab dem 01.01.2021 abgerechnet werden, sofern Ihnen eines der folgenden Dokumente vorgelegt wird:

  • EHICs im alten Design mit EU-Logo
  • EHICs ohne EU-Logo
  • EHICs im neuen Design, so genannte „Citizens‘ Rights“ EHIc bzw. EHIC für Studierende
  • PEBs (werden mit dem bisherigen Design ausgestellt)

abgerechnet werden.

Unterzieht sich eine im Vereinigten Königreich versicherte Person, die sich vorübergehend in Deutschland aufhält, einer geplanten vertragszahnärztlichen Behandlung, ist zwischen Behandlungen, die vor dem 01.01.2021 begonnen haben, und einem Behandlungsbeginn ab dem 01.01.2021 zu unterscheiden. Im erstgenannten Fall können die im alten Jahr begonnen Behandlungen auf der Grundlage des Ihnen vorliegenden von der gewählten deutschen Krankenkasse ausgestellten Nationalen Anspruchsnachweises bzw. der Kostenübernahmeerklärung unter Berücksichtigung des dort angegebenen Leistungszeitraums fortgesetzt werden. Im zweiten Fall muss Ihnen die Patientin/der Patient einen von der gewählten deutschen Krankenkasse ausgestellten Nationalen Anspruchsnachweis bzw. eine Kostenübernahmeerklärung vorlegen. Patientinnen und Patienten, die lediglich einen vom britischen Kostenträger ausgestellten Vordruck S2 vorlegen, sollten zur Klärung ihrer Ansprüche an die gewählte deutsche Krankenversicherung verwiesen werden.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

     

Änderungen der Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte zum 1. Januar 2021

Neue Regelungen und neuer Vordruck

Düsseldorf, 17.12.2020 – Zum 01.01.2021 tritt die geänderte Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte (HeilM-RL ZÄ) in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt sind neue Verordnungen von Heilmitteln nur noch auf dem ab dem 01.01.2021 geltenden Vordruck und unter Maßgabe der neuen Regelungen der HeilM-RL ZÄ möglich.

Die endgültige Fassung der HeilM-RL ZÄ wird veröffentlicht, sobald sie der KZV Nordrhein vorliegt. Die ab dem 01.01.2021 zu nutzende neue Fassung des Vordruckes können Sie bereits jetzt bei der KZV Nordrhein bestellen und finden diese, zusammen mit den entsprechenden Ausfüllhinweisen, auch auf der Webseite der KZBV.

Die ab dem 01.01.2021 gültige Fassung der Richtlinie finden Sie vorab beim Gemeinsamen Bundesausschuss.

In Übereinstimmung zu den Festlegungen in der ärztlichen Heilmittel- Richtlinie in § 13b, behalten vor dem 01.01.2021 ausgestellte zahnärztliche Heilmittelverordnungen über den 01.01.2021 hinaus ihre Gültigkeit und verordnete Therapien können darüber hinaus durchgeführt werden, bis alle Behandlungseinheiten dieser Verordnung erbracht wurden.

Verordnungen, die ab dem 01.01.2021 ausgestellt werden, gelten als neuer Verordnungsfall nach § 6 HeilM-RL ZÄ und es ist ausschließlich der Vordruck gemäß der 18. Änderungsvereinbarung zum BMV-Z (Vordruck 9 Anlage 14a BMV-Z) zu verwenden.

Die wichtigsten Änderungen finden Sie hier im Überblick:

Gültigkeit von Heilmittelverordnungen (§ 14 HeilM-RL ZÄ)
Der späteste Behandlungsbeginn wird, wie schon aufgrund der aktuellen Corona Sonderregelung, nun dauerhaft von 14 auf 28 Tage erweitert. In Fällen mit dringlichem Behandlungsbedarf muss die Behandlung spätestens innerhalb von 14 Tage begonnen werden. Das entsprechende Feld auf dem neuen Vordruck ist anzukreuzen.

Verordnungsfall, orientierende Behandlungsmenge und Höchstmenge (§ 6 HeilM-RL ZÄ)
Künftig wird nicht mehr zwischen Erstverordnung, Folgeverordnung und einer Verordnung außerhalb des Regelfalls unterschieden. Ab dem 01.01.2021 gilt der „Verordnungsfall“ mit einer „orientierenden Behandlungsmenge“ und der „Höchstmenge“.

Die „Höchstmenge“ definiert die zulässige Anzahl der Behandlungseinheiten je Verordnung aufgrund der Indikation nach dem Heilmittelkatalog Zahnärzte. Die „orientierende Behandlungsmenge“ definiert die Summe der Behandlungseinheiten mit der das angestrebte Therapieziel in der Regel erreicht werden kann. Diese kann bei medizinischem Bedarf im Einzelfall auch ohne eine vorherige Genehmigung der Krankenkasse überschritten werden. In der Patientenakte ist eine entsprechende Dokumentation bezüglich der Erforderlichkeit und den individuellen medizinischen Gründen vorzunehmen.

Hinsichtlich des „Verordnungsfalls“ ist das Datum der letzten Heilmittelverordnung entscheidend. Liegt es noch keine sechs Monate zurück, wird der bisherige Verordnungsfall fortgeführt. Bei einem Zeitraum ab sechs Monaten liegt ein neuer Verordnungsfall vor.

Doppelbehandlungen (§ 10 Abs. 5 HeilM-RL ZÄ)
In medizinisch begründeten Ausnahmefällen kann ein vorrangiges Heilmittel auch als zusammenhängende Behandlung (Doppelbehandlung) verordnet und erbracht werden. Doppelbehandlungen kommen in der Regel nur bei den Diagnosegruppen CD2, ZNSZ und SCZ in Betracht. Wenn der Vertragszahnarzt die Abgabe in Form einer Doppelbehandlung wünscht, trägt er dies im Feld „Weitere Hinweise“ ein.

Bitte entnehmen Sie weiterführende Informationen zu den Änderungen der HeilM-RL ZÄ der anliegenden Übersicht der KZBV sowie den Ausfüllhinweisen des neuen Vordruckes. Aufgrund der ursprünglich vorgesehenen Geltung ab dem 01.10.2020, siehe auch Informationsdienst 6/2020, ist in der Übersicht der KZBV noch das entsprechende Datum genannt.

Sobald weitere Informationen vorliegen, finden Sie diese auf den Seiten der KZV Nordrhein und der KZBV.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Auswirkungen des Brexit auf die vertragszahnärztliche Behandlung

Bei Personen, die sich vorübergehend in Deutschland aufhalten und im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland versichert sind

Düsseldorf, 14.12.2020 – Unabhängig davon, ob es bis zum 31. Dezember 2020 noch zu einem Abkommen über die zukünftigen Beziehungen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und dem Vereinigten Königreich kommt, das auch Regelungen in Bezug auf die gesetzliche Krankenversicherung beinhaltet, tritt am 1. Januar 2021 das Austrittsabkommen in Kraft.

Wie die KZBV aufgrund entsprechender Informationen der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) des GKV‑Spitzenverbandes kürzlich mitgeteilt hat, wird das Vereinigte Königreich für die nach dem Austrittsabkommen anspruchsberechtigten Personen, die während eines vorübergehenden Aufenthalts in Deutschland Anspruch auf eine vertragszahnärztliche Behandlung haben und deren Behandlung auch weiterhin nach dem Muster-80/81-Verfahren abgerechnet wird, eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit einem neuen Design ausstellen. Daneben kann eine Anspruchsberechtigung nach wie vor mit einer Provisorischen Ersatzbescheinigung (PEB) nachgewiesen werden.

I. Ungeplante Behandlungen

Muss sich eine im Vereinigten Königreich versicherte Person, die sich vorübergehend in Deutschland aufhält, ungeplant einer vertragszahnärztlichen Behandlung unterziehen, ist wie folgt zu unterscheiden:  

  1. Behandlungen, die bereits vor dem 01.01.2021 begonnen wurden und ggf. über den 01.01.2021 hinaus andauern
    Bei Vorlage einer EHIC im alten Design (mit EU-Logo) können Kosten für eine vertragszahnärztliche Behandlung nur für einen Behandlungszeitraum bis einschließlich 31.12.2020 abgerechnet werden.
    Ist die ungeplante Behandlung über den 31.12.2020 hinaus erforderlich, können die ab dem 01.01.2021 entstandenen Behandlungskosten nur dann über die gewählte deutsche Krankenkasse abgerechnet werden, wenn die Patientin/der Patient eine vom zuständigen britischen Kostenträger ausgestellte gültige PEB vorlegt, die den kompletten Behandlungszeitraum nach dem 01.01.2021 abdeckt. Zur Beantragung einer PEB sollte sich der Patient/die Patientin an die NHS Business Services Authority (NHSBSA) wenden, eine Einrichtung, die dem Nationalen Gesundheitsdienst (National Health Service) eine Reihe von Unterstützungsdiensten anbietet.
    Wird für den Behandlungszeitraum ab 01.01.2021 keine PEB vorgelegt, sind die erbrachten Leistungen tagegenau entsprechend der tatsächlichen Leistungserbringung zuzuordnen und von der Patientin/dem Patienten auf der Grundlage der GOZ zu vergüten. Das Honorar ist zu erstatten, wenn die Patientin/der Patient innerhalb der vorgesehenen Nachreichfrist (vgl. § 18 Abs. 9 BMV-Ä; bis zum Ende des Leistungsquartals) eine gültige PEB vorlegt, die den kompletten Behandlungszeitraum abdeckt.
  2. Behandlungen, die erst ab dem 01.01.2021 beginnen
    Für Behandlungszeiträume ab dem 01.01.2021 können Kosten für eine ungeplante vertragszahnärztliche Behandlung für Patientinnen und Patienten aus dem Vereinigten Königreich über eine gewählte deutsche Krankenkasse nur noch bei Vorlage der neuen Britischen EHIC („Citizens‘ Rights“ EHIC bzw. befristete EHIC für Studierende, jeweils ohne das EU-Logo) oder einer PEB, welche die britischen Träger für anspruchsberechtigte Personen weiterhin in dem bisherigen Design ausstellen, abgerechnet werden.
    Werden diese Anspruchsnachweise nicht vorgelegt (eine britische EHIC im alten Design genügt nicht mehr!), ist von der Patientin/dem Patienten eine Vergütung auf der Grundlage der GOZ zu fordern. Das Honorar ist zu erstatten, wenn die Patientin/der Patient innerhalb der vorgesehenen Nachreichfrist eine gültige PEB vorlegt, die den kompletten Behandlungszeitraum abdeckt.
    Für den Einsatz der neuen EHIC und der PEB gilt weiterhin die „Vereinbarung zur Anwendung der Europäischen Krankenversicherungskarte“, Anlage 20 zum BMV-Ä.

 II. Geplante Behandlungen

Unterzieht sich eine im Vereinigten Königreich versicherte Person, die sich vorübergehend in Deutschland aufhält, einer geplanten vertragszahnärztlichen Behandlung, ist folgendermaßen zu unterscheiden: 

  1. Behandlungen, die vor dem 01.01.2021 begonnen wurden und über den 01.01.2021 hinaus andauern
    Diese Behandlungen können auf der Grundlage des von der Patientin/dem Patienten vorgelegten und von der gewählten deutschen Krankenkasse ausgestellten Nationalen Anspruchsnachweises bzw. der Kostenübernahmeerklärung unter Berücksichtigung des dort angegebenen Leistungszeitraums fortgesetzt werden.
  2. Behandlungsbeginn ab dem 01.01.2021
    Kosten für solche geplanten Behandlungen können nur dann mit einer von der Patientin/dem Patienten gewählten deutschen Krankenkasse abgerechnet werden, wenn ein von dieser Krankenkasse ausgestellter Nationaler Anspruchsnachweis bzw. eine Kostenübernahmeerklärung vorliegen. Patientinnen und Patienten, die lediglich einen vom britischen Kostenträger ausgestellten Vordruck S2 vorlegen, sollten zur Klärung ihrer Ansprüche an die gewählte deutsche Krankenversicherung verwiesen werden.

Weitere Informationen können Sie der folgenden Anlage und außerdem der Internetseite der DVKA entnehmen. 

   

HKP: Behandlungsbeginn erst nach Genehmigung!

Hinweis der KZV Nordrhein

Auch die Corona-bedingten Einschränkungen ändern nichts an der Pflicht, einen Heil- und Kostenplan vor Beginn der Behandlung der jeweiligen Krankenkasse zur Prüfung und Bewilligung vorzulegen.

§ 87 Abs. 1a SGB V ist Folgendes zu entnehmen 

Der Vertragszahnarzt hat vor der Behandlung einen kostenfreien Heil- und Kostenplan zu erstellen, (...). Der Heil- und Kostenplan ist von der Krankenkasse vor Beginn der Behandlung insgesamt zu prüfen.

Diese gesetzliche Vorgabe wird ergänzt durch die bundesmantelvertraglichen Regelungen in § 1 Abs. 4 des BMV-Z:

Mit der prothetischen Behandlung durch den Vertragszahnarzt soll erst nach Festsetzung der Festzuschüsse durch die Krankenkasse begonnen werden. Bei nachträglichen Änderungen des Befundes oder der tatsächlich geplanten Versorgung in der Heil und Kostenplan durch den Vertragszahnarzt zu berichtigen und der Krankenkasse zu Neufestsetzung zuzuleiten (Ziff. 5 der Anlage 2 zum BMV-Z) (...).

Wird dieser Grundsatz außer Acht gelassen, laufen Sie Gefahr, dass die Krankenkasse die Bewilligung verweigert und der Festzuschuss somit von vornherein nicht zur Auszahlung gelangen kann. Sollte sich erst nach erfolgter Behandlung im Nachhinein – zum Beispiel aufgrund eines von der Krankenkasse eingeleiteten Gutachtens – zufällig herausstellen, dass die Behandlung vor Bewilligung begonnen wurde, können die Krankenkassen die von Ihnen abgerechneten Festzuschüsse auch noch später zurückfordern.

Bitte bedenken Sie außerdem, dass eine nachträgliche Inrechnungstellung der Behandlung bei Ihrem Patienten in diesen Fällen nicht zulässig ist!

Sollten im Einzelfall dringende Gründe für einen umgehenden Behandlungsbeginn vorliegen, sollte die Krankenkasse zuvor informiert und gebeten werden, den Heil- und Kostenplan ggf. per Fax vorab zu bewilligen. So könnten zeitliche Verzögerungen rechtssicher vermieden werden. Auch bei akutem Behandlungsbedarf sollte demzufolge eine vorherige schriftliche Bewilligung der Krankenkasse eingeholt und auf die Dringlichkeit der prothetischen Versorgung hingewiesen werden. Eine ausschließlich telefonisch erteilte Genehmigung ist nicht rechtssicher. 

Die Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion von Kronen und Brücken und zur Wiederherstellung oder Erweiterung von Prothesen nach den Befund- Nrn. 6.0 - 6.10, 7.3, 7.4 und 7.7 können auch ohne vorherige Bewilligung durch die Krankenkasse versorgt werden. Das gilt auch für die Befunde nach den Nrn. 1.4 und 1.5. Hiervon bleibt das Recht, vor Beginn der Behandlung die Bewilligung durch die Krankenkasse einzuholen, allerdings unberührt. Bei zum Zeitpunkt der Behandlung dem Vertragszahnarzt bekannten Härtefällen ist der Heil- und Kostenplan vor Behandlungsbeginn zur Bewilligung der Krankenkasse vorzulegen.

Sollte die Eingliederung dennoch vor Genehmigung erfolgt sein, fordern die Krankenkassen in der Regel den Festzuschussbetrag zurück. 

Um all diese Komplikationen zu vermeiden, empfehlen wir eindringlich, vor Behandlungsbeginn sicherzustellen, dass Ihnen die Kostenübernahmezusage der Krankenkasse vorliegt.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Zahnersatz nicht anders eingliedern als genehmigt

KZV Nordrhein zu wiederkehrenden Abrechnungsfehlern

Wir möchten Sie hiermit auf wiederkehrende Abrechnungsfehler hinsichtlich des vorgesehenen, genehmigten und eingegliederten Zahnersatz hinweisen. 

Die unter „IV. Zuschussfestsetzung“ des Heil- und Kostenplan, von der Krankenkasse abgegebenen Kostenübernahmeerklärung ist Voraussetzung für die Abrechnung des Zahnersatzes, dieser muss innerhalb von sechs Monaten in der vorgesehenen Weise eingegliedert sein.

Eine ursprünglich erteilte Zuschussfestsetzung (Genehmigung) entfällt als Grundlage für einen Vergütungsanspruch, wenn der Zahnarzt die Behandlung anders als in der genehmigten Form durchführt. Insoweit möchten wir auf das Urteil des Sozialgerichts Düsseldorf vom 02.10.1991 – Az.: S 2 KA 11/91 – hinweisen. Auch stellt es einen Verstoß gegen die vertragszahnärztlichen Bestimmungen dar, wenn ein anderer als der im Heil- und Kostenplan genehmigte Zahnersatz eingegliedert wird. 

Beim Heil- und Kostenplan handelt es sich zudem um eine Urkunde, auf der Sie mit Ihrer Unterschrift im Feld „V“ bestätigen, dass der Zahnersatz zu dem von Ihnen angegebenen Zeitpunkt in der genehmigten Form eingegliedert wurde.

Die Anfertigung und Eingliederung von Zahnersatz einen einheitlichen Behandlungsvorgang bildet, der sich nicht in mehrere selbstständige, für sich genommen medizinisch sinnvolle und deshalb gesondert vergütungsfähige Behandlungsschritte und Einzelmaßnahmen aufspalten lässt. Eine abgeschlossene und damit abrechnungsfähige Leistung liegt erst vor, wenn die Gesamtmaßnahme beendet ist.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Änderung bei Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln

Ab 1. November 2020 bei Rezepten Dosierungsangabe erforderlich

Zum 1. November 2020 ist eine Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) in Kraft getreten, nach der auf Rezepten für verschreibungspflichtige Arzneimittel die Dosierung anzugeben ist.

Um Nachfragen der Apotheken in Ihrer Praxis und gegebenenfalls Regresse der Krankenkassen zu vermeiden, ist die Angabe zur Dosierung auf Rezepten, die ab dem 1. November 2020 ausgestellt werden, vorzunehmen.

Die Dosierungsangabe auf dem Rezept ist dann entbehrlich, wenn dem Patienten ein Medikationsplan, der das verordnete Arzneimittel umfasst, oder eine entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung vorliegt und der verschreibende Zahnarzt dies auf dem Rezept kenntlich gemacht hat.

Ausgenommen von der Verpflichtung zur Angabe der Dosierung sind Verordnungen, die unmittelbar an den Zahnarzt selbst gehen, z. B. für den Sprechstundenbedarf. In diesen Fällen ist die Dosierungsangabe nicht notwendig.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Förderprogramm des Bundes für Digitalisierungsmaßnahmen

„Digital Jetzt!“ auch für Zahnärzte relevant

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein informiert Sie über ein Förderprogramm des Bundes:
Das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWI) stellt mit dem Förderprogramm „Digital Jetzt!“ ab September 2020 ein Förderprogramm im Bereich der Digitalisierung bereit. Davon können auch die freien Berufe und damit auch die Zahnarztpraxen partizipieren. Kleine und mittlere Unternehmen von mindestens drei Beschäftigten können eine maximale Förderungssumme von bis zu 50.000 Euro pro Unternehmen/Praxis erhalten. Bei Investitionen von Wertschöpfungsketten und/oder Netzwerkern kann die Förderungssumme wesentlich höher ausfallen. Der Förderzuschuss bemisst sich anteilig an den Investitionskosten.

Was wird gefördert: Zum Beispiel Investitionen in Software, Hardware und/oder in die Mitarbeiterqualifizierung. Die Voraussetzungen, die für einen Förderantrag zu erfüllen sind, einschließlich weiterer umfangreicher Informationen, finden Sie online unter dem Link:

Ein Blick auf die vorgenannte Homepage könnte sich daher lohnen – insbesondere, wenn Sie Initiativen und Investitionen zum Ausbau der Digitalisierung in Ihrer Praxis avisiert bzw. geplant haben.

Zusätzlich helfen wir Ihnen bei der Antragstellung:
Technische Hotline 0211-9684-180

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Vergewerblichung und Industrialisierung Einhalt gebieten!

Neue Gutachten bestätigen Gefahr von Investoren-MVZ für die Versorgung

Berlin, 13. November 2020 – Zwei neue Gutachten belegen die negativen Auswirkungen von investorengetragenen Medizinischen Versorgungszentren (iMVZ) auf die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland. Das versorgungspolitische Gutachten des IGES-Institutes sowie das Rechtsgutachten von Prof. Helge Sodan von der Freien Universität Berlin zeigen eine weiterhin dynamische Ausbreitung von iMVZ auf und kommen zu dem Schluss, dass politischer Handlungsbedarf besteht. Beauftragt wurden die Gutachten von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV).

Das versorgungspolitische Gutachten des IGES-Instituts und das Rechtsgutachten von Prof. Helge Sodan sind unter www.kzbv.de abrufbar, ebenso wie weitere Informationen zum Thema iMVZ.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Die Gutachten zeigen klar und nachvollziehbar, dass die von iMVZ ausgehenden Gefahren für die vertragszahnärztliche Versorgung trotz der Regelung im Terminservice- und Versorgungsgesetz fortbestehen. Der Anteil der iMVZ an der Versorgung beläuft sich inzwischen auf mehr als 20 Prozent an allen MVZ im zahnärztlichen Bereich. Dabei leisten iMVZ kaum einen Beitrag zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung und lassen sich gerade nicht in strukturschwachen und ländlichen Regionen nieder. Stattdessen belegen die Gutachten, dass iMVZ sich vornehmlich in Großstädten und Ballungsräumen ansiedeln, also an Orten mit einer überdurchschnittlich einkommensstarken, jüngeren Bevölkerungsstruktur. iMVZ beteiligen sich auch nicht nennenswert an der Versorgung vulnerabler Gruppen, insbesondere von pflegebedürftigen Menschen und Kindern. Die Gutachten bestätigen darüber hinaus unsere Sorge, dass in iMVZ zahnmedizinische Entscheidungen von Kapitalinteressen überlagert werden.“

Eßer forderte, dass die mit dem TSVG eingeführte Regelung passgenau fortentwickelt werden muss. Konkret soll vor allem die Konzentration von iMVZ in urbanen, bereits gut bis überversorgten Regionen beschränkt werden. Zudem sei es zwingend notwendig, mehr Transparenz über die Eigentümer- und Beteiligungsstrukturen von iMVZ zu schaffen. „Dazu sollte ein verpflichtendes MVZ-Register geschaffen und in die Zulassungsverordnung für Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte spezifisch auf MVZ zugeschnittene Eignungskriterien aufgenommen werden. Angaben von gesellschaftsrechtlichen Eigentümerstrukturen auf Praxisschild und Website von MVZ müssen verpflichtend werden. Hierfür benötigen wir dringend entsprechende Rechtsgrundlagen. Ein ‚Weiter so‘ auf dem Weg zu mehr Vergewerblichung und Industrialisierung darf es nicht geben.“

Hintergrund: Beschränkung der MVZ-Gründungen durch das TSVG
Das im Jahr 2019 beschlossene Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) sieht unter anderem eine gestaffelte Beschränkung der Gründungsbefugnis von Krankenhäusern für zahnärztliche MVZ vor. Die Vorgabe des Gesetzgebers richtet sich dabei nach dem Versorgungsgrad des jeweiligen Planungsbereiches. Ungeachtet der Regelung steigt der Anteil investorengetragener MVZ seitdem jedoch weiter ungebremst an.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Den Wortlaut der Pressemitteilung, die Gutachten sowie weitere Informationen zu iMVZ finden Sie online auf den Seiten der KZBV:

KZBV: Vergewerblichung und Industrialisierung Einhalt gebieten!

   

KZBV: GKV-Zuschüsse zur PZR

Ergänzung der Umfragedaten 2020

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat die Angebotsvielfalt bei der Professionellen Zahnreinigung (PZR) zum Anlass genommen, wiederum eine Umfrage bei den gesetzlichen Krankenkassen durchzuführen. Gefragt wurde, wie sich die konkrete Leistung der jeweiligen Kasse im Zusammenhang mit einer PZR gestaltet, ob es Absprachen mit Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) gibt und ob der Zahnarzt frei nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abrechnen kann. Die Angaben beruhen auf freiwilligen Selbstauskünften der Krankenkassen, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Die KZBV übernimmt daher für Inhalt und Vollständigkeit keine Gewähr. Aktuell sind die Umfrage-Ergebnisse vom September 2020 im November noch einmal ergänzt worden. Bitte beachten Sie, dass ein Teil der Kassen-Angebote auf sogenannten Selektivverträgen basiert und damit eine Einschränkung der freien Zahnarztwahl zur Folge hat.

Die Umfrage-Ergebnisse können für die Verwendung in der Praxis auf den Seiten der KZBV eingesehen und heruntergeladen werden:

PZR-Umfrage-Ergebnisse, Ergänzung November 2020 (PDF)

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

   

Heilberufsausweis-Pflicht (HBA) in der Praxis

Der erste eHealth-Konnektor hat seine Zulassung erhalten, so dass die „HBA-Pflicht“ bei Nutzung medizinischer Anwendungen für die Praxen relevant wird (PDSG § 340 Abs. 5). Vor dem weiteren Hintergrund, dass das PDSG (Patientendaten-Schutz-Gesetz) voraussichtlich im Herbst 2020 in Kraft treten soll, wurde das Konzept „HBA-Pflicht“ entwickelt, das Sie in der Anlage zum Informationsdienst (ID) 06/2020 vom 17. September 2020 finden. Spätestens ab dem 1. Juli 2021 kann die Nicht-Verfügbarkeit des E-Zahnarztausweises die Sanktionen gemäß § 341 Abs. 6 SGB V-E zur Folge haben.

Sowohl der Heilberufsausweis der Generation 2 wie auch der Vorläufer-E-Zahnarztausweis genügen der „HBA-Pflicht“. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bestätigte zudem, dass übergangsweise auch die ZOD-Karte in diesem Sinne einen HBA darstellt. Das BMG wird sich bei der gematik für eine Unterstützung der ZOD-Karten bis Ende 2022 einsetzen.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Telekonsilien-Vereinbarung vom 29. Mai 2020

Vereinbarung gemäß § 291g Absatz 6 SGB V über technische Verfahren zu telemedizinischen Konsilien (Telekonsilien- Vereinbarung) sowie BEMA-Gebühren für Videosprechstunden, Videofallkonferenzen, Telekonsile, Technikzuschlag

A)    Technische Voraussetzungen

Mit dem Informationsdienst 04/2020 hatten wir bereits über die am 01.07.2020 in Kraft getretene Vereinbarung über die Anforderungen an die technischen Verfahren zur Videosprechstunde gemäß § 291 g Absatz 5 SGB V (Anlage 16 zum BMV-Z) informiert. Einige Videodienstanbieter haben inzwischen die notwendigen Nachweise erbracht, dass sie entsprechend der Anlage 16 zum BMV-Z die Anforderungen an die technischen Verfahren zur Durchführung der Videosprechstunde erfüllen.

Videodienstanbieter für die vertragszahnärztliche Versorgung können Sie auf den Seiten der KZBV auffinden.

Die KZBV informiert nunmehr auch über den Abschluss der Vereinbarung gemäß § 291 g Absatz 6 SGB V über technische Verfahren zu telemedizinischen Konsilien (Telekonsilien-Vereinbarung). Diese tritt rückwirkend zum 01.04.2020 in Kraft und ist zu Ihrer Kenntnisnahme als Anlage beigefügt.

Die Telekonsilien-Vereinbarung regelt die Anforderungen an die technischen Verfahren zur telemedizinischen Durchführung von Konsilien (Telekonsilien). Unter einem Telekonsilium ist hiernach die zeitgleiche (also mittels Videokonsil) bzw. zeitversetzte Kommunikation (mittels Kommunikationsdienste der Telematikinfrastruktur) zwischen einem einholenden Arzt/Zahnarzt und einem Konsiliararzt/ Konsiliarzahnarzt zu verstehen, die es den Beteiligten ermöglicht, patientenbezogene, medizinische Fragestellungen sowie für die telekonsiliarische Beurteilung relevante Dokumente elektronisch auszutauschen. Ein ausschließliches Telefonat stellt kein Telekonsilium dar.

Für den elektronischen Austausch im Rahmen eines Telekonsiliums dürfen ausschließlich Dienste nach § 2 der Telekonsilien-Vereinbarung genutzt werden. Hierzu gehört nach § 2 Absatz 1 a KIM. KIM steht für Kommunikation im Medizinwesen und ist als sicheres Verfahren zur Übermittlung von medizinischen Dokumenten gemäß § 291 b Absatz 1 SGB V von der gematik für die Telematikinfrastruktur festgelegt worden. Ab dem 3. Quartal 2020 geht KIM bundesweit an den Start. Der Informationsaustausch kann technisch somit nicht nur zwischen Zahnärzten untereinander, sondern auch zwischen Zahnärzten, Ärzten und stationären Einrichtungen erfolgen. Als erster KIM-Fachdienst erhielt die Firma CompuGroup Medical die Zulassung, interessierte Leistungserbringer mit KIM auszustatten. Über die Bestellprozesse informiert der Anbieter. Im Zulassungsverfahren der gematik befinden sich weitere Firmen, die nach erteilter Zulassung durch die gematik ebenfalls einen KIMFachdienst anbieten werden. Mehr zu KIM erfahren Sie auch auf der Homepage der KZBV unter der Rubrik Telematik und IT.

Das Videokonsil stellt eine besondere Form des Telekonsiliums dar und setzt gemäß § 2 Absatz 1 c der Telekonsilien-Vereinbarung die Nutzung eines Videodienstes im Sinne der Anlage 16 zum BMV-Z voraus.

B)    Abrechnung

Für die Durchführung von Videosprechstunden, Videofallkonferenzen und Telekonsilien wird es ab 01.10.2020 neue BEMA-Leistungen geben. Die Videosprechstunde mit dem Patienten und die Videofallkonferenz mit dem Pflegepersonal können nur bei Versicherten, die einem Pflegegrad nach § 15 SGB XI zugeordnet sind oder Eingliederungshilfe erhalten, sowie bei Versicherten, an denen zahnärztliche Leistungen im Rahmen eines Kooperationsvertrages nach § 119 b Absatz 1 SGB V erbracht werden, abgerechnet werden. Die Telekonsile sind hingegen für alle Versicherten abrechenbar.

Um Kosten der Zahnarztpraxen abzugelten, wenn sie sich vertraglich an einen Videodienstanbieter binden, wurde im BEMA zudem ein Technikzuschlag aufgenommen. Der Technikzuschlag ist abrechenbar in Verbindung mit einer Videosprechstunde, einer Videofallkonferenz oder einem Videokonsil und kann maximal zehnmal im Quartal abgerechnet werden.

Anliegend können Sie weiteres Informationsmaterial abrufen:

Die Telekonsilien-Vereinbarung wurde ebenfalls in Ratgeber Band II, Teil I - Bundesregelungen unter I-4 auf unserer Webseite eingestellt.

Über aktuelle Entwicklungen werden Sie selbstverständlich auch weiterhin informiert.

Lesen Sie zum Thema auch den Beitrag „Videosprechstunden beim Zahnarzt ab Oktober möglich“ auf dieser Seite.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Videosprechstunden beim Zahnarzt ab Oktober möglich

KZBV und GKV-SV: Einigung auf neue BEMA-Positionen

Nicht nur vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie kann eine Videosprechstunde ein sehr hilfreiches Instrument der zahnärztlichen Versorgung sein. Die Kassenzahnärztiche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben sich im Bewertungsausschuss darauf geeinigt, dass zahnärztliche Leistungen wie Videosprechstunden ab Oktober zur Versorgung gehören. Die Übereinkunft sieht die Aufnahme von Videosprechstunden, Videofallkonferenzen, Telekonsilien sowie eines Technikzuschlages in den Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) vor.

Durch den Beschluss des Bewertungsausschusses können Videosprechstunden mit Patientinnen und Patienten sowie Videofallkonferenzen mit Pflegepersonal künftig bei Versicherten abgerechnet werden, die einem Pflegegrad zugeordnet sind oder Eingliederungshilfe erhalten. Damit sind auch für Versicherte, bei denen zahnärztliche Leistungen im Rahmen eines Kooperationsvertrages erbracht werden, diese Leistungen ab Oktober Bestandteil des GKV-Leistungskataloges. Telekonsilien hingegen sind dann bezogen auf alle Versicherten abrechenbar.

Ab Oktober wird es für Pflegebedürftige und Menschen mit Handicap also deutlich leichter, Kontakt zu einem Zahnarzt aufzunehmen. Ihr organisatorischer Aufwand für den Zahnarztbesuch fällt in Zukunft geringer aus. Videosprechstunden ermöglichen etwa die Abklärung von Symptomen vor der eigentlichen Behandlung, erleichtern die Nachkontrolle bei einer umfangreichen Therapie oder auch die Planung einer prothetischen Versorgung. Auch Videofallkonferenzen mit dem Pflegepersonal und Telekonsilien von Behandlern unterschiedlicher Fachrichtungen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer dank digitaler Videotechnik verbesserten, effektiven Organisation von Behandlungsvorgängen. Die neuen telemedizinischen Lösungen für den zahnärztlichen Bereich bringen daher viele Vorteile für Zahnärzte und Patienten sowie Pflegeeinrichtungen und Kassen mit sich.

Definierte Standards garantieren Sicherheit
Videosprechstunden und Videofallkonferenzen in der vertragszahnärztlichen Versorgung unterliegen definierten Standards. KZBV und GKV-Spitzenverband haben dazu in einer Vereinbarung Einzelheiten hinsichtlich Qualität und Sicherheit sowie Anforderungen an die technische Umsetzung von Videosprechstunden und die apparative Ausstattung festgelegt. Daneben sind auch Bestimmungen zu Datenschutz und Datensicherheit sowie Voraussetzungen an Videodienstanbieter geschaffen worden. Die Anbieter haben auf dieser Grundlage die Möglichkeit – soweit sie die vorgegebenen Anforderungen der Vereinbarung erfüllen und entsprechende Nachweise erbringen – Videodienstleistungen in die vertragszahnärztliche Versorgung zu bringen. Im Hinblick auf die Kosten, die Praxen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme eines zertifizierten Videodienstleisters entstehen, ist ein pauschaler Technikzuschlag vorgesehen, der im Zusammenhang mit Videosprechstunden, Videofallkonferenzen und Telekonsilien abgerechnet werden kann. Eine fortlaufend aktualisierte Übersicht, welche Unternehmen Videodienstleistungen in der vertragszahnärztlichen Versorgung anbieten, kann auf der Website der KZBV abgerufen werden.

Siehe auch die KZBV-Pressemitteilung der KZBV zum Thema sowie die Ausführungen der KZBV zu Videosprechstunden und Videofallkonferenzen.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung / KZV Nordrhein

   

KZBV: Aktualisierter Leitfaden zur TI

Überblick über notwendige technische Ausstattung und Finanzierung

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hat einen aktualisierten Leitfaden zur Telematikinfrastruktur (TI) mit dem Titel „Telematikinfrastruktur. Ein Überblick“ herausgegeben. Die Broschüre richtet sich an Zahnärztinnen und Zahnärzte, die sich über die Anbindung ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur informieren möchten.

Wahrscheinlich sind Sie bereits angeschlossen oder müssen dies noch nachholen. Im neuen Leitfaden der KZBV erhalten Sie einen Überblick über die notwendige technische Ausstattung und die Finanzierung – auch für die kommenden Anwendungen. Zudem enthält die Broschüre einige Checklisten sowie Tipps und Hinweise, wie Praxen und die Patientenversorgung vom Anschluss an die Telematikinfrastruktur profitieren können.

Hier können Sie den Leitfaden als PDF-Datei herunterladen:

KZBV: Telematikinfrastruktur. Ein Überblick (PDF) (Stand August 2020)

Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie auf diesem Portal sowie den Websites der KZBV und der gematik GmbH:

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung / KZV Nordrhein

   

Grünes Licht für zweiten E-Health-Konnektor

Zulassung durch gematik erfolgt

Der E-Health-Konnektor des Herstellers „secunet Security Networks AG“ steht jetzt für einen Einsatz in der Telematikinfrastruktur bereit. Es handelt sich um den zweiten Konnektor, dem von der gematik GmbH die Zulassung erteilt wurde. Zuvor hat bereits der E-Health-Konnektor der KoCo Connector GmbH grünes Licht erhalten, ein Anbieter, der zur CompuGroup Medical (CGM) gehört. Praxen können sich nun zwischen zwei Konnektoren für E-Health-Anwendungen in der TI entscheiden, die bundesweit auf dem Markt zur Verfügung stehen. Mit einem solchen Gerät können medizinische Anwendungen wie das „Notfalldatenmanagement“ (NFDM) und der „Elektronische Medikationsplan“ (eMP) sowie die „Kommunikation im Medizinwesen“ (KIM) von Ärzten und Zahnärzten im Behandlungsalltag eingesetzt werden.

Der secunet-Konnektor hat wie sein Konkurrent vor der Zulassung erfolgreich einen Feldtest in Westfalen-Lippe durchlaufen, in dem er seine Tauglichkeit für die Versorgung im Praxisalltag unter Beweis gestellt hat. Beide Konnektoren können außerdem eine Sicherheitszertifizierung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik vorweisen. Einem Produktivrollout der E-Health-Konnektoren steht nun nichts mehr im Weg. Aus einem bisher für den Online-Abgleich der Versichertenstammdaten zugelassenen Konnektor wird dabei ganz ohne Geräteaustausch durch ein Software-Update ein funktionsfähiger E-Health-Konnektor.

Die Meldung der gematik zur Zulassung des zweiten E-Health-Konnektors finden Sie online:

   

Refinanzierung des E-Health-Updates für Konnektor

Antrag auf myKZV stellen

Der Antrag auf Refinanzierung des E-Health-Updates für den Konnektor ist ab sofort auf myKZV.de verfügbar. Unter dem Menüpunkt „Dokumente -> Online-Formulare -> Telematikinfrastruktur -> Weitere Refinanzierungen“ können Sie den Antrag stellen. Die Rückerstattungspauschale beträgt einmalig 530,– Euro. Der Anspruch auf diese Pauschale besteht ausschließlich für Vertragszahnärzte, die einen VSDM-Konnektor erworben haben. Über ein Software-Update wird aus dem bisher zugelassenen Konnektor für den Online-Abgleich der Versichertenstammdaten (VSDM-Konnektor) ein E-Health-Konnektor. 

Das Gerät muss nicht ausgetauscht werden. Mit dem Update werden medizinische Anwendungen wie der Notfalldatensatz (NFDM) und der E-Medikationsplan (eMP) sowie die Kommunikationsplattform „Kommunikation im Medizinwesen“ (KIM) technisch möglich. Das Update steht im Moment nur für Konnektoren der CompuGroup Medical (CGM) zur Verfügung. Die anderen Konnektorhersteller befinden sich noch in der Zulassung und werden demnächst die notwendige Zertifizierung erhalten.

Ulrich Düchting, Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Digitales Bonusheft

KBV und KZBV schaffen Grundlage für elektronisches Zahnbonusheft als Bestandteil der ePA ab 2022 

30.07.2020 – Das bewährte Bonusheft für den Eintrag von Vorsorgeuntersuchungen in der Zahnarztpraxis wird digital: In enger Zusammenarbeit haben Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) das medizinische Informationsobjekt (MIO) „zahnärztliches Bonusheft“ festgelegt. Patientinnen, Patienten und Zahnarztpraxen können die Anwendung ab dem Jahr 2022 als Bestandteil der elektronischen Patientenakte (ePA) nutzen.

„In nur sechs Monaten konnte das MIO ‚zahnärztliches Bonusheft‘ dank der erfolgreichen Kooperation mit der KZBV fertiggestellt werden. Damit liegen wir voll im Zeitplan“, betonte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, und fügte hinzu: „Durch die standardisierte Erfassung der medizinischen Daten wird es möglich, die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen.“ 

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes des KZBV: „Als erstes zahnärztliches MIO wird das elektronische Bonusheft in absehbarer Zeit in die ePA integriert. Vorteile sind eine messbare Bürokratiereduktion für Praxen und zugleich mehr Transparenz für Versicherte. Davon profitiert das Zahnarzt-Patienten-Verhältnis ebenso wie die bereits sehr gute Versorgungsqualität. Die Gleichung lautet: Weniger Papier in den Praxen und schnellere, optimierte Prozesse = mehr Zeit für Behandlung!“ Auch weitere digitale Leuchtturmprojekte des Berufsstandes kommen gut voran, sagte Eßer. „Erklärtes Nahziel ist es, Bürokratieentlastung in die Praxen zu bringen, indem papiergebundene Prozesse wie das Antrags- und Genehmigungsverfahren digitalisiert und entsprechende Arbeitsschritte verbessert werden.“ 

Die Digitalisierung des bislang papiergebundenen Bonusheftes bringt eine erhebliche Erleichterung für Patienten sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte mit sich. So entfällt etwa künftig das Nachtragen von Vorsorgeuntersuchungen, wenn Patienten bei ihrem Termin in der Praxis das Bonusheft nicht dabeihatten. Patienten können mit der neuen digitalen Anwendung bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse auch einfacher nachweisen, dass sie Kontrollen beim Zahnarzt regelmäßig wahrgenommen haben, um bei einer Versorgung mit Zahnersatz ihren Bonusanspruch zu wahren.

Wenn Patienten regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung gehen und diese in das Bonusheft eintragen lassen, erhalten sie von ihrer Kasse einen höheren Festzuschuss. In Zukunft können entsprechende Apps mithilfe des MIO „Zahnbonusheft“ Versicherte auch an Vorsorgetermine erinnern. Praxen können ihre Patienten künftig zudem einfacher über den Status der Vorsorge informieren.

Medizinische Informationsobjekte dienen dazu, medizinische Daten nach einem festgelegten Format zu dokumentieren, beispielsweise standardisiert in einer elektronischen Patientenakte. Ziel ist es, dass die strukturierten Daten über jedes IT-System ausgelesen und bearbeitet werden können. Informationen sollen so leichter zwischen einzelnen Heilberufen, Kostenträgern und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen ausgetauscht werden können. Der Patient bleibt dabei jederzeit Herr seiner Daten, eine Verarbeitung oder Einsicht erfolgt nur mit seiner Zustimmung. Ein Zugriff auf die Daten der ePA durch die Krankenkassen ist nicht vorgesehen.

Die Kommentierungsphase für das MIO „zahnärztliches Bonusheft“ hatte am 18.März begonnen und endete planmäßig am 29. April. Insgesamt sind 30 Kommentare eingegangen. Das anschließende so genannte „Benehmensherstellungsverfahren“ war fristgerecht Ende Juni abgeschlossen worden. Eine Übersicht aller eingegangenen Kommentare, Stellungnahmen und Antworten wurde auf mio.kbv.de veröffentlicht.

Ein „Letter of Intent zur Digitalisierung“ der Bundesorganisationen von Ärzten, Apothekern und Zahnärzten kann auf der Website der KZBV abgerufen werden. Mit diesem koordinierten Vorgehen hatten KBV, die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und die KZBV im Jahr 2018 die Bedeutung der Telematikinfrastruktur für das Gesundheitswesen betont und den Einsatz neuer Technologien in allen Anwendungsbereichen befürwortet. Die Initiative umfasst auch die Entwicklung und Umsetzung einer gemeinsamen digitalen Agenda.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und Kassenärztliche Bundesvereinigung

Die Pressemitteilung finden Sie auch auf den Seiten der KZBV.

Für die ePA: KBV und KZBV schaffen Grundlage für elektronisches Zahnbonusheft

2022 soll übrigens auch der Impfpass digital verfügbar sein. Außerdem ist ein MIO für das U-Untersuchungsheft in Planung.

    

TI: Zugang wird für weitere Nutzerkreise geöffnet

SMC-B ORG-Karte für den Informationsaustausch zwischen KZVen und Vertragszahnärzten

Die gematik meldet, dass in einigen Wochen die zentrale Plattform der Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland – die Telematikinfrastruktur – für weitere Anwendergruppen geöffnet wird. Organisationen wie die Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen können dann mit einer speziellen Institutionskarte (SMC-B ORG) unter anderem über die TI-Anwendung KIM (Kommunikation im Medizinwesen) Informationen und Dokumente mit ihren Vertrags(zahn)ärzten zuverlässig und sicher austauschen. Mit dem Erreichen dieser neuen Stufe des TI-Ausbaus sind künftig nicht mehr nur Praxen, Krankenhäuser und Apotheken digital miteinander verbunden.

Die SMC-B ORG-Karte wird dabei von der gematik herausgegeben. Durch die Karte erhalten berechtigte Organisationen und Institutionen des Gesundheitswesens einen kontrollierten Zugang zur TI, der jedoch einen Zugriff auf die eGK und medizinische Anwendungen ausschließt. Bis Ende des dritten Quartals 2020 wird durch den Dienstleister D-Trust, einem Unternehmen der Bundesdruckerei, ein Antrags- und Freigabeportal für die Kartenherausgabe geschaffen. Dann ist eine Verifizierung der Berechtigung der einzelnen Antragsteller durch den Kartenherausgeber gematik möglich. Mit der Freigabe des Antrags durch die gematik fällt der Startschuss für die Produktion und den Versand der Karte durch D-TRUST.

Als weitere erforderliche Komponenten für den Zugang zur TI außer der SMC-B ORG benötigen Organisationen und Institutionen einen E-Health-Konnektor, ein Kartenterminal sowie einen VPN-Zugangsdienst und eine KIM-E-Mail-Adresse für die Kommunikationsanwendung KIM.

Die TI-Betreibergesellschaft gematik rechnet durch die Anbindung zum Beispiel der (zahn)ärztlichen Körperschaften mit einer deutlichen Reduzierung von „Medienbrüchen“ in der Verwaltung bzw. einer erheblichen Vereinfachung administrativer Prozesse des Gesundheitswesens. Nach einer Deckung des Bedarfs der Gesellschafterorganisationen der gematik und deren Landesorganisationen können auch weitere Nutzerkreise berücksichtigt werden.

Quelle: gematik

Zu KIM siehe auch folgende Informationsbroschüren der KZBV und der gematik:

   

Zulassung für ersten E-Health-Konnektor erteilt

Grünes Licht für E-Health-Anwendungen im Praxisalltag

Es ist so weit: Die gematik hat mit der Zulassung des ersten E-Health-Konnektors für den bundesweiten Einsatz in der TI das Startsignal für medizinische Anwendungen wie Notfalldatensatz und E-Medikationsplan sowie KIM (Kommunikation im Medizinwesen) gegeben. Hersteller des Konnektors ist eine Gesellschaft der CompuGroup Medical (CGM), die KoCo Connector GmbH. Zuvor hatte der Konnektor einen erfolgreichen Feldtest in Westfalen-Lippe durchlaufen, in dessen Rahmen er seine Tauglichkeit für den Versorgungsalltag unter Beweis stellen konnte. Außerdem hat das Gerät eine Sicherheitszertifizierung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik erhalten. Jetzt ist es Zeit für den Produktivrollout des E-Health-Konnektors.

Die gematik feiert die Zulassung als großen Durchbruch auf dem Weg zur Verbesserung der Patientenversorgung durch digitale Lösungen und geht davon aus, dass medizinische Anwendungen im Rahmen der TI bald fester Bestandteil des Praxisalltags sein werden. Alle weiteren Hersteller von Konnektoren stehen kurz vor einer Erprobung ihrer Produkte im Feldtest und können nach einem erfolgreichen Durchlaufen des Teststadiums mit einem bundesweiten Rollout beginnen. Dieser erfolgt bei jedem Konnektor über ein Software-Update, mit dem ohne Geräteaustausch aus dem bisher für den Online-Abgleich der Versichertenstammdaten zugelassenen Gerät ein E-Health-Konnektor wird. Eine Voraussetzung für den Einsatz der E-Health-Anwendungen in vollem Umfang ist weiter ein elektronischer Heilberufsausweis der zweiten Generation (eHBA G2), der für Zahnärzte von den Zahnärztekammern ausgegeben wird und so bald wie möglich bestellt werden sollte.

Quelle: gematik

   

Digitalisierung im Gesundheitswesen soll bei Patienten ankommen

Wichtige Regelungen zum Patientendaten-Schutz-Gesetz

Der Bundestag hat das Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) Anfang Juli verabschiedet – mit wichtigen neuen Regelungen auch für Zahnärzte.

Mit dem Patientendaten-Schutz-Gesetz werden digitale Angebote wie das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte nutzbar. Mit einer neuen, sicheren App können Versicherte E-Rezepte künftig in einer Apotheke ihrer Wahl einlösen. Facharzt-Überweisungen lassen sich digital übermitteln. Und Patienten bekommen ein Recht darauf, dass der Arzt ihre elektronische Patientenakte (ePA) befüllt. Darin lassen sich im nächsten Schritt ab 2022 auch der Impfausweis, der Mutterpass, das gelbe U-Heft für Kinder und das Zahn-Bonusheft speichern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte im Bundestag am 3. Juli 2020: „Wir wollen dafür sorgen, dass Digitalisierung im Gesundheitswesen bei den Patientinnen und Patienten ankommt, aber auch bei allen, die behandeln, weil natürlich auch die Behandlung leichter wird, wenn Informationen verfügbar sind.“ Einen wichtigen Punkt sah er im Thema Datenschutz: „Deswegen legen wir Datenschutzstandards auf höchstem Niveau in diesem Patientendaten-Schutz-Gesetz fest. Wir legen vor allem fest, dass diese Gesundheitsdaten auf deutschen Servern nach europäischem Datenschutzrecht zu verarbeiten sind.“

Jetzt steht noch der zweite Beratungsdurchgang im Bundesrat an, der voraussichtlich am 18. September 2020 stattfindet. Das Gesetz bedarf allerdings nicht der Zustimmung des Bundesrates. Es soll am Tag nach der Verkündung in Kraft treten.

Ulrich Duechting, Abteilung EDV/Digitalisierung der KZV Nordrhein

Diese Regelungen im PDSG sind für Zahnärzte wichtig:

  • Zugriff auf das eZahnbonusheft auch für Pflegekräfte: Auch Pflegekräfte (Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger, Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner) dürfen auf das elektronische Zahnbonusheft zugreifen. Das dient der Erfüllung ihrer Aufgaben im Rahmen der Kooperationsverträge zur zahnärztlichen Betreuung (zum Beispiel zur Vereinbarung eines Termins beim Zahnarzt).
  • Unterstützungsleistungen von Zahnärzten und Ärzten im Zusammenhang mit der ePA: Die Information und Aufklärung über die Funktionsweise und Nutzung der ePA soll durch die Krankenkasse erfolgen. Die Unterstützung des Arztes/ Zahnarztes soll nur die Übermittlung von medizinischen Daten in die ePA umfassen. Die Leistung ist ausschließlich auf medizinische Daten aus der konkreten aktuellen Behandlung beschränkt. Der Arzt/ Zahnarzt ist nicht verpflichtet, den Versicherten bei der Nutzung beziehungsweise Befüllung der ePA außerhalb der konkreten aktuellen Behandlung zu unterstützen oder ihm eine Einsicht in die ePA zu ermöglichen.
  • Zulassung der ePA nur durch bestimmte Anbieter: In der TI sollen nur solche ePA zugelassen werden, die von einem im Gesetz genau benannten Anbieterkreis angeboten werden. Hierzu gehören: Krankenkassen, Unternehmen von PKV sowie Einrichtungen zur Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten, der Bundespolizei und der Bundeswehr. Damit soll gewährleistet werden, dass die ePA den erforderlichen strengen datenschutzrechtlichen Standards entsprechen.
  • Ergänzung individuelle Versorgungsangebote durch die Krankenkassen: Die Befugnis der Krankenkassen, zur Förderung von bedarfsgerechten Versorgungsinnovationen Daten ihrer Versicherten auszuwerten und ihnen Informationen zu individuellen geeigneten Versorgungsinnovationen zur Verfügung zu stellen und ihnen diese anzubieten, soll auf sonstige individuell geeignete Versorgungsangebote ausgedehnt werden.
  • Neue Regelung zur Förderung digitaler Innovationen durch die KZVen und KZBV: KZVen und die KZBV sollen mit dem gleichen Recht wie die Krankenkassen ausgestattet werden und zur Verbesserung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung die Entwicklung digitaler Innovationen (im Sinne des § 68a Abs. 2 SGB V) fördern können. Sie sollen auch befugt sein, die versichertenbezogenen Daten, die sie nach § 285 SGB V rechtmäßig erhoben und gespeichert haben, nach deren Pseudonymisierung beziehungsweise Anonymisierung auszuwerten. Für die Ärzte gilt dies analog.
  • Krankenkassen sind nicht verpflichtet, flächendeckend technische Einrichtungen zum Zugang zur ePA zu schaffen: Dies sei mit Blick auf die nicht unerheblichen Kosten für eine derartige Infrastruktur und den voraussichtlich geringen Nutzungsumfang erforderlich. Für die Ausübung der Versichertenrechte reiche es aus, wenn der Versicherte einen Vertreter mit der Wahrnehmung seiner Rechte beauftragt und dieser über sein Gerät dessen Rechte wahrnimmt.

Quelle: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

   

Ausstattung mit KIM jetzt möglich

gematik erteilt erste Zulassung

Ab sofort können Leistungserbringer durch den Dienstleister CompuGroup Medical mit dem KIM-Fachdienst ausgestattet werden. Die gematik hat CGM die erste Zulassung erteilt. Zurzeit nehmen noch weitere potenzielle Anbieter am Zulassungsverfahren teil.

Mit der Anwendung „Kommunikation im Medizinwesen“ können vertrauliche Daten, Nachrichten und Dokumente signiert sowie sicher versendet und empfangen werden. Das gilt für Arztbriefe, Abrechnungen und elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ebenso wie für Verwaltungs- und Meldedaten. Ein Facharzt mit entsprechender Ausstattung kann ab sofort einen Arztbrief, den er mit seiner Praxissoftware erstellt und mit seinem Heilberufsausweis signiert hat, an den überweisenden Allgemeinmediziner bzw. einen Adressaten aus dem KIM-Adressbuch verschlüsselt übermitteln. Der Arztbrief wird zuvor zusätzlich automatisch mittels SMC-B-Karte signiert. Die Praxissoftware des Empfängers, etwa des Allgemeinmediziners, empfängt und entschlüsselt den Arztbrief ebenso automatisch und überprüft die empfangenen Daten auf eine mögliche Datenmanipulation hin.

In den Augen der gematik stellt die erfolgreiche Einführung der sicheren Kommunikation via KIM einen entscheidenden Meilenstein in der Geschichte der TI dar. Dank KIM hat sich die Telematikinfrastruktur zur zentralen Plattform für die Digitalisierung des Gesundheitswesens entwickelt. KIM war zuvor erfolgreich in den vier Kassenzahnärztlichen Vereinigungen Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Nordrhein getestet worden.

Wege zu KIM
Informationen über den Bestellprozess erhält man vom Anbieter, der nach erfolgter Registrierung eine spezielle E-Mail-Adresse für KIM zur Verfügung stellt. Die sichere Kommunikation lässt sich sodann über die Praxissoftware oder das E-Mail-Programm bewerkstelligen. Voraussetzung für den Einsatz von KIM ist ein E-Health-Konnektor, ein Kartenterminal, ein Praxis-/Institutionsausweis (SMC-B-Karte) sowie ein Heilberufsausweis (HBA), der schnellstmöglich bei der jeweiligen Landeszahnärztekammer beantragt werden sollte.

Quelle: gematik

   

TI: Konnektoren von T-Systems müssen ausgetauscht werden

Keine Updates für die elektronische Patientenakte

Die gematik informiert darüber, dass es bei den Konnektoren von T-Systems keine Updates für die elektronische Patientenakte geben wird. Die Geräte können deshalb in der zweiten Jahreshälfte gegen Secunet-Konnektoren ausgetauscht werden, wobei die Kosten für die neue Hardware von T-Systems übernommen werden. Die Anwender bleiben weiterhin Kunden von T-Systems, während der Konnektorenlieferant Secunet damit nun vom Konkurrenten zum neuen Geschäftspartner von T-Systems avanciert ist. Der Austausch selbst wird nach Aussage von Secunet von T-Systems gesteuert.

Die Updates für die E-Health-Anwendungen, also das Notfalldatenmanagement, der elektronische Medikationsplan sowie das Kommunikationsmodul KOM-LE und die E-Patientenakte, die T-Systems nicht mehr selbst entwickeln will, sollen in diesem Jahr durchgeführt werden, die E-Patientenakte dabei zum Jahresende. Bislang ist nur der E-Health-Konnektor von CompuGroup Medical (CGM) zugelassen. CGM testet bereits die ersten Anwendungen im Feld.

Zurzeit ist noch unklar, ob Secunet für den Austausch bereits Konnektoren mit den entsprechenden Updates liefern kann. Ungeklärt ist auch, wer letztlich für die Kosten des Geräteaustauschs aufkommt. Es ist angedacht, dass die Praxen mittels eines Softwaretools zu einem selbstständigen Austausch befähigt werden. Die KBV fordert jedoch, dass der Austausch kostenfrei und ohne Mehraufwand für die Praxen vonstatten gehen muss und T-Systems genügend Techniker zur Verfügung stellt.

Für T-Systems geht es dabei um einen „Strategiewechsel“, da die Konnektoren zukünftig aller Voraussicht nach durch Software bzw. einen digitalen Service aus der Cloud ersetzt werden. Während man sich hier wieder beteiligen will, möchte das Unternehmen nicht mehr in Konnektoren als „Brückentechnologie“ für die nächsten Jahre investieren.

   

Festzuschuss-Erhöhung: Vereinbarung von KZBV und GKV-SV

Zunächst einmal freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass das Bundesministerium für Gesundheit mit Schreiben vom 30. September 2020 den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 3. September 2020 zur Änderung der Festzuschuss-Richtlinie sowie Erhöhung der Festzuschüsse zum 1. Oktober 2020 nicht beanstandet hat.

In den letzten Tagen herrschte allerdings hinsichtlich der leistungsrechtlichen Verwaltungspraxis der Krankenkassen in Bezug auf die geltenden Festzuschüsse, die ab dem 1. Oktober 2020 Anwendung finden, einige Verwirrung.

Die KZBV hat mit dem GKV-Spitzenverband klarstellend am 1. Oktober 2020 folgende Vereinbarung getroffen:

  • Die Krankenkassen werden ihren Versicherten die ab dem 1. Oktober 2020 geltenden höheren Festzuschüsse auch in den Fällen bewilligen, in welchen die Heil- und Kostenpläne vor dem 1. Oktober 2020 ausgestellt, der Zahnersatz aber erst nach diesem Datum eingegliedert wurde.
  • Für die Zahnarztpraxen sowie die KZV bleibt das Datum der Austellung des Heil- und Kostenplanes ausschlaggebend für den jeweils geltenden Festzuschuss.           
  • Die sich daraus ergebenden Nachzahlungen für den Patienten werden unmnittelbar im Verhältnis zwischen Krankenkassen und Versichertem abgewickelt.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

   

Patienteninformation zur Festzuschuss-Erhöhung

Nachforderungen unmittelbar gegenüber Krankenkassen stellen

Die Krankenkassen haben kurzfristig entschieden, dass die seit dem 1. Oktober geltenden neuen Festzuschüsse für alle Zahnersatz-Behandlungen anwendbar sind, die nach dem 30. September eingegliedert werden.

Das bedeutet für Ihre Patienten, dass auch bei einem bereits vor dem 1. Oktober 2020 ausgestellten und genehmigten Heil- und Kostenplan Nachforderungen an die Krankenkassen möglich sind.

Anliegend stellen wir Ihnen einen Flyer zur Verfügung, den Sie Ihren Patienten im Bedarfsfall aushändigen können. Darin wird darauf hingewiesen, dass die Nachforderung nicht über Ihre Praxis abgewickelt werden kann.

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Bonusheft-Pflege lohnt sich für Patienten nun noch mehr

Neue Festzuschüsse bei Zahnersatz ab dem 1. Oktober 2020

Zwei Sonderregelungen bei einmaligem Versäumnis der zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung

Bisher übernehmen gesetzliche Krankenkassen bei Zahnersatz grundsätzlich 50% der durchschnittlichen Gesamtkosten einer Regelversorgung als Festzuschüsse. Zum 1. Oktober 2020 werden diese Festzuschüsse auf grundsätzlich 60 % erhöht.

Infolgedessen lohnt sich für Versicherte der Nachweis einer regelmäßigen Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen noch mehr. Können sie nämlich mit ihrem Bonusheft – wie bisher auch schon – im Jahr der geplanten Behandlung den Nachweis erbringen, dass sie in den letzten 5 bis 10 Jahren zuvor die Vorsorgeuntersuchung regelmäßig in Anspruch genommen haben, wächst der Zuschuss der Krankenkasse für Zahnersatz entsprechend der nachgewiesen Zeiträume.

Ausgehend von einem Festzuschuss der Krankenkasse von grundsätzlich 60% der Gesamtkosten können nach 5 Jahren regelmäßiger Vorsorge nun weitere 10 Prozentpunkte hinzukommen, der Festzuschuss wächst auf 70% bzw. bei 10 Jahren sogar mit zusätzlichen 15 Prozentpunkten auf 75% an.

Von der bisherigen strengen Bonus-Voraussetzung, dass die zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung in den letzten 5 bzw. 10 Jahren vor der geplanten Behandlung lückenlos gewesen sein muss, sind zudem nun auch zwei Ausnahmen möglich! Ein einmaliges Versäumnis muss nicht zwingend zum Verlust des Bonusanspruchs führen.

Kinder und Jugendliche verlieren durch die Corona-Krise nicht ihren Bonusanspruch
Die erste Ausnahmeregelung betrifft Kinder und Jugendliche. Hier hatte sich die KZBV in der Corona-Krise mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass ein versäumter Individualprophylaxe-Termin in der ersten Jahreshälfte 2020 nicht zum Verlust des Bonusanspruchs führt. Der GKV-Spitzenverband folgt dieser Auffassung und hat eine entsprechende Empfehlung an die Mitgliedskassen ausgesprochen.

Um ihren Rechtsanspruch auf erhöhten Festzuschuss bei der Versorgung mit Zahnersatz zu wahren, müssen Kinder und Jugendliche normalerweise bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres innerhalb von 5 bzw. 10 Jahren in jedem Kalenderhalbjahr eine Untersuchung im Rahmen der sogenannten Individualprophylaxe wahrnehmen.

Kann diese Untersuchung aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen während der Corona-Krise im ersten Halbjahr 2020 nicht wahrgenommen werden, behalten die betroffenen Kinder und Jugendlichen nun gleichwohl ihren vollständigen Bonusanspruch.

Nach übereinstimmender Auffassung von KZBV und GKV-Spitzenverband kann in diesen Fällen nun ausnahmsweise beim nächsten Besuch in der Praxis ein entsprechender Vermerk in das Bonusheft (bzw. bei den 6- bis 11-Jährigen in die Karteikarte) aufgenommen werden. So können Unklarheiten bei der künftigen Ermittlung des Zuschusses für Zahnersatz vermieden werden und der Bonus bleibt erhalten.

Achtung!
Diese Ausnahme gilt nicht für erwachsene Patientinnen und Patienten. Da erwachsene Versicherte nur einmal im Jahr eine Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen müssen, um den Stempel im Bonusheft zu erhalten, gehen die Kostenträger davon aus, dass ein Vorsorgetermin für 2020 in der Praxis auch noch im zweiten Halbjahr 2020 wahrgenommen werden könne.

Eine zweite dauerhaft eingeführte gesetzliche Regelung „rettet“ künftig den Bonusanspruch für Erwachsene
Für die Zukunft wird mit einer neu eingeführten Regelung im Sozialgesetzbuch V vom Gesetzgeber coronaunabhängig die Unschädlichkeit einer einmaligen Versäumnis des Vorsorgetermins bei Erwachsenen geregelt: In begründeten Ausnahmefällen bleibt künftig für die Erhöhung der Festzuschüsse auf 75 % ein einmaliges Versäumnis der Vorsorgeuntersuchung innerhalb der hierfür maßgeblichen letzten zehn Jahre folgenlos.

Sämtliche beschriebenen Neuregelungen im Bereich der Festzuschüsse bei Zahnersatz entlasten Millionen von Patientinnen und Patienten finanziell und erleichtern zugleich die Versorgung mit Zahnersatz in vertragszahnärztlichen Praxen. 

Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein

   

Kontingentgrenzen

Wir freuen uns mitteilen zu können, dass der Vorstand der KZV Nordrhein rückwirkend für das Jahr 2019 alle HVM-Kontingentgrenzen aufgehoben hat.

 

PAR: Neue S3-Leitlinie

Unter Federführung von DG PARO und DGZMK ist eine neue S3-Leitlinie zur PAR-Behandlung entwickelt worden.

Vorsorgeuntersuchungen schützen vor COVID-19

In einer Pressemitteilung vom 28. Januar 2021 haben KZV und ZÄK Nordrhein deutlich gemacht, dass die Vorsorge beim Zahnarzt nicht nur der Mundgesundheit hilft, sondern auch die Gefahr verringert, an COVID-19 zu erkranken und schlimmstenfalls zu sterben.

   

KZV NR/ZÄK NR: Der Besuch beim Zahnarzt schützt vor COVID-19 (PDF)

Notfallambulanzen für COVID-19-Patienten

Über die flächendeckende Versorgung mit Notfallambulanzen für COVID-19-Patienten oder für behördlich unter Quarantäne gestellte Personen wurden Sie – jeweils für den Bereich Ihrer Verwaltungsstelle – schriftlich informiert.

    

KZV und ZÄK NR stellen ein Ablaufschema für die zahnärztliche Notfallbehandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung:

   

KZV/ZÄK NR: Ablaufschema 
für die zahnärztliche Notfallbehandlung von Covid-19-Patienten (PDF)

Handout für die zahnärztliche Behandlung während Corona-Pandemie

Beachten Sie generell zur zahnärztlichen Behandlung von Patienten während der Coronavirus-Pandemie das IDZ/KZBV-Handout für Zahnarztpraxen:

   

Standardvorgehensweisen für Zahnarztpraxen während der Corona-Pandemie (PDF)

Zum Zahnarzt – gerade jetzt!

KZV und ZÄK NR haben sich mit dem Appell an die Öffentlichkeit gewandt, gerade in Corona-Zeiten zur Vorsorge zum Zahnarzt zu gehen, da eine gesunde Mundhöhle auch eine gute Abwehrkraft bedeutet und Patienten aufgrund der hohen und aktuell noch verstärkten Hygienestandards in der Zahnarztpraxis sicher sind.

   

KZV NR/ZÄK NR: Zum Zahnarzt – gerade jetzt! (PDF)

Überbrückungshilfe III / III Plus

Bund und Länder unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler mit coronabedingten erheblichen Umsatzausfällen durch eine Überbrückungshilfe, die inzwischen in ihre dritte Phase gegangen ist.

      

Die Überbrückungshilfe III ist für die Fördermonate November 2020 bis Juni 2021 vorgesehen und kann durch einen beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer online mit einer Antragsfrist bis zum 31. August 2021 beantragt werden. Die Anträge auf Überbrückungshilfe können auf folgendem Portal von BMWi und BMF gestellt werden:

   

BMWi/BMF: Antrags- und Informationsplattform Überbrückungshilfe

 

Inzwischen ist das Programm mit der Überbrückungshilfe III Plus bis zum 30. September 2021 verlängert worden. Weitere Informationen zur Überbrückungshilfe und zu anderen finanziellen Hilfen auf unseren Seiten unter

 

Coronavirus – Finanzielle Hilfen

Antrag auf Liquiditätshilfe bei der KZV NR

Zahnarztpraxen können bei der KZV Nordrhein zur Milderung der coronabedingten Umsatzrückgänge für die Leistungsarten KCH oder KFO auf 

  

myKZV.de 

   

einen Antrag auf Liquiditätshilfe stellenHaben Sie keinen Zugang zu myKZV.de, wenden Sie sich bitte an unsere technische Hotline unter 0211-9684-180.

   

Weitere Informationen zur Liquiditätshilfe erhalten Sie auf unseren Seiten:

   

Liquiditätshilfe der KZV Nordrhein

   

Coronavirus – Liquiditätshilfe/GPVG