TI 2.0
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen gewinnt weiter an Dynamik. Mit der Einführung der TI 2.0 wird die Telematikinfrastruktur zudem grundlegend neu ausgerichtet – technologisch moderner, sicherer und zukunftsfähiger.
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Telematikinfrastruktur 2.0
Für Zahnarztpraxen bedeutet dies nicht nur eine technische Modernisierung, sondern eine grundlegende Neuausrichtung von Identitäts-, Zugriffs- und Sicherheitsmechanismen, sowie mehr Flexibilität bei der Nutzung digitaler Anwendungen, deutlich erhöhte Sicherheitsstandards und perspektivisch eine spürbare Reduzierung der benötigten Hardware vor Ort. Zahlreiche Veränderungen werden bereits 2026 wirksam oder in diesem Jahr strukturell vorbereitet – es ist also der richtige Zeitpunkt, sich strategisch mit den kommenden Entwicklungen auseinanderzusetzen.
In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf die zentralen Bausteine dieser Transformation ein. Dabei betrachten wir insbesondere:
- die Umstellung von der Konnektor-Infrastruktur auf TI-Gateway-Strukturen,
- neue digitale Identitätslösungen wie die SM-B als Ersatz für die SMC-B,
- das Sicherheitsprinzip Zero Trust als neue Schutzarchitektur,
- PoPP (Proof of Patient Presence) als digitalen Nachweis der Patientenanwesenheit,
- die Modernisierung des Versichertendatenabgleichs im Rahmen von VSDM 2.0.
Diese Themen bilden gemeinsam die Grundlage für eine hardwareunabhängige, sichere und flexible Nutzung der Telematikinfrastruktur und markieren einen wesentlichen Schritt in Richtung einer ortsunabhängigen und zukunftsfähigen TI.
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Im ersten Umsetzungsschritt wird die bestehende Konnektor-Infrastruktur schrittweise durch sogenannte TI-Gateways ersetzt. Dadurch können Praxen künftig ohne klassischen Hardware-Konnektor auf die Telematikinfrastruktur zugreifen. Die Anbindung erfolgt über zertifizierte Anbieter im Rechenzentrum.
Diese Umstellung reduziert die Abhängigkeit von lokaler Spezialhardware und schafft die Grundlage für eine flexibel skalierbare, servicebasierte Infrastruktur.
Weitere Informationen zur Anbindung an das TI-Gateway finden Sie hier:
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Parallel zur technischen Umstellung verändern sich auch die Identitäts- und Sicherheitslösungen für Zahnarztpraxen.
Physische Karten – insbesondere die SMC-B sowie die eGK – werden sukzessive durch digitale Identitäten ersetzt.
Für Praxen, Behandelnde sowie Patientinnen und Patienten (Gesundheits-ID) entstehen damit neue, sichere Authentifizierungsverfahren. Diese digitalen Identitäten ermöglichen perspektivisch den geschützten Zugriff auf TI-Dienste auch außerhalb der Praxisräume und schaffen somit die Grundlage für eine ortsunabhängige Nutzung.Die SM-B (Security Module Betriebsstätte) ist die digitale Identität der Betriebsstätte und wird perspektivisch die bisherige SMC-B-Karte ersetzen. Sie stellt sicher, dass eine Praxis eindeutig innerhalb der TI identifiziert werden kann.
Die Nutzung ist insbesondere vorgesehen, wenn sich eine Praxis für die Anbindung über ein TI-Gateway entscheidet. Ziel ist es, die Identifikation flexibler zu gestalten und die Abhängigkeit von physischer Hardware deutlich zu reduzieren.
Erste Angebote für die Bestellung der SM-B sind im Laufe des ersten Halbjahres 2026 geplant.
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Mit der TI 2.0 wird das Sicherheitsprinzip Zero Trust eingeführt. Dabei wird grundsätzlich keinem Zugriff automatisch vertraut. Jede Verbindung, jedes Endgerät und jede Anwendung muss sich kontinuierlich neu authentifizieren und autorisieren.
Dieses Prinzip erhöht den Schutz sensibler Gesundheitsdaten erheblich und ermöglicht gleichzeitig flexiblere Zugriffsmöglichkeiten, beispielsweise bei mobilem Arbeiten oder telemedizinischen Behandlungen.
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Als erste Anwendung innerhalb dieser neuen Architektur wird dieses Jahr die Anwendung PoPP(Proof of Patient Presence) eingeführt und dient als initialer Baustein der TI-2.0-Umgebung.
Mit PoPP (Proof of Patient Presence) wird ein neuer Mechanismus eingeführt, der bestätigt, dass sich ein Patient tatsächlich im Behandlungskontext befindet. Dadurch wird sichergestellt, dass auf sensible Gesundheitsdaten nur im realen Versorgungsgeschehen zugegriffen wird.
PoPP erzeugt einen digitalen und sicher verschlüsselten Anwesenheitsnachweis. Dieser ergänzt den bisherigen Nachweis über das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte und soll ihn langfristig ersetzen. Perspektivisch verliert die eGK damit an Bedeutung, da Versicherungs- und Anwesenheitsnachweise zunehmend digital über Identitätslösungen wie die GesundheitsID erfolgen werden.
Für Zahnarztpraxen bedeutet das mehr Flexibilität: Versicherungs- und Behandlungsnachweise werden künftig auch ohne physische Karte möglich sein – etwa bei mobilen Einsätzen in Pflegeheimen oder bei telemedizinischen Anwendungen.
Die Einführung von PoPP erfolgt schrittweise und ist eng mit weiteren Diensten der TI 2.0 sowie digitalen Identitäten verknüpft.
Erklärvideo der gematik zu PoPP
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Das Versichertenstammdaten-Management (VSDM) sorgt bislang dafür, dass Versicherungsdaten beim Einlesen der Gesundheitskarte geprüft werden. Mit VSDM 2.0 wird dieses Verfahren deutlich stärker digitalisiert.
Statt Stammdaten ausschließlich von der eGK auszulesen, werden diese künftig direkt online bei der Krankenkasse abgefragt. Gleichzeitig wird VSDM enger mit PoPP und digitalen Identitäten verknüpft.
Vorteile von VSDM 2.0:
- Kein zwingendes Karten-Einlesen mehr
- Online-Prüfung der Versicherungsdaten
- Nutzung auch mobil oder von unterwegs möglich
Ab Ende 2026 wird dieser neue Zugriff schrittweise eingeführt. Besonders bei Hausbesuchen oder Pflegeeinsätzen bringt dies eine erhebliche Vereinfachung.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der gematik:
Erklärvideo der gematik zu VSDM 2.0
Hotline für Fragen zur TI
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Bei allen Fragen und Problemen zur Telematikinfrastruktur hilft Ihnen unsere technische Hotline (TI/myKZV-Serviceportal) gerne weiter.