Sektorenübergreifendes Qualitätsmanagement

Das Bundesgesundheitsministerium hat am 15.11.2016 die sektorenübergreifende Qualitätsmanagement-Richtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie hat die bis dahin gültige QM-Richtlinie (vgl. im ID Informationsdienst 5/2009 vom 30.06.2009) abgelöst. 

Dadurch sind gegenüber den bisherigen Regelungen neue Anforderungen an die Zahnarztpraxen entstanden (vgl. im ID Informationsdienst 9/2016 vom 14.12.2016).

Seit 16.11.2016 in Kraft

Die sektorenübergreifende QM-Richtlinie ist mit Wirkung zum 16.11.2016 als „Richtlinie über grundsätzliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten, medizinische Versorgungszentren, Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte sowie zugelassene Krankenhäuser (Qualitätsmanagement-Richtlinie/QM-RL)“ in Kraft getreten. 

Individuelle Qualitätsziele

In der sektorübergreifenden QM-Richtlinie wird die einzelne Praxis – wie zuvor auch – angehalten, ihr praxisinternes QM an konkreten Qualitätszielen auszurichten. Die Ziele sind für jede Praxis individuell zu entwickeln und sollen sich an den QM-Grundelementen orientieren. Dies sind Patientenorientierung und -sicherheit, Mitarbeiterorientierung und -sicherheit, Prozessorientierung, Kommunikation und Kooperation, Informationssicherheit und Datenschutz sowie Verantwortung und Führung. 

Wesentliche Änderungen 

Eine wesentliche Änderung zu der zuvor gültigen QM-Richtlinie ist, dass die im Berichtsbogen aufgelisteten und erläuterten Instrumente nach der sektorenübergreifenden QM-Richtlinie abhängig von der individuellen Praxisstruktur grundsätzlich alle anzuwenden sind. Eine Ausnahme ist nur zulässig, wenn aufgrund der bestehenden Rahmenbedingungen in der Praxis dies keinen Sinn macht und ein Grund für die Nichtanwendung angegeben wird. Die Anwendung der QM-Instrumente Risiko-, Fehlermanagement und Fehlermeldesysteme ist weiterhin Pflicht, ihre Nichtanwendung daher ausgeschlossen. Dies gilt ebenfalls für die Anwendung von OP-Checklisten als neuem Instrument, wenn die in der Richtlinie beschriebenen Voraussetzungen vorliegen. 

Übergangszeit für Praxisneugründungen

Mit der sektorenübergreifenden QM-Richtlinie ist auch eine Übergangszeit für Praxisneugründungen von drei Jahren ab Praxisgründung eingeführt worden, um die in der QM-Richtlinie genannten Instrumente und deren Anwendungsbereiche im Rahmen des praxisinternen QM einzuführen, zu überprüfen und dann weiterzuentwickeln. Bitte beachten Sie dabei aber, ob – unabhängig von der QM-Richtlinie – bereits aufgrund anderer Vorschriften bestimmte Vorgaben und Instrumente zu beachten und einzusetzen sind. 

Erweiterungen und Änderungen 

Des Weiteren finden sich exemplarisch folgende Erweiterungen/Änderungen bei den Instrumenten:  

  • Das bisherige Grundelement aus der alten QM-Richtlinie der Beschreibung von Prozessen und Verantwortlichkeiten wird nun konkret als neues Instrument „Regelung von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten“ in der sektorenübergreifenden QM-Richtlinie genannt. 
  • Waren Prozess- bzw. Ablaufbeschreibungen als Grundelement des QM bisher im Instrument „Checklisten für organisatorische Abläufe“ mitenthalten, finden sie sich nun als eigenständiges Instrument wieder. 
  • Mit der sektorenübergreifenden QM-Richtlinie sind auch die Instrumente Arzneimitteltherapiesicherheit, Schmerzmanagement und Sturzprophylaxe eingeführt worden.

Die Qualitätsmanagement-Richtlinie/QM-RL aus Klappe I-3 des Ratgebers Band II finden Sie unter www.myKZV.de oder hier.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum sektorenübergreifenden Qualitätsmanagement können
Sie dem ID Nr. 9 vom 14.12.2016 nebst Anlage entnehmen:

Auszug ID Nr. 9/16 (PDF)

   

mit Anlage
Qualitätsmanagement-Richtlinie (QM-RL) vertragszahnärztliche Versorgung – 
Stand 15.11.2016 (PDF)