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Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Hintergrund

Zahnärzte, Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser sowie andere Akteure des Gesundheitswesens sollen nach dem Willen des Gesetzgebers künftig noch schneller und einfacher miteinander kommunizieren sowie medizinisch relevante Daten sicher austauschen können. Das dafür notwendige digitale Kommunikationsnetz ist die Telematikinfrastruktur. Nach derzeit geltenden gesetzlichen Vorgaben soll in allen Praxen das sogenannte Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) möglich sein. Für diesen Datenabgleich ist ein zertifizierter Anschluss an die TI zwingend erforderlich. Bei Zahnärztinnen und Zahnärzten, die noch nicht an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sind, wird eine pauschale Honorarkürzung von mittlerweile 2,5 % durchgeführt.

Technische Grundlagen

Für den Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) wird als zentrale Komponente ein sogenannter Konnektor benötigt. Dieser sorgt für die Kommunikation der einzelnen weiteren Komponenten untereinander sowie zu den Fachdiensten in der TI. Damit die elektronische Gesundheitskarte (eGK) sowohl gegen den Fachdienst der Krankenkassen validiert als auch ins Praxisverwaltungssystem (PVS) eingelesen werden kann, wird das Kartenlesegerät nicht mehr an das PVS, sondern an den Konnektor angeschlossen bzw. an das Netzwerk.

Um die Patientendaten auf der eGK besser zu schützen, werden sie in Zukunft in einem geschützten Bereich der eGK liegen. Zugriff können dann nur noch berechtigte Personen haben. Um die Berechtigung nachzuweisen, kann entweder ein elektronischer Heilberufeausweis (eHBA) oder ein Praxisausweis (SMC-B) verwendet werden.

Der eHBA ist eine auf den Arzt/Zahnarzt persönlich ausgestellte Karte mit Lichtbild, die zu einer qualifizierten elektronischen Signatur (qSig) in der Lage ist. Die qSig ist der händischen Unterschrift gleichgestellt und somit rechtsverbindlich. Im zahnärztlichen Bereich wird auch vom elektronischen Zahnarztausweis (eZAA) gesprochen, was ein Synonym für den eHBA ist. Hinweis: Ein eHBA muss in einer Praxis vorliegen, sobald medizinische Anwendungen in der Telematikinfrastruktur zum Einsatz kommen (z. B. eRezept, elektronischer Medikationsplan, Notfalldaten usw.). Bei der ausschließlichen Verwendung des VSDM besteht diese Pflicht noch nicht.

Der Praxisausweis (auch als Institutionsausweis oder SMC-B bezeichnet) weist nicht eine einzelne Person, sondern eine Praxis oder ein Krankenhaus aus. Die neuen eGK-Kartenlesegeräte haben daher einen speziellen Steckplatz für den Praxisausweis, in dem dieser während des Betriebs verbleiben kann. Der Praxisausweis ist DIE Karte, die der Praxis einen sicheren Zugang zur TI ermöglicht. Sie garantiert, dass der Verwender zum Zugang zur TI berechtigt ist 

Kosten

Die Kosten für die Beschaffung und den Betrieb der neuen Komponenten werden von den entsprechenden Anbietern mit dem Zahnarzt direkt verrechnet. Der Zahnarzt hat jedoch die Möglichkeit, eine Refinanzierung dieser Kosten zu beantragen. Die Refinanzierung erfolgt über die jeweils zuständige KZV. Die Beantragung der Refinanzierung bei der KZV Nordrhein erfolgt online über das Serviceportal myKZV. Haben Sie keinen myKZV-Zugang, wenden Sie sich bitte telefonisch unter 0211-9684-180 an die KZV Nordrhein. Ab dem 1. Januar 2020 sind die Ansprüche der anspruchsberechtigten Zahnärzte und Einrichtungen innerhalb eines Jahres nach Anschluss und Nutzung der gesetzlichen Anwendungen der Telematikinfrastruktur geltend zu machen. (Geltendmachung von Ansprüchen auf Auszahlung der Pauschalen, § 6 Abs. 7b Anlage 11 BMV-Z). Für bereits seit Beginn des Online-Rollouts ausgestattete Praxen gibt es eine Übergangsregelung.

Gegenstand der Refinanzierung ist zum einen das Erstausstattungspaket, welches die Anschaffungs- und Installationskosten beinhaltet, zum anderen die Betriebskostenpauschale, die z. B. die Wartungskosten im laufenden Betrieb abdecken soll. Laut der Grundsatzfinanzierungsvereinbarung, die zwischen dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und der KZBV geschlossen wurde, decken die Pauschalen die Kosten für die jeweils günstigsten am Markt befindlichen Komponenten. Ebenfalls in der Grundsatzfinanzierungsvereinbarung ist geregelt, dass der Anspruch auf die Refinanzierung nach erfolgreicher Inbetriebnahme der Komponenten besteht. Refinanzierbare Komponenten sind hierbei ein Konnektor und ein Praxisausweis pro Praxisstandort sowie ein bis drei eGK-Lesegeräte in Abhängigkeit von der Anzahl der am Standort tätigen Zahnärzte.

Ausführliche Informationen der KZV Nordrhein zur Refinanzierung der TI erhalten Sie in den Informationsdiensten 1/2018 und 1/2021:

KZV NR: Refinanzierung TI – Auszug aus ID 1/2018

KZV NR: Refinanzierung TI – Auszug aus ID 1/2021

Zur Grundsatzfinanzierungsvereinbarung und Refinanzierung stellt die KZBV folgende FAQ-Listen zur Verfügung:

KZBV: Fragen und Antworten zur Grundsatzfinanzierungsvereinbarung ORS 1 (PDF)

KZBV: FAQ-Liste zur Refinanzierung der Kosten, die den Zahnarztpraxen durch die Anbindung an die Telematikinfrastruktur entstehen (PDF)

Die Refinanzierung des E-Health-Updates für Konnektoren kann auf myKZV.de unter dem Menüpunkt „Dokumente -> Online-Formulare -> Telematikinfrastruktur -> Weitere Refinanzierungen“ formlos beantragt werden. Der Anspruch auf die Rückerstattungspauschale von 530,– Euro besteht ausschließlich für Vertragszahnärzte, die einen VSDM-Konnektor einsetzen.

Siehe hierzu auch folgende Information auf den Seiten der KZV Nordrhein:

KZV NR: Refinanzierung des E-Health-Updates für Konnektor

Der KZBV ist es gelungen, dass die Krankenkassen die Finanzierung gegebenenfalls notwendiger neuer SMC-BKarten bei Änderung der Praxisstruktur übernehmen. Gleiches gilt für die Inanspruchnahme der TI-Startpauschale. Die Handlungsempfehlungen der KZBV finden Sie hier:

KZBV: TI: Praxisstrukturveränderungen und Auswirkungen auf die Finanzierung (Handlungsempfehlungen) (PDF)

Praxisausweis (SMC-B) – Beantragung, Regelwerk, FAQ-Liste

Die Praxisausweise werden über die zuständige KZV beantragt. Der Antragssteller hat die Wahl, von welchem Hersteller (TrustCenter) die Karte bezogen werden soll. Mit diesem geht er dann auch den Kaufvertrag ein. Aktuell sind die Bundesdruckerei und T-Systems sowie die medisign GmbH die Trustcenter für Praxisausweise am Markt.

Der einfachste Weg, bei der KZV Nordrhein einen Praxisausweis zu beantragen, besteht innerhalb des myKZV-Serviceportals. Sollten Sie kein Teilnehmer des myKZV-Serviceportals sein, füllen Sie bitte folgendes Formular aus und senden es an die KZV Nordrhein:

KZV NR: Formular SMC-B-Kartenbeantragung ohne myKZV-Zugang (PDF)

Die KZV Nordrhein hat außerdem ein Regelwerk zur SMC-B-Karte herausgegeben, das die Bestimmungen zur Beantragung, Nutzung und zur Sperrung des elektronischen Praxisausweises für Vertragszahnärzte definiert. Die in diesem Regelwerk getroffenen Festlegungen sind nur für Praxisausweise im Zuständigkeitsbereich der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein gültig.

KZV NR: Regelwerk zum Praxisausweis (SMC-B) für Vertragszahnärzte im Bereich der KZV Nordrhein (PDF)

Darüber hinaus stellt die KZBV für Fragen rund um die SMC-B-Karte eine FAQ-Liste zur Verfügung:

KZBV: FAQ-Liste der KZBV zur SMC-B (PDF)

IT-Sicherheitsrichtlinie für Zahnärzte

Der Gesetzgeber hatte KZBV und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz verpflichtet, die IT-Sicherheitsanforderungen für Zahnarzt- und Arztpraxen in einer speziellen Richtlinie verbindlich festzulegen. Die IT-Sicherheitsrichtlinie ist seitens der KZBV in Zusammenarbeit mit den KZVen und im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überarbeitet worden. Das Ergebnis ist eine Fassung, die praxistauglich und übersichtlich die wichtigsten Aspekte der IT-Sicherheit darstellt. Die Richtlinie definiert den Geltungsbereich und differenziert die Maßnahmen nach drei Praxisgrößen:

  • Praxen mit bis zu 5 ständig mit der Datenverarbeitung betrauten Personen
  • Praxen mit 6 bis 20 ständig mit der Datenverarbeitung betrauten Personen
  • Praxen mit über 20 ständig mit der Datenverarbeitung betrauten Personen

Die am 2. Februar 2021 in Kraft getretene „Richtlinie zur IT-Sicherheit in der vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung“ sowie Informationsmaterialien und eine FAQ-Liste dazu können auf der Website der KZBV abgerufen werden:

KZBV: IT-Sicherheitsrichtlinie (PDF)

KZBV: Informationsmaterial und FAQ-Liste zur IT-Sicherheitsrichtlinie

KZBV und BZÄK haben gemeinsam einen aktualisierten, um die Aspekte der neuen IT-Sicherheitsrichtlinie erweiterten Leitfaden „Datenschutz und IT-Sicherheit in der Zahnarztpraxis“ veröffentlicht, der u. a. auf der Website der KZBV abgerufen werden kann.

KZBV/BZÄK: Leitfaden „Datenschutz und IT-Sicherheit in der Zahnarztpraxis“ (PDF)

Zur IT-Sicherheitsrichtlinie informiert auch ein Sonderinformationsdienst der KZV Nordrhein.

KZV NR: Sonderinformationsdienst zur Telematikinfrastruktur und IT-Sicherheitsrichtlinie (PDF)

Weiteres Informationsmaterial zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Die KZV Nordrhein hat aktuell einen TI-Sonderinformationsdienst zu den Themen ePA, KIM, eHBA, NFDM, eMP, eAU, eRezept und IT-Sicherheitsrichtlinie herausgegeben (Stand Februar 2021):

KZV NR: Sonderinformationsdienst zur Telematikinfrastruktur und IT-Sicherheitsrichtlinie (PDF)

Informationen zum Thema TI stellt ebenfalls die KZBV in einem Leitfaden zur Verfügung.

KZBV: Telematikinfrastruktur. Ein Überblick (PDF)

Auf den Internetseiten der KZBV finden Sie außerdem Erläuterungen zu sämtlichen Themenbereichen der TI. Die Inhalte werden bei Bedarf fortlaufend aktualisiert.

Zudem hat die KZBV für die medizinischen Anwendungen der Telematikinfrastruktur einen Leitfaden zum elektronischen Medikationsplan sowie einen Leitfaden zum Notfalldatenmanagement herausgegeben. Zur „Kommunikation im Medizinwesen“ (KIM) sind ebenfalls Informationsbroschüren der KZBV sowie der gematik erschienen:

KZBV: Leitfaden zum elektronischen Medikationsplan (PDF)

KZBV: Leitfaden zum Notfalldatenmanagement (PDF) 

KZBV: Leitfaden zu KIM (PDF)

gematik: KIM – sichere Kommunikation im Medizinwesen (PDF)

Die KZBV stellt außerdem zum Thema elektronische Patientenakte einen Informationsflyer und eine Informationsbroschüre für Zahnarztpraxen und einen Informationsflyer für Patienten zur Verfügung.

KZBV: Testphase der elektronischen Patientenakte (ePA). Was Zahnärztinnen und Zahnärzte ab 2021 wissen müssen (PDF)

KZBV: Die elektronische Patientenakte (ePA). Leitfaden für die Anwendung „ePA“ in der Zahnarztpraxis (PDF)

KZBV: Meine elektronische Patientenakte (PDF)

Zur ePA informiert ebenfalls ausführlich die gematik (mit Video):

Im Fachportal der gematik werden alle aktuellen Fachinformationen zu Spezifikationen und Zulassungen zur Verfügung gestellt. Aktuelle Meldungen der gematik finden Sie ebenfalls im Internet.

Die gematik stellt zudem ein Informationsblatt zu den Konnektor-Betriebsarten sowie ein „Whitepaper TI 2.0“zur Verfügung. Zu Letzterem hat die KZBV in einem Schreiben vom 11. Februar 2021 Stellung genommen.

gematik: Informationsblatt Betriebsarten des Konnektors (PDF)

KZBV: Schreiben an den Geschäftsführer der gematik GmbH „Veröffentlichung des Whitepapers TI 2.0 – Arena für digitale Medizin“ (PDF)

Zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur gibt es darüber hinaus ein Informationsvideo von KZBV und KZV Sachsen, das online angesehen werden kann. Um die gesetzlich vorgegebene Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur zu realisieren, müssen zunächst alle technischen Komponenten fachgerecht installiert werden. In dem leicht verständlichen Video werden die notwendige Ausstattung im Detail und Schritt für Schritt der entsprechende Einrichtungsprozess der verschiedenen Elemente erläutert:

KZV Sachsen und KZBV: Informationsfilm zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur

 

Bild Startseite und diese Seite: Rainer Sturm / pixelio.de

KZV NR: Sonder-ID zur TI

Die KZV Nordrhein hat einen TI-Sonderinformationsdienst zu den Themen ePA, KIM, eHBA, NFDM, eMP, eAU, eRezept und IT-Sicherheits-
richtlinie herausgegeben:

   

SMC-B-Kartenbeantragung und -Regelwerk

Die Beantragung einer SMC-B Karte erfolgt im Normalfall online über das myKZV-Serviceportal der KZV Nordrhein.

 

Für Praxen ohne myKZV-Zugang ist eine manuelle Beantragung notwendig, für die die KZV Nordrhein Ihnen ein Antragsformular zur Verfügung stellt:

  

Formular
SMC-B-Kartenbeantragung ohne myKZV-Zugang (PDF)

 

Die KZV Nordrhein hat außerdem ein Regelwerk mit Bestimmungen zur Beantragung, Nutzung und zur Sperrung der SMC-B-Karte für Vertragszahnärzte im Bereich Nordrhein herausgegeben:

 

Regelwerk zum Praxisausweis (SMC-B) für Vertragszahn-
ärzte im Bereich der KZV Nordrhein (PDF)

KZV NR zur Refinanzierung

Im Informationsdienst 1/2018 und im Informationsdienst 1/2021 finden Sie ausführliche Informationen der KZV Nordrhein zur Refinanzierung der Telematikinfrastruktur:

Refinanzierung TI – Auszug aus ID 1/2018

 

Refinanzierung TI – Auszug aus ID 1/2021

   

Zur Refinanzierung des E-Health-Updates für Konnektoren über die KZV Nordrhein siehe folgende Information:

   

Refinanzierung des E-Health-Updates für Konnektor

Informationen der gematik

Die gematik stellt folgende Informationen zur Verfügung:

   

Informationsblatt Betriebs-
arten des Konnektors (PDF)
 

 

KIM – sichere Kommunikation im Medizinwesen (PDF)

Ansprechpartner Telematik

Haben Sie Fragen zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur? Dann wenden Sie sich bitte an unsere

 

Service-Hotline Telematik 
unter 0211-9684-180.